Fotomotive in der Eifel zu suchen bedeutet für mich gleichzeitig entspannt zu wandern. Deshalb dürfen solche Touren auch eine Streckenlänge von 15 km nicht überschreiten. Heute sind es nur 10 km, da ich anschließend meine Enkelin wieder einmal zu mir hole. Ommasein ist wundervoll.

Traumpfad Virneburg – Informationen

  • Start/ Ziel: Virneburg, In der Aue 6 – Schöner großer Wanderparkplatz
  • Streckenlänge: 10 km
  • Höhenmeter: 320 m
  • GPS Track

Fotomotive in der Eifel

Das erste Fotomotiv steht direkt am Portal, das Cafe Bistro „Wohnzimmer“. Nur schade, dass dort offensichtlich gebaut wird und es keinen Wohnzimmerkaffee gibt. Schaaaaade

Cafe Bistro Wohnzimmer

Den Traumpfad Virneburg lernte ich bereits im Juli 2013 kennen. Meine damaligen Blogbeiträge waren doch etwas anders strukturiert, als die heutigen und auch die Fotos sahen etwas anders aus. Zu meinen persönlichen Eindrücken zum Gesamtweg habe ich seinerzeit nichts geschrieben, das möchte ich heute nachholen.

Die Ruine der Virneburg

Hoch oben thront sie, die Ruine der Virneburg. Mächtige Mauern stehen noch und still ist es am heutigen Donnerstag ausnahmsweise mal. Zur Geschichte stehen ein paar Informationen auf einer großen Tafel zur Verfügung.  Von der Burg habe ich einen wunderbaren Blick in die Eifellandschaft und auf das kleine Örtchen Virneburg.

Eine kurze Passage darf ich noch über sehr schöne Wege wandern. Ein Blick zurück gewährt mir noch einmal Aussicht auf die Ruine, dann tauche ich in den Wald ein.

Der Abschnitt zum Abschalten

Die nun folgenden Kilometer reizen mich sehr zum nachdenken, da der Weg nicht sonderlich viel Abwechslung bietet. Die Wege sind breit und geschottert und immer wieder, so auch heute, melden sich erhebliche Zweifel an den Bewertungsgrundlagen für Prämiumwege an. Immerhin erreicht dieser Traumpfad 81 von 100 möglichen Punkten.

Heute nutzte ich die Gelegenheit über dies und das zu sinnieren, mir Sprachnotizen zu machen, einfach so dahin zu trödeln.

Auf diesem rd. 1 Stunde andauernden Weg habe ich nur wenig schöne Ansichten zum fotografieren gefunden. Es gab hier und da kleine Auen mit Birkenbewuchs. Ich liebe die schlanken Birken mit ihren hellen Stämmen, die in solchen Auen so gerne gastieren. Auch hier mal ein Tümpel oder dort ein schöner Wegeverlauf.

Gefällt mir, geht aber recht lange immer geradeaus
Die Farbe des Wassers mag ich, wenn ich auch meine Füße nicht darin baden wollte

Auf zum Schafberg

Endlich erreiche ich die Höhen, die ich so liebe. Der Wind pfeift mir um die Ohren, Wolken hetzen am Himmel und zerfließen immer wieder zu neuen, skurrilen Figuren. Etwas Zeit nehme ich mir, um darin  feuerspeiende Drachen, Hexen und andere Ungeheuer zu erkennen.

JETZT müsste die kleine Sechsjährige hier sein, die noch viel mehr Fantasie hat. Die bei solchen Gelegenheiten auf dem Rücken liegt und ununterbrochen erzählt, was sie sieht. Daraus entstehen häufig Geschichten um die Figuren.  Ja, Kinder sind wundervoll!

Endlich oben und unter freiem Himmel
Sagte ich schon, dass ich die Eifel liebe?
Der Mais beginnt zu schießen
Die Wolken ziehen schnell. Die Bank lädt zum träumen ein und ich folge dieser Einladung gerne
Welch eine Pracht

Traumhafte Aussichten und eben solche Wege

Von nun an gibt es für mich nichts mehr zu meckern. Die sommerliche Wärme entlockt der Botanik einen unbeschreiblich herben Duft. Trockene Gräser, duftige Mohnblumen und die kräftig gefärbte Kornblumen zieren die Wegränder, fuschen sich bis in die Getreidefelder.

Fritz und seine Herde

Ich höre schon am Portal zur Blumenrather Heide ein regelmäßiges Rufen „Hopp“ „Hopp“ schallt es über die weiten Wiesen. Ich errate bereits, dass dieser Zuruf an Weidetiere adressiert sind. Die Absperrzäune, die gewöhnlich Schaf- und Ziegenherden am Ausbruch hindern sollen, grenzen das Heidegebiet ein.

Aus der Ferne sehe ich ein Fahrzeug und einige Menschen und gut versteckt im hohen Gras steht eine Schaf- Ziegenherde wie in Beton gegossen auf der Stelle. Die Kommandos des verzweifelt wirkenden Herrn scheinen die Tierohren nicht zu erreichen.

Die Autotüre wird geöffnet und pfeilschnell fegt ein Schäferhund über die Wiesen und noch bevor der gehorsame Treiber sein Ziel erreicht, gerät das sture Volk in Bewegung. Binnen kurzer Zeit hat Fritz, so heißt der Hund, seinen Job erledigt und wird zurück zum Auto gerufen. Auf Handzeichen und kurze Zurufe reagiert Fritz unmittelbar, ein toller Anblick.

Wieder einmal war ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz, um eine kleine Geschichte für mein Erinnerungsbuch zu sammeln.

Zickige Schafherde
Fritz der fleißige Helfer

Sorgfältig gemähte Wiesenwege lassen mich fast schwebend die nun folgende Wegstrecke genießen. Wie froh bin ich, diese kleine Tour eingeplant zu haben.

Frisch gemähte Wiesenwege

Auf abwechslungsreichen Wegen über den Brauberg

Nun folgen in flotter Folge sehr unterschiedliche Böden, darunter auch Grobschotter der Marke „Fußweh“ Glücklicherweise sind die recht schnell überwunden und die Landschaft links und rechts ein Traum. Wer beschwert sich da schon groß. In Bild und ohne große Worte stelle ich sie euch vor.

Nun Richtung Hangkante mit Blick auf die Virneburg

Gerade als ich diesen Streckenabschnitt bewandere gehen meine Gedanken zurück in das Jahr 2016 im September. Damals wanderte ich auf dem wunderschönen Weg der NaturAktivErleben“ Wacholder- Ginster – Pilgerpfade in der Eifel“ Einige der schönsten Wegabschnitte verlaufen wegegleich mit dem Traumpfad hier.

„Achtung, Baum fällt“

Keiner sagt was, nur das kreischende Geräusch der Sägen ist zu hören und hin und wieder ein Krachen, dass anzeigt, dass ein Baum ins Unterholz fällt. Kein Warnschild, nix zu sehen.

Ich pirsche mich langsam vor, immer den Blick in das nahe Waldstück, indem die Forstarbeiter mit ihren Ohrenschützern bestückt ihre Arbeit tun. Fallen die Bäume alle planmäßig? Wann fällt wieder einer? Ich warte ab, bis der nächste grüne Riese polternd sein Haupt neigt und wandere sehr zügig weiter. SO schnell ist der nächste Baum sicher nicht zum fallen bereit und ich bis dahin außer Gefahr. Na ja, die Gefahr in der ich mich zu befinden glaubte, denn objektiv war ich gänzlich sicher.

So ein wenig muss ich über mich selber grinsen. Genau in diesem Augenblick wird mir bewusst, was mir die ganze Zeit in die Nase steigt. Es ist Waffelgeruch und ich liebe Waffeln. Welch eine Qual, wie gemein ist das denn? So ein Leben ohne süße Sachen ist schon häufiger Nerven aufreibend.

Das Foto über mir ist wirklich wieder ein typisches Beispiel für Glücksmomente. Seit geraumer Zeit warte ich auf den ein oder anderen Sonnenstrahl, der solche schönen Waldaufnahmen möglich macht. Meine Gedanken werden lauter und drängender und „Zack, geht das Licht an“ Den Moment nutze ich natürlich intensiv.

Noch tief in diesem Glücksgefühl gefangen zucke ich zusammen. Da steht einer, links von mir, unbewegt und ohne auch nur den Hauch einer Bewegung. Mein Blick wendet sich dem Ungeheuer nun vollständig zu und wieder huscht ungläubliges Staunen über meine Fantasie durch mein Gemüt.

Es ist lediglich ein etwas ungewöhnlich geformter Baumstumpf und ihr glaubt es nicht, der Schreck saß so tief, dass ich den nicht mal fotografiert habe.

Schöne Aussicht

Auf einem wunderschönen Hangweg mit Blick tief in die Eifel und die Nürburg, wandere ich zum Ausichtspunkt „Schöne Aussicht“

Eine letzte Aussicht und ausgiebige Rast

Zielstrebig nähere ich mich dem Zielort. Kurz vor dem Abstieg nach Virneburg erreiche ich einen wunderschönen Rastplatz mit Blick auf die Burgruine und den Ort. Ein wenig Spielerei noch mit der Kamera, der Apfel landet in meinem Magen und die Wasserflasche wird erneut bemüht.

Ein tatsächlich traumhaft idyllischer Ort
Wanderomi ist natürlich auch mit dabei und verlangt aus dem Rucksack an die frische Luft zu gelangen
Blick auf Virneburg und die Burgruine
Nicht alle nun folgenden Wege sind so schön wie dieser hier
Noch ein einziges Mal, dann sind die 11 km von heute Geschichte

Abstecher nach Monreal

Eine Stunde habe ich noch, bis ich in Linz meine Enkelin in Empfang nehme. So beschließe ich eine Tasse Kaffee in Monreal zu schnabulieren und noch das ein oder andere Foto zu machen. Mehr Eindrücke findet ihr im Beitrag zu einer Wanderung, ebenfalls von NaturAktivErleben: „Rund um Monreal“

Während der Kaffeepause unterhalte ich mich mit einem Paar aus Österreich über unsere alten Hunde. Es berührt mich, dass doch immer wieder so viele Ähnlichkeiten beim Alterungsprozess unserer Vierbeiner feststellbar ist. Nach dieser sehr anregenden Unterhaltung fahre ich noch eine gute Stunde und dann beginnt schon wieder das Abenteuer „Enkelin mit Omma unterwegs“

Monreal an der Elz
Das Fachwerk ist es, dass die österreichischen Urlauber hierher lockt, und mich auch!
Leider immer mit Elektrostrippen im Bild
Steinbrücke über die Elz
Wandert doch mal den Monrealer Ritterschlag. Der ist auch richtig schön!
Liebevoll arrangiert

Tja was soll ich sagen. Für mich war es ein sehr sehr schöner Wandertag. Diese wunderbaren Sommertage sind ein Knaller und ich froh, dass ich das Glück habe an solchen Tagen unterwegs zu sein.

 

 

 

3 Kommentare

    1. Bei diesen sehr kurzen Wanderwegen ist auch meine Anfahrt eigentlich zu aufwändig. Aber ich liebe die Eifel, drum zieht es mich immer wieder hin! ;-)

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