Romantische Rur – Gipfelkreuze – Winterwonne

Wir fahren in die Eifel

Heute ist Tanja wieder mit dabei, wenn die Eifel nach Erkundung ruft. Die Wetterfrösche sagen Wetter voraus, mehr aber auch nicht. Am meisten Wetter in Form von ein wenig Sonnenschein wird für die Eifel prognostiziert, klar dass wir dort auch hinfahren.

Spike sieht Tanja, bzw. ihr Auto und gibt plötzlich Knallgas. Herrje kann dieser Hund noch rennen. Jaulend und winselnd vor lauter Vorfreude steht er auf dem Parkplatz und kann kaum abwarten, dass seine, Krümmel runter fallen lassende, beste Freundin, das Auto verlässt.

Informationen zur Tour

Die heutige Tour habe ich mir aus dem Grundkonzepet des lokalen Wanderweges No 55 und einer Schleife um  Richelsley und Kreuz im Venn, einem Abstecher zum Kloster Reichenstein und den Aufstieg zur Ehrensteinsley  gebastelt.

Bei Eis und Schnee würde ich persönlich diese Wegeführung nicht wandern. Nach Regenfällen sind die Wege teilweise sehr matschig und die Steine auf den Wegen sehr glitschig. Also gut überlegen und auf jeden Fall gutes Schuhwerk wählen, ggf. Wanderstöcke mitnehmen

Wir parken auf dem kleinen Wanderparkplatz gegenüber der Reißwollfabrik, einem  Zeugnis an jene Zeit, als Monschau zu den Tuchmacherzentren in Europa gehörte. Im ehemaligen Maschinenraum hat sich nun ein Bildhauer sein Atelier eingerichtet.

Blauer Himmel über Monschau an der Rur

Kaum vom Parkplatz runter hänge ich schon fest, Wasser muss gebändigt werden, wenigstens auf einen Kamerachip.

Minuten später biegen wir rechts auf einen relativ steil aufsteigenden Pfad ab und die ersten „WOW“ ist das schön, ertönen wir zweistimmig.

Ich lese auf der Webseite von Monschau, dass dies hier ein alter Handelsweg zwischen Monschau und Kalterherberg war. Da frage ich mich nun, wie hier Karren hoch gekommen sein sollen?

Tanja geht vor mir und zeigt plötzlich links in den Wald hinein. Die Sonne such sich mit ihren warmen Strahlen den Weg durch die Äste. Die Wassertropfen an den Bäumen lassen Glitzerperlen-Atmosphäre aufkommen. Mit der Kamera kaum so festzuhalten aber tatsächlich eine märchenhafte Stimmung, die an Feen und Elfen, Kobolde und Zwerge denken lässt.

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Fruchtbare Wiesen in Durchfließbereich des Hasselbach
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Lichtzauberei am Rande von Kalterherberg
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Wir haben nicht eine Sekunde die Blätter an den Bäumen vermisst

So wechselhaft wie die Landschaft ist auch die Erscheinungsform des Wetters, je nachdem in welche Himmelsrichtung wir schauen.

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Wundervoll, einfach traumhaft!

Hangwege und weite Blicke auf Kloster Reichenstein

Auf einem Hangweg oberhalb der Rur erhaschen wir erste Blicke auf das Kloster Reichenstein erbaut um 1132 und 2010 nach 200 Jahre Pause, wieder in Hand von Mönchen ist. Heute sind es die Mönche aus dem Kloster Unserer Lieben Frau von Bellaigue in der Auvergne, die das alte Gemäuer bezogen haben und sanieren.

Das dritte Bild zeigt das Viadukt gleich am Klostergelände.

Auf einem Felspfad werden wir hinunter zur Norbertuskapelle geführt. Auch wenn die Steine reichlich Gelegenheit zum auf die Nase knallen bieten, laufen wir Plumps-frei hinunter und freuen uns über diesen tollen Pfad.

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Felsige Pfade runter zu Norbertuskapelle

Norbertuskapelle

Die Norbertuskapelle ist ein unweit des Klosters Reichenstein jenseits der Rurbrücke in Richtung Kalterherberg gelegenes Kirchengebäude. Neben der Kapelle fließt ein kleiner Bach, der in die Rur mündet. Erbaut wurde sie aus Bruchstein im Jahre 1926 im Andenken an den heiligen Norbertus, den Gründer des Prämonstratenser-Ordens. Die Kapelle ist achteckig angelegt mit einem Rundbogenportal, geschweiftem Dach und Zwiebelhaube. Von der Straße, der L 106, führen zwei Treppenaufgänge direkt zum Innenraum. Bauherr war der Architekt Forthmann aus Köln. Quelle: Wikipedia

Auf einer Bank an der Kapelle gibt es Tee, Wasser und Kekse aus der Bitzer-Küche

Wir überqueren mal wieder die Rur und laufen auf einem schmalen Pfad oberhalb eines Parkplatzes hinauf, hinauf, hinauf……denn hier weichen wir vom Weg 55 ab und besuchen die Richelsley und das Kreuz im Venn.

Von nun an begleiten uns die Wegezeichen des Jahrhundertweges, ein wunderschöner Wanderweg des Eifelvereins, den dieser zum 100sten Geburtstag des Eifelvereins seiner Wandergemeinde schenkte.

Richelsley und Kreuz im Venn

Nach einem erneuten, allerdings harmlosen Anstieg, erreichen wir das Kreuz im Venn, oberhalb steht ein Gipfelkreuz an der Richelsley. Nur wenige Minuten vorher hatte Tanja die Nachricht bekommen, dass jemand aus ihrem Bekanntenkreis verstorben ist. Da kommt die Mariengrotte doch gerade recht und eine Kerze wird entzündet. Spike folgt ihr auf Schritt und Tritt.

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Die Mariengrotte  in der Richelsley wurde 1894 zum 25-jährigen Jubiläum von Pfarrer Arnoldy durch die Gemeinde gestiftet.

Ein wundervoller und ein wenig festlicher Ort. In der Grotte stehen Kerzen und frische Gestecke. Offensichtlich kommen hier regelmäßig Besucher her.

Hinauf auf die Felsformation Richelsley

Ein kleiner Weg führt rund um die Felsen der Richelsley und eine Treppe hinauf zum Kreuz und der Aussichtsplattform.

Errichtet wurde das eiserne Kreuz im Jahr 1890 durch Pfarrer Arnoldy im Gedenken an den Mönch Stephan Horrichem. Dieser wurde „Apostel des Venns“ genannt und war von 1639 bis 1686 Prior im Kloster Reichenstein. Das Kreuz ist 6 Meter hoch, wiegt ca. 1,4 Tonnen und ruht auf dem mächtigen Felsen der Richelsley. Zu erreichen ist es gut zu Fuß von der Norbertus-Kapelle, dem Kloster Reichenstein oder vom Ruitzhof. Quelle: Webseite:  venndorf-kalterherberg

Es ist schon imposant, was so in der Eifel herum steht und wir sind restlos begeistert, dass die Erweiterung unseres Wanderweges solch einen schönen Platz für uns bereist hält.

Übrigens liegt die Richelsley auf belgischem Boden, das hat uns Tanjas Handy auch gesagt!

OK, das wird wieder der längste Wanderbericht, gemessen an der Streckenlänge 😀

Auf geht´s zum Kloster Reichenstein

Auf traumhaft grünen Wegen, mit Tannen gesäumt, Moosen auf dem hügeligen Erdboden und Gräsern unter den Füßen ziehen wir gemächlich hin zum Kloster Reichenstein.

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Vennbahnstrecke – Kloster und Mühle Reichenstein

Am Ende dieses wunderschönen Waldpfades erwartet und die Trasse der Vennbahnstrecke. Wir laufen ein Stück darauf und überqueren über das Viadukt den Ermesbach, ein Zufluss zur Rur.  Auf der rechten Seiten liegt das Kloster, links, dicht bei der Brücke, die Klostermühle (1533 erstmals erwähnt)

Wer im Frühjahr hier wandert wird auf ein Meer von wilden Narzissen treffen. Dieses Ereignis lockt jährlich Heerscharen von Besuchern an.

Wir müssen nun über den kleinen Parkplatz gegenüber der eisernen Rasthütte Reichenstein, hinunter auf die Reichensteiner Str., von der wir in Höhe des Viaduktes rechts zum Kloster Reichenstein abbiegen.

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Viadukt über den Ermesbach
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Klosterteich

Wir wagen uns nicht das Tor zum Kloster zu durchschreiten. Ausnahmsweise hat Tanja hierzu auch den Mut nicht, also wandern wir nach kurzer, oberflächlicher Betrachtung des Außengeländes weiter.

Wundervoller Jahrhundertweg an der Rur

Was jetzt folgt ist ein Wegabschnitt voller Genuss und Freude, in dessen Verlauf sogar die Sonne einen kleinen Zwischenstopp einlegt. Ich kenne den nun folgenden Wegeverlauf recht gut und bin doch wieder begeistert, was er zu bieten hat.

Zunächst sehen wir uns allerdings gezwungen eine Pause einzulegen, zu schön ist die kleine alte Brücke, die über den Ermesbach führt, unmittelbar vor seiner Einmündung in die Rur.

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smilie_be_113Zur Entstehung des Bildes oben muss ich euch etwas erzählen, dass bei uns für Lachsalven führen sollte. Tanja möchte mich fotografieren, schnappt sich die Kamera und ruft entsetzt „Elke, mit der Kamera stimmt was nicht, ich sehe nur schwarz“

Sie ist gewohnt mittels Display zu fotografieren, ein Sucher ist eine ganz neue Dimension für sie 😀  –   Ohne Tanja ist wandern echt geradezu langweilig!

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Spike findet das sooooo laaaaangweilig

Während Tanja dies und das tut, tue ich DAS, was ich meistens tue, nämlich fotografieren. Dabei muss ich dann mal lobend erwähnen, dass auch meine noch recht neuen Lowa Renegade absolut wasserdicht sind, denn einige der Aufnahmen sind im Wasser stehend oder hockend entstanden.

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OK, Tanja und ihr Handy, das gibt keine tollen Aufnahmen, aber die Dokumentation ist halbwegs erbracht. Halbwegs, weil sie meinen Gang durch das Wasser nicht fotografiert hat.

Nachdem wir dieses lauschige Plätzchen verlassen hatten folgten wir der Rur und das bis zu unserem Parkplatz. Auch hier, tausend Stopps und „Ah“ und „Oh“ ertönt immer wieder. Wenn im Dezmeber Nadelbaum, Moos und frisches grünes Gras, sowie eben geschlüpfte Farngewächse die Natur ergrünen lassen, dann kann nicht mal ein Hauch von Wintergefühl aufkommen. Wir sind sozusagen im Winterwanderhimmel.

Brücken und dicke Steine in der Rur lassen mich immer wieder niederknien, nicht vor Ehrfurcht, sondern um zu fotografieren. Ergebnis= 338 Fotos auf 11 Kilometer Wanderstrecke – PUH

Wir verlassen ganz kurzfristig den JAhrhunderweg und biegen auf den urspünglichen Regionalweg mit der „55“ ab. Ein Wiesenweg fordert zwar wieder unsere Beinmuskulatur, weil er bergan führt, unsere Augen können aber wieder einmal nicht genug bekommen, von diesen Eindrücken

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Dampfendes Ross voraus

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Vor zwei Jahren hat Tanja ein Navi gekauft, heute beschliesst sie den Umgang damit zu erlernen. Die gut ausgeschilderten Traumpfade hat sie fast komplett erwandert, nun sind GPS Touren dran!
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—-aber Handy ist doch einfacher….und lustiger 😀

Die feuchte Witterung lässt so langsam Brücken bröseln, eine Planke fehlt bereits. Tanja ist die mit der Höhenangst. Für ein Foto krabbelt sie aber doch auf den Felsvorsprung 😀

Und nun müssen wir uns noch einmal so richtig anstrengen und der arme Spike auch. Ächzend und stöhnend erklimmen wir einen schmalen Pfad, der links von uns bergan zur Ehrensteinsley führt.

Oben angekommen stellen wir fest, es hängt dichter Dunst über den Wäldern. Ich habe diese Aussicht schon einmal mit herrlichem Himmelsblau genießen dürfen. Der Entschluss ist schnell gefasst, und das nicht zum ersten Mal heute: „Den Weg gehen wir im Frühjahr noch einmal“

Nachdem der Eintrag im Gipfelbuch erledigt ist, können wir wieder abwärts steigen. Unten angekommen haben wir nur noch etwas mehr als 700 Meter bis zum Parkplatz zurück zu legen.

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Unser Vorhaben noch das weihnachtlich geschmückte Monschau zu besuchen lassen wir fallen. Inzwischen hat sich ein Nieselregen eingestellt und offensichtlich ist das schmucke Eifelörtchen zu bersten voll mit Besuchern. Das macht dann doch nicht so viel Freude.

Glücklich und zufrieden kehren wir auf angenehm staufreien Autobahnen wieder heim.

Hach Tanja, wandern mit Dir ist toll. So viel Freude über einen Wandertag und die Kleinigkeiten am Wegrand, die Du mit mir teilst und teilweise auch vor mir entdeckst, das ist schon ein Geschenk!

3 Kommentare

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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