Hohensyburg – Wanderbares Dortmund

Auf einem Hügel Höhe Dortmund, von der A 1 gut sichtbar, steht eine Ruine und ein Denkmal. Wie oft bin ich daran vorbei gefahren, habe mir vorgenommen nachzuschauen was dort oben steht und wie ich hin gelange. Auf der Rückfahrt von Nordhausen in die Heimat habe ich nun Gelegenheit Tanja zu bitten sofort mal nachzuschauen, was von  dort oben hier herunter lockt.

Wandern im Pott?

Nachdem geklärt ist, dass sich dort oben die Burgruine Syburg befindet und dazu das Kaiser Wilhelm Denkmal, steht auch schnell fest, dort oben gibt es einen Bergbauwanderweg.

Immer wieder überrascht diese Region mit gefälligen Wanderregionen, aber in Dortmund hätte ich sie trotzdem nicht vermutet und so reisen Tanja und ich ein paar Tage vor Sylvester an. Landschaftlich wunderschön, da sind wir uns einig.

Vorab sei aber gesagt:
Wer auf Verkehrslärm sehr empfindlich reagiert, für den wird diese Tour eine Herausforderung, liegt doch das Wandergebiet mitten im Dreieck der Autobahnen A 45 und A1, sowie der B 54 in unmittelbarer Umgebung des Westhofener Kreuz.

  • Start/ Ziel: Parkplatz am Spielcasino Hohensyburg, Hohensyburgstraße in Dortmund
  • Streckenlänge: 13 km
  • Höhenmeter: 370 meter
  • GPS Track
  • Verschiedene Einkehrmöglichkeiten im Ort Syburg
  • Eine sehr gute Webseite zum Thema „Wandern im Ruhrgebiet“: Wanderwegewelt
  • Eine Wanderung in Muttental kann ich empfehlen:  Bergbaupfad in Muttental und Zeche Nachtigall
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Glasfassade des Spielcasinos

St. Peter zu Syburg

Wir besuchen kurz die alte Kirche St. Peter zu Syburg, die jedoch im Winter sehr im Schatten liegt und daher nicht besonders fotogen daher kommt.

Die Architektur der Spielbank im typischen Baustil um das Jahr 1980 herum gefällt uns nicht, vermutlich versammelt sich sämtliche Attraktivität in den Abendstunden, wenn bunte Lichter das Gebäude die Spieler anziehen.

Spielbank Hohensyburg

Am Casino vorbei führt ein kleiner Weg Richtung Burgruine Syburg.

Burgruine Syburg

Die Lichtverhältnisse in der Ruine könnten besser sein. Vor allem den aufgebahrten Krieger hätte ich gerne günstiger in Szene gesetzt.

Die um 700 entstandene Höhenburg liegt oberhalb des Zusammenflusses von Lenne und Ruhr. In der Ruine befindet sich seit 1930 ein Kriegerdenkmal. Die Darstellung eines gefallenen Soldaten in deutscher Uniform, in Einheit mit einem über ihm wachenden riesigen, steinernen Adler sind ein ergreifender Anblick.

Die Aussicht vom Plateau der Ruine lässt gespaltene Eindrücke entstehen. In der Ferne, nur schwer durch den Dunst zu erkennen, die Hügel des Sauerlandes

Hengsteysee

Unterhalb der Ruine  steigen dicke Qualmwolken auf und es fällt uns schwer anzunehmen, dass das Naherholungsgebiet am Hengsteysee seinen Zweck erfüllen kann. Nach Recherche soll die Wasserqualität gesundheitsgefährdend sein.

Wir ziehen am Vincketurm vorbei, der in den letzten Zügen des zweiten Weltkrieges als Artilleriebeobachtungspunkt für die deutsche Wehrmacht herhalten musste und von Granaten getroffen schwer beschädigt wurde. Ab 1955 wurde der Turm saniert und ist jetzt augenscheinlich in gutem Zustand und begehbar.

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Das Symbol für Tanja und ihre Pläne in 2017
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Vincketurm

Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Eine wirklich imposante Erscheinung ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das wir nun ziemlich genau unter die Lupe, bzw. Kamera nehmen. Eine großzügige Parkanlage umrahmt den gesamten Komplex.

Die Bauzeit des Denkmals erstreckte sich über die Jahre  1893 bis 1902. Im Jahre 1935 wurde das gesamte Denkmal nach Maßstäben der Architektur des Nationalsozialismus umgebaut.

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Schon der Schatten dieser stattlichen Otto von Bismarck-Figur hinterlässt einen gewissen Eindruck
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Kaiser Wilhelm hoch zu Ross

Die Detailtreue der Figuren ist beeindruckend und genau deshalb sind von diesem Denkmal auch rd. 40 Aufnahmen entstanden. Einige davon zeige ich euch, aber selber gucken ist immer noch am Besten 😉

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Der finster drein blickende Kerl soll Helmuth von Moltke darstellen.  „Der große Schweiger“ so der Beiname des Finsterlings, Schriftsteller und preußischer Generalfeldmarschall

Syburger Bergbauweg

Nachdem die Herren unserer Vergangenheit genügend Aufmerksamkeit kassiert und unsere Kameras anständig ihren Job verrichtet haben, wechseln wir auf den Bergbauweg, der uns zu einigen historischen Stolleneingängen und Einsturztrichtern führen wird.

Im Jahr 1582 wurde erstmals Kohleabbau im Flöz Sengsbank  registriert, drei Zechen wurden in den kommenden Jahrhunderten gegründet: Stollenzeche Beckersches Feld (16. Jahrhundert), Zeche Schleifmühle (18. Jahrhundert), Zeche Graf Wittekind (19. Jahrhundert)

Der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier hat 1986 damit begonnen diese historischen Orte freizulegen, teilweise begehbar zu machen und einen wanderbaren Weg anzulegen. Diese Arbeiten waren 1992 beendet.

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Gut gesichert gegen die abfallenden Ruhrsteilhänge
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Der Pilgerweg führt hier her
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Auch wenn der Verkehrslärm der Autobahnen deutlich vernehmbar ist, die Wege sind ein Traum und in der belaubten Zeit sicherlich noch deutlich attraktiver
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Ein kleines Plateau erlaubt den Blick hinunter auf die Wasserflächen des Hensteysee, im Hintergrund das Koepchenwerk, ein großes Pumpspeicherkraftwerk

Auf schmalen Pfaden wandern wir weiter, immer den gekreuzten Hämmerchen nach. Die Stolleneingänge der Zechen Schleifmühle und Graf Wittekind passieren wir, natürlich nachdem wir einen Blick hinter die Gitter geworfen haben. Hin und wieder fallen uns die sogenannten Pinge auf, Einsturztrichter die beim Bergbau häufig vorkommen.

Wir verlassen den Bergbaupfad und erreichen den Ort Syburg, den wir eine Weile durchwandern. Abwechslungsreich und deshalb nicht strapaziös, ziehen wir über die Straßen.

Syburg

Der Sauerländische Gebirgsverein erläutert hier die Wegeverläufe verschiedener Wanderwege der Region. Nach einem nur flüchtigen Blick erkennt Tanja die Tafel als Busfahrplan und äußert sich mit kritischer Stimme zu den langen Wartezeiten bis der nächste Bus kommt 😀

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Tja Tanja, der Bus fährt nur alle vier Stunden 😀

Nachdem die Bauchmuskeln den Lachkrampf einigermaßen überwunden haben, können wir weiter und landen schneller als geglaubt mitten in schönster Natur.

Auf der im Schatten liegenden Weide grasen die in dicke Wintermäntel gekleideten Schafe.

Weite Landschaften und nette Menschen in Dortmund

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Vollkommen ungerührt mümmeln sie das tiefgefrostete Gras.

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Auf dem Schafrücken gefriert die Restfeuchte im Fell

Wir durchwandern nun eine Landschaft, die sehr an das Bergische Land erinnert. Auffällig sind die vielen, ausgesprochen freundlichen Begegnungen, die wir auf unserer Route hatten. So auch an einem der Häuser, die wir passieren.

Vier Katzen und ein Hund bewachen das Grundstück, wobei der Hund noch die harmlose Variante Bewacher darstellt. Eine der Katzen hat es fertig gebracht, sich von einem Baum herunter, auf einen dort herum laufenden Hund fallen zu lassen und ihm zu zeigen, wer die Platzherrschaft hier hat. Taffe Tiere!  Ich bin aber schon dankbar, dass Spike sicher und geborgen daheim liegt.

Wir verabschieden uns von dem netten Hausherren, mit dem wir thematisch innerhalb des Gespräches sehr auf einer Wellenlänge lagen. Solche Begegnungen sind wie Feldfrüchte, hier nahrhaft für die Seele.

Weit kommen wir nicht, denn schon 200 Meter weiter treffen wir auf ein freundliches Ehepaar. Auch mit Ihnen genießen wir ein Gespräch.

Langsam nähern wir uns deutlich vernehmbar, der Autobahn. Zuvor erlauben wir uns eine Rast in der winterlichen Sonne, die uns eine angenehme Wärme vermittelt.

Wandern nahe dem Westhofener Kreuz

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Dicht an der A 45

Nun müssen wir durch einen sehr schattig gelegenen Teil unserer Wanderrunde, vorbei an einem Biker-Wirtshaus namens Krämer

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Wirtshaus Krämer

Ein ebenso schattiger Waldweg führt uns bergan zur Reitanlage Braß – Gut Kückshausen

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Nostalgie am Wegrand

Und die nächste freundliche Begegnung steht an. Eine Dame mit ihren Hunden strebt langsam den Hang hinauf. Die ältere Hündin macht einen etwas müden Eindruck, hat ein Mäntelchen an. Immer wieder überlege ich, mir solch ein Kleidungsstück für Spike anzuschaffen.

Wir verabschieden uns bald wieder und dürfen nun noch eine Weile helle Waldwege genießen, passieren ein Naturfreundehaus.

Auf Wiesenpfaden erreichen wir bald einen alten Rittersitz, 1259 erstmals erwähnt. Leider stehen Fahrzeuge vor dem Gebäude, sodass die schöne Toreinfahrt nicht zu sehen ist.

Die letzte Station sollte eigentlich die Naturbühne Hohensyburg sein, beim Näherkommen müssen wir jedoch feststellen, es ist kein Hinkommen, da durch Zäune gesichert.

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Wir erreichen wieder den Parkplatz und fahren nach einer kleinen Einkehr bei mäßig schmeckendem Kuchen, wieder heim.

Eine überraschend schöne Rundwanderung, mit vielen schönen Details und sehr netten Begegnungen ist zu Ende. Der Lärm der großen Straßen ist oft nicht ausblendbar, die visuellen Eindrücke können aber sehr gut dagegen halten.

Einige Buchvorschläge:

Grünes Revier zwischen Rhein, Lippe und Wupper. 50 Touren


Wanderführer Ruhrgebiet: Zeit zum Wandern Ruhrgebiet mit den 40 schönsten Touren zum Wandern am Rhein, Ausflüge rund um die Zeche Zollverein, … zum Herausnehmen und GPS-Daten zum Download


Ruhrgebiet (20 Wanderungen) (Outdoor Regional)

4 Kommentare

  1. Hallo Frau Bitzer,
    da hat sich eine kleine Ungenauigkeit eingeschlichen: das Foto von der Syburg zum Koepchenwerk zeigt den Hengsteysee und nicht den Harkortsee zwischen Herdecke und Wetter. Der Blick geht – auch wenn es dunstig ist in’s Sauerland und nicht in’s Bergische.
    Schöne Fotos! Krämer in der Wanne ist kein ausschließliches Biker-Lokal. Auf dem Ebberg hättet Ihr noch einen schönen kleinen Schlenker am oberen Randes des Westhofener Steinbruchs machen können. Wo habt Ihr den schlechten Kuchen gegessen?

    Herzliche Grüße und Frisch auf! vom Wanderwart des SGV Dortmund-Höchsten

    Kleine Empfehlung auch wenn die Anfahrt weit ist:
    https://www.outdooractive.com/de/wanderung/sauerland/2-schloesser-und-der-aelteste-hochofen-deutschlands/105239947/

    Gefällt 1 Person

    • Guten Abend Herr Sonnenburg

      vielen Dank für Ihren umfangreichen Kommentar, den ich natürlich gleich für eine Korrektur genutzt habe.

      Oh, einen Steinbruch hätten wir uns natürlich gerne auch noch angesehen, schade.
      Den nicht so berauschenden Kuchen hatten wir im Cafe Gasthaus Alt Syburg. 😉

      Die Tour im Sauerland merke ich mir. Wenn ich die Bilder sehe, macht die Erkundung im Frühjahr Sinn, die Landschaft ist ja himmlisch. Auch dafür ganz lieben Dank.
      Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und grüße aus Leverkusen
      Elke Bitzer

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  2. Liebe Elke,
    das ist meine Heimat, in dieser Ecke bin ich aufgewachsen! Auch mit dem Autobahnrauschen. Das blendete ich irgendwann aus. Dazu gibt es eine Anekdote:
    Als Kind bin ich mal alleine mit dem Rad durch die Felder gestreift und hab ein für mich idyllisches Plätzchen gefunden, an dem ich am nächsten Tag unbedingt mit meiner Mutter picknicken wollte. Sie ließ sich darauf ein, aber erst ihre Verwunderung darüber, warum ich mir diesen zugegebermaßen hübschen Naturplatz ausgesucht habe, der aber direkt neben der Autobahn läge (200m Luftlinie), machte mir diesen Umstand erst bewusst!
    Ich bin mit Autobahnen, Halden, Fördertürmen und rauchenden oder gar brennenden Schloten aufgewachsen. Mit der Autobahn verband ich allerdings auch die regelmäßigen sonntäglichen Familien-Streifzüge ins angrenzende Sauerland, welches jenseits der Ruhr beginnt. Gerne würde ich in 2017 daran anknüpfen und den Sauerländer Höhenflug erwandern. Etappe 1 von Burg Altena aus hab ich im letzten Februar schon gemacht.
    Liebe Grüße
    Myria

    Gefällt 1 Person

    • Hi hi Myria,
      genauso kam der nette Herr mit seinen Kampfkatzen rüber. Auch er nimmt die Autobahngeräusche nicht mehr so wahr, blendet sie einfach aus.

      Ich musste total über Deine Akekdote lachen 😉

      Sauerland klingt gut, ich bin gespannt welche Pläne ich in diesem Jahr umsetzen kann, vermutlich nicht die Hälfte von meiner Liste. Sauerland ist aber definitiv auch eine Region meiner Leidenschaften.

      Liebe Grüße und jetzt schonmal ein tolles Wochenende
      Elke

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