Kleinod Gut Hungenbach

In Bergischer Landschaft eingebettet liegt ein Ensemble der besonderen Art. Geschlossen in seinem Erscheinungsbild erscheint es trotzdem offen für Ausbrüche nach außen, verbindet sich mit der Landschaft und den umgebenden Gebäuden.

Gut Hungenbach

Die sechs zum Gut gehörenden Gebäude stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und wurden teilweise von ihren ursprünglichen Standorten hierher versetzt.

Zentralen Mittelpunkt bilden das Hotel und Restaurant, das 2013, nur wenige Tage nach Eröffnung nach Besitzerwechsel, einem Großbrand zum Opfer fiel und mit Mut und Entschlossenheit vom Pächter wieder aufgebaut wurde.

Hungenbachrunde (174)

Ein Backhaus, ein Kutscherhaus stehen auf dem Gelände, ebenso eines dass aufgrund eines Talsperrenbaus geflutet worden wäre und dem berühmten Augenarzt Johann Heinrich Jung-Stilling gehörte.

Hier ein paar Eindrücke, bevor wir dann unsere Wanderung beginnen können:

Hungenbachrunde (5)
Baum frisst Laternenaufhängung

Ich finde die Ausbeute ist beachtlich, ich freue mich dieses wunderschöne Anwesen kennen gelernt zu haben und werde es in diesem Jahr sicher noch einmal aufsuchen, mindestens.

Informationen zur Wanderung

  • ‚Start/Ziel: Gut Hungenbach, Kürten-Hungenbach
  • Streckenlänge: 12 km
  • Höhenmeter 296 m
  • GPS Track
  • Weitere Wanderungen im Blog
  • Einkehr im Gut Hungenbach

Lasst uns Landschaft gucken

Aus dem mit Reet bedeckten Tor hinaus verlassen wir das Grundstück und wenden uns nach recht ein Stück die Landstraße hinauf, um dann schnell rechts auf einen Feldweg Richtung Tierheim abzubiegen. Gegenüber dem Gut steht ein hübsches, absolut zur Umgebung passendes Haus und auf der angrenzenden Wiese ein paar munter miteinander kommunizierende Eselchen.

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Leider Teer, doch die Aussichten entschädigen

Vom Tierheimgelände ertönt aufgeregtes Gekläffe. Dürfen die Vierbeiner in die Außenanlagen? Das Wetter würde es geradezu herausfordern den armen Ungewollten einen wohligen Nachmittag zu gönnen.

Der Lehrbienenstand neben dem Gelände des Tierheimes ist gerade fertig gestellt. Ein Zaun wird von fleißigen Helfern daneben errichtet. Es riecht nach Honig, oder bilde ich mir das ein?

Für Spike ist es schon fast zu warm. Ich bin froh um das nun sich anschließende Waldstück. Und schon bietet sich eine kuschelig stehende Bank an, um eine kleine Pause einzulegen.

Nachdem Spike sein Wasser getrunken und die Pfoten gekühlt hat, wandern wir einen schmalen Pfad Richtung Sülze, einen kleinen Ort, den wir durchlaufen müssen.

Schnell bemühen wir uns wieder weichen Boden unter die Füße, bzw. Pfoten zu bekommen.

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Nicht nur gefährlich, auch laut

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Hier vorbei, dann links abbiegen und dann gleich wieder, einen kleinen Pfad in den Wald hinein finden, der sich fast unsichtbar macht.
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Hier geht es rein, nicht der Straße folgen

Wir wandern oberhalb des Olpebaches, der hier für Spike auch nicht erreichbar ist. Oberhalb verläuft die Landstraße, die heute lebhaft befahren wird.

Von jetzt an auf dem Bergischen Panoramasteig

Eine Weile begleitet uns der Bergische Panoramasteig. Er verlässt uns für eine kurze Weile immer wieder, kehrt aber treu zurück. Prima, wieder einen Abschnitt kennen gelernt. Dem Olpebach können wir so nahe kommen, dass Spike ein paar Schluck Wasser nehmen kann.

Später erreichen wir ein kleines Naturschutzgebiet in dem Bienenkästen aufgestellt wurden und ein Zelt. Störend empfinde ich ein Schild, das darauf hinweist, dass dem Olpebach offensichtlich ein Abwasserkanal in die Quere kommt?

Der Teil meiner heutigen Runde gefällt mir aber sonst sehr gut. Der Wald bietet Schatten für Spike, die Vögel randalieren mit überschwänglichen Gesängen in den Bäumen und auch hier ertönen die Rufe der Bussarde weithin. Irgendwo klopft ein Specht sein Haus in einen Baum.

Mich begeistert das frische Blattgrün, das hin und wieder zaghaft an den Bäumen und Büschen erscheint. Bald platzt die Natur wieder aus allen Nähten.

Reudenbach

Wir erreichen Reudenbach. Ein Trecker mit Anhänger schickt sich an die Wiesen mit Dung zu versehen und das stinkt gewaltig. Holla, das ist die so genannte frische Landluft.

Die auf einer eingezäunten Weide grasenden Alpaka stört es nicht. Witzig, wie sie synchron die Köpfe heben, um zu schauen was die Frau mit Hund dort so dicht am Zaun treibt.

Natur gegen Straße

Der jetzt nach einem kurzen Waldstück und einem Sturz auf den Ellebogen zu durchwandernde Streckenabschnitt zieht sich elendig lang über unattraktive Straßen, an Leitschutzplanken entlang ohne Sicht auf nette Dinge. Drauf folgt ein Abschnitt mit netten Dingen rechts, während unter den Füßen noch immer der Teerweg dominiert und ganz ehrlich bin ich froh, dass wir am Abzweig nach Georgshausen wieder in den Wald dürfen. Ja ich war misslaunig 😀

Nette Anwohner mit netten Hunden

Kaum sind wir in das kleine Stück Wald abgetaucht, kommt uns ein Rudel Hunde entgegen, sozusagen eine bunte Tüte, denn beinahe jede Hunderasse war vertreten. Alle vollkommen friedlich gestimmt. Es ist eine Wonne meinen alten Wegbegleiter mit diesen Tieren in Kontakt gehen zu sehen. Jeder macht seins, hin und wieder schnüffelt man mal etwas näher, geht dann wieder weiter, während wir beiden Hundehalter in ein angeregtes Gespräch kommen.

Hach Danke, für solche Begegnungen. Sie würzen das Wanderleben.

Nach Eichhof….

muss ich einfach mitten über eine Wiese, um einen Wanderweg zu erreichen.

Ein ziemlich alt aussehendes Pferdchen steht unbewegt an seiner Stallwand.

Villa im Wald

Bevor wir das Gut Hungenbach wieder erreichen treibt mich meine Neugierde einen Hang hoch zu der alten Hütte. Rege Fantasien durchstreifen mein Gehirn und ausnahmsweise folgt mir Spike bei diesem Abstecher, was er für gewöhnlich vermeidet.

Tja was soll ich sagen. Noch einmal würde ich diese Runde nicht gehen wollen. Da schwebt mir dann eher die Streckenwanderung auf dem Bergischen Panoramasteig vor.

Abschluss bei Kaffee und Kuchen

Im Restaurant des Gut Hungenbach gab es für mich dann noch ein Stück Streuselkuchen und einen Milchkaffee. Der Speisekarte nach zu urteilen lohnt es sich jedoch auch, eine ausgedehnte Mahlzeit zu verspeisen.

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