Auf den Steinerberg wandern, das ist ein lang gehegter Wunsch. Überhaupt fehlen mir noch viele attraktive Wanderwege auf meiner Ahr-Wanderliste. Die heutige Tour fand ich unter dem Namen: Steinerberg – Ahrbrück bei Outdooractive.

Eine kleine, wenig anstrengende Wanderung sollte es sein. Tanja spürt eine beginnende Erkältung, da muss Frau es nicht übertreiben. Wobei Wanderschnecken grundsätzlich nicht zur Übertreibung neigen, oder?

Unsere Wanderung zum Steinerberg

  • Start/Ziel: Parkplatz am Sportplatz in Ahrbrück, Kesselinger Str.
  • Streckenlänge: 12,5 km
  • Höhenmeter: 435 m
  • GPS Track Wanderung zum Steinerberg
  • Einkehrmöglichkeit: Am Steinerberg
  • Wanderungen an der Ahr und Umgebung findet ihr hier: Ahrwanderungen

Wir müssen nicht lange durch Straßen wandern, erreichen schnell einen sanft ansteigenden Wiesenweg. Die Moos bewachsenen Baumstämme geben der Umgebung einen Tupfer Farbe, den die Hecken noch eine Weile missen lassen.Auf dem Weg zum SteinerbergEines kann ich euch versichern, die Höhenmeter dieser Runde haben es in sich und die arme Tanja war mehrfach kurz davor ein Taxi zu bestellen. Schniefend und schnaufend erklimmt sie die 435 Höhenmeter bis zum Steinerberghaus. Ich schweige jetzt zu meinen eigenen Atemgeräuschen, aber bis auf das Schniefen, war die Palette der angestrengten Töne auch aus meinem Munde zu hören.Alter Baum mit Efeu - Am FElsen

Traumpfade oberhalb Ahrbrück

Sehr überraschen, aber auch falsch, landen wir auf schmalem Weg hinauf. Felsen türmen sich links und rechts auf, vor mir ein undefinierbares Röcheln. Wenn ich die Kamera auf Tanja richte lautet das Kommando an sie „AUF-RICH-TEN!“ Denn von hinten sieht sie häufig aus wie der kopflose Nick. Der Vierfüßlergang war vermutlich das heimliche Ansinnen meiner lieben Freundin.

Wo geht es zum Steinerberg?

Irgendwann merke ich, wir sind falsch. Glücklicherweise finden wir einen netten Weg hinunter zu Landstraße, der wir normalerweise noch länger gefolgt wären. Wir sind doch dankbar für den anstrengenden Aufstieg, der uns jedoch über Traumwege geführt hat.

Hauptstraße Ahrbrück
Hauptstraße Ahrbrück

Der Straße folgen wir satte, unbequeme 800 m und das nervt. Glücklich bietet sich dann eine Möglichkeit wieder auf einen Waldweg, von der Straße weg, zu wechseln.

Zurück in die Natur

Im Wald geht es nun wieder einmal bergan, aber einfach traumhaft schön durch die immergrünen Nadelgehölze. Plötzlich stolpere ich über ein Gebilde, das so gar nicht in meinen Erfahrungsschatz passt. Der Schädel eines Rehbockes liegt im Laub, das Gehörn ist entfernt worden.Schädel eines RehsEine Weile rätseln wir herum, aus welchem Grund wohl dieser Schädel hier liegt. Waren Wilderer am Werk? Ein Verbrechen, ganz klar, oder?
Das Rätsel werden wir nicht lösen können, also ziehen wir weiter. Spuren könnten wir, mangels kriminalistischer Kenntnisse, sowieso nicht erlesen.

Winterwanderweg ganz grün

Eine so grüne Winterlandschaft kurz vor dem Steinerberg

Die nun folgende Mischung aus Wacholder und Ginster sind selbst im Winter eine Augenweide. Als wir den Gipfel des Steinerberg erreichen wird deutlich, die Idee hier oben einen Tagesurlaub zu verbringen, haben viele. Es tummeln sich Familien und Gruppen Radfahrer und einige wenige Wanderer/innen.

Steinerberghaus

Das Steinerberghaus hat eine großartige Lage. Von der schönen Holzterrasse direkt am Haus hat man einen tollen Blick auf die Umgebung, die jetzt im Winter natürlich etwas Farbe vermissen lässt.

Wanderschnecken erreichen den Steinerberg
Steinerberghaus

Großzügige Terrassen sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass es ab Frühjahr ziemlich voll werden kann.  Wir lassen uns zu einer Tasse Kaffee nieder. Kuchen ist, aufgrund intensiver Wünsche an Gewichtsverlust, gestrichen. Da sind wir uns einig!

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Terrasse am Steinerberghaus

Von nun an geht´s Berg ab

Die vielen Höhenmeter, die wir gerade erst erklommen haben, müssen wir nun wieder hinunter. Wieder einmal stellen wir fest, dass es für unsere nicht mehr taufrischen Knie eine arge Belastung ist. Eigentlich ist es schöner hoch zu stiefeln, wenn auch die Lungen schon mal ein Pfeifkonzert geben.

Vom Steinerberghaus wieder in die Natur

Der urige Teil unseres heutigen Wandertages ist gewandert. Jetzt geht es teilweise über Forstwege, die aber letztendlich entspannter zu laufen sind, als schmale Pfade mit Rutschgarantie.

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Ein wenig rudimentär, das Flickzeug

Wanderparkplatz und Hochgerichtsstätte

Wir erreichen einen großen Rastplatz an der Hochgerichtsstätte des Mittelalters. Gruselige Ereignisse sind auf der Tafel zu erlesen, von Hexenverfolgung und Folter, na Mittelalter eben. Die hatten schon brutale Methoden, um einen Grund für Hinrichtungen zu finden.

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Hochgerichtsstätte des Mittelalters

An der Hochgerichtsstätte

Und wieder in Ahrbrück

Es geht jetzt zackig dem Ende unserer Wanderung entgegen. Die Fotoapparate kommen kaum noch zum Einsatz. Die Wolkendecke ist inzwischen ziemlich dicht geworden. Tanja schwächelt reichlich, hält sich aber tapfer. Später stellt sich raus, sie hat sich einen heftigen Infekt eingefangen. Wanderpause, ist erst einmal angesagt.

Die Einkehr sparen wir uns heute. Insgesamt war diese kleine Runde recht ansprechend, vor allem die Wege oberhalb Ahrbrück und oben Richtung Steinerberg. Es wird Zeit für die frühlingshaften Farben in der Natur, wir können es kaum erwarten.

2 Kommentare

    1. Oh jaaaaa, das Ahrtal ist wunderbar. Wir werden in diesem Jahr häufig dort anzutreffen sein.
      Ich wünsche Dir ein tolles Wochenende
      Elke

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