Sonnenlicht tanken und damit dem Vitamin D – Haushalt auf die Sprünge helfen, das ist mein Ansinnen an einem der wenigen sonnigen Tage dieses Winters.  Nachdem Sturmtief Friederike unsere Wälder umfangreich umdekoriert hat, empfiehlt es sich größere Waldgebiete zunächst zu meiden. Die Burgruine Are zu erreichen ist über offene Wege ganz einfach.

Beim stöbern im Netz stoße ich auf einen Blogbeitrag von Mungo, Birgit und den Dobermännern (eine ist ja eher Dobifrau), über eine Wanderung durch Teile des Langfigtales und durch die Weinberge mit Abstechern zu attraktiven Aussichtspunkten.

Burgruine Are – Ümmerich und Mohrenkopf

  • Start/Ziel: Mayschoß Laach, Bundesstraße nahe der Lochmühle
  • Streckenlänge:  11 km
  • Höhenmeter: 375 m
  • GPS Track
  • Einkehr: In Mayschoß gibt es einige Möglichkeiten, sie sind fußläufig erreichbar.
Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (2)
Parkplatz nahe Lochmühle

Ich folge der Wegbeschreibung und wandere damit gegen den Uhrzeiger. Bald nach dem Start lande ich an der attraktiven Holzbrücke über die Ahr.

St.-Anna-Brücke Laach

Die im Jahr 2005 fertig gestellt Brücke ist aus dem Holz 120 jähriger Douglasien gebaut. Ganze Stämme wurden hier verbaut, deshalb nennt man dieses Bauwerk auch Ganzstammbrücke, sie ist mit  29,2 m Länge die größte Brücke dieser Art in Deutschland. Die Planungszeit von zwölf Jahren steht einer reinen Bauzeit von nur rd.  vier Wochen gegenüber.

Klar, vorher mussten Holz und andere Materialien bereit gestellt werden, diese Zeit würde ich dem zurechnen. Grund für die lange Planungszeit war diese außergewöhnliche Bauweise, für die es keine Baunormen gab.  Mehr zum Thema findet ihr hier: Größte Ganzstammbrücke Deutschlands

Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (7)
St. Anna Brücke Laach

Auch im Winter sind die Blumenkästen am Schutzgeländer zur Ahr bepflanzt.

St.-Anna-Brücke Laach
Blümchen im Winter

Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (13)

Hinter der Brücke führt der Ahrtalweg als schmaler Pfad parallel zur Ahr. Auffällig grün und fast künstlich schön wächst der Farn auf dem Fels. Den Rest Farbe liefern die Moose.

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Farn und Moos begrünen das Gestein am Ahrufer

Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (17)Auf der gegenüberliegenden Seite ragen die steilen Weinberge hoch, kahl wie eine Kraterlandschaft. Hier und da sind fleißige Hände damit beschäftigt die Reben zu Herzen zu formen, sie noch einmal in die richtige Länge zu schneiden.

Dem Frühjahrsaustrieb wird damit die richtige Grundlage geschaffen. Im Winter fällt mein Blick noch intensiver auf Blühendes, wie hier. Die Rote Taubnessel ist robust genug, um dem Schnee den Stinkefinger zu zeigen und einfach weiter zu blühen.

Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (22)
Rote Taubnessel

Einen kleinen Abstecher eine Ebene höher gönne ich mir, um die Mauern der Ahrtalbahn zu betrachten und natürlich zu fotografieren.Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (30)Die alten Brücken der Ahrtalbahn unterquere ich und laufe nun ins Langfigtal hinein.Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (34)

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Alte Brücken der Ahrtalbahn

Langfigtal

Der Ahrtalweg ist in Teilen gesperrt, da schon seit vielen Jahren nach Unwettern die Brücke über die Ahr hier im Tal zerstört ist. Der Ersatz müsste per Hubschrauber in das enge Tal verfrachtet werden, ebenso wie der Abtransport der alten Brückenreste erheblichen Aufwand bedeutet. Mehrere Kostenträger sind beteiligt und damit ein schnelles Planen und Umsetzen erschwert.

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Im Langfigtal

Hoch über mir erblicke ich die Burgruine Are, die ich heute erstmals betreten werden. Immer wieder ist sie mir hier im Ahrtal aufgefallen.

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Hoch auf dem Fels die Burg Are
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Die Weinberge, die Ahr… eine herrliche Stimmung
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Auch wenn der Winter nicht gerade mit Farben winkt, so genieße ich doch diese schmalen Wege.
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Sonniger Weg Richtung Ahr

Und wieder an der Ahr

Auf schmalem Pfad werde ich Richtung Naturschutz-Jugendherberge geführt und immer wieder schicke ich einen stillen Gruß zu Mungo, der mit dieser Wegeführung einen für mich herrlichen Wandertag ermöglicht.

Diese Jugendherberge liegt in einem herrlichen Terrain. Der Natur ganz nahe sein, das ist hier möglich.

Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (104)
Gelände der Jugendherberge Altenahr

Ich durchlaufe das Gelände der Jugendherberge und bin in kurzer Zeit wieder direkt an der Ahr, nun auf etwas breiteren Wegen.

Auf einem etwas unattraktiven Wegabschnitt, weiter entlang der Ahr, erreiche ich Altenahr und den großen Parkplatz an der Brücke. Ich bin flott unterwegs um diesen Teil schnell hinter mich zu bringen.

Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (121)
Altenahr

Oberhalb Altenahr trohnt die Burg Are, die ich auf steilem Weg durch den Ort erreiche. Eine kleine Erkundungsrunde muss sein, auch wenn die Wege dort hinauf in dieser Jahreszeit bei Frost einen flotten Abgang provozieren können.

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Aufstieg zur Burg Are

Die Sonne könnte wärmend ihren Dienst tun, wenn nicht ein scharfer Ostwind dieser Tätigkeit entgegen wirken würde. Mein Stirnband hilft meinen Ohren beim warm bleiben.

Burg Are

Endlich oben angekommen wird mir eine unbeschreiblich schöne Aussicht geschenkt. Gegenüber erblicke ich das Teufelsloch. Im Rahmen einer Pressewanderung war ich einst dort unterwegs. Einen erneuten Besuch sollte ich mir kurzfristig mal gönnen.

Die Burg Are sieht nicht nur alt aus, sie ist es auch. Ein Graf Theoderich baute diese Burg um 1100. Viel später fällt das Gelände dem Erzbistum Köln zu. In dieser Zeit wird die Burg ausgebaut und als Gefängnis genutzt. Immer wieder wird auch später im 14. und 15. Jh. dazu gebaut und umgestaltet.

Die Franzosen griffen sich die Burg 1690 und zerstörten erhebliche Teile. Später wurde sie wieder aufgegeben und geriet in kurkölnischen Besitz. Diese Ära wurde beendet, als der Kurfürst Joseph Clemens die Burg sprengte. Das neue Amtshaus am Fuß des Burgbergs entstand mit Hilfe der Burgmaterialien.

Kölner Kurfürst Joseph Clemens um Hilfe gegen die Besatzer gebeten. Dieser ließ die Burg durch Amtsuntertanen belagern und sie nach seiner Eroberung sprengen. Die Reste der Burg wurden als Baumaterialien für den Neubau des Amtshauses am Fuße des Burgberges verwendet.

Die Ruine wurde später an die Ortsgemeinschaft Altenahr verschenkt und diese sanierte die Burg soweit, dass sie keine Gefahr mehr für die Bundesstraße darstellte.

Weises Kreuz

Unter dem Dach der Aussichtsplattform oben auf dem Burggelände verweile ich, lasse die sonnige Atmosphäre auf mich einwirken, genieße diese unbeschreibliche Ruhe. Ich könnte Stunden hier verbringen, aber Spike wartet, also begebe ich mich auf den Weg zum nächsten Etappenziel

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Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (160) Weißes Kreuz Altenahr, aufgestellt und gepflegt durch den Eifelverein Altenahr

Der Ümerich

Auf 311 Metern Höhe erreiche ich, nach einer entspannten Teilstrecke, den Ümerich mit seiner großartigen Aussicht. Schade, dass kein Laub an den Bäumen ist, wie schön muss es hier im Sommer sein. Der Aufstieg hier herauf ist bei dieser Witterung auch nicht ohne. Ich wage es, gehe vorsichtig und langsam. Heute wird nichts ausgelassen.

Mohrenkopf

Nicht besonders bekannt aber sehr sehr schön ist der Mohrenkopf. Die Stufen sind hoch und für Hunde nur bedingt geeignet. Also gut überlegen ob eure Vierbeiner hier herauf sollen. Für mich stellt sich die Frage nicht, also noch einmal die Beine in die Hand genommen und hoch gekraxelt. Hach wie gut das dem Rücken tut, sich mal anzustrengen.

Steil hinauf bedeutet auch, steil wieder hinunter. Über das Geröll nicht ganz ungefährlich, wenn man verträumt die Nase in die Sonne hält.Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (193)Immer wieder erhasche ich Blicke auf Burg Are und bald, viel zu bald, erreiche ich wieder den Parkplatz in Laach. Irgendwie schade jetzt schon heim zu fahren, da die Sonne noch so zauberhaft lockt. Doch noch mehr zieht es mich zu meiner Fellnase, der sich immer so sehr freut, wenn ich heim komme.Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (195)Aussichten und eine Burgruine an der Ahr (206)

Uhu Webcam

In einem Felsenhorst hoch über den Weinbergen befindet sich eine Uhu Webcam. In einem Onlinetagebuch wird zudem das Leben und die Aufzucht der Bruten beschrieben. Spannend zu lesen, wie ich finde. Die Uhus werden beringt, bevor sie flügge werden, damit verfolgt werden kann, welche Routen sie nehmen und welche Aufenthaltsorte sie wählen.

Sehr anschaulich beschrieben die Unterschiede zwischen dem Brutpaar an der Ahr und dem in der Eifel. Ein Buch für Kinder zum Thema Uhu gibt es auch:  Wo der Uhu schläft

Fazit

Für mich war das eine ausgesprochen lohnende Wanderung, wobei ich denke, dass dies eine Tour ist, die im Sommer noch mehr Spaß macht, bzw. sonniges Wetter erfordert. Die Weinberge können bei diesigem Wetter leicht mal trist wirken.

4 Kommentare

  1. An der Ahr ist es einfach wunderschön! Und das erhabene Gefühl oben auf Burg Are ist doch einfch toll, nicht?
    Deine Tour ist ähnlich wie die, die ich letzten Herbst gewandert bin. Aber das Langfigtal täte mich auch mal interessieren.

    1. Ja, die Burg Are ist klasse, da möchte ich auch noch einmal hin, ebenso wie das Teufelsloch. Es gibt so viel zu entdecken. Es wird höchste Zeit für Rente ;-)

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