Wechselvolle Landschaften, stille Wirtschaftswege, eine Mühle, der Turm mit Stübchen und ein historischer Ortskern in Nümbrecht –  Die Kurzbeschreibung der heutigen Tour.

Turm Route – Wanderweg im Oberbergischen Land

Die Anfahrt ist überschaubar und so landen wir schon recht zeitig auf dem leeren Parkplatz am Schloss.

Schloss Homburg
Schloss Homburg

SymbolAm Schloss starten etliche andere Wanderwege, wie der Klangpfad (hier im Blog auch beschrieben und auch im Winter ein Hightlight) aber auch die Schlossblickroute und diverse lokale Wanderwege. Wir folgen dem blauen Zeichen mit dem „T“ für Turmroute.

Schild über die Schwarz-Erle
Hier erfahren wir, dass die Schwarz-Erle gut mit nassen Füßen klar kommt und deshalb hier gut zurecht kommt.

Holstein´s Mühle

Wir landen auf direktem Weg an der Holstein´s Mühle und erkunden erst einmal das dazu gehörige Gelände. Der Mühlweiher mit einem Springbrunnen, die nostalgisch wirkenden Brückchen, einfach herrlich. Im alten Backhaus werden bis heute Brote gebacken.

Wir streifen Bierenbachtal

Neue und ältere Gebäude säumen die Straßen, eine wohltuende Dorfruhe empfängt uns.

Ein Blick zurück lässt uns ein wenig in Staunen verfallen, denn das Schloss Homburg erscheint inzwischen nicht nur weit weg, sondern auch sehr weit oben.

Schloss Homburg
Blick auf Schloss Homburg
Gegenlicht
Ins Gegenlicht auf die Felder in Bierenbachtal
Herrliche Herbststimmung Bierenbachtal
Aus dem Gegenlicht heraus erscheinen die Farben wieder bunt und attraktiv

Wir streben Richtung Oberbierenbach

Kleine Baumgruppen und Felder wechseln sich ab. Mal dringt Licht durch den Dunst, dann wieder zieht es sich zu. Die Häuschen kuscheln sich in die Senken der bunten Herbstlandschaft.

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Kurz vor Oberbierenbach
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Kurz vor Oberbierenbach, Blickrichtung Garderoth

Kommt meinen Schafen nicht zu nahe

Friedlich grasen die Schafe auf der Weide und während wir verträumt an der Weide entlang wandern, tauchen plötzlich diese Riesenhunde am Zaun auf. Sie preschen vor und bellen eindeutig in unsere Richtung. Fix machen wir uns vom Acker, mit denen ist sicher nicht zu spaßen und wenn ich es richtig sehe, sind es türkische Kangal.

Im Raum Gummersbach wurden Wölfe gesichtet, die Schäfer tun also gut daran wehrhafte Hunde zum Schutz der Herden einzusetzen.

Auch wenn die Wege überwiegend geteert sind, fällt das Wohlfühlen leicht. Aussichten ins bergische Land, die sanften Hügel, die machen glücklich. Der Herbst ist eine Jahreszeit in der Genuss beim Wandern noch mehr in den Vordergrund rutscht.

Familie Kuh auf der Weide

Welch ein herrlicher Anblick, Familie Rind mümmelt die noch immer saftigen Gräser von der Weide und fühlt sich sichtlich wohl.

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Gemütliches Herdenleben

Oberbierenbach

Einen hübschen Ort durchlaufen wir, immer wieder Futter für unsere Kameras.

Zwischen Oberbierenbach – Prombach und Gaderoth

Ich gebe zu, meine Großeltern wussten wo es schön ist, wobei die meines Wissens nicht gewandert sind.

Die peinliche Halsgerichtsordnung der Graf-Herrschaft zu Homburg, was bitte ist das schon wieder?

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Jetzt ist es friedlich hier, aber früher…..

Hey die Vorfahren meiner Verwandtschaft war ja übel drauf. In der Nähe von Prombach auf der „Kahlen Anhöhe“ wurde früher die „Peinliche Halsgerichtsordnung“ vollzogen. Zwischen 1520 und 1570 war die Konsequenz für Diebstahl, Mord etc.,  drastische Methoden wie erhängen, enthaupten, gevierteilt und verbrannt werden. Der Scharfrichter bekam hierfür 6- 12 Schilling.

Das Wort „peinlich“ hatte in diesem Zusammenhang die Bedeutung: Leibes- und Lebensstrafen

An der "Kahlen Anhöhe"
An der „Kahlen Anhöhe“ und wieder Dunst in der Landschaft

Verdachtsmomente

Am Hasenacker liegen Reste herum, die mich vermuten lassen, dass die „Peinliche Halsgerichtsordnung“ noch nicht abgeschafft wurde

Prombach

Ein paar Eindrücke vom weiteren Wegeverlauf bis Prombach.

Zwischen Gaderoth und Breunfeld…..

da gibt es nicht nur Landschaft, sondern auch Leckeres. Aber erst einmal zur Landschaft und Gaderoth, denn da geraten wir Zwei erstmal ins Schwärmen.

Wolfram Berge

Vollkommen überraschend stoßen wir direkt mit der Nase auf ein verführerisches Geschäft. Wir übernehmen den Job die Existenz des Geschäftsinhabers zu sichern und kaufen Pralinen.

Nach einer ersten Kostprobe verstauen wir unsere Errungenschaften im Rucksack und ziehen weiter.

Breunfeld ist schnell passiert, wir laufen nun durch Distelkamp dem nächsten Höhepunkt unserer heutigen Tour entgegen. Vorher wird uns jedoch ein erfrischendes Bad angeboten, das wir jedoch dankend ablehnen.

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Das Badewasser ist eingelassen
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Distelkamp haben wir hinter uns gelassen
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Bald sind wir am—–

Aussichtsturm am Lindchen und das Turmstübchen

1974 wurde der Turm im Rahmen der Landesgartenschau Nümbrecht gebaut. Zwischen 2013 und 2015 war er wegen Holzwurmbefall geschlossen, wurde saniert und wiedereröffnet. Der Turm ist 34 Meter hoch, wir müssen über 154 Stufen die obere Plattform erklimmen, um dann im günstigsten Fall und mit Brille sowohl den Kölner Dom als auch das Panarbora (Baumwipfelpfad) zu erblicken.

Für Tanja ist die Höhe beängstigend, immer wieder ist sie versucht wieder hinunter zu steigen. Wir haben Zeit, also geht es laaaangsam hinauf und am Ende ist sie froh um die herrliche Aussicht. Ist doch klar, auf der Turm Route gibt es auch einen Turm und da muss Frau hinauf.

Leider hat das Turmstübchen auch heute geschlossen, schade hier hätten wir gerne unsere Pause gemacht.

Öffnungszeiten des Turms:
März bis 30. September: 08:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Oktober bis 28. Februar: 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Winteröffnungszeiten Turmstübchen
Mittwoch – Samstag: 14 Uhr – ca 18:00 Uhr
Sonn-und Feiertags: 12 Uhr – 18:00 Uhr

Der Klangpfad gesellt sich zu uns

Bald werden wir Schloss Homburg wieder erreicht haben.  Der Bergische Streifzug Klangpfad gesellt sich zu uns und auch der Bergische Panoramasteig zeigt seine Anwesenheit mittels der gelben Markierung. Wir passieren einige Installationen, wie ein  Baum-Xylophon.

Am Parkplatz des Schloss Homburg werden wir auf die rot-weißen Flatterbänder rund um einen Baum aufmerksam. Vor einem Hornissennest wird gewarnt.

Wir suchen den Baum nach einem der normalerweise deutlich erkennbaren traubenförmigen Hornissennester ab. Die haben sich jedoch ein Astloch als Stammsitz gewählt. Ich hoffe sie dürfen dort bleiben.

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Hornissennest im Baum

Einmal laufen wir noch innerhalb des Schlossgeländes herum, bevor wir nach Nümbrecht fahren, um eine Tasse Kaffee zu ergattern. Hier die Zehntscheune ist nämlich geschlossen.

Nümbrecht

Zu Nümbrecht habe ich in anderen Beiträgen schon viel geschrieben, deshalb spare ich mir das und zeige nur die Fotos. Die Lauschertour lohnt, um den Ort besser kennen zu lernen.

Im Cafe Rotkelchen organisiere ich mir noch ein leckeres Roggenbrot, dann reisen wir sehr zufrieden wieder Richtung Heimat. Also ihr Lieben, dieser Weg lohnt für jeden, den Teer und Asphalt nicht so nervt und er ist auch im Winter bei Schnee gut begehbar.

Thomas Wanderwege berichtet ebenfalls über die Turm Route und hier im Blog gibt es noch einige Wanderbeschreibungen rund um Nümbrecht

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