Lustige Begegnung – Hörlepanoramaweg

Das Lahn-Dill Bergland lockt mit Hügeln, saftigen, Blumen übersäten Wiesen und geheimnisvollen Waldpfaden. Grund genug die Region näher in Augenschein zu nehmen. Der Hörlepanoramaweg verspricht viele offene Flächen, die meinem Hunger nach Sonne sehr entgegen kommen und genau den Gedanken haben auch Bernd und Heike von Walli Wanderschnecke, aber davon später mehr……

Und hier möchte ich wandern

  • Start/ Ziel: Oberdieten, Raiffeisenstr. Wanderparkplatz
  • Koordinaten: N50° 50.856′ E8° 24.823′
  • Streckenlänge: 17 km
  • Höhenmeter: 425 m
  • GPS Track
  • Rucksackverpflegung ist angesagt, da eine Einkehrmöglichkeit auf der Strecke fehlt

Überraschung auf dem Hörlepanoramaweg

Einen Tag vor diesem Wandertag hatte ich schon bei Facebook gelesen, dass Heike und Bernd beabsichtigen den gleichen Weg zu erwandern. Verabredet hatten wir uns nicht, doch als ich meinen Hyundai am Wanderparkplatz abstelle erschallt ein „Hallooooooo, guck mal wer da ist“. DAS muss man erst einmal hinbekommen, sich ohne Verabredung zur gleichen Zeit an einem der zwei möglichen Einstiegspunkte eines Wanderweges zu treffen.

Hörlepanoramaweg (6)
Sehr sympathisches Paar – Heike und Bernd

Schnell vereinbaren wir, ein Stück des Weges gemeinsam zu wandern und uns dabei näher kennen zu lernen.

Die Geschichte von WalliWanderschnecke

Ich gebe zu, so langsam war ich lange nicht unterwegs. Wir hatten viel zu erzählen, dabei dann auch noch überall die Schönheiten des Weges wahrnehmen, da fällt das Wandertempo ins unterirdische.

Hörlepanoramaweg (14)Zwischendurch wird das Wandermaskottchen „Walliwanderschnecke“ immer wieder in Szene gesetzt.

Das Besondere an diesem kuscheligen Wanderbegleiter ist die Tatsache, dass der Entwurf und die handwerkliche Umsetzung allein durch Heike und Bernd erfolgte. Ein Antrag auf Schutz des geistigen Eigentums in der EU beim Amt der Europäischen Union für Geistiges Eigentum mit Sitz in Spanien wurde beantragt und genehmigt. Also ist dieses Tierchen ein Unikat! Echt klasse.

Zwischendurch wird gewandert

Wir ziehen über die Höhen Richtung Ortsrand von Niederhörlen und können uns gar nicht satt sehen an diesen offenen Landschaften. Die Sonne gibt alles, um uns den Tag auch mit kuschelig warmen Temperaturen zu versüßen.

Hörlepanoramaweg (4)

Bernd mit Adlerblick, erkennt in der Ferne auf dem Zaun sitzende Falken, lässt mich vor Neid erblassen, da seine kleine Kompaktkamera mühelos die riesige Distanz mittels Zoom überbrückt.

Ein Biotop Schönhell

Hörlepanoramaweg (18)Ein winziger Pfad führt vom Wanderweg weg zu einem winzig kleinen Biotop. Klar, dass wir das in Augenschein nehmen.

Während Heike einen weiteren Wanderbegleiter aus dem Rucksack ans Tageslicht befördert, ihn platziert und fotografiert, ist Bernd schon fix am kleinen Teich verschwunden und fotografiert dort mit Hingabe einen Krabbler auf den Sumpfpflanzen.

Hörlepanoramaweg (25)
Heike auf der Pirsch

Wieder an´s Tageslicht

Zurück auf dem gut ausgeschilderten Weg landen wir ziemlich schnell in der Wiese, denn dort zirpt und zappelt es.

Hörlepanoramaweg (35)
Dieser Grashüpfer ist eine Unterart der Feldheuschrecken

Es dauert eine Weile, bevor jedem ein Schnappschuss der Grünlinge gelungen ist. Ich gebe zu, in Gemeinschaft machen mir solche Zwischenstopps noch viel mehr Freude, als wenn ich alleine unterwegs bin.

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Verrenkungen beim Fotografieren, keine Seltenheit an diesem Tag 😀
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Verlocken schöner Rastplatz. Für eine Pause ist es leider noch zu früh!

Es ist unfassbar, aber wir haben kaum Strecke gemacht, dafür aber schon reichlich Fotos auf den Chips. Weiterhin dominieren die Aussichten ins Land und auf das kleine Dorf Niederhörlen.

Eine erste kleine Rast mit Fotoshooting

Einmal müssen wir alle drei auf ein Foto, also packt Bernd sein Stativ aus (Ja, richtig gelesen)

Hörlepanoramaweg (60)
Diese Bank ist unsere

Hörlepanoramaweg_Heike (1)

Etwas aufrechter hätte meine Haltung schon sein können 😉

Nach diesem Experiment muss noch meine Wanderomi für ein Foto aus dem Rucksack steigen. So eine Schlenkerpuppe aufrecht auf eine Bank setzen ist schon frickelig 😉

 

Hörlepanoramaweg (58)
Wanderomi im Lahn-Dill Bergland

Ein Bussard musste Federn lassen

Noch ein paar Schritte über traumhafte Blumenwiesen und dann landen wir in einem Waldstück.

Hörlepanoramaweg (61)Hörlepanoramaweg (62)

Im Hang verstreut liegen haufenweise Bussardfedern, die Bernd einsammelt und zu einem Strauß bindet.

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Ein Strauß Bussardfedern

Das sieht hübsch aus, finde ich!

Über einen schmalen Pfad erreichen wir den Hörle Bach. Der ist nicht mal so klein und natürlich werden wir unsere genähten Wanderbegleiter/innen platzieren und ein Gruppenfoto fabrizieren.

Kuscheltiere

Was soll ich sagen, Wanderomi ist geradezu winzig, im Vergleich zu WalliWanderschnecke.

Urige Pfade verlaufen neben dem Bach und wieder gibt es Zwangspausen, um die schleimigen Stinkmorcheln zu fotografieren.

Niedereisenhausen

Herrlich weite Landschaft erwartet uns beim Verlassen des kleinen Waldstückes.

Am Ortsrand von Niedereisenhausen beschließen wir getrennt weiter zu wandern. Spike wartet daheim, ein wenig schneller möchte ich unterwegs sein. Heike und Bernd haben unendlich Zeit und sollen sie auch genießen können. Ich bin dankbar für die verbrachte, gemeinsame Zeit.Hörlepanoramaweg (87)Es gibt so viel zu schauen, so viele herrliche Aussichten. Soll ich sie euch vorenthalten? Nein, das kann ich nicht.

Damit keine Langeweile aufkommt, führt der Hörlepanoramaweg mitteln Wanderzeichen auf einen schmalen Wiesenpfad zwischen hohem Buschwerk und jungen Buchen. Bemooste Baumstümpfe erwecken mal wieder das Interesse meiner Kamera.

Süße Wege und ein Schnullerbaum

Gönnern berühre ich nur an seinem Rand und wandere dabei zu einem mir bisher unbekannten Objekt, dem Schnullerbaum.

Der Schnullerbaum soll kleinen Kindern den Abschied vom lieb gewonnenen Begleiter, den Nuckel leichter machen. Sie hängen ihn selber dort auf und bekommen in manchen Fällen ein kleines Geschenk oder eine Urkunde.

Netter Brauch und offensichtlich rege frequentiert. 😉

Auf mega weichen Wiesenwegen schwebe ich geradezu weiter. Der Sommer ist doch eine herrliche Jahreszeit. Regelmäßiger Nachschub an Flüssigkeiten hatte die Natur in den letzten Wochen und so kann alles gesund sprießen und für weichen Wanderuntergrund sorgen.

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Und dann wird fürstlich gespeist

Nun ist diese Wanderung ja schon ein paar Tage her, aber bei dem Anblick der Bilder möchte ich doch gleich wieder los. Eine kleine, sehr angenehme Begegnung hatte ich mit einer jungen Hundehalterin, die Würze jeder Wandereinheit!

Und dann erreiche ich pünktlich zum kleinen Hunger einen himmlisch gelegenen Sitzgruppe. Heute wird mal mit Tischdecke gespeist 😉

In der Ferne sehe ich Heike und Bernd den Hügel hinauf kommen. Schnell erreichen sie die Sitzgruppe und setzen sich erfreut nieder. Bei den beiden lebenslustigen Wanderern gibt es im Steinofen gebackenen Kuchen. Schwermütig verzichte ich auf das angebotene Stück, im Interesse hoffentlich doch mal verschwindender Hüftröllchen.

Hörlepanoramaweg (131)
Vesper

Während wir so sitzen und schnäbbeln und Einträge in das Gipfelbuch vornehmen, schaue ich in die Landschaft. Bernd hat mit seinem scharfen Blick schon lange die Schafherde in der Ferne entdeckt.

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Ich habe nicht einmal ein Foto von der Sitzgruppe gemacht, wirklich schade. Bald treibt es mich wieder weiter und so verabschieden wir uns mal wieder 😉

Naturkneippen Wildbach Hörle

Weiter wandere ich über Feldwege zu einem kleinen Biotop, das ich jedoch nicht näher besichtigen kann, möchte ich doch die Pflanzen drum herum nicht platt treten. In den kleinen Teich mündet der Wildbach Hörle.

Ein wunderschöner wilder Pfad

Ein traumhafter, wilder, schmaler, zugewachsener Pfad mit seltsam urigen Brückchen endet viel zu schnell wieder. Welch ein unerwarteter Traum von Weg ❤

Die Zivilisation zeigt sich zaghaft

Unvermutet stehe ich an einem Punkt, der mir Rätsel aufgibt. Einen Augenblick weiß ich nicht welchem Wegweiser ich nun folgen soll. Ein Stück gehe ich den Weg zurück und gerate dann schnell wieder an einem Bach. Ach nee wie herrlich, doch noch eine Weile Wildbach wandern. Getäuscht, sehr schnell biegt der Weg ab und landet in einer Wiese. Auch sehr schön, sehr sehr schön.

Damit ich es nicht vergesse, fotografiere ich die Tannenzapfen auf dem Boden, die zusammen mit dem trockenen Boden einen unbeschreiblich herben Duft abgeben. Ich liebe diese Sommerdüfte.

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Eingangsportal Hörlepanoramaweg

Und so erreiche ich nach einer Weile die Erklärbärbilder des Hörlepanoramaweges. Ein Kurzbeinchen hat wohl seinen Kuscheltier verloren, ich hoffe das gibt keine Tränen.

Die Landschaft bleibt offen, der Hinweis auf den Stein mit den Kreuzen ist der einzige den ich finde. Wo die genau sein sollen, konnte ich nicht heraus finden.

Der alte Steinbruch

An der Kante eines alten Steinbruches wandere ich vorbei. Im Hang knistert es. Die Samenkapseln des Ginster brechen bei der Trockenheit auf und schleudern so ihre Nachkommen in die Landschaft. Neben den überall zirpenden Heuschrecken ein sehr typisches Hochsommergeräusch.

Noch einmal weite Sommerlandschaft

Auch ein Zeichen des späten Sommers sind die gerollten Rückstände von den Feldern. Tierfutter für den Winter.

Hörlepanoramaweg (200)

Immer wieder schaue ich auf den Weg, den ich hinter mir gelassen habe und entdecke dann tatsächlich das gelbe Shirt von Bernd. Mein heftiges Winken wird wahrgenommen und es schallt das fröhliche Gelächter der Beiden zu mir herauf.

Hörlepanoramaweg (201)

Brombeeren und die Gemeine Rosengallwespe

Reich tragende Brombeerbüsche säumen den Feldweg, eine Gelegenheit noch einmal Vitamine zu naschen. Davon mache ich reichlich Gebrauch. Eine einzige Rast gönne ich mir noch, hole auch die Wanderomi noch einmal heraus, als ich die typischen Nester der Gemeinen Rosengallwespe entdecke.

Die letzte „Meile“

Ich weiß jetzt gar nicht mehr viel zu berichten, nur das dieser Wanderweg tatsächlich aus meiner Sicht keine Schwächen zeigt. Er gefällt mir so rundherum, wie jetzt auch der Rest, den ich nun bildlich dokumentiere. Mehr braucht es aus meiner Sicht auch nicht.

Also ihr lieben im Lahn-Dill Bergland, ich werde wieder kommen. Einige Wege stehen schon recht weit oben auf meiner Wanderwunschliste. Vielleicht werde ich auch mal ein paar Tage Urlaub in der schönen Region verbringen. Mein Fazit ist „Unbedingt empfehlenswert“

7 Kommentare

  1. Liebe Elke, ein großartiger Bericht mit wunderschönen Fotos! Sind die alle „original“ oder bearbeitest du die noch? Finde sie immer ganz toll! Vor allem die Farben. Fantastisch! Herzliche Grüße aus dem Südwesten, wo es die „Waldenburger und Löwensteiner Berge“ zu erkunden gilt -ebenso wie den „Schwäbisch-Fränkischen Wald“. Ich fürchte, so lange lebe ich gar nicht mehr, um alle Wanderungen zu machen 😉 Bei der Hitze zur Zeit hier – täglich um die 30 Grad – habe ich auch gar keine Lust aufs Wandern. Da fahren wir lieber Rad. Herzliche Grüße, Sigrid

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  2. Wunderschön! Eine mir total unbekannte Gegend. Wo ich auch nicht so schnell hinkommen werde. Aber schön! Ich merke schon: wenn ich noch was von der blühenden Heide mitbekommen will, muss ich mich beeilen. – Auch schön, wenn Gleichgesinnte (gesonnene?) sich unterwegs treffen – oder die zufällige Begegnung und das unerwartete Gespräch unterwegs. Vielleicht komme ich am WE weg. LG

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Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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