Wandern ist für mich – Raus aus der Depression

Beitrag zur Blogparade: Wandern ist für mich….

Wie alles begann

Die Wetterpropheten kündigen für die nächsten Tage blauen Himmel, Sonne satt mit Wohlfühltemperaturen an. Perfektes Wetter, um Urlaubstage draußen zu verbringen.

Ich schmiede Pläne, das tue ich sehr gerne am Abend. Ich könnte doch raus gehen, spazieren gehen, mich mit Menschen treffen. Morgen werde ich raus gehen, ganz sicher!

Am nächsten Morgen

Die Wettervorhersage stimmt, das Wetter ist genial

In mir ist es dunkel. Ich wache auf, mit einem würgenden Gefühl der Angst, das mir den Magen abschnürt. Kopfschmerzen lassen mich aus dem Bett fliehen, jeden Morgen, zuverlässig wie ein Wecker, manchmal schon so früh, dass nicht einmal die Vögel aus den Nestern gucken.

Starker Kaffee macht mich wieder einigermaßen wach. Ich setze mich in meinen Sessel und denke darüber nach wieso ich am gestrigen Abend so begeistert Pläne gemacht habe und ich heute früh keinen Hauch der Vorfreude mehr empfinde. Also lasse ich das Ganze und setze mich vor die Glotze und schon bald ist wieder Abend. Wieder die Zeit um Pläne zu machen, die sich nicht umsetzen lassen.

Es gibt auch gute Tage

An guten Tagen gehe ich raus, meistens fahre ich mit dem Rad, lasse mir den warmen Sommerwind um die Nase wehen. Ich genieße diese Zeit so unendlich, es kehrt Frieden in mir ein. Der Gesang der Vogelwelt klingt in mir nach, der Geruch von Sommerwiesen schwebt durch die Nase tief in mein Inneres.

Am nächsten Tag ist das alles vergessen

Und dann verändert sich alles….

Ich mache seit einiger Zeit Sport, sehr intensiv und möglichst mit Kopfhörern versehen, damit mich niemand anspricht. Und doch geschieht das immer wieder, anschließend unter der Dusche oder beim Kaffee trinken im Anschluss an mein Training. Die schönste Zeit verbringe ich allerdings draußen beim joggen. Leider weigert sich mein Körper diese Beanspruchung dauerhaft zuzulassen. Ich spüre jedoch immer intensiver wie wichtig die Natur für mich ist.

Burnout

Seit Monaten schleppe ich mich morgens ins Büro, schaffe es kaum meine Arbeit zu verrichten, verstecke mich geradezu vor den Kollegen, um ja nicht in ein anstrengendes Geplauder hinein gezogen zu werden. Ein paar Tage Auszeit wären jetzt gut….

Meine Ärztin schreibt mich krank und aus dieser kleinen Auszeit wurden 1 1/2 Jahre. Mit dem Tag, an dem ich raus war aus dem täglichen Betrieb, wurde klar wie leer meine Batterien inzwischen waren. Selbst die zahlreichen Therapien, die ich durchlebt habe, die mir halfen aus Krankheiten wie Bulimie und Magersucht heraus zu finden, haben nicht verhindern können, dass ich immer mehr Kraft verlor.

Wandern als Befreiung

Nach einigen Wochen, die ich überwiegend daheim verbrachte, abgeschottet von allen die mir bisher nahe waren, wagte ich mich erstmals wieder in die Natur. Alle meine Sorgen, Ängste nahm ich mit. Sie beherrschten jeden Schritt, bis ich vor lauter Nachdenken die Orientierung verlor und mich auf mühselige Weise wieder nach Hause lotsen musste.

Das geschieht nun regelmäßig, meine Irrläufer, die Panik nicht zurück zu finden, die Anstrengung einen Weg zum Ausgangspunkt zu finden, reißen mich aus meinen Gedanken, befreien mich von all dem Unrat meines bisherigen Lebens, an dem ich so verzweifelt festklammere.

Sehen und Erinnern

Anfangs kann ich zehn Mal den gleichen Weg gehen, ohne mir markante Stellen merken zu können.

Sehr langsam lerne ich bewusst wahrzunehmen was ein Wanderweg bietet. Auch wenn während der ersten 1-2 Kilometer noch Wolken trüber Gedanken meinen Kopf vernebeln, so dringen nach einer Weile die Umweltgeräusche in mein Bewusstsein und die Besonderheiten der Natur schieben sich in mein Gesichtsfeld.

Im Laufe der Zeit wird mein Gang aufrechter, die Zeiten geistlosen Dahinschwebens werden seltener. Während ich in den ersten vielen  Monaten meiner fast süchtig zu nennenden Wanderschaft, den Kontakt mit Menschen vermeide, ändert sich auch das langsam.

War ich bisher eher überrascht, dass überhaupt jemand nach 2 Sätzen mit mir weiter reden möchte, darf ich mich nun darauf verlassen, dass das sehr wohl so ist.

Eine neue Freiheit

Diese eineinhalb Jahre berufliche Auszeit habe ich tatsächlich dafür genutzt beinahe täglich unterwegs zu sein. Es war als hätte ich mit dieser neuen Freizeitbeschäftigung einen neuen Motor erhalten. Doch wie alles im Leben, hält diese Euphorie nicht dauerhaft an. Der Alltag kommt zurück, damit der Zwang sich beruflich auseinander zu setzen.

Nach wie vor mache ich abends Pläne, bin zuversichtlich dass ich alles schaffen kann, um am nächsten Morgen ernüchtert vor meinen Grenzen zu stehen. Das ist ein Symptom der Depression, das sich nach 30 Jahre Treue wohl auch weiterhin in meinem Leben breit machen wird.

Einiges hat sich jedoch nachhaltig verändert

Ich weiß, dass mich wandern glücklich macht, IMMER! Selbst wenn ich mich noch so dunkel fühle, noch so kraftlos, dieser Zustand ändert sich, sobald ich ein paar Meter draußen gegangen bin, egal bei welchem Wetter.

Ich habe gelernt mich auf Gespräche unterwegs einzulassen. Es ist mir möglich aus dem Kreislauf der Gedanken um meine Person abzurücken und mir die Zeit für die erzählten Gedanken meines Umfeldes zu nehmen. Das ist nicht immer der Fall, aber es gelingt.

Die ersten 53 Jahre meines Lebens verbrachte ich überwiegend auf dem Beifahrersitz eines Autos, das hat sich nachhaltig verändert. Ich lenke damit nicht nur mein Auto, sondern auch mein Schicksal selbstständiger

Ich erinnere mich an die Orte, die ich durchwanderte und ich erinnere mich an Erlebnisse unterwegs. Die Nähe zur Natur, diese unaussprechlichen Gefühle wenn ich an einem Aussichtspunkt stehe und tief hinunter in die Landschaft schaue, wenn ein Waldweg in eine Lichtung mündet, wenn links und rechts moosige Baumstämme liegen, unter den sich Lebewesen und Pflanzen verstecken, dann verspüre ich ein Glücksgefühl.

Ich bin dankbar für die Entdeckung, dass mir wandern und draußen sein so gut tut. Ich bin dankbar, dass ich die Kraft habe mich immer wieder nach draußen zu begeben.

Vielleicht ist das jetzt nicht das, was hier in der Blogparade typischerweise vertreten ist. Ich hoffe den Rahmen damit nicht zu sprengen.

 

 

 

37 Kommentare

  1. Liebe Elke, vielen Dank für Deinen auhentischen Artikel. Mir persönlich ist es immer wichtig, den Menschen hinter den Zeilen kennenzulernen, dem ich meine Lesezeit – meine kostbare Lebenszeit – schenke. Und ich glaube auch daran, das sich ähnlich gestrickte Menschen finden. Sie senden dieselben Botschaften aus. Es wird mir im Bauch wohlig warm, wenn ich all die Kommentare lese. Ein Weg aus der Depression, der unendlich tiefen Leere und Einsamkeit, führte für mich auch über ein neu entdecktes Gefühl von Verbundenheit. Menschen, die ihre Lebensgeschichte erzählen, ohne zu jammern, ohne den Anspruch zu erheben, am allermeisten gelitten zu haben, ohne Selbstgefälligkeit, sie hätten nun die Weisheit mit Löffeln gegessen, das tut mir gut und ganz sicher vielen weiteren auch. Danke dafür! LG Simone

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  2. Eher durch Zufall bin ich hier gelandet, kam von einem anderen Wandern-Blog. Deinen Blog werde ich mir nochmal in Ruhe anschauen, aber dieser Post war als Auftakt schon…beeindrucken…beindruckend offen, ehrlich, authentisch. In meiner großen Familie ist das Thema Depressionen ebenfalls sehr verbreitet, einen Bruder habe ich hieran durch Suizid verloren. Schön zu lesen, wie Dir das Wandern zumindest zeitweise aus dieser Dunkelheit hilft.

    Ich selber befinde mich gerade in einer Art „Midlife-Crisis“, suche nach Lebensinhalten, Aktivitäten, Plänen für die zweite Lebenshälfte. Nicht vergleichbar aber für mich Motivation, das Wandern – möglicherweise – wieder neu zu entdecken. In den letzten Jahren nur sehr selten möglich, da Familie und Beruf nicht viel Platz lassen…zumal weiter im Norden die Strecken fehlen, die mich reizen. Wenigstens der Harz ist in Reichweite für Tagestouren.

    Jetzt plane ich, ab März größere Touren mit der örtlichen DAV-Sektion mitzumachen und mir vielleicht mal im Sommer ein langes Wanderwochenende etwas weiter südlich zu gönnen,,,nur ich, ohne Familie. Ein wenig zu mir selber finden und mir neuen Freiraum schaffen. Im Herbst fahren wir nach vielen, vielen Jahren in die Berge – als Kind oft, jetzt schon fast 30 Jahre nicht mehr. Freue mich da auf gemeinsame Familientouren aber vielleicht auch ein, zwei größere Touren alleine.

    Freue mich darauf, Deinen Blog zu erkunden und online die ein oder andere Wanderung nachzuvollziehen…da ist einiges dabei.

    Ach ja, einen Blog plane ich dann auch. Gedanklich eher für mich als eine Art Tagebuch aber vielleicht dann auch, um mal an einer Blogger-Tour teilzunehmen. Vielleicht sehen wir uns dann mal in 2018 ff. 😉

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    • Guten Morgen Joachim,
      hui hui, wenn ich Deine Pläne lese, wird mir schwindelig, es ist so viel 😉 aber ich verstehe es auch.
      Wer von außen betrachtet welches Projekt Wandern sein kann, inclusive dem Wandertagebuch und ggf. Aktivitäten wie Bloggertreffen, der wird es gerne zu einem Lebensabendprojekt gestalten wollen.

      Ich schreibe seit 2011 diesen Blog, anfänglich sparsam und mit wenigen und auch qualitativ mäßigen Fotos bestückt.
      Dieser Blog hat sich sehr langsam entwickelt, ebenso wie ich langsam mutiger wurde, bis 2015 zum ersten Bloggertreffen, zu dem ich mit Panik und Herzklopfen angereist bin.

      In sofern ist Dein Plan für 2018 für mich schon fast mit Ohrensausen verbunden 😀 aber mit Energie lässt sich alles wunderbar angehen.

      In der Natur, das ist meine Erfahrung, erfahre ich Weite, Ruhe, Entspannung. Jeder wandert anders, ich erwandere mir im günstigsten Fall jeden Meter mit allen Sinnen, für Andere ist es eher eine sportliche Herausforderung oder eine Möglichkeit mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein.
      Ich wäre sehr gespannt einmal von Dir zu lesen und würde mich auf einen Hinweis freuen, solltest Du einen Blog eröffnen.

      Einen lieben Gruß aus Leverkusen in den Norden
      Elke (die den Harz liebt)

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  3. Liebe Elke,
    ich danke dir für deine Offenheit und ich bewundere dich auch für deinen Mut, dass du davon berichtest. Fühle dich ganz fest umarmt – aber nur, wenn du möchtest, denn möglicherweise ist dir genau solch eine Nähe gar nicht recht. 🙂
    Ich hoffe, ich bin dir nicht zu nahe getreten, als ich den Wunsch äußerte, mal etwas mit dir zusammen zu wandern.
    Ich habe in 2016 auch eine berufliche Auszeit bekommen, in der ich viel gewandert bin. Ich kann es sehr gut nachvollziehen, wie man sich „frei wandern“ kann vom Alltag oder Bedrückungen und Sorgen. Auch das „süchtig fühlen“, planen und am morgen doch zweifeln und wieder umentscheiden sind mir nicht unbekannt. Und dennoch sind meine Gefühle nichts im Vergleich zu dem, was du erlebst und beschreibst. Ich wünsche dir, dass du weiterhin ganz viele schöne Touren machen kannst und dich stets bereichert davon fühlst.
    Liebe Grüße
    Myria
    P.S. ich lese alle deine schönen und anregenden Berichte. Immer. Bis zum letzten Satz!

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    • Liebe Myria,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Das Thema und die Veränderungen, die das Wandern, aber auch das Bloggen nach sich zogen sind größer als ich es hier beschreiben kann. Wenn mir jemand vor 5 Jahren gesagt hätte ich würde in einem Rudel Blogger mitwandern oder ähnliches, dem hätte ich entgeistert den Vogel gezeigt. In diesem kleinen, nur auf wandern bezogenen Artikel steht nur ein kleiner Ausschnitt des Ganzen und so soll es auch bleiben. Wandern befreit und das Unterwegs sein mit allen Sinnen öffnet den Blick und das Herz und das ist gut!
      Ich bin sicher, wir werden es schaffen einmal gemeinsam unterwegs zu sein.
      Viele liebe Grüße
      Elke

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  4. Liebe Elke,
    ein ganz toller Artikel und ein mutiger dazu! Die Umwelt intensiver wahrnehmen, festgefahrene Muster verlassen, sich auf den Moment einlassen… das macht auch mich richtig glücklich beim Wandern und Reisen. Deine Geschichte inspiriert dazu, neue Wege zu beschreiten. Ich weiß aber auch, wie sehr man zweifelt, wenn man sich in dieser Form öffnet. Ich finde aber gerade das am Bloggen so bereichernd. Mir geht es oft so, dass ich erst über das Schreiben meiner Artikel bestimmte Gedanken entwickle, reflektiere und zu größerer Klarheit komme. Vielen Dank liebe Elke für diesen persönlichen Bericht und dieses wunderbare Plädoyer für das Wandern!

    Herzliche Grüße von Andrea

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    • Ja Andrea,
      das Bloggen hat einen weiteren Schritt füt mich eröffnet. Meine erste Bloggerwanderung, die für mich zunächst einen hohen Stresspegel auslöste, Wochen vorher und mich doch in der Entwicklung einen erheblichen Schritt nach vorn geschubst hat. Wandern, fotografieren, bloggen ist ein wunderbares Ensemble für mich. Witzig ist, während ich unterwegs bin denke ich nicht einen Hauch an das Endergebnis im Blog. Es entsteht ganz genau wie Du es beschreibst, während des Schreibens.
      Lieben Dank Andrea, für Deinen Kommentar!
      Elke

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  5. Danke für deine Offenheit Elke. Ehrlich gesagt, du verbreitest mit deinen Beiträgen so viel Optimismus, ja geradezu Lebensfreude, dass ich erst mal gar nicht glauben wollte, dass DU es bist, die das geschrieben hat.
    Für Betroffene kann dein Beitrag auf jeden Fall Motivation und Ermunterung sein und dir wünsche ich, dass du bei deinen Wanderungen weiterhin viel Kraft tanken kannst.
    Liebe Grüße und alles Gute, Sigrid
    P.S. Gestern habe ich meine erste Schneewanderung seit Jahrzehnten gemacht. Kleiner Beitrag folgt. Es war wunderschön draußen bei der Kälte und strahlendem Sonnenschein zu wandern.

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    • Vielen Dank liebe Sigrid,
      ja so ist es mir oft auch in Gesprächen ergangen. Diese Krankheit trage ich nicht gerne in meinem Gesicht oder Blogberichten spazieren. Der Anspruch an uns ist ja schon taff und vorwärts orientiert zu sein. Alleine wandern ist deshalb auch für mich ein wichtiger Aspekt.
      Oh, auf Deine Schneewanderung bin ich ja tatsächlich sehr gespannt. Ist es nicht herrlich den inneren Schweinehund überwunden zu haben und sich solch ein tolles Erlebnis zu gönnen?
      Na dann erwarte ich mal Deinen frostigen Bericht 😀
      Liebe Grüße
      Elke

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      • Es ist gut, wenn wir unseren Kummer und unsere Krankheiten nicht immer „zur Schau stellen“, denn letztendlich müssen wir selbst damit fertig werden und unsere Angehörigen.
        Hier bei WordPress zeigen wir – oder viele – doch nur eine Seite unseres Lebens. Eigentlich kennen wir uns überhaupt nicht oder nur eine ganz kleine Facette. Bei dir ist es die Liebe zum Wandern und der Fotografie. Mehr wusste ich bisher nicht. Bei anderen sind es die Fotos, aber wer steckt dahinter? Mein Thema sind unsere Aktivitäten in der Freizeit und viel mehr gebe ich hier nicht preis.
        Aber ich verstehe sehr gut, wenn sich viele Blogger diese Plattform aussuchen, um über ihre Krankheiten, Probleme und Schwierigkeiten auszutauschen. Ich bin eher jemand, der solche Angelegenheiten nur mit Freundinnen bespricht.
        Aber ich finde es ausgesprochen gut, wenn du in deinem Beitrag die GRÜNDE nennst, die die überhaupt zum Wandern gebracht haben. An den Reaktionen sehe ich, dass es sehr viele gibt, denen es ähnlich geht und gerade mit Depressionen wird immer noch nicht offen genug umgegangen. Deshalb fand ich deinen Beitrag auch sehr, sehr informativ und er hat mir einen Einblick erlaubt in deine Seelenzustände. Vielen Dank dafür ♥

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        • Jepp, genau so sehe ich das auch. Mir hilft es sowieso nicht darüber großartig zu reden, tun hilft da wesentlich mehr.

          Wenn ich einen Blog zum Thema dieser Krankheit aufmachen würde (tue ich nicht) dann eher mit dem Ziel Auswege zu präsentieren und nicht über das Leiden als solches zu klagen.

          Leider hat das Thema durch etliche Vorkommnisse in der Vergangenheit eher noch mehr Schrecken verbreitet, als zur Aufklärung beizutragen. Möglich ist es auch, dass ich mir mit diesem Outing kräftig ins Bein schieße 😉
          So ist es im Leben, die Zukunft kann niemand voraussehen und wie sich etwas, das man tut auswirkt, auch nicht.

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        • Ich glaube nicht, dass du etwas zu befürchten hast, denn wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich sowieso, dass viele Beiträge – egal von wem – oft nur überflogen oder sogar gar nicht gelesen, dafür aber mit einem Klick auf „Gefällt mir“ abgetan werden. Insofern lesen nur Leute, die deine Beiträge wirklich interessieren, ganz genau!
          Meine Meinung ist ja, dass es gar nicht auf die Anzahl der Follower ankommt, die oft nur für viele Klicks auf „like“ sorgen, was natürlich auch sehr schön ist, aber echtes Interesse bemerke ich immer dann, wenn viele Kommentare einen Beitrag honorieren.
          Ich sehe oft, dass manche hier 300 und mehr Follower haben, aber die Kommentare unter Beiträgen stammen immer von wenigen, dafür treuen „Followern“. Also, wer deinen Beitrag komplett gelesen hat, der interessiert sich wirklich für deine „Geschichte“! Liebe Grüße, Sigrid

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        • Das täuscht oft. Ich werde hin und wieder angesprochen, in meiner realen Welt und wundere mich wie viele lesen, aber nicht kommentieren.
          Wenn die in einem Artikel eingebundenen Links betätigt werden, das sieht man in der Statistik, dann wurden die Beiträge auch gelesen.
          Aber natürlich sagt die Anzahl der follower nichts über die Lesegewohnheiten aus, da gebe ich Dir recht. Ich selber fliege oft über die Artikel, einfach um den Grundtenor mitzubekommen. Mit dem Kommentieren tue ich mich aber grundsätzlich schwer, obwohl ich so manchen Artikel total spannend und schön finde.
          Die mediale Welt ist schwer durchschaubar 😉
          Liebe Grüße
          Elke

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        • Das ist doch auch klasse. Mein Name ist auch echt und wer genau liest, der weiß wo ich wohne und ich hätte auch kein Problem mit persönlichen Kontakten, aber ich möchte nicht einfach im Telefonbuch gefunden und kontaktiert werden. Meine MailAdresse steht ja auch auf meinem Blog. Also dann,schönen Abend.

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  6. Auch ich war 2011 in einer „Ausszeit“ mit Burnout. Mit anderen sprechen oder auch noch telefonieren war für mich nicht möglich. Ich konnte mich nicht oder nur kurz konzentrieren, habe meinen Tag mit YouTubeVideos auf dem Bett verbracht.
    Dann fing ich an mit den Hunden vom Tierheim gassi zu gehen….DAS hat mich rausgeholt, mir den Kopf frei gemacht. Gut das war jetzt nicht wandern…aber raus.
    Ich bin immer noch gern alleine auch wenn ich Gesellschaft geniesse und mich auch gerne mit Freunden treffe.

    Ich finde es schon wichtig, wer es kann und mag, damit offen umzugehen. Dake dafür!!!!

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  7. Hallo liebe Elke,
    Ich finde diesen Artikel sehr berührend, auch weil ich doch einiges an Parallelen sehe denn bei mir war es die selbe Motivation. Bei mir wurde ja eine Schilddrüsenerkrankung festgestellt. Ich wurde auf Tabletten eingestellt und fing an mich mit der Krankheit zu beschäftigen. Die Kombination trieb mich an den Rand einer Depression. (Man kann gar nicht glauben welche Auswirkung diese scheiß Hormone, schon in geringster Dosis, auf den Körper und das Befinden haben.) Ich habe das, glaube ich, aber im letzten Moment noch gemerkt, als ich am Bahnsteig auf den Zug wartet und mir ernsthaft überlegte, dass es jetzt nur noch ein Schritt ist und alles ist vorbei. Das hat mir Angst gemacht und ich habe direkt einen Arzt aufgesucht um schlimmeres zu verhindern. Das war zumindest schon mal ein Anfang, aber ich habe gemerkt dass ich Zeit für mich brauche, in meinem Tempo, ohne mir Gedanken über alltägliches machen zu müssen. Und ich merkte dass ich dieses Gefühl immer öffter dann hatte wenn ich größere Gassirunden mit unserem Hund ging. Also suchte ich etwas, was dem nahe kommt und mir hilft.
    Und so fing ich an zu wandern. Aber leider kam ich 2016 kaum raus. Zu viel zu tun, zu viele Tage an denen es mir schlecht ging, zu viel „Freizeitstress“. Ich weiß das ich das ändern muss. Nur liegen bei mir zwischen dem was ich weiß das ich es machen sollte und dem was ich dann am Ende mache meist Welten 😦

    Ich finde es gut von dir dass du das Thema angesprochen hast. Du wirst bestimmt den einen, oder anderen motivieren. Und Lesern wie mir mal wieder die Augen öffnen.

    Ich danke dir für diesen Artikel und wünsche dir weiterhin viel Spaß auf deinen Wanderungen.

    Tobias

    Gefällt 3 Personen

    • Ja lieber Tobias,
      Deine Geschichte kenne ich ja auch und weiß wie sehr Du auch unter körperlichen Symptomen zu leiden hattest(hast). Du hast ein Kind, eine Frau, die erfordern Aufmerksamkeit, ebenso der Beruf.
      Ich bin schön älter und somit nicht mehr so in der Pflicht. Das macht es leichter. Manchmal sind es nur die kleinen Spaziergänge, die große Wirkung entfalten können. Ein MUSS sollten sie aus meiner Sicht aber auch nicht werden.
      Ich wünsche Dir, dass Du, egal mit welchem Weg, einen Ausgleich findest mit dem Du Glück empfinden kannst.
      Alles Liebe und ganz dicken Dank für die Ermunterung, dass der Blogpost die richtige Entscheidung war.
      Elke

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    • Ursprünglich war die Krankheit auch des Thema meines Blogs. Ich wollte gerade mal schauen ob ich die Seite noch habe in der ich geschrieben haben warum ich den Blog habe. Ich musste Feststellen dass ich das ganze negative Zeug fast vollständig aus dem Blog gelöscht habe. Ich denke ich werde aber, angeregt durch die Blogparade, wohl noch mal eine Seite erstellen.

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  8. LIebe Elke,

    schon wieder spinnt WordPress rum, aber es wird wohl an meiner Leitung hier liegen. Gerade habe ich versucht, Dir einen Kommentar zu Deinem Beitrag zu schreiben, und wieder, gerade als ich ihn abschicken will, kommt die Fehhlermeldung: Die Website ist nicht erreichbar. Mach Dir mal keine Gedanken, der Fehler liegt mit 99 %er Wahrscheinlichkeit hier auf meiner Seite.

    Was ich Dir schreiben wollte, bzw. jetzt hier wieder schreibe: Deine Geschichte ist auch meine. Bis auf ein paar kleine Abweichungen in der persönlichen Biografie kenne ich fast jedes Detail Deiner Depressionsgeschichte. Auch mich hat das Wandern vor Jahren (2012/2013) vor dem Burn-out gerettet. Nur war ich nie fest angestellt, sondern habe immer meine eigene Firma gehabt. Aber das hat die Sache nicht leichter gemacht.

    Nach Weihnachten habe ich mich hier auf FB in verschiedenen Depressionsgruppen angemeldet. Aber wenn ich dort lese, wie es den Leuten geht, denke ich: Mir geht es doch blendend. Seit anderthalb Jahren denke ich auch über die Möglichkeit nach, mit meinen guten Erfahrungen auch andere Depressive zum Wandern rauszulocken. Oder ist das schon wieder Anmaßung?

    Ich glaube, es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir uns über Depressionen unterhalten. Danke für Deinen Mut und Deine offenen Worte.

    Liebe Grüße

    Joachim

    Gefällt 3 Personen

  9. Liebe Elke,

    du hast meinen absoluten Respekt – einerseits für deine offenen Worte und andererseits für deinen Weg aus diesem dunklen Loch. Deine Zeilen lassen mich nachdenken und nachvollziehen, wie es dir ergangen ist. Ich freue mich riesig mit dir, dass du in deiner Auszeit das Wandern für dich entdeckt hast und nun eine Alltagsflucht nach draußen hast. Danke für diese starken Worte!
    Ich wünsche dir alles Liebe und Gute weiterhin! Glaub‘ an dich und deine Stärken und erfreue dich an der schönen Welt da draußen!

    Viele liebe Grüße aus dem Harz wünscht dir Maddie

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    • Liebe Maddie,
      ich wollte mich zunächst unerkannt mit dem Artikel in die Blogparade einbringen und ich weiß nicht, ob es gut ist, diese Erkrankung so offen zuzugeben. Ihr haftet noch so viel Negatives an.
      Vielleicht motiviert es aber auch Andere sich Wege zu suchen. Die Krankheit weicht leider nicht, sie lässt sich aber eine Weile ausschalten.
      Ich danke Dir für die ermunternden Worte.
      Liebe Grüße
      Elke

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    • Liebe Elke,

      ich finde es gut, dass Du offen zu Deiner Krankheit stehst – Dein Bericht macht sicherlich anderen Betroffenen Mut!

      Ich hatte es anhand einiger Hinweise auf mir bekannte Details aus Deinem Leben schon gleich vermutet, dass Du von Dir selber schreibst – als der Autor des Beitrages noch „anonym“ war…

      „Ins Bein“ hast Du Dir mit Deiner Offenheit sicherlich nicht geschossen – und wir lieben alle Deine herrlichen Berichte und Fotos zu Deinen Wanderungen!

      Hoffentlich machst Du Dir selber und Deinen Blog-Lesern noch lange viel Freude damit!

      Ganz liebe Grüße

      Herbert

      Gefällt 2 Personen

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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