Beim wandern habe ich schon manche Überraschung erlebt und die waren nicht immer nur angenehm. Mal schrubbe ich den Waldboden mit den Handflächen oder dem Hosenboden, mal sammeln sich unangenehme Insektenstiche an Armen und Beinen oder Zecken erweisen sich als so anhänglich, dass sie gewaltsam entfernt werden muss. All das motivierte mich eine Notfallausrüstung beim Wandern mitzuführen.

Notfallausrüstung beim Wandern

Hilfe bei schmerzenden Füßen

Meine Füße sind Mimosen und das obwohl ich täglich barfuß laufe und sie regelmäßig in Wanderstiefeln unterwegs sind. Abhärten funktioniert also nicht.  Mal sind es Dornwarzen, die bei Nichtbeachtung Schwestern hervorbringen. Mal ist es der Fersensporn oder die Achillessehne und früher waren es in aller Regelmäßigkeit Blasen.

Meine Empfindlichkeit hat mich dazu bewogen sowohl Tape (Physiotape) mitzunehmen, als auch alle erdenklichen Pflaster, auch für Blasen. Auf empfindliche Stellen gebracht, hält ein solches Pflaster Druck und Reibung fern, auch ein Tape leistet diesen Dienst sehr gut. Meine Ferse muss ich vor langen Wanderungen meistens tapen, um die Sehnen zu schonen.

Nur einmal die falschen Socken

Kürzlich hatte ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, ganz normale Wandersocken an den Füßen. Immerhin hatten die mal viel Geld gekostet und  so ungenutzt in meinem Sockenkasten hatte ich fast Mitleid mit den schönen Fußwärmern.

Schon nach rd. 10 Kilometern brannten die Füße. So blöd, immerhin sollte ich mich noch an frühere Zeit erinnern, bei höheren Temperaturen stieg auch die Reibungshitze im Stiefel und sorgte für die fiesen, schmerzenden Blasen. Natürlich hatte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn weder Wechselsocken noch Nylonsocken zum drunter ziehen mit. So hatte meine Haut an den empfindlichen Füßen reichlich Gelegenheit Blasen und Druckstellen zu bilden. Hölle tut sowas weh und noch gute 10 km liegen vor uns.

Wenn es zwackt, nicht weiterlaufen

Anstatt sofort anzuhalten und die Füße zu versorgen, laufe ich weiter bis es überhaupt nicht mehr geht. Einmal an die frische Luft geholt, zeigt sich das Ausmaß der Unvernunft. Der kleine Zeh ist aufgescheuert und geschwollen, an der Innenseite des linken Fußes zeigt sich eine dicke Blase.

Das Erstehilfetäschchen ist meine Rettung. Die beiden äußeren Zehen am rechten Fuß werden erst mit Pflaster und dann mit Tape zusammen gebunden, so wird Reibung vermieden. Ein Blasenpflaster hilft gegen die Blase am Fußinneren. Die schlimmsten Beschwerden sind damit unterbunden.

Fazit dieses Sockenversuches

Wenn ich je wieder eine andere Sockenmarke, als meine geliebten WrightSocks (Hier im Blog schon vorgestellt) testen möchte, werde ich dies sicher nicht auf längeren Wanderungen tun, bzw. Wechselsocken mitnehmen UND sofort bei Beschwerden das Arztköfferchen zücken und nicht noch 1-2 Kilometerchen wandern.

Offene Wunden versorgen

Nach einem Sturz hatte ich mir einen dicken Lappen Haut vom Handballen gerissen. Damals hatte ich zwar Desinfektionstücher dabei, jedoch kein Spray. Nach diesem Erlebnis zählt auch dieses Spray zu meiner Ausstattung. Damit spült man prima Schmutz aus Wunden.

Eine Pinzette gehört mit zur Standardausstattung und leistete mir wertvolle Hilfe beim Entfernen von Steinchen aus der offenen Wunde. Das war wirklich eine Herausforderung, aber ich bin heil beim Doc angekommen, der mir den Hautlappen fix wieder positioniert und angenäht hat.

Zeckenzange ole

Nie wieder ohne Zeckenzange- oder karte unterwegs sein. Auf nur einer Wanderung versammelten sich einst 4 Zecken auf mir, ein tatsächlich einmaliges Erlebnis. Dank Zeckenzange habe ich sie raus gezogen, bevor sie sich richtig fest setzen und ihren blutigen Job erledigen konnten.

Schmerztabletten & Co

Unter Schmerzmittel wandern halte ich für keine gute Idee, wenn Schmerzen aber während einer Wanderung auftreten, dann möchte ich dem auch entgegen wirken. Auch eine längere Rückfahrt im Auto erlebe ich lieber Schmerz-frei. Also gehört in meine Zusatzausstattung ein Schmerzmittel, aber auch eine Salbe die den Juckreiz von Insektenstichen lindert.

Allergietabletten und Nasenspray

Glücklicherweise bin ich nicht betroffen und muss davon nichts mitschleppen, aber Allergiker sollten dran denken, ansonsten kann Wandern im Frühjahr und Sommer die Hölle werden.

Etwas zum warm halten

Foliendecken bzw. Rettungsdecken gibt es in Ultraleichtversionen. Sie können zwar nur einmal genutzt werden, aber all zu häufig wird ein ungeplantes Übernachten oder Abwarten in Kälte vermutlich nicht zu unserem Erlebnis-Repertoire gesellen. Bisher habe ich keine, wäre aber für Wintermonate eine Überlegung wert.

Traubenzucker oder Scho-Ka-Kola

Für den kleinen Hunger, bzw. einen Energieschub sorgen Traubenzucker und ganz vorzüglich auch die altbewährte Scho-Ka-Kola.  Die schmeckt zudem noch ausgesprochen gut ;-)

 

Regelmäßige Haltbarkeitskontrolle

Medikamente aber auch die Klebeeigenschaften von Pflastern müssen regelmäßig überprüft werden. Bei mir fliegen regelmäßig eine Reihe Pflaster raus in meinen häuslichen Erstehilfekasten, neue werden zugefügt.

Notfallausrüstung bei Amazon

 

Was nehmt ihr zusätzlich zur Standardausstattung mit?

Gibt es bei euch unverzichtbare Gegenstände im Notfall-Set?

Würde mich brennend interessieren, was ihr da so im Gepäck habt.

 

 

 

 

 

 

7 Kommentare

  1. Nicht wirklich, ehrlich gesagt. Pflaster habe ich ohnehin immer in jeder Tasche/jedem Rucksack, es kann sein, dass in der Vortasche vom Wanderrucksack auch ne Tube Fenistil o.ä. drin ist (Haltbarkeit? Keine Ahnung…) und manchmal nehme ich auch ein kleines Fläschchen Sonnencreme mit. Das aber selten, ich bin Eincrememuffel (ja ich weiß, dass das nicht gut ist…) weil ich den Geruch nicht mag und schon gar nicht das „versiffte“ Gefühl, wenn das alles so klebt.
    Ne Zecke hatte ich noch nie. Ich weiß gar nicht, wie solche Tiere in Natura aussehen und vor allem wüsste ich gar nicht, wie ich mir die entferne. Bin aber Zeckenschutzgeimpft, da vertraue ich dann drauf bis ich im Falle eines Falles beim Arzt wäre.
    Und alles andere wäre mir viel zu viel unnötiger Ballast. Ich gehe ja nicht mit dem Gedanken wandern, dass was passieren könnte (in welcher Form auch immer). ;)

    1. Früher hatte ich auch nichts mit, heute bin ich z.B. wieder froh gewesen, meinen aufgeriebenen Zeh schützen zu können. Auf rd. 800 Wanderungen in den letzten Jahren, habe ich das Set nur rd. 10-12 Mal benötigt. Trotzdem schleppe ich es gerne, fühlt sich besser an.

  2. Ich nehme hoechstens eine Regenjacke mit, gehe aber oft auch ohne los. Schon mal Sonnenschutz und ein Insektenmittel. Ab und zu Stirnlampe und Taschenmesser. Sonnenkappe auf jeden Fall. Und eine Trillerpfeife fuer Notfaelle.

    1. Na das ist ja spartanisch. Vielleicht bin ich auch besonders trottelig :D und benötige deshalb Pflaster & Co! ;-)
      Trillerpfeife, Sonnencreme habe ich allerdings nicht mit

  3. Hallo Elke,
    Also ich hab so ein kleines Arzneitäschchen im Rucksack. Da hab ich Pflaster, Mullkompresse elast. Binde, Probepackung Wundgel, Schmerztablette, Traubenzucker, Probepackung wärmende Salbe ( gegen Verspannungen) Augentropfen gegen trockene Augen, ein Beutelchen Direktmagnesium. Ich glaub das war alles. Gut bewährt haben sich kleine Proben aus der Apotheke, weil sie ja nicht viel Platz brauchen. Eine Zeckenzange würde auch noch reinpassen.
    Diese Socken, die du trägst werde ich mal ausprobieren. Danke für den Tipp.

    LG Ulrike

  4. Hallo Elke,

    das ist natürlich ein Ding… wie Du weißt bevorzuge ich die gleiche Sockenmarke. Und deshalb schleppe ich meine Blasenpflaster immer umsonst mit mir herum. Aber ich hab sie dabei, vielleicht kann man ja mal jemandem helfen ;-)

    Liebe Grüße, Jörg

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.