Das Thema Wandersocken habe ich für mich ja schon lange entschieden, bei Wanderstiefeln sieht das jedoch ganz anders aus. Schuld daran sind meine hoch empfindlichen Füße, sobald sie in Schuhwerk stecken. Ich lese und höre immer wieder, dass ich damit nicht alleine bin.

Habt ihr Lust eure Erfahrungen in Sachen Wanderstiefeln mit mir zu teilen? 

Wie finde ich den richtigen Wanderstiefel

Da gibt es nur eine Antwort: Beraten lassen und anprobieren und zwar gründlich. In einem guten Fachgeschäft weiß das Verkaufspersonal genug über den Aufbau eines Wanderstiefels, weiß welche Marken eher breite oder auch schmale Füße bedienen.

In einem Fachgeschäft kann ich über künstlich hergestellte Geländeflächen gehen und testen wie sich der Untergrund aus Sicht meines im Stiefel steckenden Fußes anfühlt. Davon sollte jeder ausgiebig Gebrauch machen. Die Qual eines unpassenden Wanderstiefels zeigt sich erst bei Beanspruchung.

Wanderstiefel kaufe ich nachmittags

Morgens ist unser Fuß schmaler als abends. Wer viel auf den Beinen ist, wird davon noch mehr betroffen sein. So verhält es sich natürlich auch beim wandern.

Der Fuß dehnt sich aus, damit wird der Stiefel, der morgens wie angegossen passte, am Nachmittag zu einem engen, schmerzhaften Gefängnis. Blasen und schmerzende Füße sind die Folge. Also nachmittags kaufen, sehr wichtig!

Ich erwähne es, obwohl es selbstverständlich sein sollte, bei der Anprobe ziehe ich Wandersocken an und keine Nylons.

Mein allererster Wanderstiefel

Meinen ersten Wanderstiefel habe ich, nachdem eine Kollegin mir dringend dazu geraten hatte, in einem Fachgeschäft gekauft. Ahnungslos begab ich mich erst einmal selbstständig auf die Suche und schlenderte durch die Regalreihen, griff mal hier und mal dort hin, auf der Suche nach einem schicken Begleiter für künftige Wanderungen.

Die Stimme des Geschäftsinhabers ertönt „Was suchen Sie denn?“ „Na einen Wanderstiefel“ „Das sehe ich, und wo wandern Sie?“ „Äääääähem, durch Wald und manchmal Felder und manchmal in der Eifel…..“

„Gute Frau, ist das Ihr erster Wanderstiefel?“ der Herr klang irgendwie so gar nicht wie die üblichen Verkäufer in Schuhgeschäften und ehrlich gesagt, ich schrumpfte innerlich zusammen, weil ich mir so unsäglich unwissend vorkam. Heute kenne ich den Herren besser, noch immer hat er eine relativ unsympathische Art sich zu präsentieren, aber er weiß was der Fuß braucht, kennt sich auch bei den Herstellern gut aus, weiß um deren Geschäftspolitik…. Kurzum, ich kaufe weiter dort ein.

Warum Kategorie A oder B oder C ?

Ich bekomme also zunächst eine Unterrichtseinheit in Sachen Kategorie Wanderstiefel

Kategorie „A“

Schuhe und Stiefel in dieser Kategorie eignen sich für leichtes Gelände, Wald- und Feldwege, Spaziergänge durch anspruchsloses Terrain. Hier können auch problemlos Halbschuhe getragen werden. Sie sind aber meist wetterfest und robust im Aufbau. Sie sind für mich ideale Schuhe/Stiefel für matschige Wege, Spaziergänge mit Hund und/oder Kind.

Kategorie „B“ und A/B

Logisch, dass die nächste Kategorie geeignet ist in anspruchsvollerem Gelände unterwegs zu sein. Steht auf meinem Wanderstiefel-Schuhkarton die Kategorie A/B ist meist der Stiefel leicht, aber die Sohle, Dämpfung und der Knöchelschutz besser ausgebildet. Mit diesem Begleiter kann ich problemlos ins Mittelgebirge, die Sohle hat Gripp und verhindert ein Ausrutschen auf felsigen oder wurzeligen Pfaden (hier gibt es extreme Unterschiede)

Die Kategorien C und D stelle ich hier nicht vor, da ich damit überhaupt keine eigenen Erfahrungswerte habe. Stiefel dieser Art tragen diejenigen, die im Hochgebirge und in Gletschergebieten unterwegs sind. Einige WandererInnen sind der Auffassung, dass auch im Mittelgebirge ein Wanderstiefel der Kategorie „C“ angebracht sein kann.  Ich hoffe hierzu von euch Erfahrungswerte in den Kommentaren zu lesen.

Der perfekte Schuh für meinen Fuß

Unsere Füße tragen die Last des Körpergewichtes und des Equipments, wie Rucksack, Kamera etc. Wir sind in unseren Wanderstiefeln stundenlang, manchmal tagelang  unterwegs.

Sie müssen uns tragen, sie sollen wasserdicht sein, gleichzeitig atmungsaktiv und sie sollen, nein müssen bequem sein. Der falsche Schuh am Fuß kann Folgeschäden nach sich ziehen, die uns monatelang aus dem Wanderverkehr ziehen.

Heute gibt es sogar Anbieter wie Hanwag und Meindl, die sich auf eine ergonomisch günstige Schuhkonstruktionen für Hallux-Geplagte eingelassen haben. Wie schmerzhaft es ist, mit dieser Einschränkung auch nur kurze Wege zurück zu legen, habe ich im Bekanntenkreis erlebt.

Passform – Leisten ist das Zauberwort

Zuletzt will ich noch auf die unterschiedlichen Passformen eingehen.

Führende Hersteller bedienen die unterschiedlichen Ansprüche menschlicher Wanderfüße und unterscheiden hier zwischen weiblichem und männlichem Fuß. Sie schauen aber auch auf die Breite und stellen hierfür unterschiedliche Leisten her.

Jeder Hersteller hat auf seiner Seite einen Hinweis zu den unterschiedlichen Bezeichnungen. Lowa zum Beispiel dröselt den Wanderfuß folgendermaßen auf:

  • Standard Leisten – normale Leistenform
  • S-Leisten (schmal) – weniger Platz um den Vorfuß/Ballenbereich
  • W-Leisten (weit) – mehr Platz um den Vorfuß/Ballenbereich
  • WXL-Leisten – erweiterter Zehenbereich kombiniert mit mehr Volumen im Ballen

Meine persönlichen Erfahrungen mit Wanderstiefeln

Nachdem ich hoffentlich einigermaßen übersichtlich erste Informationen gegeben habe, widme ich mich jetzt den persönlichen Erfahrungen seit Beginn meiner Wanderkarriere im Jahr 2011.

Meindl Vakuum Ultra Lady

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Reinschlüpfen und wohlfühlen, nie wieder hatte ich ein solch innig freundliches Verhältnis zu einem Wanderstiefel. Sein besonderer Aufbau mit MFS Vakuum®-Schaum versetzt den Schuh in die Lage sich an den Fuß anzupassen und das spüre ich sehr schnell. Die Ferse sitzt prima im Schuh ohne eingeengt zu wirken, der Vorfußbereich hat genügend Raum zum Spiel mit den Zehen.

Leider verabschiedet sich von diesem Superstiefel noch vor Ablauf der Garantie die Sohle. Der Ersatz über meinen Outdoorhändler vor Ort dauerte etwas. Ich kaufe meinen ersten Keen Wanderstiefel. Ich bekam nach einer Zeit ein neues Paar, da der Hersteller wohl gut sehen konnte, dass die Schuhe gepflegt waren.

Die innige Beziehung zwischen Wanderstiefel und mir wird nach nur einem Jahr beendet.  Inzwischen hat sich ein Fernsensporn gebildet, die Sohle meines geliebten Meindl passt nicht mehr. Mein Arzt empfiehlt mir einen besser gedämpften Schuhe und Stiefel.

Keen kann es in Sachen Leichtigkeit

Wanderschuhe Keen Durand
Mein Keen Durand im Hunsrück

Zwischendurch hatte ich einige Varianten am Fuß, dabei drei Paar von Keen. Alle Stiefel dieses Herstellers sind in Sachen Style sehr angenehm modern, das verführt auch mal zum Kauf eines zusätzlichen Paares.

Die leichten Varianten spürt man kaum am Fuß und erleichtern ein Schweben über die Wanderwege. Sie lassen sich im Sommer grundsätzlich prima einsetzen.

Leichtfüßig über die Wanderwege geht allerdings nur, wenn das Körpergewicht die Schuhe nicht überbeansprucht.

Ein sehr angenehmer und stabiler Stiefel ist der Keen Durand, den ich einst zu Testzwecken erhielt. Einziges Manko, damit stehe ich auch nicht allein, ist die Verarbeitung im Fersenbereich. Nach längeren Touren habe ich extreme Probleme mit der Sehne, weil der Schuh sich daran reibt. Endgültig aus dem Rennen sind sie seit dem Fersensporn.

Der robuste HANWAG – Banks II Lady GTX

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Mein Lieblingswanderschuh, vor allem mit Blick auf eine schöne, feste Sohle ist der Hanwag Tatra Lady GTX, Damen Trekking- & Wanderstiefel, Orange (Autumn leaf 215)

Ein Schuh in den ich mich optisch sofort verliebt habe. Im Fersenbereich ist er relativ breit, im Vorfußbereich genau richtig.  Das Nubukleder ist ungemein attraktiv, im Schnürsenkelbereich bietet der Schuh durch Gortex sowohl Luft als auch Wasserdichtigkeit.

Er punktet aus meiner Sicht durch seine ungemein griffige Sohle und hält auch im Winter muckelig warm. Seine Dämpfung erlaubt mittelschwere Touren mit geringem Gepäckgewicht. Ich habe mit diesem Stiefel praktisch keine Schmerzen im Fuß. Mit ihm kann ich lange Strecken laufen, aber er sitzt, aufgrund der Fersenweite,  nicht optimal am Fuß. Mit jedem Stiefelkauf wächst mein Wissen um die Unterschiede im Aufbau.

Lowa Renegade

Meinen ersten RENEGADE GTX® MID Ws Wide erhielt ich 2016.

lowa
Lowa Renegade bei Amazon

Ein angenehm leichter Stiefel, trotz seiner sehr stabilen Sohle. Er ist in der gesamten Konstruktion fester als mein erster Meindl  und erfüllt damit die Erfordernisse in Sachen Fersensporn.

Obwohl ich ihn in der „W“ (weite) Version besitze, drückt er dennoch am rechten kleinen Zeh und oberhalb der Zehen. Kurze Strecken kann ich mit ihm sehr gut laufen, auf langer Strecke bilden sich Druckstellen.

Für mich unbegreiflich, denn er sitzt insgesamt wie maßgeschneidert und was ich besonders schätze, er rollt sehr gut ab. Die Sohle ist griffig und leistet sich kaum mal Ausrutscher. Auch umschließt er die Ferse praktisch perfekt.

Neuer Versuch mit Meindl Minnesota Lady

Meindl Minessota

Just heute, da ich begann diesen Beitrag zu schreiben, lande ich wieder einmal in meinem Outdoorausrüster in Leverkusen und schildere meine Probleme. Mir wird ein robust, aber schick aussehender Meindl gezeigt, der zur Typ B -Kategorie gehört.

Eine feste Sohle verspricht meinen Füßen und dem Fersensporn einen guten Schutz.  Ich habe mich sofort in diese dunkel blauen Schuh mit türkis farbenen Einsätzen verliebt.

Da meine Füße relativ groß ausfallen, müssen meine Wunschstiefel in Bayern bestellt werden und Mitte/Ende Dezember darf ich sie in die Arme schließen (müssen natürlich die Anprobe positiv überstehen)

In ein paar Wochen bekommt ihr dann ein Feedback zu meinen neuen Begleitern.

Fazit

Wer robuste Füße hat, wird kaum Schwierigkeiten beim Schuhkauf haben. Trotzdem empfehle ich eine Beratung, denn Probleme mit den Füßen entwickeln sich schleichend und sie wirken sich auf andere Körperteile wie Wadenmuskulatur, Achillesferse, überhaupt die gesamte Beinmuskulatur, Hüfte und sogar Rücken aus.

Meine Einschränkung nach einem komplizierten Unterschenkelbruch machen mir heute nach 18 Jahren noch immer Probleme. Wer also Schmerzen im Bewegungsapparat verspürt sollte hinunter zu seinen Füßen und dem Schuhwerk schauen, aber auch abklären ob orthopädische Einlagen angeraten sind.

Wie geht es euren Füßen?

Habt ihr erleuchtende Erlebnisse beim Schuhkauf gehabt? Was tragt ihr an euren Füßen? Ich freue mich über eure persönlichen Eindrücke.

 

Unter den Fotos befinden sich Amazon Produktlinks, noch bin ich dort Partner. Das könnte sich ändern, wenn die Beschäftigungsverhältnisse dort keine Wendung erfahren.

14 Kommentare

  1. Es ist ja schön und gut, dass inzw. in Damen und Herren Sportschuhe unterschieden wird, wenn Alltags-Gr. 42/43 bei Damen aber schon Übergröße und/oder XXL ist, wird die Auswahl gleich sehr viel kleiner. Denn die meisten hören bei 42,5, allerhöchstens 43 auf und wenn man dann bedenkt, dass Damenschuhe ohnehin kleiner/schmaler ausfallen und man Sportschuhe ohnehin gerne mal ne Nummer größer nimmt, bleibt kaum noch was übrig. Also bleibt einem als Frau mit großen Füßen (meist) nix andres übrig, als doch ein Herrenmodell zu nehmen.
    Daher schaue ich quasi ein bisschen wehmütig auf Frauen mit Schuhgröße unter 41, die dann volle Auswahl haben. :-/

    Was „Problemfüße“ angeht, kann ich auch mitreden: groß, empflindlich, krumm.
    Ich trage im Alltag auch orthop. Einlagen, aber in Sportschuhe nicht. Ich hab das mal probiert, das scheuerte aber mehr, als es half. Dann verwende ich die Rezepte doch lieber für Alltagseinlagen und nehme für Sportschuhe z.B. die „Currex RUNPRO“ von Runners Point.
    Das Scheuerproblem habe ich auch bei hohen Sportschuhen im Knöchel- und auch Fersenbereich, daher trage ich lieber Wanderschuhe, statt Stiefel.
    Ich habe zwar ein Paar Wanderstiefel (Herren), diese sind von Hi-Tec, also im Vergleich zu den im Text genannten eher „no-name“. Ich hab sie auch nur im real gekauft und nicht beim Fachmann… Tagesmärsche könnte ich damit zwar nicht machen (das geht ohnehin nur in adidas Superstar), aber für meinen Gebrauch reichen sie aus.
    Das mit den Fachgeschäften ist nämlich so ne Sache: ich HASSE es, von Verkäufern/innen „beraten“ zu werden, ich weiß was ich will und was ich ausgeben möchte und dafür brauche ich keine „Hilfe“. Abgesehen davon, dass ich es nicht einsehe, 150-200€ (oder gar mehr) für ein paar Sportschuhe auszugeben. Nichtmal für meine Alltagsschuhe und die trage ich öfter. Dafür habe ich schon zu viele Schuhkäufe in den Sand gesetzt, die zwar im Geschäft (auch mit Beratung) gut saßen und passten, im Ernstfall dann aber doch Schmerzen verursachten. Und wenn man erstmal durch den Matsch gelaufen ist mit den Schuhe, hat sich eine Rückgabe erledigt und man sitzt doof da.

    Meine flachen Wanderschuhe sind von Salomon, leider auch ein Herrenmodell. Gekauft im Schuhgeschäft, ohne Beratung. Hatte davor schon mal ein paar flache von Salomon, die so bequem waren, dass ich erneut nach dieser Marke griff.

    Da ich ohnhin maximal nur ne Handvoll Rundweg-Wanderungen im Jahr absolviere, bin ich mit dieser „Schuh-Kauf-Taktik“ bisher ganz gut gefahren, auch mit meinen Laufschuhen.
    Allerdings – und das ist mein einziges Kriterium – müssen es Markenschuhe sein, generell bei Sportschuhen. Ich hab mir mal ein paar Laufschuhe von Aldi (Süd) gekauft, weil ich dachte, für den Preis kann mans ja mal probieren und man hat welche zum wechseln, aber die hab ich ganz schnell wieder entsorgt. Das war nix. Sportklamotten vom Discounter ja (und gerne), Schuhe nein.

  2. Hallo Elke, interessant deine Erfahrungen in Bezug auf Wanderstiefel, ich habe das Problem, dass meine Füsse schmal sind, deswegen komme ich am besten klar mit italienischen Wanderschuhen, weil diese grundsätzlich „römisch“ und nicht „germanisch“ geschnitten sind, meine bevorzugte Marke ist momentan Scarpa Mojito für Wanderschuhe.
    In meinen Wanderstiefeln (Jack Wolfskin) trage ich orthopädische Sporteinlagen, mit Aussparungen am Fersensporn, das beseitigt die Schmerzen, die ein Fersensporn beim Wandern verursacht.
    Gruss, Jochen

    1. Oh hallo Jochen,
      erstmal danke, dass Du auch einen Kommentar zum Thema verfasst.
      Die Marke Scarpa kenne ich nur vom Namen her, interessant dass es Unterschiede wie römisch und germanisch in der Schuhindustrie gibt. Auch das wusste ich nicht.
      Die Aussparung für den Fersensporn habe ich auch, neben Knick-Spreiz-Senk 😉
      Wolfskin habe ich in Sachen Schuhe noch nie getestet. Interessant auch, wie unterschiedlich die Vorlieben sind.

      Liebe Grüße und eine schönes Adventswochenende
      Elke

      1. römisch und germanisch sind Ausdrücke die Ich verwende für schmale und breite Schuhe, also nichts offizielles. Ich mit meinen schmalen Füssen habe Probleme passendes Schuhwerk nicht nur zum Wandern zu finden, weil die Deutschen immer breitere Füsse bekommen und die Industrie sich anpasst.
        Zum Glück hat der Trend Italien noch nicht erreicht, sodass ich dort fündig werde.
        Gruss, Jochen

        1. Ich habe typisch germanische Füße 😀 nix römisches an mir, aber ich bin ja auch blond 🙂

  3. Hi Elke,

    ich muss gestehen, seit ich „fußläufig“ zu den Alpen wohne, hab ich keine Stiefel mehr angehabt!

    Alle Touren, die ich seit dem gemacht habe, ließen sich wunderbar in den megabequemen „Altra“ Trailrunning Schuhe machen. Altras haben eine sehr breite Zehenbox, der Fuß kann sich also richtig bewegen und sind „Zero drop“, d.h. die sind an der Ferse nicht höher als am Vorfuß. Entwickelt ursprünglich für Ultramarathons in den Bergen, finden sich die krass gedämpften Altras immer mehr auf Bergpfaden.

    Keine Ahnung, ob ich irgendwann mal wieder Stiefel anziehe. Vielleicht mal für ausgedehnte Wintertour in Schneeschuhen. Wobei ich Schneeschuhe und Spikes auch mit den Altras gehe 😉 Auch zum Klettern würd ich wohl die steifen Stiefel bevorzugen. Aber meist wandere ich halt auf halbwegs ausgebauten Wanderwegen, gespickt mit ein paar einfachen Klettereinlagen – da tun’s Trailrunner locker, zumal die so ungefähr ein Kilo weniger wiegen.

    VG, Sven

    1. Guten Morgen Sven

      für mich ist es grundsätzlich auch angenehmer und leichter mit Trailschuhen zu laufen, habe aber Sorge auf unwegsamen Strecken den Halt zu verlieren und umzuknicken. Auf gut ausgebauten Wegen trage ich grundsätzlich Halbschuhe, damit ist ein leichtfüßiges laufen viel einfacher, als mit den schweren Klötzen.

      Wohl dem, der sich stets sportlich bewegt, da sind die Gelenke einfach besser trainiert und federn einiges ab, leider bei mir nicht mehr so der Fall.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar und einen lieben Gruß
      Elke

  4. Wenn in den sozialen Medien, wie dieser hier bei Google+, vom Verfasser Kommentare für die Verwendung hier frei gegeben werden, poste ich den Text. Die Erfahrungen, auch mit ganz anderen Herstellern finde ich nämlich ausgesprochen interessant. Also Thomas schreibt:
    Es stimmt schon, viele ziehen irgendwas an und laufen los. Ich habe für mich Leichtwanderstiefel (Zustieg/Approach) als das optimale herausgefunden. Vibram Sohle mit Kletterzone, Goretex Membran, bedingt Steigeisenfest und sehr atmungsaktiv. Damit kann ich auch schwere lange Touren gehen, Mittelgebirge oder Alpin ist da egal. Volllederschuhe kommen nicht in Frage, da schwitze ich zu stark drin. An Marken haben es die Italiener (La Sportiva,Zamberlan) bei mir aufs Treppchen geschafft, Meindl kommt nicht mehr in Frage, bei zwei Paaren sind die Sohlen einfach abgefallen, trotz guter Pflege… Im Moment sind es allerdings Millet, die mittelharte Sohle ist im alpinen Bereich sehr gut, das die Membran allerdings nach 6 Monaten innen durchgerieben ist nicht… die werden es also auch nicht mehr. Meine ersten (San Marco Swing GTX) haben ewig gehalten, leider gibt es die Marke nicht mehr.

    Zum Thema Haltbarkeit stellen wir beide fest:

    Die Qualität und Nachhaltigkeit lassen stark nach, Beispiel Wiederbesohlung. Wobei bei mir eher der Rest des Schuhes aufgibt, das Sämischleder reisst ein, der Kantenschutz lösst sich auf usw. Die San Marco haben reichlich 15 Jahre gehalten, die letzten La Sportiva Boulder X mid knapp 2 Jahre…. Wobei es ja auch Glaubenskriege gibt ob hohe, halbhohe oder flache Schuhe. Wer vernünftigen Halt am Knöchel brauch kommt an hohen gar nicht vorbei. Und die immer kürzeren Produktzyklen machen dann die neue Schuhwahl sicher nicht leichter…

    Vielen Dank, dass ich den Kommentar hierher übernehmen durfte

  5. Meine persönlichen Erfahrungen: Ich muß zugeben, ich habe einen Schuh-Tick. Einen Wanderschuh-Tick. Ich blicke mittlerweile auf 12 Paar Wanderstiefel zurück (Halbschuhe und Schnee-Wanderstiefel nicht eingerechnet), von denen 6 Paar noch im Einsatz sind. Alle sind in normaler Standard-Weite. Aber: Verschiedene Modelle auch EINES Herstellers sind unterschiedlich geschnitten. Es gibt keinen Hanwag-, Lowa- oder Meindl-Schnitt, sondern man muß jedes Schuhmodell für sich betrachten. Wer empfindliche oder irgendwie „spezielle“ Füße hat, sollte unbedingt gründlich anprobieren und „testgehen“, und zwar mit den dicken Wandersocken. Leute mit unproblematischen Füßen und Erfahrungen mit der Materie können aber auch durchaus mal im Internet bestellen. Wenn sich bei Anprobieren auch nur ein minimales Engegefühl einstellt, lieber eine halbe Nummer größer nehmen oder auf ein günstiger geschnittenes Modell ausweichen. Bei den meisten Modellen muß man gegenüber Straßenschuhen ½ bis 1 Nummer größer kaufen. Über die Schnürung kann man noch einiges im Sitz korrigieren. Auch hier hilft nur Ausprobieren, denn je nach Modell muß unterschiedlich fest geschnürt werden (manche im Vorderfuß fester und im Schaft loser, bei anderen genau umgekehrt). Tiefzughaken und eine Zungenfixierung sind hier wichtige Ausstattungsmerkmale (normalerweise aber erst bei Kategorie B dabei).

    Kategorie A bzw. A/B (dazu gehört auch der Lowa „Renegade“) sind für leichtes Mittelgebirgsterrain oder Wanderungen mit höherem Asphaltanteil geeignet. Bei Wanderungen im Bergischen Land sind meine „Renegades“ eine sehr gute Wahl. Geht’s über Stock und Stein in den Hängen von Rhein, Mosel und Ahr oder auch Pfalz, Schwarzwald etc., sind solche Schuhe mit ihrer eher weichen, verwindungsfreudigen Sohle nicht mehr gut geeignet. Hier sollte man auf Trekking-Modelle (Kategorie B) zurückgreifen, wobei es auch innerhalb der jeweiligen Kategorien eine große Bandbreite gibt. Wer einmal gespürt hat, wie viel leichter das Gehen in solchem Terrain fällt mit einem festeren, besseren Halt gebendem Aufbau nebst entsprechender Sohle, wird nicht mehr auf Kategorie-A-Schuhe zurückgreifen wollen. Die technische Entwicklung hat auch bei Trekking-Stiefeln nicht Halt gemacht. Die Sorte „Klotz am Bein“ gibt’s zwar noch, muß aber keinesfalls mehr sein. Da hat sich viel getan, auch was Unterstützung des Bewegungsablaufs, Abrollen und Ergonomie anbetrifft. Ein Allround-Trekking-Stiefel wie der Lowa „Camino“ mit seiner nahezu perfekten Vibram „Apptrail“-Sohle ist praktisch universell einsetzbar und fasziniert immer wieder durch gerade diese ergonomischen Eigenschaften. Er unterstützt perfekt und man spürt ihn beim Gehen praktisch nicht.

    Schuhe der Kategorien B/C oder C haben meist einen höheren Schaft und einen noch härteren Aufbau. Sie sind für „Backpacking“- oder stramme Bergtouren gedacht und für das normale Mittelgebirgs-Wandern aus meiner Sicht nicht gut geeignet. Ich habe 2 Paare im Bestand, die ich für’s Bergwandern gekauft habe (Lowa „Tibet“ und „Baffin“), komme aber damit nicht wirklich klar.

    Übrigens, wer mehr als 1 oder 2 Paare hat, sollte sich am besten auch eine Version ohne Membran mit Lederfutter zulegen. Der bessere Klimakomfort ist gerade bei Wanderungen unter sommerlichen Bedingungen gut spürbar. Praktisch den gesamten Rheinsteig bin ich mit solchen Schuhen (Lowa „Trekker“) gegangen. Perfekte Wasserdichtheit finde ich eh als Kriterium manchmal etwas überbewertet. Lange Strecken durch nasses Gras bringen jede Membran ohnehin an ihre Grenzen.

    1. Puh Rainer,

      Du hast Dir ja richtig Mühe gegeben Deine Erfahrungen hier einzubringen, die ich sehr schätze.
      Du schwörst ja schon länger auf eine feste Sohle und allmählich komme ich auch da hin.

      Wenn Köln einmal wieder seine Weihnachtsgäste hinter sich gelassen hat, fahre ich wohl mal dort hin und besuche Globetrotter und Sport Scheck, mal schauen was es so auf dem Markt gibt. Dann inspiziere ich auch mal die unterschiedlichen Lowa Modelle.

      Einen lieben Gruß ins Bergische
      Elke

  6. Hallo Elke,
    Auch ich habe Problemfüße und trage außerdem Einlagen (Senkfuß). Hatte auch schon Probleme mit der Plantarsehne. Ich besitze einen Lowa Renegade und einen Lowa Lady Light. Da ich eher schmale Füße habe komme ich am besten mit Lowa zurecht. Der Renegade ist allerdings kein spezieller Damenschuh. Ich trage im Moment den Lady Light sehr gerne. Er hat im Vergleich zum Renegade eine eher festere Sohle und ich musste mich zunächst etwas daran gewöhnen. Mitlerweile finde ich das richtig klasse. Beratung im Fachgeschäft finde ich auch wichtig, habe aber keine guten Erfahrungen vor Ort gemacht und musste etwas weiter fahren, um einen Outdoorladen mit guter Beratung und Auswahl zu finden.

    Liebe Grüße senden die Füße von Ulrike

    1. Es scheint mir, liebe Ulrike, dass doch mehr von uns mit Fußproblemen zu tun haben.
      Ich mag den Lowa und bin richtig traurig, dass er sich nicht überreden lässt mit meinen Füßen vorsichtiger umzugehen 😉

      Vielen Dank für Deinen Kommentar, ich freue mich immer sehr darüber Dich hier zu lesen
      Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit wünsche ich Dir
      Elke

  7. Liebe Elke,

    meine Füße mögen auch nicht jeden Schuh. Oder anders ausgedrückt: Ich kann Wanderschuhe ausschließlich in Fachgeschäften mit guter Beratung kaufen. Auch ich bin so ein Kandidat, der die Schuhe erst nach mehrmaligem Tragen tatsächlich beurteilen kann. Die von dir beschriebenen Keen hatte ich ebenfalls im Test. Leider waren sie mir etwas zu klein, und ich habe mir bei längeren Strecken unter der Ferse Blasen gelaufen. Mit einer anderen Einlage habe ich das in den Griff bekommen. Das änderte jedoch nichts daran, dass sie eine halbe Nummer zu klein waren. Schweren Herzens habe ich mich von ihnen getrennt. Denn eigentlich hatte ich darin super Halt, der Grip war perfekt und ich ging darin wie auf Wolken.

    Nun habe ich seit einem Jahr Meindl-Wanderschuhe der Kategorie B. Irgendwie lande ich immer bei B. Meine Scarpa waren auch B und die habe ich sehr lange und gern getragen. Jedoch waren sie von innen so verlatscht, dass neue her mussten. Die Meindl sind mit Comfort-Fit ausgestattet und sind perfekt für meine vorne sehr breiten Füße (Hallux lässt grüßen). Trotzdem brauche ich in meiner Größe eine Einlage, damit der Fuß innen stabiler ist. Mit dieser Kombination komme ich bisher sehr gut zurecht. Ich trage die Schuhe auch gerne zum Gassi mit Cabo.

    Was deinen Fersensporn betrifft, kann ich dir gerne per Mail Übungen mit Fotos zukommen lassen. Meine Mutter war heftigst von Fersensporn geplagt, konnte keinen Kilometer ohne Schmerzen gehen. Nichts hat geholfen, OP kam für sie nicht infrage. Schließlich hat ein niederländischer Physio ihr Übungen an die Hand gegeben, mit denen sie den Fersensporn in den Griff bekommen hat. Bis heute. Allerdings hat sie die Übungen täglich und konsequent gemacht. Tut sie auch heute noch. Aber: Sie ist ihre Schmerzen los. Sag einfach Bescheid, wenn ich dir die Übungen mailen soll.

    Viele Grüße
    Silvana

    1. Hallo Silvana,

      viele ähnliche Erfahrungen und reichlich Erfahrungen hast Du gesammelt.
      Meine Vorliebe für Wanderstiefel hat mich ja dazu getrieben, auch bei Gassigängen welche zu tragen, hier aber dann eher Halbschuhe. Der Fersensporn macht mir momentan dank Faszienrolle und Dehnübungen, keine Probleme und ich hoffe das bleibt so. Wobei ich momentan ja eher auf kurzen Strecken unterwegs bin. Bei mir ist auch ein zu hohes Gewicht ein Auslöser.
      Ich würde mich aber sehr freuen, wenn Du mir prophylaktisch die Übungen zukommen lässt 😉

      Liebe Grüße an Dich und Cabo
      ‚Elke

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