Was ist Augenpflege beim wandern? Was hat es mit dem Hafer und dem Pfarrer auf sich? Wer gewinnt den Luftkampf, Milan oder Falke?

Wer Antworten möchte kann googeln oder meine Wanderbeschreibung lesen. Ich empfehle, ganz uneigennützig, das Lesen meines Blogs. 😀

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Kirche von Thier St. Anna

Wir tippeln dann mal los

  • Start/Ziel: Auf dem großen Parkplatz an der Kirche von Wipperfürth-Thier
  • Streckenlänge: 9,4 km
  • Höhenmeter: 200 m
  • GPS Track
  • Gefunden in „Tippeltouren“ Das Oberbergische Land – Peter Squentz-Bachem Verlag
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Wegweiser aus Holz  in Thier

Der große Parkplatz an der Kirche in Thier ist nahezu leer. Den passenden Parkplatz für meinen fahrbaren Untersatz kann ich mir also aussuchen. Wenn ich Tanja wäre, würde ich nun erst einmal gut überlegen. Das liegt mir nicht, also parke ich flott direkt an der kleinen Sitzgruppe und binnen weniger Minuten befinde ich mich schon auf meiner ausgewählten Runde.

Wie funktioniert Augenpflege beim wandern?

Der Autor des Wanderführers verspricht für diese Wanderung „Verführung für Sonnenanbeter und herrliche Gelegenheit zur Augenpflege, schöne Fernblicke auf bewaldete Kuppen und Hofstätten in den Mulden.

Das mit der Augenpflege geht so: Lasse die Augen weit über die Landschaft schweifen. Nimm Dir hierfür viel Zeit. Gib Deinen Augen das, was sie am Computer nicht vorfinden, nämlich Weite. Gib Deinen Augen, vor allem wenn Du in der Stadt lebst, die Gelegenheit weite Landschaften zu erfassen, die natürlichen Farben wahrzunehmen und auszuruhen von Häuserwänden, Straßenverkehr und Straßenmief (ja auch Augen atmen)

Ich beobachte an mir immer wieder nach langen Phasen Computerarbeit und ohne Wanderungen schmerzen meine Augen vermehrt und Kopfschmerzen habe ich dann auch häufiger. Diese Symptome verschwinden nach ausgiebigen Wanderungen sofort. Muss also wirken, die Augenpflege beim Wandern.

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Nun ist es so, dass im Bergischen Land die meisten Wanderungen auch Dörfer und Hofschaften tangieren. Weitsichten finden sich dann eher in den Randbereichen und dort wandern wir nun hin. Das da unten sieht doch schon ganz gut aus, oder?

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Kaum bin ich hinter dem Ort Thier in Sachen Augenpflege unterwegs, landen wir schon wieder im nächsten Ort mit dem ausdrucksstarken Namen Niederflosbach.  Ich lese gerade, Niederflosbach gehört zum Ortsteil Thier.

Ich schaue noch einmal zu diesem niedlichen kleinen Örtchen zurück, dass sich so nett an den kleinen Hügel schmiegt.

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Niederflosbach
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Ausritt in die Bergische Landschaft

Zum Ländlichen Leben gehören immer auch Pferde, ich bin ja den großen Vierbeinern gegenüber eher zurückhaltend, aber ich bewundere deren Wildheit, die innerhalb kurzer Zeit in rührende Verschmustheit wechseln kann.

David und Goliath  –  Der Rotmilan und der Falke

Da wird meine Aufmerksamkeit jäh auf einen Milan gelenkt, der sich in unmittelbarer Nähe aus dem Feld erhebt. Leider bekam ich meine Kamera bei diesem Aufstieg nicht so schnell schussbereit.

Den nächsten Sturzflug des Rotmilans habe ich fotografiert, die Aufnahme ist aber Schrott. Da unten sitzt er, nur kurze Zeit, um dann wieder aufzusteigen.

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Milan im Feld
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Mit schweren Flügelschlägen erhebt sich der große Milan wieder in die Lüfte

Schon vorher ist mir ein kleinerer Flieger aufgefallen, der jetzt den Milan heftig attackiert. Der kleine Falke gibt nicht auf und beider Vögel Geschrei ist zu vernehmen.

Irgendwann lässt der Falke ab, Kenner der Vogelwelt gehen davon aus, dass der Falke den Rotmilan aus seinem Jagdrevier vertrieben hat. Es geht nicht um Größe, bei Sieg oder Niederlage, sondern um wichtige Fähigkeiten in einer Auseinandersetzung. Hier war Wendigkeit gefragt und die weist ein Falke auf.

Diese spannende Flugshow hat mir sehr gefallen. Die Natur bietet mehr als nur Wald und Feld!

Wie eine Kathedrale…….

Am Wald entlang und dann in den selben hinein.

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Wie eine riesige Kathedrale wirkt das nun folgende Waldstück. Wie klein wirken Ross und Reiter in dieser beeindruckenden Größe. Da kommt Ehrfurcht auf!

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Ganz schnell verlasse ich das Waldstück wieder und darf wieder blauen Himmel über mir sehen, die Sonne und den Wind auf meinen Armen spüren. Wie gut das tut!

Wegerhof liegt bald hinter uns, ein winziger Ort.

Die sanften Hügel des Bergischen Landes werden von teilweise beeindruckenden Wolkenfeldern überzogen. Mal sind sie wie Hochzeitsschleier, dann wieder wie Wattebäuschchen, kleine Tupfen am blauen Himmel.

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Es gibt nun erstmal keine Ortschaften. In aller Ruhe darf ich jetzt schlendern, die duftenden Gräser fotografieren, den Kühen auf den Weiden Besuche abstatten und den unzähligen Schmetterlingen bei ihrem Tanz auf den Blüten zuschauen. Sommerfeeling vom Feinsten, das kann ich euch flüstern.

Die Sache mit dem Hafer

Früher um 1700 war es üblich, dass die Bauern von Thier  eine Hafersteuer zu leisten hatten. So mussten sie den weiten Weg mit acht Malter Hafer von Thier zur Kirchengemeinde St. Nikolaus in Wipperfürth zurück legen, um ihrer Steuerpflicht nachzukommen. Ziemlich anstrengend, nach einer Woche schuften auf dem Felde und beim Vieh, auch noch am heiligen Sonntag mit dieser Last Richtung Kirche zu ziehen. Aber so waren sie damals, die Pfarrer.

Eine eigene Kapelle durften die Thierer sich auf jeden Fall nur deshalb gönnen, weil sie dem Pfarrer versprachen trotz eigener Kirche weiterhin die Steuer an ihn zu entrichten.

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Wölkchen

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An idyllisch gelegenen Hofschaften vorbei, immer auf Feldwegen unterwegs zieht sich der Weg inzwischen schon wieder Richtung Thier zurück.

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Auf den Felder reckt der Mais schon seinen Hals nach oben, in ein paar Wochen wird es hier keinen Weitblick mehr geben, wenn er hoch genug steht um die Kolben auszubilden.

Eine Läuferin rennt an mir vorbei, strahlt mich an und ruft „Ist das nicht ein herrliches Wetter? Das müssen wir genießen“ Ja, das tun wir, genießen was diese angenehm wärmende Sonne und heute schenkt.

Wanderomi darf aus dem Rucksack

Nach einer Weile und leider kurz vor Ende meiner heutigen Runde, nehme ich noch eine Bank in Beschlag. Ein paar Fotos mir der schönen Wanderbegleiterin müssen noch sein.

Gras ist doch zum drin wälzen da – sprach das Pferd

An dieser Weide konnte ich eine Weile dieser Stute zuschauen, wie sie sich genüsslich grunzend im Gras wälzt. Sie muss sich sooo wohl gefühlt haben und ähnelt in dem Moment Spike, der das auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit tut.

Auch dieser etwas verstörte Blick, wenn er sich wieder aufrichtet, sieht dem komischen Blick der Stute ähnlich. Ist vermutlich eine Art Schwindel.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Leider ist damit die heutige Runde am Ende angelangt, denn nur kurze Zeit später erreiche ich den offiziellen Ortseingang von Thier mit dem „Willkommen Schild“

Noch ein hübsches Haus für meine Kamera und dann ist diese kleine Wandereinlage Vergangenheit.

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Fazit:

Der Anteil Hartbelag und Naturwege hält sich ungefähr die Waage. Die traumhaften Aussichten lassen den Untergrund jedoch zur Nebensache werden. Ich würde diesen Weg jederzeit wieder gehen.

5 Kommentare

  1. Liebe Elke,
    jetzt muss ich dir mal ein großes Lob aussprechen! Nicht nur die Fotos sind wieder ganz toll, sondern auch die Anordnung hier im Blog ist wirklich sehr stimmungsvoll. Sozusagen doppelte Erholung für die Augen!

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