Wer bunte Felsen und herrliche Landschaften sucht, der fahre nach Nideggen. Gewaltige Gesteinsschichten in den schönsten Rottönen türmen sich entlang der Wanderwege auf der Buntsandsteinroute. Dazwischen haben sich dekorativ die immergrünen Kiefern gestellt, die bei Wärme so einen würzigen Duft absondern.

Sonne und Felsen für die Wanderschnecken

Und hier geht es hin

Vor ungefähr einem Monat, an einem Wochenende, rufen Conny und Tanja zum gemeinsamen Wandern auf. Nideggen ist so ziemlich die einzige Region, für die am heutigen Tag Sonnenschein angekündigt ist und so landet fix ein Track auf meinem Navi, der uns eine Wanderung durch die oben beschriebene Felsenlandschaft schenken wird.

  • Start/Ziel: Nideggen, Rather Str./ großer Parkplatz
  • Streckenlänge: 11 km
  • Höhenmeter:  260 m
  • GPS Track:
  • Einkehr: In Nideggen gibt es reichlich Einkehrmöglichkeiten
  • Tipp: Schaut euch den Skulpturenpark genauer an.
  • Weitere Wandervorschläge und Informationen zur Region Nideggen, hier im Blog

Nideggen

Das Dürener Tor aus dem 14. Jahrhundert ist ein beeindruckender Eingang in die Innenstadt. Nach dem etwas trostlos erscheinenden Zuweg über die Ratherstraße, eine Wohltat diesen Anblick genießen zu dürfen. Die weit sichtbaren, aus dem tief roten Buntsandstein gebauten Türme und Mauern prägen diese Landschaft ebenso, wie die hoch aufragenden Felsformationen, die wir heute ganz nah betrachten wollen.

Dürener Tor
Dürener Tor

Wir stromern ein wenig durch die wunderschönen Straßen, können uns nicht satt sehen an den herrlichen Bauten und den liebevoll dekorierten Hauseingängen.

Skulpturenpark Nideggen

In ehrenamtlicher Tätigkeit schuf der Kunst- und Museumsverein Nideggen den Skulpturenpark. Ab Frühjahr blüht es bunt, wo früher Wildwuchs beherrschend war.

Die Wege sind vereist, unser Fortkommen dadurch stark eingebremst. Sicher ist aber, wir werden uns den Skulpturenpark bei anderer Gelegenheit näher anschauen wollen.

Nun rutschwandern wir jedoch erst einmal den abwärts führenden Pfad hinunter, um in den Wald zu gelangen und damit bald, auf die Buntsandsteinroute.

Buntsandstein

Die imposante Erscheinung der hoch sich auftürmenden Buntsandsteinfelsen erinnert an eine Zeit größter Trockenheit mit wenigen, aber sintflutartigen Niederschlägen. Vor mehr als 230 Millionen Jahren war ein großer Teil Mitteleuropas Wüste. Mit der Eiszeit entwickelten sich die heutigen Flusssysteme und schnitten sich in die Ablagerungen der alten Zeit hinein. So entstanden die hohen Felsen. Mehr dazu findet man z.B. auf der sehr informativen Seite: Eifelnaturreisen

Felsenrundgang Nideggen (12)
Mit Blick auf den Waldboden wandern ist ratsam

Ein wenig unsicher ist der Schritt, denn unvermutet können kleine Eisfelder unter den Stiefeln für ungewünschte Landungen sorgen. So bleibt unser Blick meist auf dem Waldboden.

Grödel helfen manchmal gegen Fallsucht bei Eis und Schnee

GrödelTanja und ich haben uns s.g. Grödel zugelegt, nachdem wir uns zu oft hingelegt haben. Die Dinger werden unter die Wanderstiefel montiert und funktionieren ähnlich wie Schneeketten, eben nur für Schuhe.

Ich habe hier mal einen Partnerlink zu amazon für die:  Snowline Chainsen Pro – Grödel, Spikes, Schneekette für den Stiefel

Wie ich erfahren durfte, haben einige meiner Wanderbekanntschaften genau diese Marke unter den Stiefeln, wenn sie im Winter mit vereisten Wegen rechnen müssen. Meine alten Grödel, die ich vorige Woche Samstag unter den Stiefel hatte, haben nicht den geringsten Widerstand geleistet, sodass ich einige Male fies hin gefallen bin. Die Neuanschaffung wird mir, wenn ich den Schwärmereien derer glauben kann, die die Chainsen besitzen, diese blöden Erfahrungen künftig ersparen.

Winter am Eifgenbach (41)
Meine alten Grödel taugen nichts

Wir wandern weiter auf der Buntsandsteinroute

Sehr schnell treffen wir auf den Namensgeber der Route, den Buntsandstein. Für uns alle eine Premiere diese Felsen im Winter zu besuchen. Wie Puderzucker liegt eine feine Schneeschicht auf dem roten Fels.

Felsenrundgang Nideggen (13)
Die ersten hohen Felsen schummeln sich in unser Blickfeld
Felsenrundgang Nideggen (14)
Ein ganz ungewohnter Anblick, die mit weißem Schneestaub gedeckten Buntsandsteinfelsen
Felsenrundgang Nideggen (15)
Durch die unbelaubten Bäume können wir einen Blick auf Burg Nideggen erhaschen. Die großen Fenster ohne Scheiben sind weithin sichtbar.
Felsenrundgang Nideggen (16)
Der Buntsandstein mit seiner Vielfalt an Farben und Gesteinsformen.

Das Herz pocht lauter

Wir sind alle begeistert, vom Wetter, von der Landschaft, von der Tatsache nach langer Zeit mal wieder gemeinsam unterwegs zu sein. Diese tief roten Felsen wirken auf mich jedes Mal magisch, sie lassen mein Herz lauter schlagen und den Atem tiefer werden.

Heute hat auch Conny eine gute Kamera mit dabei, die sie auf dem heutigen Weg testen wird. Immer wieder bleiben wir stehen, berühren die roten, trockenen Felsen und saugen den würzigen Duft der Kiefern ein, der heute nur schwach wahrzunehmen ist.

Einmal ins Rurtal gucken

Eine erste, kleine Rast gönnen wir uns an diesem herrlichen Aussichtspunkt, der uns einen Blick in die Eifel gewährt und wieder einmal die Burg Nideggen von einer anderen Seite zeigt.

Felsenrundgang Nideggen (40)
Ein erster markanter Aussichtspunkt „Eifelblick Effelsdach“

Wir alle müssen natürlich die schönen Eindrücke auf unsere Kameras bannen. Mit Eifer und Begeisterung wird von links nach rechts gewechselt, um ja nicht einen Eindruck zu verpassen – Mädels eben!

Viele Wege führen zu den Aussichtspunkten.

Wir nehmen einfach die Mitte und versäumen dadurch 1-3 Aussichten, die aber bei der reichlichen Auswahl auch nicht mehr ins Gewicht fallen. Die Waldwege überzeugen momentan auch durch Belag aus weichem Laub, der Frost hatte hier keine Chance. Und schon bald bot sich erneut die Gelegenheit die Trinkflaschen in Aktion zu bringen.

Felsenrundgang Nideggen (53)
Conny voll auf die Kamera konzentriert
Felsenrundgang Nideggen (55) Felsen
Wenn Bäume Schilder fressen
Felsenrundgang Nideggen (57)
Und wieder ein lecker Päuschen – Thema des Tages „Wie verliere ich überschüssige Pfunde“
Felsenrundgang Nideggen (58)
Gut gelaunt über sonnige Wege – Herz was willst Du mehr?

Mit dem Zweirad auf riskantem Kurs zwischen roten Felsen

Die Wege zwischen den Buntsandsteinfelsen werden nicht nur von Wanderern genutzt, sondern inzwischen auch sehr gerne von Fahrradfahrern. Wir haben einige getroffen, alle haben sich sehr rücksichtsvoll verhalten. So geht ein Miteinander, jeder lässt dem Anderen seine Art Hobby.

Felsenrundgang Nideggen (75)
Mountainbiker auf schmalen Pfaden
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Die Kehrseite zeugt von einer Menge Schlamm auf den Wegen :D

Die schöne Burg Nideggen

Nach einer schönen Aussicht ziehen wir zügig Richtung Burg Nideggen, die sich im Besitz des Kreis Düren befindet und in einem tollen Zustand ist. Immer wenn ich hier bin packt mich die Begeisterung. Conny und Tanja kreisen auch wie Spürhunde über das Burggelände. Sorgsam erkunden wir einen großen Teil des Areals, bevor wir weiter ziehen.

Der Nideggener Bach

Eine kleine Strecke über Straßen und bald erreichen wir wieder Wald. Ein Pad führt uns zu einer Brücke, die uns über den Nideggener Bach führen soll. Ich habe dieses „Bächlein“ noch nie mit Wasser gesehen, heute ist Premiere. Ein toller Anblick bietet sich uns, und schon wieder bleiben wir stehen und staunen.

Felsenrundgang Nideggen (108)
Hinunter zum Nideggener Bach

Noch mehr Buntsandsteine – Die roten Felsen

Jetzt kommt mein Lieblingsabschnitt der heutigen Route.

Felsenrundgang Nideggen (117)
Schmale Pfade entlang der hohen Felsen

Eine Vielzahl an Aussichtspunkten, die uns Aussichten auf das Rurtal erlauben und umrahmt sind von Kiefern und hohen Felsen. Der Blick in die Tiefe kann dabei den Höhenängstlichen ein flaues Gefühl im Magen verursachen. Die Burg Nideggen thront gleich gegenüber auf ihrem Berg.

Hier rücke ich für einen Moment meine Kamera heraus, damit ein freundlicher Wandersmann ein Foto von den drei „Grazien“ machen kann.

Diese herrlich grünen Kiefern, die sind ein Traum und bald, sehr bald möchte ich hier erneut unterwegs sein. Dann muss es eine sehr lange Runde sein, mit 1000% gutem Wetter und noch besserer Kondition.

Felsenrundgang Nideggen (128)
Schmale Wege zwischen den hoch aufragenden Kiefern

Wir sind uns alle einig, der Tag hätte nicht besser verlaufen können. Diese kleine Runde mit nur knapp 11 km bietet so viel für die Augen, die Nase und die Psyche, da braucht es tatsächlich nicht einen Kilometer mehr in dieser Jahreszeit.

Bis zur Christinenley schenkt uns dieser Weg noch einmal ein Highlight nach dem anderen. Langsam zieht der Himmel seine Vorhänge zu. Eine Tatsache die uns nicht zu stören vermag, hatten wir doch Sonne satt am heutigen Tag.

Das Hindenburgtor…..

wurde nach dem Generalfeldmarschall und späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt. Der Eifelverein, Ortsgruppe Nideggen, soll im Jahr 1918 diesem  Herrn das Naturdenkmal gewidmet haben.

Die letzten 100te Meter bleibt meine Kamera am Gurt, so attraktiv ist der Schlussaccord nicht. Wir bleiben also gedanklich in der Natur, die uns heute so viel gegeben hat. Nach einer Einkehr in einem Cafe nahe dem Parkplatz fahren wir recht zügig wieder heim.

(Übrigens waren Tanja, Iris und ich schon 2013 hier unterwegs: Blogbeitrag Buntsandsteinroute). es lohnt sich auch diese einmal zu testen.

4 Kommentare

  1. Liebe Elke,
    so ein schöner Weg! Und wieder ein schöner Beitrag darüber. Dankeschön!

    Die Grödel ziehst du nur im Schnee (oder Matsch) an, oder? Mir erscheinen die Metallzacken doch als recht hoch.

    Ich musste auch heute noch mal das linde, sonnige Wetter nutzen 🙂

    Liebe Grüße
    Aurora

    1. Ich war gestern und Samstag unterwegs- heute nur 1 Stündchen.

      Ich habe die Grödel gerade erst bestellt. Die alten Dinger hatte ich das erste Mal an. Ich berichte wenn die neuen den ersten Test uberlebt haben 😅
      Liebe Grüße
      Elke

Kommentare sind geschlossen.