Unterirdisch – Verborgene Orte in Deutschland

Vieles existiert und ich weiß nichts davon. Dazu gehören auch die vielen verborgenen Orte in Deutschland, die inzwischen zwar noch immer schwer, wenn nicht gänzlich unzugänglich sind, aber eben doch an Bekanntheit gewonnen haben.

Das Buch und sein Autor

20170616_202129Schon viele Monate vor Erscheinen des Buches wusste ich, dass Hans-Joachim Schneider (er schreibt den Blog „anders-wandern.de„) an einem Bildband arbeitet, das sich mit solch verborgenen Orten beschäftigt. Gespannt war ich darauf, aber die Zeit zum näheren Hinsehen fehlte. DAS ist nun anders.

Es liegt nun immer wieder stundenweise in meinen Händen und löst in mir schon beim anfassen ein Wohlgefühl aus. Es ist weich, obwohl der textliche Inhalt oft hart rüber kommt, vor allem wenn ich lese, das der Bau einiger unterirdisch angelegter Bauten Menschenleben gekostet hat.

Aber bleiben wir erst einmal bei dem Buch, das auf der Rückseite ein Zertifikat des FSC  aufweist. Das bedeutet, dass das Produkt aus Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt wird.

Auf 192 Seiten werden, mit kurzem Text und 220 eindrucksvollen Fotos, teilweise im Großformat, über fünfzig Orte im Untergrund Deutschlands vorgestellt.

In dem biegsamen Buch, Format: 22 x 27 cm, lässt es sich spontan blättern, schwärmen ist die unmittelbare Folge.

Abtauchen in den Untergrund

Ein Tunnel unter der Elbe, bereits 1911 in Betrieb genommen, ist das erste der über fünfzig vorgestellten verborgenen Orte. Bei mir löst der Gedanke dort hindurch zu laufen ein Panikgefühl aus. Immerhin befinden wir uns hier in 24 Meter Tiefe. Da kann das Überwinden des knapp 427 Meter langen Tunnels wie eine Ewigkeit erscheinen. Wem dabei ein wohliger Schauer des Besonderen über den Rücken rieselt, der sollte ihn aufsuchen. Die Fotos wiederum, laden ein dieses Wagnis einzugehen, auch für die ängstlichen Naturen. Das große Bildformat verhilft zu einem Eindruck der unendlichen Tiefe, aber auch statischer und technischer Vollkommenheit.

Unsere kriegerische Vergangenheit…….

hat uns zahlreiche Zeugnisse hinterlassen. Luftschutzbunker für die Bevölkerung und Regierungsbunker können zu einem Teil noch besichtigt werden. Hans-Joachim Schneider verfasst zu den eindrucksvollen Bildern Texte, die mich darüber informieren welchem Zweck die unterirdischen Anlagen dienten, welcher Bevölkerungsschicht sie offen standen und wer sie gebaut hat.

Dabei tun sich Grausamkeiten auf, die dem Leser leicht die Sprache verschlagen können. Für den Bau einer Rüstungsfabrik im Untergrund wurde das Leben geschätzter 20.000 KZ-Häftlinge geopfert.

Höhlen und Grotten

Teilweise so verborgen, dass sie für Besichtigungen nicht zugänglich gemacht werden können, schlummern Schätze von unfassbarer Schönheit im Erdinneren. Hans-Joachim Schneider klärt mich über die Geschichte ihrer Entdeckung auf, informiert mich ob ich diese Schätze besichtigen kann oder ob sie für das Publikum unsichtbar bleiben.

Feengrotte – Salzheilstollen – Eisrohrhöhle – Eiskapelle

Über unser Land verteilt finden Höhlenforscher immer neue Plätze. Unterschiedliche geologische Bedingungen vor Ort  lassen Spielraum für unendlich viele Varianten, wobei es oft erstaunliche Phänomene zu erkunden gibt.

Dieses Buch ist als Appetitanreger zu verstehen.

Weitere Recherchen, z.B. wo genau diese Höhlen sind und wann und wie sie zu besichtigen sind, muss ich selber vornehmen, hierzu liefert das Buch keinerlei Information. Im Zeitalter des informativen Internets dürfte das allerdings keine Hürde darstellen.

Mein Fazit:

Ein Buch, das mich berührt, begeistert, neugierig macht und über unterirdische Plätze informiert von deren Vorhandensein ich keine Ahnung hatte.

Unterirdisch – Verborgene Orte in Deutschland
Texte: Hans-Joachim Schneider
Dumont Verlag

25,99 € (D)
ISBN: 978-3-7701-8886-4

 

Das Buch wurde mir kostenlos vom Dumont Verlag zur Verfügung gestellt.

Meine Einschätzung ist unabhängig von dieser Tatsache verfasst.

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Outdoor Blogger Codex

7 Kommentare

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