Schwedensteig – Heidenstraße

Fachwerk inmitten der herrlicher Landschaft des Sauerlandes prägen diesen prämierten Rundwanderweg. Der Schwedensteig führt auf rd. 15 Kilometern über wechselvolle Wege und Pfade und zeigt uns viele der typischen Facetten des Sauerlandes und ein zauberhaftes Naturschutzgebiet. Einkehrmöglichkeiten an wundervollen Plätzen runden das Ganze ab.

Informationen zum Schwedensteig

  • Start/ Ziel: Gegenüber der Kirche St. Blasius in Westfeld an der L 640
  • Streckenlänge: 15,6 km
  • Höhenmeter:516 m
  • GPS Track
  • Wegezeichen „W 1
  • Einkehr: Landgasthof Schneider Nähe Start
  • Einkehr: Schwedenhütte, Altastenberg (super schön) unterwegs gibt es reichlich Möglichkeit
  • Hier im Blog gibt es noch mehr Sauerland: Wanderbeschreibungen Sauerland

Wegezeichen

Ich beschreibe in diesem Wanderbericht meine Gehrichtung, empfehle jedoch, insbesondere fotografierenden Wanderern, die entgegengesetzte Richtung zu wandern.
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Schwedensteig (2)
Westfeld am SGV-Wanderportal

Meine Güte, ich bin diese Prämiumrunde im August diesen Jahres gewandert. Dieses Wetter, die Vegetation in voller Entwicklung, ich sauge jetzt gerade mit den Bildern die herbe sauerländische Sommerluft ein. Welch ein Erlebnis war das <3

Leicht ansteigend bringt mich der Feldweg auf eine höhere Landschaftsetage und erlaubt  mit damit einen schönen Blick auf Westfeld.

Es ist 10:30 Uhr und trotzdem scheint es, als würde der Ort noch schlafen. Kaum ein Geräusch klingt zu mir hoch. Über mir ein Falke der mit nervösem Flügelschlag nach Beute sucht, während in den Büschen neben mir ein paar aufgeregte Meisen von Ast zu Ast hüpfen, um den Insekten den Garaus zu machen.

Oberhalb Westfeld…..

….zunächst auf einem Felspfad, anschließend auf schmalem mit Ginster gesäumten Wiesenweg, werde ich immer höher hinauf gezwungen, Westfeld behalte ich dabei meist im Blick.

Schwedensteig (23)
Typische Sauerlandwiesenwanderwege
Schwedensteig (26)
Westfeld immer im Blick

Wenn ich mir die Bilder ansehe und diese Weite des Sauerlands sehe, dann weiß ich wieder genau wie ich mich damals gefühlt habe und August ist immerhin zwei Monate her. Das Herz weitet sich,  ich habe das Gefühl unendlich weiter laufen zu können, entspannt keine steilen Anstiege einfach nur laufen, schauen, genießen, riechen. Alle Sinne gehen auf Empfang, das ist ein unglaubliches Gefühl.

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Blick nach Ohlenbach

Es gelüstet mich momentan auch wenig nach einer Ruhepause, die Bewegung gehören zum Fühlen und Aufnehmen der Eindrücke dazu.

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Auf dem Weg nach Ohlenbach

Ohlenbach…

ist ein Ortsteil von Schmallenberg und nachdem was ich gelesen habe, hat dieser Ort gerade mal 16 Häuser und etwas über 50 Einwohner. Das älteste Haus ist das Gasthof der Gasthof Braun, an dem wir nachher auch vorbei wandern.

Ich habe im Netz Bilder von Schneelandschaften aus dieser Ecke gefunden und bin hin und weg, hoffe dass ich den Pöppes mal hoch bekomme und im Winter für ein-zwei-drei Tage dort Urlaub mache. Es muss himmlisch sein, soweit gucken durch den Schnee einfach nur traumhaft.

Bei der Minigröße des Ortes wärt das Vergnügen meines Aufenthaltes nicht sonderlich lang. An der schönen Schutzhütte vorbei, eine kurze Pause zwecks Flüssigkeitsaufnahme gönne ich mir, und schon tauche ich wieder in ein Waldstück ein.

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Waldweg oberhalb Ohlenbach

Schwedensteig (77)Im Laufe des Weges treffe ich immer wieder auf aufwändig und liebevoll platzierte Stelen, die aber zu einem großen Teil zerstört sind, bzw. deren informativer Inhalt nicht mehr am Platz ist.

Hier gibt es Wissenswertes zum Dachs, deren Bestände hier lange Zeit reduziert waren.

Schwedensteig (78)
Das Wetter ist ein Träumchen, die Wege auch, es MUSS einem hier gut gehen

Das Wassertretbecken erinnert mich ein wenig an die Schwimmbäder aus den 70er Jahren, diese türkisfarbenen Ränder abgeplatzt,  ein sehr bekanntes Bild

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Wassertretbecken am Rande von Ohlenbach

Großes Kino an der Bauernschenke

Nicht mehr weit und die Bauernschenke ist erreicht. Mit mir trudeln gerade ein paar durstige Biker hier ein, da würde ein Kaffee vermutlich zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

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So steige ich über einen Wiesenweg wieder einmal auf die Höhe und genieße weiter die traumhaften Aussichten. Welch eine weise Entscheidung das war, sollte ich erst später erfahren.

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Wiesenweg oberhalb der Bauernschenke

Nächste Station Waldhaus

Es bleibt idyllisch, die Weite des Sauerlandes bringt das Herz zu atmen, würzige Landlauft hängt in meiner Nase, allmählich tauchen auch erste Mitmenschen auf, die sich dem Genuss einer sommerlichen Wanderung oder eines Spazierganges nicht entziehen können.

Dann erreiche ich das Waldhaus, ein Hotel mit besonderem Charakter.

Schwedensteig (96)
Waldhaus Ohlenbach

Kochen mit Jochen Lülf, das ist in diesem Hotel möglich. Der Rahmen von Geburtstagsfeiern, Weinachtsfeierlichkeiten etc, kann man ein privates Kochevent buchen.

Oder ist einem eher nach Türkischem Hamam oder der Straffung von Oberschenkel und Po? Wellness ist ein großes Thema hier. Die dicken Autos auf dem Hotelparkplatz lassen die Preise erahnen.

Schwedenhütte im Sauerland

Die folgenden Waldwege sind zum wegträumen schön, ja ich weiß das sind Wiederholungen, aber auch jetzt beim schreiben, überholt mich die Sehnsucht nach diesem schönen Wanderweg.

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Schnuckeliger Waldweg

Inmitten des Skikarussell Altastenberg befindet sich die Schwedenhütte und die ist wahrlich beeindruckend schön. Der rustikale Holzbau aus halben Baumstämmen fügt sich fantastisch in die Landschaft und bietet einen atemberaubenden Blick ins Sauerland mit seinen Wäldern.

Der Hang unterhalb der Hütte ist mit einer Beschneiungsanlage und Flutlicht ausgestattet und auch Pistenraupe und Half Pipe für Snowboardfahrer werden geboten. Skiverleih und Skischule alles vorhanden naja Sauerland eben, im Sauerland gibt’s viel Schnee.

Es hat sich ausgezahlt so lange mit der Einkehr zu warten und hier oben den Kaffee zu trinken. Insofern bin ich ganz froh dass ich an der Bauernschänke vorbei gewandert bin.

Zurück auf den Weg nach langer Rast

Wenn Naturbegeisterte und Wanderer ins Gespräch kommen, kann die Zeit schon mal davon fliegen. So verabschiede ich mich nach erst nach 45 Minuten von dem niederländischen Ehepaar.

Qualvoll ist der erste, darauf folgende Wanderkilometer. Meine Beine sind zu lange im Ruhemodus gewesen. An warmen Sommertagen bekommen mir lange Pausen nicht so gut. Doch die Wiesenwege und das Stück durch schattigen Wald kühlen mich ein wenig herunter und bald kehrt die Begeisterung für den Weg wieder zurück.

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Die Weihnachtsbäume der Zukunft?
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Farne kühlen den Nadelbäumen die Füße

Wie schön, die Heide beginnt mit der Blüte, ganze Felder präsentieren sich bereits in ihrem rosa-rot. Dazwischen lockern die blauen Glockenblumen mit ihren zarten Köpfen das Ganze zauberhaft auf.

Waldsofa mit Panoramablick

Welch eine Wonne hier zu sitzen und die Aussicht zu genießen. Nur wenn ich mich jetzt schon wieder niederlasse, muss ich eine Übernachtung buchen und das dürfte für Spike nicht so prickelnd sein. Also hopp hopp, auf die Füße – fertig – los!

Hubertusstein und Naturschutzgebiet Rehhecke

Wieder einmal darf ich auf traumhaften Wegen, die so sehr den Charakter des Sauerlandes präsentieren, wandern. Hoch ragen die Bäume hier auf und bilden eine Art gebrochene Allee. Windbruch hat Lücken geschaffen, die viel Durchblick erlauben.

Naturschutzgebiet Rehhecke

Auch wenn ich von den seltenen Arten der Tiere und Pflanzen in diesem Naturschutzgebiet nicht viel mit bekomme, sie sind da, so versichert das Internet. Neben Ginster in rauen Mengen, wachsen hier Wacholder und alten Rotbuchen sowie  Zwergheiden.

So langsam nähere ich dem Ende meiner heutigen Wanderrunde auf dem Schwedensteig und das ist schade, denn durch diese Region könnte ich noch länger wandern. Ist euch eigentlich klar, welche landschaftlichen Geschenke uns Deutschland macht. Diese Vielfalt ist unfassbar.

Jetzt geht es mir, wie so oft nach sehr eindrucksvollen Wegpassagen. Ich brauche ein wenig Ausgleich in Form von einfachen Wanderwegabschnitten. Hier lässt der Weg ein „runterkommen“ kaum zu, er spült immer wieder Begeisterung in mir hoch!

Bis zuletzt bleibt der Schwedensteig-Heidenstraße  ein abwechslungsreicher Weg. Zuletzt schaue ich wieder auf Westfeld, genieße noch einmal intensiv die Sonnenstrahlen auf einer Haut.

Dunkle Tannen drängeln sich zu einem großen Waldgebiet, das immergrün die Landschaft mit Farbe verwöhnt. Natürlich untermalt der blaue Himmel diesen Eindruck auch im Winter. Auch wenn dann der Boden hart gefroren, mit einer Schneedecke zugedeckt ist, lässt das Wegeprofil ein wandern ohne weiteres zu.

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Fazit:

Na was wohl. Ich war happy die lange Anfahrt gewagt zu haben. Für mich war es ein wunderschöner Weg, an einem herrlichen Tag durch göttliche Landschaft. Was will das Wanderherz mehr. Zudem reichlich Möglichkeiten der Einkehr auf der Strecke!

SauerlandIch hatte vor einiger Zeit ein Buch von Karl-Georg Müller (Der Schlenderer) vorgestellt, das möchte ich denjenigen ans Herz legen, die noch öfter im Sauerland wandern möchten, vielleicht sogar einen Urlaub hier verbringen möchten.

Das Buch ist hier beschrieben: https://fotografischereisenundwanderungen.com/2017/04/29/sauerland-24-wanderungen-mit-dem-schlenderer/

4 Kommentare

  1. Hallo Elke wieder eimal bin ich begeistert von ihrem Bericht . Ähnlich wie bei unserm Kahler-Asten-Steig.
    Ich finde es Toll wie Sie unsern 2. Premiumwanderweg Schwedensteig -Heidenstraße beschrieben und Fotografiert haben. DANKESCHÖN !!!
    Da fühlt man sich selbst auch bestätig . Danke
    Leider muss ich Ihnen recht geben bei den Klapptafeln , mit so viel Wandalismus habe ich nicht gerechnet.
    Eine Frage haben Sie gesehen das sie immer wieder zu dem gegenüber liegendem Kahler-Asten-Steig rüber blicken konnten ?

    Gruß aus dem Bundesgolddorf Westfeld
    Alexander Rickert
    1.Vors. SGV Westfeld-Ohlenbach

    • Guten Abend Alexander
      eines ist sicher, den Schwedensteig-Heidenstraße werde ich gerne erneut wandern. Ich gebe auch zu, hier hat mich besonders der sehr ausgewogene Streckenverlauf erfreut. Es ist eine pure Genießertour.
      Offen gestanden, der Blick auf den Kahler Asten Steig ist mir so nicht bewusst geworden, aber es ist natürlich richtig, dass bis zur Schwedenhütte die beide Wege parallel zueinandern angelegt sind. Fast meint man herüber greifen zu können.
      Vielen Dank für den lieben Kommentar, ich freue mich jedes Mal, wenn Rückmeldung von jenen kommt, die so fleißig für unser Wanderwohl sorgen.
      Auf ein nächstes Mal und noch angenehme Feiertage wünsche ich Ihnen
      Elke Bitzer

  2. Wunderschön 🙂 Da hast du wohl recht mit ‚den landschaftlichen Geschenken Deutschlands‘. Die Gegend bei Winterberg soll besonders bei Niederländern sehr beliebt sein und die wissen, wo ’s schön ist. Heißt diese Wanderung Schwedensteig oder ist sie ein Teil davon?

Ich liebe Kommentare ;-)