Danke an die Wegepaten

Ach das könnte ich eigentlich auch mal machen, dachte ich kürzlich bei mir. Wegepate sein, das ist etwas ehrenvolles, hilfreiches und es  macht doch sowieso Spaß an der frischen Luft zu sein. Heute gehe ich mit diesem Gedanken etwas vorsichtiger um, denn Wegepate eines Premiumweges zu sein, das ist ganz schön viel Verantwortung und mit Arbeit verbunden.

Was tut ein Wegepate auf einem Traumpfad?

Ich bin einen Nachmittag einem solchen fleißigen Helfer hinterher gelaufen, habe mir angeschaut, was er auf dem Wanderweg so treibt, wenn er seiner Aufgabe nachkommt.

Darf ich vorstellen: Volker Windheuser, Wegepate des Traumpfades Bergheidenweg in Arft

TraumpfadepateVolkerW (18)
Volker in action!

Arft

Wo liegt bitte Arft? Der kleine, schnuckelige Ort mit seinen um die 270 Einwohnern liegt in der Eifel im aller schönsten Wacholdergebiet im Landkreis Mayen-Koblenz im schönen Rheinland Pfalz.

Die Hohe Acht, die mit 747 m höchste Erhebung in der Hocheifel, ist vom Raßberg aus (dem zweithöchsten Berg mit 668 m ) gut zu sehen. Wer den Bergheidenweg wandert, den Volker heute mit neuen Wegmarkierung versehen wird, sieht die Hohe Acht immer wieder.

Bergheidenwegvariante (130)
Links die Nasenspitze der Hohen Acht

In diesen Tagen bin ich zu Gast in der Ferienwohnung „Haus am Raßberg„, die hat Volker vor drei Jahren in Eigenarbeit zu dem gemacht was sie heute ist, nämlich eine wunderschöne Bleibe für Feriengäste. Selbst Spike fühlt sich so wohl dort, dass er vor Wiedererkennungsfreude zappelig dem Eingangstor entgegen strebt. OK, genug geschwärmt, es geht ja hier um den Wegepaten.

Dieser Weg

Man nehme:

  • Ein Paar Handschuhe
  • Eine Bürste
  • 5 Schablonen
  • Drei Dosen Farbe (weiß, orange, schwarz)
  • Einen Ast oder ähnliches zum fixieren der Schablonen
  • Eine Sammlung Nägel und Schrauben
  • Einen Schraubendreher und eine Zange
  • Schilder zum annageln und welche zum aufkleben
  • Geduld und Zeit
  • Eine Elke die Fotos macht!

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So sehen Markierungen aus, die dringend erneuert werden müssen. Auf der anderen Seite des Baumes sieht es ebenso aus.

 

 

 

TraumpfadepateVolker (3)Also heißt es, Baum abbürsten, damit die Farbreste verschwinden. Sieht doof aus, aber das ändert sich bald.

Soll die Markierung an einen anderen Baum (das vermeidet man natürlich möglichst), dann wird die alte Markierung komplett mit schwarzer Farbe unkenntlich gemacht.
Eine viereckige Schablone wird am Baum befestigt und diese wird mit weißer Farbe ausgefüllt.

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Sprühmeister Volker
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Grundierung

Ist das weiße Feld fertig wird die nächste Schablone genutzt. Dabei gibt es Vorlagen ohne Pfeil und mit je einem der nach links und einer der nach rechts verweist.

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Diese wird sodann mit der orangen Signalfarbe der Traumpfade gefüllt.  Ihr könnt euch vorstellen welche bunte Pracht an den Finger prangt, wenn dies ohne Schutzhandschuhe erledigt wird.

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Frisch markiert verläuft sich wohl niemand mehr

Die Tücke liegt im Detail

Es gibt zwei unterschiedliche Schablonen für die weiße Farbe, denn diejenigen Zeichen, die keinen Pfeil benötigen, sind kleiner als die mit Pfeil.

So hat Volker 5 verschiedene Schablonen in seiner Tasche, die wunderbar miteinander verkleben, sind sie erst einmal mit Farbe besprüht. Das ist eine logistische Herausforderung, ich habe es gesehen.

Auf Bäumen wie diesen hier, die zu einem zusammenhängenden Waldstück gehören, ist die Anbringung von Schildern mit Nägel oder gar Schrauben untersagt.

Die Nägel müssen aus Alu sein, schön weich damit es im Sägewerk im Fall des Falles nicht zu Komplikationen kommt.

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Nicht ganz einfach an einem morschen Baumstumpf ein Schild zu befestigen
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Die Reinigung der Wegweiser gehört zur Stellenbeschreibung des Wegepaten
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Nicht nur Hände und Füße werden genutzt
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Erst das Klebeschildchen…..
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……dann der Pfeil
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Jepp, ich schaue noch zu! 🙂
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Gründliche Arbeit hier am Heidbüchel
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Ein Blick in diese herrliche Landschaft sei gestattet
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Auch ein Schraubendreher gehört mit zur Ausstattung
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Und wenn die Bank wackelt, Volker kennt auch hier Methoden es zu ändern!

Wie man gut erkennen kann, diese Aufgabe erfordert Gewissenhaftigkeit und ggf. auch flotten Einsatz vor Ort, wenn spontan Mängel auftreten und diese gemeldet werden.

Aus diesem Grund suchen die Wegemanager der Traumpfade Wegepaten, de schnell vor Ort sein können und natürlich über ein Mindestmaß an handwerklichem Geschick verfügen.

Ich persönlich habe volle Hochachtung für diese Arbeit, und es ist Arbeit. Zudem hat Volker zwei weiter, lokale Wege, deren Wegeverlauf er erarbeitet hat und für die er auch im Anschluss die Markierungsarbeiten durchführt.

Ziemlich viel Energie hat der Gute 😀

Also bedanke ich mich für´s Stillhalten, damit die Fotos scharf werden und für die Geduld mich im Schlepptau zu wissen.

Wegepate werden

Wer Wegepate werden möchte kann sich an den jeweiligen Wegebetreiber wenden. Wer etwas weniger Aufwand treiben möchte kann dies zum Beispiel bei Natur Aktiv Erleben tun. Da müssen keine Markierungsarbeiten vorgenommen werden, sondern nur der Wegezustand an die NAE gemeldet werden.

Für Traumpfade werden jedoch auch weitere Paten gesucht, mit dem oben beschriebenen Aufwand. Anfragen sind beim Wegemanagement möglich.

Nachtrag

Also Herr Wegepate Volker Windheuser hat mir versichert, dass der Aufwand bei der Übernahme evtl. etwas höher sein kann, im Laufe der Folgejahre sich jedoch gut einteilen lässt.

 

 

 

13 Kommentare

  1. Liebe Elke,

    die Idee mich auf dem Traumpfad zu begleiten und die Arbeit eines Wegepaten in Wort und Bild festzuhalten, hat mir vom ersten Augenblick an gefallen und somit war es mir ein Vergnügen, gemeinsam mit Dir loszulaufen.
    Ja es ist schon ein gewisser Aufwand, besonders dann, wenn ein Weg durchgehend einer Auffrischung unterzogen werden soll. Aber ist diese Arbeit dann getan, hält es sich doch in Grenzen ; )
    Du hättest aber ruhig erwähnen können, dass du nicht nur Bilder gemacht hast, sondern fleißig mit angepackt hast. Die Farbe an Deinen Händen haben dies doch deutlich gezeigt. Leider haben wir es versäumt, von Deinen Händen ein Bild zu machen.
    Wenn ich dann demnächst fertig bin mit der Nachmarkierung, gehen wir den Weg gemeinsam und lassen die Heideflächen auf uns wirken, ganz ohne Arbeit 😉
    Nochmal ein ganz dickes Dankeschön, dass ich für Deinen Blog herhalten durfte. Mir hat es wahnsinnig viel Freude bereitet, was bei dieser Begleitung UND diesem Wetter wahrlich keine große Kunst gewesen ist.
    Jetzt knuddel Spike mal ordentlich von mir 😉
    Herzlich liebe Grüße
    Volker

    Gefällt 1 Person

  2. Das hört sich nach mächtig viel Arbeit und Engagement an! Wenn ich jünger wäre und so ein Weg in meiner Nähe verlaufen würde, könnte ich mir das vorstellen. Jetzt aber nicht mehr, denn ich will keine Verpflichtungen mehr in diesem Ausmaß – nur familiäre kommen da noch in Frage! Deine Fotos sind richtig toll geworden, vor allem das erste mit der Bank im Vordergrund. Herrliche Aussicht! Liebe Grüße! Sigrid

    Gefällt 2 Personen

    • Oh danke liebe Sigrid, von der Landschaft gibt es im nächsten Bericht noch weit mehr. Es ist traumhaft dort.

      Ja, mir wäre es jetzt auch zu viel Aufwand, es soll ja auch gut gemacht sein. Mit halbem Herzen macht das keinen Sinn. Wobei die Natur Aktiv Erleben Routen, die könnte ich mir vorstellen, weil die nur begangen, aber nicht markiert werden.
      Liebe Grüße auch an Dich
      Bald komme ich auch wieder zu lesen, habe jetzt erstmal einige Berichte zu schreiben…. schnief
      Elke

      Gefällt 1 Person

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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