Handbuch für Pilzsammler – Gminder

Anzeige: Es ist Herbst die Blätter an den Bäumen sind bunt gefärbt und auf dem Boden drängen sich begehrte Fruchtkörper an die Erdoberfläche, die in den unterschiedlichsten Farben auf dem Waldboden einen herrlichen Kontrast bilden.

In diesem Jahr stolperte ich mehrfach über den Parasolpilz, der wie ein Riesenteller auf den Wiesen in der Eifel wächst. Nachdem ich die Fotos auf Facebook veröffentlichte, melden sich Pilzkenner und berichten, dass sich daraus leckere Pilzschnitzel backen lassen.

Parasolpilz von unten fotografiert
Parasolpilz/ Riesenschirmling

Fortan war es um mich geschehen. Das möchte ich schmecken. Doch zuvor plane ich, mich eingehend über mögliche Doppelgänger und deren Wirkung auf meine Gesundheit zu informieren. Risiken möchte ich keinesfalls eingehen.

Viele Pilz Sammler sind jetzt in den Wäldern unterwegs und nicht immer wissen sie, was sie da sammeln. Wie oft lese ich im Herbst von ganzen Familien, die nach dem Verzehr aus der Pilzpfanne als Folge fraglich erfolgreicher Pilzjagd, schwere Vergiftungserscheinungen zu beklagen haben.

Wie unterscheide ich einen Speisepilz von einem giftigen Pilz? Diese Frage stellt sich mir nun und was liegt näher, als sich zu diesem Thema ein Buch zu besorgen.

Bei meiner Recherche auf der Webseite der NABU stoße ich auf das Buch:

Handbuch für Pilzsammler von Andreas Gminder

Das Buch ist im Kosmos Verlag erschienen und wird ausdrücklich als besonders geeignet empfohlen, einem Unwissenden Wissen zu vermitteln. Die Bücher aus dem Kosmos Verlag haben mich schon öfter überzeugen können. In Sachen Natur sind sie meine erste Wahl. Wenige Tage nach Kontaktaufnahme mit dem Verlage liegt mir das Rezensionsexemplar vor.

(c) Kosmos Verlag

Handbuch für Pilzsammler: 340 Arten Mitteleuropas sicher bestimmen Extra: Mit ausgewählten Rezepten zu den beliebtesten SpeisepilzenAffilate-link zu amazon

  1. Auflage 2014
    Umschlag/Ausstattung: 452 Farbfotos, 169 Farbzeichnungen, 79 SW-Zeichnungen, Bindeart: Klappenbroschur (2 Klappen)

19,99 €

Der Autor

Andreas Gminder, Leiter des Fachreferats Pilze vom NABU, führt seit fast 15 Jahren erfolgreich Pilzexkursionen für Anfänger und Fortgeschrittene durch. Er kennt die Bedürfnisse und Ansprüche seiner Zielgruppe wie kein anderer. (Quelle: Kosmos Verlag)

Hatte ich in den ersten Tagen lediglich durch das Buch geblättert und hier und da mal hineingeschaut, beginne ich nun von Anfang an zu lesen und bereits auf der ersten Seite wird mir klar, Pilze sind nicht einfach nur Pilze. Sie haben wichtige Aufgaben und wir können eine Menge dazu beitragen, dass bestimmte, für das ökologische Gleichgewicht wichtige Pilze, sich bei uns wohl fühlen.

Es verwundert mich nicht dass ich in diesem Buch auf diesem Zusammenhang hin gewiesen werde, diese Tatsache ergibt sich aus der Nähe des Autors zur Arbeit der NABU

Was ist ein Pilz und wie entsteht er?

Ein Pilz ist zweifelsohne weder Pflanze noch Tier. Deshalb hat man vor langer Zeit eine neue Kategorie eingerichtet, die sich „funghi“ nennt.

Wisst ihr, dass der Hallimasch, ein zweifellos beliebter Speisepilz, zu den Schmarotzern gehört und damit in die Kategorie fällt, zu der sich auch Mehltau und Fußpilze einzuordnen haben? Ich wusste es nicht, aber ich wusste schön länger: „Lesen bildet“

Mehrere Billionen Sporen verbreitet der Riesenbovist, um eine nachfolgende Pilzgeneration zu garantieren.

Bevor ich jetzt das Buch neu schreibe stoppe ich jetzt mal meinen Informationsfluss. Den Rest müsst ihr im Buch lesen, solltet ihr Interesse daran finden.

Wo findet man welche Pilze?

Für den Laien gut zu wissen ist, dass die genießbaren und ungenießbaren Pilze jeweils unterschiedliche Standorte bevorzugen. Im Regelfall wird ein genießbare Pilze mit seinen Doppelgänger nicht in unmittelbarer Nachbarschaft anzutreffen sein.

Auf diesem Grundwissen baut der Autor das Buch nun auch auf. zunächst unterscheidet er die Böden und die verschiedenen Waldarten.  Auch über den Einfluss von Witterung und Temperatur schreibt er, denn Regen ist nicht gleich Regen.

Waldformen

  • Sauerer Fichtenwald
  • Sauerer Buchenwald
  • Kiefernwälder
  • Saure Laubwälder
  • Eichen- und Hainbuchenwald
  • Basenreiche Buchenwälder
  • Weiß-Tannenmischwälder

….. und so weiter und so fort.

Handbuch für Pilzsammler - Andreas Gminder - Kosmos Verlag
Handbuch für Pilzsammler – Andreas Gminder – Kosmos Verlag

Zu jedem dieser Waldformen erhalte ich Informationen zu Indikatoren, die das Vorhandensein bestimmter Pilzarten anzeigen. So muss ich nicht erst am Boden suchen, sondern kann zunächst an den erheblich auffälligeren Signalen, wie Vorhandensein bestimmter Pflanzen z.B. im „Sauren Fichtenwald“  erkennen, dass ein bestimmter Pilz hier ansässig sein könnte.

So finden sich z.B. in einem „Trockenen Fichtenwand“ Maronen-Röhrlinge. Ich einem „Artenreichen Fichtenwald“ steigt die Chance auf den Fund der „Fichten-Steinpilze“ und „Trompeten-Pfifferlinge“

Die Vielfalt der Informationen ist zunächst erschlagend. Im Kopf zu halten, dass Charakterpflanzen wie das Heidekraut oder die Himbeere über die Beschaffenheit des Bodens Auskunft gibt und dies dann wieder Voraussetzungen für spezielle Pilzvorkommen signalisieren, ist anfänglich schwer im Kopf zu behalten.

Bestimmungsschlüssel

Arcenwanderung (162)

Selten ist ein Pilz so zweifelsfrei bestimmbar, wie der berüchtigte Fliegenpilz. So leuchtend und verführerisch er auch ist, so unbekömmlich ist er. Dagegen sind in Wald und Wiesen Vertreter der Gattung „funghi“ zu finden, die unscheinbar, aber extrem lecker und ungefährlich beim Verzehr sind.

Der Autor Andreas Gminder hat für das Buch einen in mehreren Schritten durchzuführenden Bestimmungsvorgang entwickelt. Am Beispiel des og. Fliegenpilzes geht er mit dem Leser Schritt für Schritt durch diesen Prozess, sozusagen als Übungsfeld.

Unser Pilz wird, nach Analyse des Sporenpulvers in eine von sieben Gruppen eingeordnet, die Andreas Gminder ausgiebig beschreibt. Der Fliegenpilz hat sich hier die riesige Gruppe der Blätterpilze ausgesucht. Ich glaube Blätterpilze lasse ich ganz aus meinem Sammelsortiment, bei der Fülle der giftigen Vertreter, andererseits ist es auch die Gruppe mit einer großen Anzahl Speisepilze.

Von nun an wählt der Pilzwissensuchende stets aus zwei Möglichkeiten und wird so Step by Step zur Bestimmung geführt. Die ersten Pilze treiben einen dabei in ungeduldige Raserei, doch nach mehren Durchgängen wird es immer leichter nach dem Ausschlussverfahren eine Bestimmung durchzuführen.

Artenporträts

Den umfangreichen Teil des Buches nimmt das Artenportäts ein. Hier finde ich eine große Auswahl der bekanntesten Pilze in heimischen Wäldern. Neben einer eingehenden Beschreibung (Hut, Stil, Fleisch und Geschmack)  wird auf  Verwechslungsgefahren hingewiesen.

Die farbigen Griffmarken machen das Auffinden der unterschiedlichen Pilzgruppen leicht. n jedem Kapitel finde ich mich so kinderleicht zurecht, kann Details nachblättern. Die farbigen Kästchen innerhalb der Artenbeschreibung warnen vor giftigen, ähnlich aussehenden Pilzen oder geben Hinweis auf erforderliche besondere Zubereitungsmethoden.

Pilze richtig sammeln

Wer Pilze sammelt, möchte im Normalfall in den darauf folgenden Jahren ebenfalls Pilzbestände vorfinden. Daher ist es wichtig zu wissen mit welchem Werkzeug und auf welche Weise ich die Pilze seiner Umgebung entnehme. Zudem gibt es Sammelbeschränkungen, gesetzliche Vorschriften, die ein ungehemmtes Sammeln der kleinen Leckereien verbieten.

Hier ist sorgfältiges Lesen angebracht, finde ich.

Pilzvergiftung

Was tun, wenn zwischen den gesammelten Pilzen doch ein Vertreter der unbekömmlichen Art dabei waren und sie bereits im Magen gelandet sind.

Was geschehen kann, was zu tun ist, das wird hier erläutert. Wichtig zu wissen, auch hier ist gründliches Lesen hilfreich.

Pilze in der Küche

Pilze trocknen, aufbewahren und anderweitig verwerten. Ein paar Seiten schöner Vorschläge finden sich am Ende des Buches.

Fazit:

Aus meiner Sicht ein sehr hilfreicher Ratgeber, den ich in meinen nächsten Urlaub mit nehmen werden. Mal schauen, ob ich bei der Bestimmung gefundener Exemplare Talent und die Fähigkeit richtig zu lesen beweise. 😉

(c) Kosmos Verlag

Handbuch für Pilzsammler

340 Arten Mitteleuropas sicher bestimmen

Extra: Mit ausgewählten Rezepten zu den beliebtesten Speisepilzen

Taschenbuch Andreas Gminder

2. Auflage 2014 im Kosmos Verlag
Umschlag/Ausstattung: 452 Farbfotos, 169 Farbzeichnungen, 79 SW-Zeichnungen, Bindeart: Klappenbroschur (2 Klappen)
Seiten: 398

Ich bedanke mich beim Kosmos Verlag für die kostenfreie Zurverfügungstellung des Buchexemplares.

Outdoor Blogger Codex
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4 Kommentare

  1. Klasse, noch jemand die so denkt wie ich 👍. Ich will mich von meinen Wanderführern einfach nicht trennen. Kann mein Mann nicht nachvollziehen. Der wird sich freuen habe mir vorgestern erst einen neuen (gebraucht) bestellt 😂.
    Meine Tochter würde die Bücher in die Tonne klopfen, vielleicht ändert sie ihre Meinung irgendwann mal.

  2. Guten Morgen Liebe Elke,
    die ganzen Bücher über die Du hier berichtest stehen die auch bei Dir im Regal? Ich frage deshalb weil es mir total schwer fällt mich von Büchern zu trennen. Ich wünsche Dir einen tollen und schönen Tag!
    LG Nina

    • Ich trenne mich nur von Büchern, wenn ich sie thematisch nicht mehr brauche und ich sie dann anschließend gut untergebracht weiß. Also das heißt ich verschenke sie und alles was mit Wandern oder Natur führern zu tun hat das bleibt natürlich bei mir. Eine schöne Sammlung und ich hoffe dass meine Kinder die später gut aufbewahren und nicht irgendwo in die Tonne kloppen Ich liebe Bücher seit ich denken kann.

Ich liebe Kommentare ;-)