Drei Maare auf einen Streich

Maar was anderes….

eine passende Bezeichnung, vor allem für den heutigen Wandertag.  Anders ist auf jeden Fall das Wetter, das mich in der Vulkaneifel erwartet. Statt des erwarteten Sonnenscheins empfängt mich die Region mit zähem Nebel, der Bäume und Häuser nur als gespenstische Schatten erahnen lässt.

„Maar was anderes“ ist einer von mehren Titeln, unter der man diese Wanderroute im Netz finden kann. Ich habe sie u.a. bei Outdoortaktiv in der Sammlung von Hans-Eberhard Peters gesichtet, der zusammen mit seiner wunderbar fotografierenden Frau Ursula, Deutschlands Wanderwege erkundet.

Informationen zur Wanderroute

  • Start/Ziel: Schalkenmehren, Maarstr.
  • Streckenlänge: 11 km (mit Besichtigung der Kirche im Ort)
  • Höhenmeter: 300 m
  • GPS Track
  • Einkehrmöglichkeiten: Im Ort Schalkenmehren
  • Informationen zum Thema Maare findet ihr bei Herbert im Blog: Pulvermaar
  • Eine weitere Maarwanderung hier im Blog
  • Und noch mehr Maarwandern, am Windsbornkrater und mehr: Blogartikel
  • Und damit ihr besser über das Wetter informiert seid, schaut die Webcam vor Ort

Die heutige Rundwanderung berührt die drei Dauner Maare: Schalkenmehrener Maar, Weinfelder Maar und Gemündender Maar.

Nur ein kleines Stück wandern wir durch den Ort, um sehr schnell am Schalkenmehrener Maar zu landen, das wir im Verlaufe der nächsten Stunden gänzlich umrunden werden.

Schalkenmehrener Maar

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Schalkenmehrener Maar

Ein wenig frustrierend erscheint es mir schon, solch eine zähe Suppe vorzufinden. Sonne wäre jetzt eine wünschenswerte Begleiterin. Es dauert ein Weilchen, bevor ich mich damit abfinde.

Die folgenden Fotos zeigen nicht alle den vorgefundenen Zustand, der blaue Himmel ist mir erst zum Ende unserer Wanderung begegnet.

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Am Ufer des Schalkenmehrener Maar

Auf dem Wasser ziehen zwei Haubentaucher ihre Kreise, leider zu weit entfernt für mein Tele. Immer wieder entfernen sie sich vom Ufer, wenn ich mich nähere. Die Geduld auf die beiden schönen Wasservögel zu warten, habe ich bei der eisigen Kälte allerdings nicht.

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Die mageren Reste des Schilfes, die spindeldürren Zweige der Ufer bewohnenden Bäume, sie geben dem Blick auf das Gewässer eine merkwürdige Stimmung. Der GPS Track veranlasst mich nun die unmittelbare Nähe zum Maar zu verlassen.

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Gleich geht es rechts ab, den Berg hoch
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Kaum zu erkennen, das kleine Biotop
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Ein wenig Grün gibt es an den Kiefern
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Die Umgebung ist tiefer gefrostet, je höher wir wandern
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Welch ein Vergnügen muss das Wandern zur Ginsterblüte sein

Das Maarkreuz

Nach einem weiteren Anstieg erreichen wir das Maarkreuz auf 534,5 Metern Höhe. Zum Dank und mit der Bitte der Region gute Ernten zu verschaffen wurde dieses Kreuz ursprünglich an einem anderen Standort erreichtet. Die Inschrift lautet: Maarkreuz der Gemeinde Schalkenmehren erstellt im Notjahr 1932

Leider bewegt der Wind die schneeweißen Gräser, Rispen und Halme, sodass ich keine scharfe Aufnahme hinbekomme  😦

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Die Natur zeigt ihre kleinen Schätze. Das tut sie immer, jedoch nehme ich sie ganz besonders wahr, wenn die Sonne sich verweigert. Wir befinden uns hier im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Eifelmaare, deshalb läuft Spike, der sich heute anfänglich ziemlich schwer tat, dicht bei mir, im geschützten Bereich an der Leine.

Keine Sicht am Dronketurm

Wir nähern uns dem Dronketurm, den ich heute nicht erklettern werde, da von Weitsicht heute absolut nicht die Rede sein kann.

Auf dem 561 Meter hohen Mäuseberg wurde 1900 – 1902 zu Ehren des Gründungsvater und Vorsitzenden des Eifelvereins Adolf Dronke (1988 Gründungsjahr)  dieser Turm gebaut. Bei klarem Wetter sieht man das Gemündener Maar und das Weinfeldermaar und die tiefe Eifellandschaft.

Eine so wunderschöne Schaukel steht hier oben, verführt zum sinnlichen dahin träumen. Heute funktioniert diese Verführungsmasche nicht, zeigt sich ihr Holz doch im durchnässten Kleid des Winters.

Gemündener Maar

Wir verlassen diesen idyllischen Platz und ziehen auf schmalen Waldwegen weiter.  Das Gemündener Maar und sein Naturschwimmbad schimmern durch die Bäume. Der Nebel hebt sich langsam und lässt hin und wieder einzelne Sonnenstrahlen durch.

An der westlichen Seite des Maares lockt eine Gaststätte. Der gut belegte Parkplatz lässt vermuten, dass sich Mittagsgäste einfinden.

Unterhalb des Restaurants führt der original Wegeverlauf auf schmalem Pfad, dichter am Ufer entlang. Die normalerweise dort wachsenden Brombeersträuchen wurden gerodet, jedoch an Ort und Stelle liegen gelassen. Für Hundepfoten nicht zu empfehlen, deshalb weichen Hundehalter besser auf den etwas höher gelegenen Weg aus, der mündet schnell wieder auf einem gut begehbaren Uferweg.

Wir lassen das Naturbad hinter uns. Ab Frühjahr sieht das hier mit Sicherheit sehr idyllisch aus, eine Einladung im Wasser zu plantschen oder Boot zu fahren.

Nachdem wir der Zufahrsstraße folgend am Parkplatz des Bades ankommen, biegen wir rechts ab und müssen wieder einmal bergan wandern. Ein kleines Skigebiet befindet sich hier, samt Schlepplift.

Und eine Lavagrube liegt linker Hand an unserem Wanderweg.

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Die Sonne zeigt sich für einen Augenblick, doch immer wieder schieben sich Wolken und Nebelschwaden vor das strahlende Sonnengesicht.

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Die Weinfelder Kirche …………………

rückt in mein Gesichtsfeld. Eine Kirche ohne Dorf, so wird die Martinskirche (1044 erstmals erwähnt) genannt. Sie steht oberhalb des Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt und war Dorfmittelpunkt von Weinfeld, bis die Pest das Dorf verwaisen ließ.  Mehr zu diesem wunderschönen Ort auf „Roscheiderhof

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Seht ihr die Tafel mit dem eingravierten Hund?

Ich habe diese Tafel nicht gesehen und bin, zwar zügig aber immerhin mit Spike, über das kleine Friedhofsgelände spaziert.

Weinfelder Maar

Das Weinfelder Maar entstand, wie alle Maare in der Region, durch vulkanische Tätigkeiten. Das Weinfelder Maar ist das tiefste der drei Dauner Maare.

Nicht erst jetzt, da ich die Fotos sehe, wird mir klar, dass ich diese Tour im Frühjahr oder Sommer erneut gehen möchte. Himmel muss das schön sein.

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Ein letzter Blick auf das Weinfelder Maar
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Das Paar führt einen Australian Shepherd mit sich, den Spike offensichtlich mit Indy verwechselt. Ihr erinnert euch an Indy? Wenn nicht, dann lest hier: Blogbericht

Und wieder am Schelkenmehrener Maar

Auf himmlischen Wegen wandern wir, nun begleitet durch den Eifelsteig, weiter Richtung Schalkenmehren Ortsmitte.

Spike ist im Verlaufe unserer heutigen Wanderung wieder einmal zur Höchstform aufgelaufen. Er, der am 2. September 2o16 seinen 14ten Geburtstag feiern durfte, rennt wie ein junger Hund vorne weg.

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Trotz der Tristesse an den Bäumen erscheint mir nun, da die Sonne wenigstens ein wenig scheint, die Welt so bunt und freundlich. Auch hier wird im Sommer geplantscht und Bötchen gefahren.

Ein Campingplatz erlaubt ein paar Hände voll Menschen sich dicht am See einen Urlaub zu gönnen.

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Schalkenmehren

20170225_130817.jpgNachdem ich im Restaurant Schneider am Maar ein Stück Döppekooche (Rezept siehe unten) verzehrt und Spike sein wohlverdientes Päuschen hatte, ziehen wir noch eine Weile durch den Ort.

So habe ich Gelegenheit unter Anderem die schöne Ortskirche und die Außenanlagen zu betrachten.

Nach diesem angenehmen Abschluss reisen wir heim und haben noch das große Glück, dass die Sperrung auf der A3 wieder aufgehoben ist.

Wer den Döppekooche nicht kennt, hier ein Rezept, gefunden auf Gastlandschaften Rheinland Pfalz.  Hier findet ihr Daten zu Wanderrouten in ganz Rheinland Pfalz, Unterkünfte und eben auch regionale Rezepte.

Die Zutaten:

  •     1 kg Kartoffeln Marke Eifel
  •     2 Eier Marke Eifel
  •     1 Zwiebel
  •     250 g durchwachsener Speck
  •     1 Tl Salz
  •     etwas Muskat und Fett

Kartoffeln schälen und reiben. Von der Kartoffelmasse das Wasser entfernen. Eier, Salz, Muskat und geriebene Zwiebel zufügen, alles gut miteinander vermengen. Einen gusseisernen Topf sehr gut einfetten, den Boden mit durchwachsenen Speckscheiben belegen und abwechselnd mit der Kartoffelmasse und Speckscheiben einschichten. Obenauf soll Kartoffelmasse sein.

Im Backofen muss der Döppekooche etwas 2 Stunden bei 200° backen, bis er eine schöne braune Kruste hat. Statt des durchwachsenen Specks kann auch geräucherte Bratwurst oder von beidem etwas verwendet werden. Ganz kreative Köche können noch Rosinen oder Apfelscheiben mitbacken, den Döppekooche mit Roter Beete einfärben, altbackenes Brot (in einem viertel Liter Milch klein zerbröckelt und aufgekocht) mit verwenden oder das Gemüsefach des Kühlschranks nach Variationsmöglichkeiten überprüfen. In der Eifel gibt es zum Döppekooche oft mit Butter bestrichenes Schwarzbrot und Apfelmus.

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15 Kommentare

  1. Wir haben dort auch schon mal 1 Woche Urlaub im Mai gemacht. Das liegt zwar schon viele Jahre zurück, aber die Gegend ist immer eine Reise wert. Uns hat es super dort gefallen und man kann wunderbar wandern. Wir würden auch gerne wieder mehr Wandern gehen, aber unsere Hündin wird dieses Jahr schon 17, der können wir das nicht mehr zumuten, da sind nur Mini-Runden möglich. Wie ich lese, ist Dein Spike auch schon 14 Jahre. Hut ab, dass er noch solche Strecken mit läuft.
    Liebe Grüße aus Bayern
    -Sibylle-

    Gefällt 1 Person

    • Mit 17 Jahren wird Spike auch nur noch Minirunden laufen und auch jetzt kann ich ihm nur selten längere Strecken zumuten, oft schlurft er bei den gewöhnlichen Gassirunden lustlos herum.
      Wobei ich mir nie sicher bin, was ihm schadet, denn nachdem er gestern mit mir 15 km unterwegs war, schaut er heute früh wieder so fröhlich in die Weltgeschichte.
      Bayern fehlt mir ja noch gänzlich auf der Wanderkarte. Ob ich das noch schaffe, in diesem Leben.
      Liebe Grüße an die Frühaufsteherin aus Bayern
      Elke

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  2. Auch ich finde es herrlich an den Dauner Maaren. War früher oft schwimmen in Schalkenmehren. Übrigens fängt dort eine der schönsten Eifelsteigstrecken an: die von Gemünd nach Manderscheid. Diese Rundwanderung möchte ich aber auch nochmal machen. LG. (und herzlichen Glückwunsch an Spike)

    Gefällt 1 Person

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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