Alle Jahre wieder stellt das Freilichtmuseum Detmold seine Museumsdörfer unter ein neues Thema. In 2018 bedeutet das, die 1960er Jahre unter die Lupe zu nehmen. Unter der Überschrift: „Raus aus dem Spießerglück“ werden dem Besucher die „unbekannten“ 60er Jahre nahe gebracht.

Durch das Tor hinaus auf´s Land

  • Anfahrt: Krummes Haus Parkplatz:, Paderborner Straße, 32760
  • Eine weitere Beschreibung des Museums findet ihr bei „Op Jück

Im Kassenbereich ist „Frau“ schon auf mein Kommen vorbereitet, mit ein paar herzlichen Worten werde ich auf das riesige Gelände des Freilichtmuseums dirigiert. Was ich vor diesem Besuch auf dem Wanderweg „Von Fachwerk zu Fachwerk“ von außen sah, betrachte ich nun aus der Nähe. Den Beitrag zur Wanderung schreibe ich etwas später, also habt Geduld.

Tapete und das Gehörn, aber auch der Bogenhanf auf dem Plakat, sind für mich Sinnbild der 60er Jahre und auch….. ja … vom Spießerglück.

Zu diesem Thema kommen wir aber später, denn erst möchte ich einfach schauen.

Verwaltungsgebäude

Ich statt dem Museumsshop einen kleinen Besuch ab und treffe auf Produkte, die ich im Teuteburgerwald schon kennen gelernt habe. Auf dem Diekmanns Hof habe ich damals leckere Marmeladen erstanden. Passend zum Thema dieses Freilichtmuseums werden regionale Produkte angeboten.

Bei der Gelegenheit wird mal wieder deutlich wie nachhaltig meine Besuche in fremden Regionen doch sein können. Ich kann nur „Danke“ sagen, für immer neue Gelegenheiten Deutschland ein Stück mehr kennen lernen zu dürfen.

Mögliche Variante: Planwagenfahrten über das Museumsgelände

Das Museum

Heute werde ich,ähnlich wie im Freilichtmuseum Lindlar, nur auf viel größerer Fläche, Landwirtschaft sehen. Hierbei wird der Wandel in der Ackerlandschaft, der Kulturlandschaft und der Viehzucht dargestellt. Auch regionale Unterschiede werden deutlich hervor gehoben. Das was wir als Fortschritt betrachten wird hier wieder zurück gefahren. Alte Sorten werden angebaut, Dünger und Bearbeitungsformen alter Zeiten verwendet.

Dies alles ist eingebettet in die dörfliche Bebauung.

Viel Zeit einplanen

Wie so oft stelle ich fest, ich hätte mehr Zeit gebraucht. Ich werde mir angewöhnen mich auf eine Hauptunternehmung zu beschränken, wenn Besichtigungen dieser Art anstehen. Die voran gegangene Wanderung hat einfach zu viel Tageszeit verbraucht und körperliche Kraft natürlich auch. Für den Rundgang und gründliches Erfassen aller Details benötigt ein Besucher schon einen Tag.

Die Wassermühle

Links vom Eingang und Museumsshop steht diese wunderschöne Wassermühle aus Fachwerk.

Alte Wassermühle

Münsterländer Gräftenhof

Gräften sind Wassergräben, die das Ensemble umschließen. Dieser Hof gehörte einst einem Großbauern. Entstanden sind solche Höfe im Mittelalter, dieser hier 1787. Der Innenraum des Haupthauses kann sogar mit Wagen befahren werden.

Gräftenhof

Mindener Hof

An der Gastronomie des Tiergarten Krug genehmige ich mir einen stärkenden Kaffee, um dann bald wieder weiter zu ziehen Richtung Mindener Hof. Die Brandscheune steht, wie es früher üblich war, abseits des Hofes. In der Brandscheune lagerten die Hofbesitzer das Getreide. Oft hat man Gruppen dieser Scheunen gebaut, immer abseits der Wohnhäuser, um bei einem Brand noch Vorräte zu haben.

Brandscheune
Brandscheune – nicht befahrbar und für Getreidelagerung gedacht

Vor einem der Wohnhäuser steht ein Klohäuschen, oder vornehm ausgedrückt, ein „Abort“. Vor 1850 wurden diese intimen Gebäude nicht oft gebaut. Wer musste ging auf den Misthaufen (praktisch für Vieh und Mensch) oder ins Gebüsch.

Tja und wie das so ist, wenn ich nicht alles aufschreibe, oder die Schilder fotografiere, weiß ich nicht mehr wo ich war und was ich gesehen habe. Schlimm? Für mich eher nicht, denn die visuellen Eindrücke sind es, die mich bereichern.

Das gesamte Museumsgelände ist weitläufig, es sind wunderschöne Blumenwiesen zwischen den Dörfern, zahlreiche Bäume säumen die Wege. Der ländliche Charakter ist dominant und das ist es, was ich liebe.

Damit ihr einen Eindruck bekommt, stelle ich einfach Fotos ein.

Lippischer Meierhof

Mutter-Kind-Idylle

Paderborner Dorf

Prächtige Fachwerkhäuser mit hübschen Fenstern. Der Fortschritt zieht ein, in das landwirtschaftliche und dörfliche Leben.

Paderborner Wohnhaus

Raus aus dem Spießerglück

Die Spießer, ja so waren sie in dieser Zeit. Der Standardspruch „Was sollen die Nachbarn von uns denken“ oder für uns Kinder die Mahnung „Solange Du Deine Füße unter meinen Tisch…..“ Meine Brüder mussten sich anhören „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ selbst wenn die Knute geschwungen wurde. Und ja, Prügel für uns Kinder, auch während des Schulunterrichtes, waren damals noch akzeptiert.

Welch ein Aufstand gab es zunächst in der Nachbarschaft, als meine Mutter erstmals einer bezahlten Arbeit nachging. Der Umbruch hatte begonnen und ließ sich nicht mehr aufhalten.

Die Führung im Freilichtmuseum Detmold mit dem Thema „Raus aus dem Spießerglück“  bringt diese Erinnerungen.

Ich erinnere mich noch sehr deutlich an diese Kanne, die stets mit Hagebuttentee gefüllt war der uns Kindern als Tagesgetränk zur Verfügung stand.

Mein persönliches Bild zum „Spießerglück“

Serviettenringe waren, ebenso wie das Silberbesteck, ein normaler Haushaltsartikel meiner Kindheit. Und noch bevor der elektrische Dosenöffner auf den Markt kam, wurden Dosen mit dem schwarzen Gerät geöffnet. Daneben der Pickser für die Dosenmilch (Dosendorn genannt).

Noch ein paar Eindrücke zum Schluss, Bilder die mir gefallen, die ich selber in diesem Blogbeitrag gerne sehen möchte.

Ziemlich laufintensiv war der heutige Tag und mit vielen Eindrücken gespickt. Ich bin reichlich geschafft und sehne mich nach einer deftigen Mahlzeit. Die kleine Wegstrecke bis zur Jugendherberge Detmold, wo ich die kommenden Tage nächtigen werde, ist kurz. Nach der Begrüßung freue ich mich über Salat und Grillwürstchen, ganz nach meinem Geschmack.

Bei meiner Reise wurde ich unterstützt durch:


Outdoor Blogger Codex
Outdoor Blogger Codex

Meine Leser/innen dürfen sich zu jeder Zeit darauf verlassen, dass ich meine ganz persönlichen Eindrücke wiedergebe, so auch hier. Hierbei fängt mein persönliches Anliegen an Authentizität schon bei der Planung an.

So suche ich sehr sorgfältig aus, wohin die Reise gehen soll, Unternehmungen vor Ort müssen zu mir und meinem Blog passen. Der Spaß am Erlebnis wird für mich stets im Vordergrund stehen.

8 Kommentare

  1. Schöne Bilder und interessantes Museum. Wenn ich Relikte aus meiner Kindheit im Museum wiederentdecke, fühle ich mich irgendwie alt ;-)!

  2. Tolle Häuser!
    Abort – das Wort hab ich schon ewig nicht mehr gelesen / gehört hatte. Genauer gesagt nachdem seit mein Großonkel gestorben ist, aber der hatte es in aktiver Verwendung.

    1. Mir war das total aus dem Gedächtnis gefallen. Manchmal lustig, auf alte Erinnerungen zu stoßen ;-)

  3. Da werden Erinnerungen wach! Ich gehe auch sehr gern in Freilichtmuseen und in diesem war ich mit meinem Ex. Ist aber seeehr lange her. Wir waren noch Studenten 😊.

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