Das Bergische Land erstrahlt an dem von uns gewählten Wandertag im schönsten Sonnenlicht, so die verheißungsvolle Prognose meiner Wetter App. Die wunderschöne Region Wuppertal Beyenburg habe ich ausgesucht, um mit Tanja eine  ausgiebige Wanderung zu starten.

Beyenburg Runde

  • Start/Ziel: Beyenburger Freiheit 43, Wuppertal Beyenburg
  • Streckenlänge: 18 km
  • Höhenmeter: 427 m
  • GPS Track
  • Einkehr: „Landhaus Bilstein“ und später „Zur Hölzernen Klinke“
Klosterkirche Sankt Maria Magdalena
Klosterkirche Sankt Maria Magdalena (1497)

Heute ohne Regenschirm

Wie lange gab es nun schon Regen, die Sonnenstunden der letzten Monate konnte man ein zwei Händen abzählen. Wir hier im Bergischen haben ausnahmsweise am heutigen Tag das Glückslos gezogen. Eifel, Rhein und Mosel liegen unter Hochnebel, der sich an diesem Tag auch nicht verflüchtigen wird.

Wir hingegen dürfen schon vor 10 Uhr in der Sonne wandeln und das tut so richtig gut!

Klosterkirche Sankt Maria Magdalena

Wir starten an der Klosterkirche, deren Inneres ich bisher noch nicht angeschaut habe. Dort herinnen kann eine alte Orgel besichtigt werden, deren Klang nach hören sagen fantastisch sein soll. Mehr zur Klosterkirche steht bei Wikipedia geschrieben. Imposant kommt der Gesamtkomplex daher und bei Gelegenheit, wenn ich mal nicht an einem Sonntag dort unterwegs bin, werde ich sie auch von innen anschauen.

Eine kleine Weile steuern wir unsere Schritte durch die Straßen Beyenburgs, am Landhaus Bilstein vorbei zur Wupperbrücke.

Rundwanderung von Wuppertal-Beyenburg (6)
Tanja auf der Wupperbrücke

Hinter der Brücke führt der von Outdooractiv herunter geladene GPS Track eigentlich links und unten herum. Doch stehen wir etwas ratlos und mit sehnsüchtigem Blick unterhalb des Bilsteiner Kopf und starren auf den attraktiven Weg, der dort hinauf führt.

Auf zum Bilsteiner Kopf

Mein neues Garmin ist etwas ungewohnt ihm Handling und so brauche ich eine Weile, um zu erkennen, ob wir dort hinauf irgendwie auch wieder auf unsere ursprüngliche Strecke gelangen können. Ein freundlicher Herr gibt die beruhigende Auskunft, dass dies möglich ist. Also packen wir es an und verlängern mit dieser Variante die ursprünglichen 14 km auf 18 km Weglänge.

Weg zum Bilsteiner Kopf
Weg zum Bilsteiner Kopf

Es ist wunderbar bei dieser Witterung den Weg hinauf zu schnaufen. Wir sind beide nicht so fit wie im Sommer. Die vielen Regentage dieses Winters haben uns zu bequemen Kurzstreckenwandererinnen werden lassen.

Wie so oft, guckst Du in die eine Richtung ist es diesig, guckst Du in die andere Richtung findest Du blauen Himmel. So auch heute. Der Vorteil hier, die immer grünen Nadelbäume lassen die Landschaft freundlicher erscheinen. Die gut durchnässten Wiesen haben frische Farben. Der Winter erscheint so bei weitem nicht so trist, voraus gesetzt die Sonne scheint.

Der freundliche Wanderer hatte uns nicht zu viel versprochen, oben angekommen können wir auf attraktiven Wegen eine große Schleife wandern. Ein wenig erinnert mich die Vegetation an die in Reichshof Eckenhagen. Der dort verlaufende Wacholderweg bietet ähnliche Ansichten.Rundwanderung von Wuppertal-Beyenburg (19)Rundwanderung von Wuppertal-Beyenburg (20)Sturm und Forstarbeiter haben Bäume hingelegt. Die gelangen über diese provisorische Brücke aus dem Wald, über den Graben der Daipenbecke. Sehr praktische Vorrichtung.

Rundwanderung von Wuppertal-Beyenburg (22)
Provisorische Brücke über den Daipenbecke

Die Höhe, die wir dank der Schnauftour zum Bilsteiner Kopf gewinnen konnten, geben wir wieder auf, um auf unsere eigentliche Wanderstrecke zu gelangen. Die Sonne verwöhnt den wunderschönen Hangweg. Beschwingt und gut gelaunt folgen wir dem Track, freuen uns hier draußen zu sein.

Rundwanderung von Wuppertal-Beyenburg (26)
Hangweg oberhalb der Wupper

Nach Weuste

An Fabrikgelände vorbei steuern wir den kleinen Ort Weuste an und wenden uns dann vom Tal der Wupper ab. Dabei werden wir im regelmäßigen auf und ab durch die Bergische Landschaft getrieben.

Höhenprofil
Höhenprofil Beyenburg Runde
Rundwanderung von Wuppertal-Beyenburg (27)
Typisch – entlang der Wupper hat sich schon früh Industrie angesiedelt.

Berührung mit Schwelm

Erfreut nehmen wir die Wege durch Wiesen- und Weideflächen in Angriff, genießen die Sonne in unseren Gesichtern. Wärmen tut der gelbe Ball am Himmel nicht sonderlich. Der Wind ist scharf und eisig, die Temperaturen liegen bei 2°. Also von kuscheligen Temperaturen weit entfernt.

Auf den Weiden tummeln sich Rinder unterschiedlicher Rassen. Junge Bullen messen ihr Kräfte und von einer der unteren Weiden ertönt das laute Rufen einer dieser braunen Fellberge.  Wir stehen eine ganze Weile, bis eine Truppe Jogger an uns vorbei rennt.

Einer bemerkt doch tatsächlich „Guck mal Wanderer! Das müsste ich eigentlich fotografieren“ –  Öööööhm????????? Sind wir irgendwie sowas wie Zombies, außergewöhnlich, bemerkenswert?

Wir ziehen weiter, nach wie vor unter dem leuchtend blauen Himmel, Richtung Schwelm. Langsam wird klar, wir kommen recht flott voran, können uns Zeit lassen. Bei mir taucht ja schnell mal Panik auf, dass uns Dunkelheit ereilt, bevor wir den Zielort erreichen.

Hofschaften und Bergische Dörfer

Das Bergische Land ist stark besiedelt und daher treffen wir immer wieder auf Hofschaften und kleine Orte. Das macht solch eine Wanderung bunt und abwechslungsreich.

Der heutige Wandertag schenkt uns überwiegend trockene Wege, sodass diese Passage auf tief durchwühltem Boden eher die Ausnahme ist. Pferde haben den Boden tief durchgearbeitet.

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Pferdehufe haben den Boden zerwühlt.

Zur Hölzernen Klinke

Am Rande von Königsfeld wandern wir bald wieder hinauf, zusammen mit vielen anderen Menschen. Es wundert uns, wo die plötzlich alle herkommen. Bis wir das Restaurant „Die Hölzerne Klinke“ erreichen. Dort verschwinden die vielen Spaziergänger offensichtlich, um ihre Mittagsmahlzeit einzunehmen.

Zu diesem Zeitpunkt erinnere ich mich an die ungegessene Banane in meinem Rucksack. Sie wird dort bleiben, bis ich heim komme. Wir haben ja immer noch den Plan Pfunde zu verlieren. Also ohne Stopp weiter auf unserem Weg.

Rundwanderung von Wuppertal-Beyenburg (67)
Zur Hölzernen Klinke

Endspurt nach Beyenburg durch das Spreeler Bachtal

Auf ausgesprochen schönen Wegen nähern wir uns dem Beyenburger Stausee. Noch einmal so richtig tief Luft holen und die herrliche Natur genießen, die Stille, das zarte Vogelgezwitscher. Der Spreeler Bach plätschert eine Weile neben uns, nachdem wir ihn mittels kleiner Holzbrücke überquert haben. Urige Pfade lassen noch einmal das Wanderherz kräftiger schlagen, bevor wir am gut besuchten Wupperweg landen.

Eine unserer schönsten gemeinsamen Wanderungen in dieser Region hier, haben wir im späten Herbst erlebt (Auf Pfaden entlang der Wupper). Damals ist uns diese Villa auch schon aufgefallen.

Rundwanderung von Wuppertal-Beyenburg (103)
Wunderschöne Villa an der L 414

Wupper und Stausee

Ein Kanuverein reiht sich an den anderen. Im Verlauf der Wupper hier, sammelt sich alles was auf dem Wasser schnell sein möchte. So manch idyllisches Plätzchen ist da zu bestaunen und im Wasser ziehen, während der Winterzeit, die Wasservögel ungestört ihre Bahnen.

Wir passieren die Fischbauchbrücke der Wuppertal Bahn und erreichen den Beyenburger Stausee.  Wir blicken auf Beyenburg und die imposante Klosterkirche und wenn das Wasser im Stausee ruhig und glatt ist, spiegelt sich der Ort auf romantische Weise auf der Wasseroberfläche. Alter Beitrag

Heute entsteht keine so tolle Spiegelung, ich habe es jedoch bereits erlebt.

Kapelle Maria im Schnee

Eine letzte Zwischenstation legen wir an der kleinen Kapelle Maria im Schnee ein. Der Spruch „Stall und Waschhaus war ich, Kapelle bin ich, Wanderer grüß ich, Segen wünsch ich“  gefällt uns sehr gut. Ein kurzer Blick hinein gönnen wir uns, schauen uns den Garten mit den kunstvollen Krippefiguren an und ziehen im Anschluss weiter über die Brücke nach Beyenburg rein.

Ziemlich flott stehen wir wieder am Auto, sind so früh dass es eigentlich noch für eine kleine Einkehr gereicht hätte. Bei dem Gewimmel im Ort verzichten wir aber lieber und freuen uns auf Kaffee und verspätetes Mittagessen daheim.

Fazit

Für eine Winterwanderung war die heutige Streckenführung ideal. Gerne wiederhole ich aber diese Tour auch zu einer anderen Jahreszeit. Wenn man bedenkt, dass es nun wochenlang geregnet hat, durften wir trotzdem über vorwiegend trockene Wege wandern, ohne dabei einen zu hohen Asphaltanteil zu haben. Ein Plus zu dieser Zeit.

7 Kommentare

  1. Hallo Elke,
    für diese Ecke liegt auch bei mir schon eine Tour parat. Leider ist das Wetter mal wieder bescheiden und ich muss mich wohl etwas gedulden. Ich stimme mich mit deinen Bildern schon mal ein. Die Gegend um Beyenburg ist für mich völlig unbekanntes Land.
    Liebe Grüße Ulrike

    1. Hach dann musst Du mal dort hin Ulrike. Das wird Dir gefallen. Da lässt sich auch noch einiges an Strecke anbauen, falls Dir das zu wenig ist. Ich hoffe baldigst auf angenehmeres Wetter, damit die Wanderei wieder richtig Freunde macht 😉
      Liebe Grüße
      Elke

      1. Hallo Elke,
        ich habe eher weniger Kilometer vor. Mein Rücken macht Ärger, aber das wird auf jeden Fall mein nächstes Ziel. Bin schon gespannt, da ich auch gern in neue Regionen vorstoße.
        LG Ulrike

        1. Blöder Rücken 🙁 mein Kreuzbein und Ischias melden sich auch äußerst schmerzhaft. Vor allem Berge runter haben da ordentlich rein. Wo ist eine Erneuerungsmaschine für uns, damit wir wieder quietschfidel die Wanderwege entlang turnen können

    1. Oh wie schön, ja mein Juniurlaub im Schwarzwald ist auch gebucht und Oktober die Eifel auch bereits. Kann es kaum erwarten wieder Grünes an den Büschen zu sehen

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