Das Kirchdorf Olpe und seine Denkmäler

Vorwitzig habe ich mich gestern schon auf den Weg gemacht, den neuen Denkmalweg zu testen…

Eröffnet wird der Denkmalweg in Olpe am 27. August 2017 im Rahmen einer kleinen Feier mit Bewirtung und Musik, sowie Führungen durch Olpe und auf dem neuen Wanderweg. Dank Facebook erfahre ich davon zeitig und verlege meinen täglichen Spaziergang nach Olpe.

Kirchdorf Olpe

Wer nach Olpe reist wird feststellen, dass es dort unendlich grün ist. Viele schmale Sträßchen verbinden die kleinen Orte und Hofschaften, durchbrochen von Viehweiden mit Rinden oder Pferden. Verkehrslärm ist seltener zu vernehmen als Heckenscheren, Traktoren & Co. Hier bin ich schon vor Jahren gerne unterwegs gewesen.

Olpe ist ein Kirchdorf, also im Ursprung sehr klein, allerdings mit eigener Kirche und Schule. 1975 im Rahmen der großen Eingemeindungswelle wurde Olpe der Gemeinde Kürten zugeordnet.

Der Denkmalweg berührt auf seinem 7,5 km Weg rund die Hälfte der ca. 100 kulturhistorischen Zeugnisse von Olpe. Stelen informieren mit kurzen Texten, wer mehr wissen möchte der kaufe sich das Büchlein zum Denkmalweg (siehe Ende des Artikels)

Denkmalweg Olpe

Ich starte also am Dorfplatz, der auch als Start für den Bergischen Streifzug Mühlenweg genutzt werden kann.  Heute werde ich ihm begegnen und in kleinen Teilen auch dem Bergischen Panoramasteig. Das weiße „D“ auf schwarzem Grund wird mir den Weg weisen, und das sehr zuverlässig!

Schlauch- und Steigeturm

Gleich am Dorfplatz steht der um 1936  gebaute Feuerwehrturm, gleich neben dem Gerätehaus. Das Gerätehaus konnte damals nur mit Unterstützung der Waldbesitzer des Ortes gebaut werden, da sich die Gemeinde den Bau nicht leisten konnte. In dem angrenzenden Schlauchturm wurden die Schläuche getrocknet. Der Gerätebau wurde zwischenzeitlich durch einen neuen ersetzt, der Schlauchturm steht unter Denkmalschutz.

Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Teich, ich vermute der Löschteich der Gemeinde. Auf jeden Fall sehr idyllisch gelegen.Denkmalweg (6)

Pfarrhaus Olpe

Ursprünglich als Rathaus im Jahr 1907 aus dem heimischen Grauwackebruchstein gebaut erwarb der damalige Pfarrer im Jahr 1931 das Gebäude für die Kirchengemeinde. Seit dem wird es als Pfarrhaus genutzt. Damit konnten die seit 1898 erfolglosen Bemühungen neben der neu erbauten Kirche ein Pfarrhaus zu besitzen, zum Erfolg gebracht werden. Nach dem Tod des zuletzt dort wohnenden Pfarrers (2002)  wurden Wohnungen und ein Pfarrbüro in dem schönen Haus untergebracht.

Denkmalweg (163)
Pfarrhaus Olpe

Pfarrkirche St. Margareta Olpe

Ich kann mich kaum lösen, von den schönen Bauten hier auf der Hauptstraße. Eine Fülle von alten Zeugnissen und ein idyllisch dörflicher Charakter umfängt den Besucher aus der Großstadt.

In dem Begleitbüchlein finde ich diese ganzen Informationen hier und es wird deutlich, was mir in vielen Gemeinden immer wieder begegnet, nämlich das starke Engagement der Gemeindemitglieder. Voraussetzung ist immer die treibende Kraft eines charismatischen Menschen und sei es ein Pfarrer, wie im Falle des Kirchenbaues in den Jahren 1896/1897. Ohne den großen Opferwillen der Gemeindemitglieder hätte es diese wunderschöne Kirche nicht gegeben.

Während der Bau binnen zwei Jahren fertig gestellt war, dauerte die Innenausstattung zehn Jahre.  Natürlich war ich drin und habe ein paar Fotos mitgebracht.

Gasthof „Haus Olpe“

Während ich so fotografiere spricht mich der Wirt des Hauses an. Seine Stele am Haus fehlt noch, die ist wohl nicht gerade preiswert. Demnächst wird jedoch auch hier ein kleiner Text zum Gebäude installiert. Wir kommen ins Gespräch und in dessen Verlauf erfahre ich von dem Buch zum Denkmalweg Olpe, das er auch in der Gaststube vorrätig hat.

Na das nenne ich Glück. Ganz flott tauschen wir Geld gegen Buch und so habe ich hier am Schreibtisch die Möglichkeit mich intensiver und vor allem korrekt über die Denkmäler informieren.

Denkmalweg (165)
Gasthof „Haus Olpe“

Ganz ehrlich, als ich den Text im Buch lese, der davon erzählt, dass Bürgermeister und ein vermögender Bürger von Olpe im Jahr 1821 diese Gasthaus bauen ließen und 60 Jahre später nicht mal der Bau eines Pfarrhauses drin war…. naja das war ja dann inzwischen ein anderer Bürgermeister 😉

Kreuzkapelle Olpe

Der Ursprungsbau der Kreuzkapelle wurde 1520-1527 gebaut. Sie war ein Anbau an eine Kirche aus dieser Zeit. In ihr wurde eine Reliquie vom Holz des Kreuzes Christi verwahrt. Also befand sich seinerzeit die Kirche auf dem Friedhofsgelände und wurde aus Raummangel und wegen Baufälligkeit durch den oben gezeigten Kirchenbau ersetzt.

Die Kreuzkapelle blieb und wurde um 1901 erweitert und teilweise erneuert.

Denkmalweg (166)

So nun habe ich einen schönen Teil der Denkmäler vorgestellt, den Rest müsst ihr selber erkunden. Ich wechsle jetzt auf Naturwege, vorbei an „Burg Olpe“ einem alten Wegekreuz aus 1743, dem Wiedenhof…..

Die Natur ruft

An einem Schnucken- und Ziegengehege mit Teich vorbei leitet mich das Wandersymbol. Der Teich ist giftgrün. In mir steigt die Sorge auf, dass eines der Tiere hinein fällt, darin untergeht und den Weg an die Wasseroberfläche mangels guter Sicht nicht mehr findet.

Denkmalweg (23)
Sieht irgendwie herrisch aus, der Bock….oder ist es eine Zicke?
Denkmalweg (24)
Fluffige Wiesenwege ❤

Ein Stückchen Wald öffnet sich, licht und freundlich, mit einer historisch wertvoll anmutenden Bank, passend zum Denkmalweg.

Der Wechsel zwischen den Landschaftstypen wechselt in angenehmen Abständen. Wald- und Feldwege unter den Füßen, da lässt es sich prima wandern. So strebe ich Bornen entgegen.

Denkmalweg (32)Denkmalweg (35)Denkmalweg (39)

Bornen

Während ich mich an den schönen Häusern erfreue und die Blumen in den Vorgärten fotografieren, fallen mir zwei kleiner Kinder auf, die mit Sandförmchen bewaffnet an einer Lücke im Zaun spielen und mich angrinsen.

Das Mädel backt Sandkuchen, der kleine Bub erklärt mit Schalk in den Augen, dass er die Autos abschießt und hält dabei einen kurzen Stock hoch. Ich frage ihn ob die Autos denn dann umfallen. „Ja“, erklärt der ca. 4-jährige kleine Kerl. Hach wie schön sind solche Begegnungen.

Fröhlich winken die beiden Frätzchen hinter mir her.

Auf nach Forsten

Ich möchte jetzt gar nicht mehr viel schreiben, schauen reicht hier.

Denkmalweg (49)

Biesenbach und die Andreaskapelle

Die Wege sind hier zwar geteert, die Aussichten gefallen mir aber gut. Das Wetter spielt mit, mein Knie wird wenig gefordert und unterlässt das schmerzliche pieksen, alles prima.

Die Andreaskapelle steht hier seit 1678 und wurde zu Ehren des Apostel Andreas erreichtet. Das Fachwerk wurde im 20. Jahrhundert verputzt, die ehemals außen stehende Andreasfigur  ist in der Pfarrkirche von Olpe untergebracht. Leider ist die Kapelle verschlossen.

Der Weg zwischen Biesenbach und Delling ist ein wenig länger, also gibt es auch reichlich Fotos. Der Bergische Streifzug Mühlenweg hat sich schon eine Weile zu uns gesellt.

Die Glocken der Kirche in Delling klingen über die sanft gewellten Hügel, erinnern mich an das dörfliche Leben meiner Kindheit, wenn ich in Nümbrecht meine Großmutter besuchte. Und wie zu Großmutters Zeiten haben hier die Milchkühe reichlich Platz zum grasen.

Delling

Delling habe ich schon sehr häufig durchwandert. Es ist mir sehr vertraut. Dieses Mal habe ich aber Spike nicht mit dabei und so nehme ich mir die Zeit in das Kircheninnere zu schauen. Die ländliche Idylle ist auch hier intensiv spürbar.

Kirche in Delling

Ein Beispiel für besondere Vorkommnisse ist wohl der Bau dieser protestantischen Kirche, die im Jahr 1834 nach drei Jahren Bauzeit fertig gestellt wurde. Ein so genanntes Gnadengeschenk des Preußenkönigs in Höhe des halben Baupreises hat den Bau ermöglicht. Das Einzugsgebiet dieser zentralen evangelischen Kirche betrug ca. 200 Quadratkilometer.

Restaurant In der Delling

Am Restaurant wird noch aufgeräumt und geputzt, also kein Kaffee für mich.

Verpasst habe ich die Möglichkeit auf den Dellinger Reformationsweg abzuweichen. Schade, das hätte hier noch gut hinein gepasst.

Auf weichem Wiesenpfad am Friedhof vorbei, wandere ich weiter Richtung Schultheismühle. Der Olpebach wird mich dort hin begleiten, meist kann ich ihn nur von weit oben betrachten. Mit dem Blick zurück erhalte ich die Möglichkeit die Kirche in der Gänze zu fotografieren.

Schultheismühle

Durch ein kleines Waldstück, noch immer auf dem Mühlenweg, wandere ich nun dem Örtchen Schultheismühle entgegen.

Ein paar junge Pferde stehen dort unten und grasen friedlich. Ein Neuzugang erfordert die Anwesenheit des Besitzerin, die am Waldrand still die Tiere betrachtet.

Ehemaliger Wohnsitz der Schultheißens – Schultheismühle

Der Hof in Schultheismühle könnte schon 1383 existiert haben, sicher ist das jedoch nicht. Erstmals erwähnt wurde er 1736.  Vieles wurde verändert, auch in den letzten Jahrzehnten. Mehr zur Geschichte finden Interessierte in dem kleinen Begleitbüchlein zum Denkmalweg.

Wandern am Olpebach zur Olper Mühle

Ein paar Impressionen aus dem nun folgenden Wegstück durch lichten Wald folgen nun! Irgendwie gibt es immer für mich ganz besondere „Kleinigkeiten“ am Weg.

Olpermühle

„Item die Moele in der Oelpen“ – Eintrag in der Urkunde aus 1383. Auf grausige Weise kamen 1795 der Müller und seine junge Familie ums Leben. Darauf ging die Mühle in den Besitz einer neuen Familie über. Sie wird bis heute von deren Nachkommen bewohnt. (Quelle: Das Buch zum Denkmalweg)

Büchel und die Hermanns-Quelle in Kohlgrube

Fix durch Büchel marschiert, an einer äußerst wachsamen Gänsemutter mit ihrem halbwüchsigen Nachwuchs vorbei lande ich erneut am Olpebach. Immernoch begleitet mich der Bergische Streifzug Mühlenweg.

Über eine niedliche Brücke überquere ich den Bach und erreiche Kohlgrube mit dem mir schon so vertrauten Häuschen der Hermanns-Quelle (1973). Der Namensgeber der Quelle hatte den optimalen Standort des Brunnens, der seit 1975 zwischen 4 und 5 m³ Wasser täglich liefert. Die zwei Skulpturen beidseitig der Türe stellen Wasserfontänen dar. Sie sind aus dem Holz des eursprünglichen Pumpenhäuschens geschnitzt.

Auch hier ist wieder das Engagement der Gemeindemitglieder gefragt, denn alle notwendigen Erhaltungsarbeiten werden von ihnen in ehrenamtlicher Mithilfe geleistet.
Quelle: KuLaDig LVR

Denkmalweg (144)
Der Tisch schon vorbereitet, Zeit für ein Mittagsmahl?

Zwischen Büchel und meinem Start/Zielort Olpe liegen noch ein paar nette Stellen, die ich hier einfach bildlich darstellen möchte.

Fazit

Die kleine Runde verbindet die Berührung  kulturhistorischer  Orte mit einer Menge Naturerfahrung. Mir hat es Freude bereitet den kleinen, regelmäßig angebrachten Symbolen des neuen Denkmalweges zu folgen. Ohne besondere Steigungen ist er für die meisten Spaziergänger und Kurzwanderer, auch mit Kindern, geeignet.

Eine tolle Idee interessierten Wanderer/Innen die Region nahe zu bringen, bzw. Einheimischen die Erinnerung aufzufrischen, Neuzugezogenen Wissen zur Geschichte des Ortes zu vermitteln.

Begleitheft_DenkmalwegPassend zur Eröffnung des Denkmalweges gibt es ein Begleitheft. Ich habe es mir für 5,00 Euro gekauft.

Erhältlich ist es in der Buchhandlung Bücherwolf, Im Winkel 5a, 51515 Kürten und zusätzlich in den Olper-Ortsgeschäften und bei den Vorstandsmitgliedern.

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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