Ziemlich heftig überrollt in diesem März noch einmal eine Kältewelle unsere Region, sorgt in vielen Teilen Deutschlands für Schneefall und extreme Kälte. Das passt so gar nicht zu meinem auf Frühling getrimmtes Gemüt. Ein paar Stunden Sonne und garantiert von Schnee verschont bleibt unsere Rheinregion an diesem Wochenende, also treibt es mich heute auf den Burscheider Schluchtenpfad.

Und hier startet der Burscheider Schluchtenpfad

  • Start/Ziel: Thomashof in Burscheid, Hammerweg
  • Streckenlänge: 12 km
  • Höhenmeter: 220
  • GPS Track Burscheider Schluchtenpfad
  • Ein paar sommerliche Eindrücke: Spaziergang am Thomashof
  • Einkehr am Thomashof mit Hofladen
Burscheider Schluchtenpfad
Rückblick auf den Hammerweg

Thomashof – Entspannen – Einkaufen -Hofleben

Ich hatte vor einiger Zeit über den Bauernladen Klein geschrieben und dass ich dort meine wöchentlichen Vorräte an Milchprodukten einkaufe. Viele dieser Produkte kauft der Bauernladen beim Thomashof ein.  Die Milch ist weit weniger behandelt, als die Milch im Supermarkt und hat eine wesentlich kürzere Haltbarkeit. Sie schmeckt aber einfach großartig.

Übrigens die Hof eigene Käserei kann besichtigt werden. Auch die Stallungen sind gut einsehbar. Ein kleines Ziegengehege macht den Kleinsten Spaß und auch diverse Kinderfahrzeuge lassen keine Langeweile aufkommen. Für Groß und Klein gibt es sowohl Frühstücksbuffet, Bergische Kaffeetafel und leckere warme Mahlzeiten. Im Hofladen darf dann gestöbert werden, um regionale Produkte mit heim zu nehmen.

Burscheider Schluchtenpfad

Ich bin aber hier, um diesen Bergischen Schluchtenpfad zu erkunden, der gleichzeitig auf dem regionalen E 2 – Auf alten Pfaden  verläuft.  Ich war seit 2013 nicht mehr auf diesem Weg unterwegs, habe aber Teile davon erst vergangene Woche bei Eis und Schnee bewandert.

Am Hofladen und den Ställen vorbei betrete ich, durch ein verschließbares Tor, die Weide. Hier stehen im Sommer die Kühe und erfreuen sich am frischen Gras. Manchmal erschrecken sie auch harmlose Wanderinnen. Guckt mal hier an das Ende des BeitragesNarzissen auf dem Burscheider Schluchtenpfad

Die ersten Narzissen haben sich an einer sonnigen Stelle schon aus dem Boden gearbeitet

Und schon bin ich im Wald

Auf wunderschönen Pfaden wandere ich hinunter und quere einen kleinen Zufluss zum Eifgenbach. Wunderschöner Wurzelpfad auf dem Burscheider Schluchtenpfad

Zufluss zum Eifgenbach Burscheider Schluchtenpfad
Dank guter Wanderstiefel erreiche ich trockenen Fußes die andere Seite.

Eine kleine Wasserstufe sorgt für eisige Zapfen an allen möglichen Stellen. Eine Weile hocke ich mich hin, betrachte das gluckernden plätschern und freue mich, dass ich es doch geschafft habe mich eine Weile auf dem warmen Wohnzimmer zu bewegen.Vereister Zufluss zum Eifgenbach

Hinauf auf den Berg nach Bellinghausen

Mir bleibt auch nichts erspart. Dem Abstieg folgt unmittelbar der Aufstieg, immerhin führt mich das Zeichen des E 2 hinauf nach Bellinghausen. So ein wenig vermisse ich die Namensgeber des Burscheider Schluchtenpfad, nämlich die Schluchten. Die Pfade hier im Eck sind jedoch ein Traum. Im Frühjahr ist es natürlich doppelt schön!Pfad hinauf nach BellinghausenWurzelpfad hinauf nach Bellinghausen

Es riecht nach Frühling

Eigentlich wären jetzt frühlingsfrische Bilder schöner, aber die gibt es noch nicht.Alte Fotos hier zwischen zu schummeln, das möchte ich auch nicht. So ein wenig hilft da träumen und das in grün. Die Akustik stimmt ja schon, denn die Vogelwelt ist dermaßen in Brutstimmung, dass alle Farben der Melodien zu hören sind. Es fliegt und flattert so emsig in den kahlen Büschen, kleine Meisen zerlegen Zweige mit ihrem Schnabel, um sie für den Nestbau abzuschleppen.

Baumstumpf auf dem Burscheider Schluchtenpfad
Ich wette in dem haben sich auch schon reichlich Lebewesen eingenistet

Burscheider Schluchtenpfad - BarrikadeEinigermaßen auf der Höhe angekommen erlaubt mir das winterliche Outfit der Umgebung einen Blick in die „Schlucht“, also doch ein Schluchtenpfad?Blick in die Schlucht

Alte Mauern – Stein auf Stein

Was hier wohl mal gestanden hat? Eiszapfen hangeln sich die Mauern herunter. Ein paar Tage dürfen sie noch dort bleiben, dann ist Schluss mit Winter.Eiszapfen an einer Mauer

Es dauert nicht mehr lange und ich erreiche den Ortsrand von Bellinghausen und den Wanderparkplatz dort, der sich als Alternativer Startpunkt eignet

Fachwerk in Bellinghausen

Die Straßenzüge von Bellinghausen sind von soviel liebevoll geputzen und in Stand gehaltenen Fachwerkhäusern geschmückt, da geht das Herz auf.  Einzig die Vielzahl an Autos stört die dörfliche Idylle. Auch hier stehen zwei und mehr Autos vor jedem Haus. Nun denn, ich habe sie so weit wie möglich ausgeblendet und zeige euch die Fotos, die ein wenig von dem wiedergeben sollen, was Bellinghausen ausmacht.

Burscheider Schluchtenpfad
Eines der netten Häuschen versteckt sich dann doch lieber hinter Hecken, statt hinter Blech.

Der Rest aber zeigt sich in aller Schönheit. Auffällig wie weiß das weiß ist. Ich habe selten so einen idyllischen Ort gesehen (obwohl es sie zweifelsfrei geben wird)

Raus aus dem Dorf in die Natur

Der kleine süße Ort verlockt mich immer wieder zum zurück schauen. So landen insgesamt recht viele Fotos auf meiner Kamera, unverhältnismäßig viele, gemessen an der Größe der Ortschaft.

Bellinghausen Dorfansicht
Blick zurück auf Bellinghausen

Bellinghausen Dorfansicht - Allee

Typisch Bergisches Land

Noch steht kein Feld voll, aber sie haben bereits unterschiedliche Farben und sind so die bunten Tupfer in der noch so winterlich wirkenden Landschaft.

Blick auf die Felder am Rand von Bellinghausen
Blick auf die Felder am Rand von Bellinghausen

Auf dem Weg nach Eschhausen

Ein wenig tauche ich in die Felder- und Wiesenlandschaft zwischen Bellinghausen und Eschhausen ein, muss dann leider wieder auf Asphalt durch die örtlichen Straßen.

Es erscheint mir unendlich lange zu dauern, bis ich wieder Waldboden unter den Füßen habe, bin dankbar und atme tief ein. Auch wenn gerade in den Wohngebieten die Singvögel besonders stimmgewaltig sind, so liebe ich doch die Einsamkeit der Waldwege. Waldweg auf dem Burscheider Schluchtenpfad

Burscheider Schluchtenpfad (102)Nun ja, noch ein paar Schlenker trabe ich am Ortsrand entlang, aber dann….

Männer reden weniger als Frauen?

Stimmt so nicht, oder nicht immer!

Hinter mir ertönen männliche Stimmen. Hinter mir tauchen zwei Wanderer, die gestikulierend und ausgesprochen bered ihres Weges ziehen. Da haben sich zwei gefunden.Auch Männer reden beim wandern

Ich kann mich gar nicht satt sehen, an den beiden munteren Wanderern, aber auch an der Umgebung, die schon nicht mehr ganz so trostlos wirkt, da Nadelgehölz zwischen den Laubbäumen steht. Einer dieser Weihnachtsbäume hat sich wohl unter Friederike flach gelegt.

An Hängen vorbei zur Markusmühle

Nun muss ich die wenigen Waldbilder zeigen, die mir richtig gut gefallen. Licht stimmt, Moos an den Seiten im Hang. Perfektes Style für schöne Fotos (also nach meinem Geschmack schön) Eine Weile begleitet mich der Heimbach, der dann in den Eifgenbach fließt.

Einmal über die Opladener Straße hüpfen und schon steht da die Markusmühle, schon oft hier im Blog erwähnt. Einige Blogbeiträge widmen sich ihr und anderen Mühlen im Eifgenbachtal.

Markusmühle
Markusmühle

Burscheider Schluchtenpfad (134)

Forellenzucht Markusmühle
Forellenzucht Markusmühle

Und nebenan der Eifgenbach

Für eine Weile verläuft der Burscheider Schluchtenpfad parallel zum Eifgenbach. Im Hang links neben mir entdecke ich einen toten Graureiher. Ob er dem Frost zum Opfer gefallen ist, wie so viele Singvögel in diesen Tagen?

Gefrorene Pfütze
Mustereis
Burscheider Schluchtenpfad (141)
Liebe zum Baum

Wegezeichen im Bergischen L

Nachdem der Dünweger Bach gequert ist, lande ich wieder am Eifgenbach. Dieser bekommt reichlich Wasser von sehr vielen kleineren und größeren Bächen. Hier plätschert es eigentlich überall, selbst von den Hängen.

Und wie sollte es anders sein, begleitet uns schon eine Zeit der Eifgenbachweg, den ich in einem Herbst mit Tanja erstmals erkundet habe. Wunderschön und empfehlenswert, das garantiere ich euch. Lest einfach mal den BlogbeitragBurscheider Schluchtenpfad (149)Burscheider Schluchtenpfad (152)

Moos mit Trichter
Moos mit Trichter

Eisige Zapfen in Fels und Wasser

Ein ganzes Stück kraxeln muss ich, um diesen Eiszapfen nahe genug zu kommen. Sie hängen ganz oben in den Felsen, dank Teleobjektiv muss ich die letzten Meter nicht auch noch krabbeln.

Burscheider Schluchtenpfad (157)
Eiszapfen im Fels

Auch im Eifgenbach bilden sich Zapfen, bzw. eher an überhängenden Zweigen, die sich die Feuchtigkeit des Wasser eingefangen haben.

Eiszapfen im Eifgenbach

Erstaunlich grün schimmert das Wasser im Eifgenbach. Gut, dieser Wanderweg bietet nichts Neues für mich und trotzdem ist er in den größten Teilen ein Genussweg.

Wie schon auf meinem kürzlich bewanderten Weg, muss ich auch heute klettern und das ist mehr als mühselig. Was aus der Entfernung noch einigermaßen harmlos wirkt, ist aus der Nähe betrachtet mit Kamera und Co bewaffnet für mich eine einigermaßen akrobatische Übung.

Baum im Weg auf dem Burscheider Schluchtenpfad
Baum im Weg auf dem Burscheider Schluchtenpfad
Burscheider Schluchtenpfad (182)
Wie man gut sieht, liegt der Baum so im Hang, dass ein drüber klettern schwierig ist.

Und noch einmal geht es den Berg rauf

Noch einmal werden Kräfte gefordert. Der Thomashof liegt oben, ich befinde mich noch unten. Doch diese kleine Hürde ist schnell überwunden.

Thomashof in Sicht

Wieder muss ich die Rinderweide überqueren, bevor ich auch schmalem Pfad Richtung Thomashof strebe. Auf dieser kleinen Zielgeraden verschaffe ich meinen Stiefeln zum Abschluss noch eine gute Portion Matsch versetzt mit Kuhdung. Riecht zauberhaft natürlich!

Wenn auch schon mehr als bekannt, auch teilweise hier im Blog, so war es doch ein großartiges Wandererlebnis. Leichte Abstriche durch den Asphaltanteil, die aber rund herum eingebettet sind in Wald- und Wiesenwege.

Das Bergische Wanderland ist schon besonders

2 Kommentare

  1. Richtig liebevoll beschrieben, Elke. Wenn ich die Dorfsbilder so betrachte, fällt mir doch auf, um wieviel schöner die Dörfer sind als hier bei uns. Das Einheitliche hat doch was. Hier baut jeder nach seiner Façon und wirken die Dörfer chaotisch. Es soll Menschen geben, die gerade an diesem Chaos Gefallen finden, aber die bergische Art gefällt mir doch weitaus besser als die belgische. LG

    1. Je nachdem wohin man in Belgien kommt, finde ich die großzügigen Häuser mit der schönen Deko nett anzuschauen, aber es ist schon richtig. Da wird ziemlich wild gebaut :D

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