Herbst liegt in der Oberbergischen Luft

Es ist kühl geworden, der Herbst klopft mit seinen bunt gefärbten Fingern an die Tür und verlangt nach Einlass. In seinem Gepäck finden sich Nebel, kalte Nächte und kurze Tage, jedes Jahr auf ein Neues und immer zuverlässig.

Ich empfinde stets etwas Wehmut, wenn sich das Jahr seinem Ende nähert und doch ist gerade der Herbst mit seinen bunten Farben noch einmal ein Aufbäumen der Natur, das beim Wandern pure Freude auslöst.
Längst habe ich mich in die „Tippeltouren“  von Peter Squentz verliebt, der seine zahlreichen Wanderungen in Büchern gesammelt hat. Heute stelle ich euch eine weitere Wanderung aus der Reihe „Das Ober-Bergische Land“ vor.

Hammer und Harkenstiel

  • Start/Ziel: Wanderparkplatz:  In der Ratemicke, Gummersbach
  • Streckenlänge: 11,5 km
  • Höhenmeter: 270 Meter
  • GPS Track
  • Teile der Route sind durch Holzfällarbeiten beeinträchtig und schlecht begehbar.
  • Wandern auf dem Lutherweg oder  Agger- und Genkeltalsperre
  • Wandernswert und streckenweise parallel verlaufend,der Bergische Panoramasteig

Wasser soll meinen Weg begleiten

Auf dem geräumigen Wanderparkplatz gleich gegenüber der Aggertalsperre stelle ich meinen Hyundai ab, quere die Meinerzhagener Str. und fotografiere erst einmal das blaue Wasser. Ich mag den Anblick der still liegenden Boote, die entlang des dortigen Campingplatzes ankern.

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Aggertalsperre an der Meinerzhagener Straße

Wenn es an der gut frequentierten Straße nicht so laut wäre, würde ich hier wohl noch länger gestanden haben. So wende ich mich bald ab, wieder auf die gegenüber liegende Straßenseite und wandere an einer Baustelle vorbei in den Wald hinein, parallel zur Genkel, die unter der Straße hinweg Richtung Aggerstausee fließt.

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Waldweg  der Genkel

Ich finde dickbäuchige Bäume klasse, auch wenn das sicher nicht gesund für den Baum ist. Die Bank daneben bietet sich zum Ausruhen an 😉

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Baum mit dickem Bauch

Genkeltalsperre und die Staumauer

Während ich so dahin schlendere, taucht neben mir der Damm der Genkeltalsperre auf.  Unter Wasser breitet sich diese Staumauer auf 164 Metern Dicke aus. So hält sie dem Druck der ungeheuren Wassermengen stand.

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Staumauer Genkeltalsperre

Im weiteren Wegeverlauf schimmert das tiefblaue Wasser der Talsperre immer wieder durch die lockeren Baumreihe.

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Genkeltalsperre mit Staumauer
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Genkeltalsperre, geheimnisvoll blinzelt sie durch die Bäume

Der Bergische Panoramasteig gesellt sich an dieser Stelle phasenweise zu meinem Wanderweg.

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Beschilderung Bergischer Panoramasteig an der Genkeltalsperre

Überall liegen mehr oder weniger Lange Baumstämme und dementsprechend duftet es hier auch. Tippeltour-Hammer-und-Harkenstiel (29)

So gerne wäre ich weiter dem Bergischen Panoramasteig gefolgt, doch leider wäre der Umweg zu groß gewesen und so kehre ich, nach einem kleinen Irrläufer, wieder auf meine Strecke zurück, die mir nun einen recht schwer begehbaren Boden beschert.

Raue Wildnis im Oberbergischen

Forstarbeiter haben eine Menge Holz und Geäst liegen gelassen, teilweise ist diese Tatsache erfreulich, überbrückt doch das Tannengeäst die Wasserlachen. Meine Wanderstiefel sind glücklicherweise wasserdicht, so bleiben meine Füße trocken.

Ich gebe zu, Dankbarkeit macht sich in mir breit, als sich der Waldboden wieder in erfreulicher Trockenheit präsentiert. Zeitgleich mit dem Ende der verwüsteten Strecke knackt es rechts neben mir in der Tannenschonung. Mir fährt ein Schreck durch die Glieder, als ich zwei Forstarbeiter still dort stehen sehe. Sie haben ganz offensichtlich hier nicht mit Wanderern gerechnet, ich aber auch nicht mit ihnen.

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Das drüsige Springkraut in der Herbstsonne

Nur ein kleines Stück werde ich auf einen breiten Forstweg geleitet, als dieser sich schon wieder zu einem schmaleren Weg mit flaumigen Bewuchs verjüngt. Watteweich federn meine Wanderschuhe über den Untergrund.

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Wieder ein Wilder Weg

Wieder wechselt das Erscheinungsbild dieses schönen Waldstücks kurz vor Heed.

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Waldwege vor Heerd

Und als wolle der Wald noch einmal alles geben, wechsele ich nun wieder auf herrliche Wiesenwege. Die Wiese dämpft die Geräusche meiner Schritte, sodass ich das Knacken im Wald sehr gut vernehmen kann. Es sind meist nur die Amseln, die sich immer in Bodennähe aufhalten, um Futter zu suchen. In solch einer hellen Umgebung sorge ich mich meistens nicht besonders, mit Spike zusammen waren diese Wanderungen trotzdem entspannter.

Alles deutet auf die Ankunft der bunten Jahreszeit hin. Die Farben sind gedämpfter und gehen langsam in die warmen Töne des Herbstes über. Pilze gibt es zu Hauf in den Wäldern.

Ein weiteres Anzeichen des nahenden Herbstes sind die Geräusche der Bäume. Wenn der Wind durch die Zweige der Birken huscht, rascheln die ersten trockenen Blätter, bereit die Äste zu verlassen und zu Boden zu segeln.

Der kleine Ort Heed ist der Kehrpunkt meiner Wanderung. Von nun an wandere ich zurück, dieses Mal ein gutes Stück von der Talsperre entfernt. Immer wieder treffe ich auf die Beschilderung lokaler Wanderwege.

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Ich verlasse Heed mit den Wanderzeichen A2, A3 und A4

An riesigen Maisfeldern vorbei, immer mit Blick auf den idyllisch gelegenen Ort, wandere ich der Hexeneiche entgegen. Schnauben eines Pferdes klingt von den Weiden hier herauf, eine tolle Atmosphäre,

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Blick auf Heed/Meinerzhagen
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Rastplatz Hexeneiche

Tippeltour-Hammer-und-Harkenstiel (81)Unvermittelt lande ich auf bekannten Wegen, der Sauerland Höhenflug und der Lutherweg gesellen sich zum Weg. Ich erinnere mich an einen wunderschönen Urlaubstag auf dem Lutherweg, gerade erst im Blog vorgestellt.

Gummersbach ist für dieses Jahr vermutlich genug erwandert.

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In Ketten gelegt, glücklicherweise nicht ich 😉

Auch hier oben habe ich erst kürzlich gestanden und die wunderschöne Aussicht in Richtung Drieberhausen genossen.

Der Hahn und seine Hennen in Helberg

Der kleine Ort Helberg ist schnell durchwandert. Sehr unterschiedlich und fast immer sehr schöne Häuschen stehen links und rechts, die Kamera hat also gut zu tun. Ein beindruckender Herrensitz (Burg Helberg) zieht dabei besondere Aufmerksamkeit auf sich.

In einem Garten kräht lautstark ein Hahn und als ich an dem kleinen Grundstück vorbei wandere, gluckt er warnend, ich solle ja seine Hennen in Ruhe lassen. 😉

Fix bin ich wieder auf weichen Wiesenwegen unterwegs, Über mir ertönt das laute Geschrei einiger Gänse, die im Formationsflug den Ort überfliegen.

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Tja und dann sehe ich tatsächlich die ersten braun gefärbten Farne. Wenn das keine Herbstwedel sind….

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Buntspechte sitzen oben in einem Baum. Offensichtlich ist die Nahrungsquelle verführerisch ergiebig, sie fliegen erst im letzten Moment weg.

Leider neigt sich mein heutiger Wandertag dem Ende zu. die Aggertalsperre ist schon wieder in Sichtweite. Nur noch ein wenig den Berg hinunter und schön begrüßt mich der Lärm der großen Bundesstraße wieder.

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Im nächsten Jahr werde ich sicher wieder hier unterwegs sein wollen. Die Region gibt unendlich viel her. Heute gab es recht wenig Asphalt und war er doch einmal da, spürte ich ihn nicht, weil die Aussichten so schön waren.

7 Kommentare

  1. Hallo Elke,
    schön, dass du dich in meiner Heimat herumtreibst und tolle Fotos machst. Das altbekannte sieht auf deinen Fotos wunderschön aus. Ich sollte mal wieder vor meiner Haustür wandern gehen.
    Liebe Grüße
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

  2. Schöne Wanderung, liebe Elke! Hier ist noch gar nichts vom Herbst zu sehen. Es war noch mal richtig warm heute – in Stuttgart sogar 26 Grad. Ich war mal wieder auf „Pilzpirsch“, aber den begehrten Steinpilz habe ich nicht gefunden, dafür viele andere interessante Sachen entdeckt und auch Pilze, die zwar nicht essbar sind, aber den Wald bunt machen. Werde demnächst mal wieder einen Beitrag schreiben und Fotos zeigen.
    Liebe Grüße, Sigrid

    Gefällt 1 Person

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

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