Petzen ist doch eigentlich bäh, jemanden verraten, anschwärzen. Wilde Müllkippen melden gehört nach meinem Empfinden aber gepetzt. Wilde Müllkippen verschandelt unsere Natur und die Städte.

Mit der Dreckpetze, die Jens in seinem Hiking Blog vorstellt verhält es sich aber meiner Meinung nach anders. Standorte für Dreck und Müll zu petzen ist für uns alle eine gute Sache, dann verschwindet der nämlich durch die Angestellten der städtischen Verwaltungen.

Noch viel viel besser wäre es, wenn es diese Ferkel gar nicht gäbe (ich möchte die tierischen Vertreter der Ferkel damit nicht beleidigen). Wer einen Kühlschrank einfach in die Botanik wirft, der kann nicht viel mehr als Stroh im Kopf haben.

Ziemlich blöd

Die  Dreckpetze-App  ist eine App für die Stadt Dortmund. Über diese App können Bürger den Standort wilder Müllplätze melden. Wie das genau funktioniert hat Jens in seinem Blogbeitrag prima erklärt.

Wilde Müllkippen melden – Eine App für viele Standorte

MÜLLweg!DE ist eine App, die zur Zeit 5258 Städte und Regionen abdeckt. Wie oft habe ich auf Wanderungen (Kürzlich ein Spielplatz), aber auch auf kurzer Strecke durch meine Stadt, wilde Müllkippen und verunreinigte Plätze vorgefunden. Meistens steckt das Handy in der Tasche, wie einfach wird es künftig sein, solche Wilde Müllkippen zu melden.

Ich habe einen Standort an meinem Wohnort eingegeben, bzw. per GPS meinen Standort ermitteln lassen und voilà, da wird mir die zuständige Behörde aufgezeigt.  Also ganz ehrlich, ich habe diese App soeben erst gefunden und werde sie auf meinen Wanderungen künftig nutzen, statt jedes Mal die manuelle Suche zu starten.

Wenn es schnell gehen soll fertige ich einfach ein Foto und lasse über die Geodaten des Fotos später den genauen Standort und die Behörde ermitteln.

Sehr gut gefällt mir die Tatsache, dass ich mich nirgendwo registrieren muss. Schaut euch mal auf der Seite um, das ist wirklich eine klasse Idee!

In meinen künftigen Wanderbeschreibungen werde ich erwähnen, wenn ich die App genutzt habe und mit welchem Erfolg.

App für alle Plattformen

Die App kann über Play Store für Android und Appstore für iPhone  herunter geladen werden, kann aber auch am Desktop PC genutzt werden. Eine tolle Sache und leider sehr nützlich, weil es so viele Wilde Müllkippen gibt.


Der Entwickler der App meldet sich zu Wort

Ich weiß nicht, ob alle Kommentare gelesen werden, die unter die Beiträge geschrieben werden.
Dieser hier ist aus meiner Sicht wichtig, um die Funktionsweise der App zu verstehen und auch evtl. Zweifel an der Aktualität auszuräumen.

Ich bedanke mich bei dem Entwickler der App, Thomas Lennartz, für diese ausführliche Beschreibung.

 

Hallo Elke,

ich habe gerade diesen Beitrag gelesen und würde Dir gerne auf die Frage nach der Aktualität der Daten antworten. Ich habe die MÜLLweg! DE App entwickelt und kümmere mich, wann immer ich die Zeit dafür finde, um die Pflege der Daten – und natürlich der App.

Die App hat vor kurzem 1-jähriges Jubiläum gefeiert, d.h. der hinterlegte Datenbestand ist nach wie vor frisch. Dabei fährt die App – jetzt kommen wir ans Eingemachte, was man von außen nicht sieht 😉 – eine zweigleisige Strategie:

Es gibt einen Kern-Datenbestand von fast 400 Datensätzen, insb. der aller deutschen Großstädte, der mit viel Liebe zum Details „handverlesen“ recherchiert ist. Hier gibt es häufig spezielle E-Mail-Adressen, die sich gezielt um das Thema Wilder Müllkippen kümmern. Diese sind z.T. auch mit den Städten extra abgestimmt. Wobei viele Städte bedauerlicher Weise bei dem Thema lieber den Kopf in den Sand stecken. Eine Stadt, deren Name ich hier nicht nennen möchte, hat mir sogar mit rechtlichen Schritten gedroht, wenn ich sie mit aufnehme. Ich habe sie letztlich zu meinem Bedauern dann gesperrt, da ich für dieses Hobby mir nicht auch noch rechtliche Schwierigkeiten einhandeln möchte, auch wenn sie eigentlich gar nichts hätten unternehmen können. Aber so eine Abmahnung kann halt teuer werden…
Und dann gibt es für mittlerweile 11 von 16 Bundesländern als „Fallback“ die allgemeine E-Mail-Adresse der Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Die Daten sind erst seit etwa 2 – 3 Monaten drin, automatisiert aus dem Internet ermittelt und topaktuell. Allein in der letzten Woche sind noch 3 Bundesländer mit dazu gekommen, sodass jetzt über 9000 Gemeinden erreichbar sind. Diese Alternativ-Daten werden immer dann verwendet, wenn der Kern-Datenbestand keine konkreteren Daten liefert.

Wird MÜLLweg! DE in einer Gemeinde genutzt, für die die Daten nur aus dem Alternativ-Datenbestand verwendet werden, erhalte ich eine Benachrichtigung und nehme mir dann die Zeit, gezielt für diese Gemeinde zu überprüfen, ob es konkretere Daten gibt, die dann in den Kern-Datenbestand aufgenommen werden können.
MÜLLweg! DE verwendet keine personalisierten E-Mail-Adressen, denn persönliche Ansprechpartner können schnell wechseln oder auch den Namen ändern. Und dann geht die Mail im Schlimmsten Fall ins Leere.

Das Konzept „Alternativ-Bestand“ funktioniert deshalb (grundsätzlich), weil eine wilde Müllkippe eine Ordnungswidrigkeit darstellt, für die stets die Gemeinde, auf deren Gebiet sich diese befindet, zuständig ist. In der Regel ist das „Ordnungsamt“ zuständig, oder wie auch immer die Behörde in der Gemeinde sich gerade nennt. Aber nach außen spielt dies keine Rolle, es bleibt die Gemeinde zuständig. Und wenn eine halbwegs glaubwürdige Müll-Meldung mit Namensnennung bzw. Antwort-E-Mail-Adresse an „info@irgendeinegemeinde.de“ geht, liegt es in der Verantwortung der Gemeinde, diesen Vorgang zu bearbeiten.

Ja, natürlich ist da jede Gemeinde etwas unterschiedlich „gründlich“ und schnell. Manche Müllmeldungen sind keine 24 Stunden raus, dann ist der Müll schon weg. Bei manchen muss man auch gelegentlich noch einmal nachhaken. Aber das ist auch bei den gemeindeeigenen Lösungen, wenn es denn welche gibt, nicht unbedingt besser.

Und eine gemeindeeigene Mängelmelder-Lösung ist, rechtlich gesehen, keinerlei Ausrede, auf eine Müllmeldung per E-Mail an die zentrale Gemeinde-E-Mail-Adresse nicht zu reagieren. Denn das ist dem Gesetz letztlich völlig gleich und ändert an der Zuständigkeit der Gemeinde nichts.

Upps, jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben und eigentlich wollte ich nur zur Aktualität der Daten sagen: ja, sie sind heute wirklich aktuell. 🙂

Herzliche Grüße und herzlichen Dank für die positive Erwähnung in Deinem Beitrag!

Thomas Lennartz

 

 

9 Kommentare

  1. Hallo Elke, danke für die Verlinkung und die Vorstellung der MÜLLweg!DE-App!

    Die kannte ich nicht, ist ein super Ansatz da mehrere Städte und Regionen abgedeckt werden. Die Frage ist nur, wie aktuell die E-Mail-Adressen sind und ob der Müll dann auch wirklich beseitigt wird.

    1. Das ist bei allem im www so, die Aktualität kann nicht garantiert werden. Ich werde es testen, auch hier im Stadtgebiet. Ggf. gibt es dann einen Nachschlag zum Beitrag ;-)

      1. Hallo Elke,

        ich habe gerade diesen Beitrag gelesen und würde Dir gerne auf die Frage nach der Aktualität der Daten antworten. Ich habe die MÜLLweg! DE App entwickelt und kümmere mich, wann immer ich die Zeit dafür finde, um die Pflege der Daten – und natürlich der App.

        Die App hat vor kurzem 1-jähriges Jubiläum gefeiert, d.h. der hinterlegte Datenbestand ist nach wie vor frisch. Dabei fährt die App – jetzt kommen wir ans Eingemachte, was man von außen nicht sieht 😉 – eine zweigleisige Strategie:

        Es gibt einen Kern-Datenbestand von fast 400 Datensätzen, insb. der aller deutschen Großstädte, der mit viel Liebe zum Details „handverlesen“ recherchiert ist. Hier gibt es häufig spezielle E-Mail-Adressen, die sich gezielt um das Thema Wilder Müllkippen kümmern. Diese sind z.T. auch mit den Städten extra abgestimmt. Wobei viele Städte bedauerlicher Weise bei dem Thema lieber den Kopf in den Sand stecken. Eine Stadt, deren Name ich hier nicht nennen möchte, hat mir sogar mit rechtlichen Schritten gedroht, wenn ich sie mit aufnehme. Ich habe sie letztlich zu meinem Bedauern dann gesperrt, da ich für dieses Hobby mir nicht auch noch rechtliche Schwierigkeiten einhandeln möchte, auch wenn sie eigentlich gar nichts hätten unternehmen können. Aber so eine Abmahnung kann halt teuer werden…
        Und dann gibt es für mittlerweile 11 von 16 Bundesländern als „Fallback“ die allgemeine E-Mail-Adresse der Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Die Daten sind erst seit etwa 2 – 3 Monaten drin, automatisiert aus dem Internet ermittelt und topaktuell. Allein in der letzten Woche sind noch 3 Bundesländer mit dazu gekommen, sodass jetzt über 9000 Gemeinden erreichbar sind. Diese Alternativ-Daten werden immer dann verwendet, wenn der Kern-Datenbestand keine konkreteren Daten liefert.

        Wird MÜLLweg! DE in einer Gemeinde genutzt, für die die Daten nur aus dem Alternativ-Datenbestand verwendet werden, erhalte ich eine Benachrichtigung und nehme mir dann die Zeit, gezielt für diese Gemeinde zu überprüfen, ob es konkretere Daten gibt, die dann in den Kern-Datenbestand aufgenommen werden können.
        MÜLLweg! DE verwendet keine personalisierten E-Mail-Adressen, denn persönliche Ansprechpartner können schnell wechseln oder auch den Namen ändern. Und dann geht die Mail im Schlimmsten Fall ins Leere.

        Das Konzept „Alternativ-Bestand“ funktioniert deshalb (grundsätzlich), weil eine wilde Müllkippe eine Ordnungswidrigkeit darstellt, für die stets die Gemeinde, auf deren Gebiet sich diese befindet, zuständig ist. In der Regel ist das „Ordnungsamt“ zuständig, oder wie auch immer die Behörde in der Gemeinde sich gerade nennt. Aber nach außen spielt dies keine Rolle, es bleibt die Gemeinde zuständig. Und wenn eine halbwegs glaubwürdige Müll-Meldung mit Namensnennung bzw. Antwort-E-Mail-Adresse an „info@irgendeinegemeinde.de“ geht, liegt es in der Verantwortung der Gemeinde, diesen Vorgang zu bearbeiten.

        Ja, natürlich ist da jede Gemeinde etwas unterschiedlich „gründlich“ und schnell. Manche Müllmeldungen sind keine 24 Stunden raus, dann ist der Müll schon weg. Bei manchen muss man auch gelegentlich noch einmal nachhaken. Aber das ist auch bei den gemeindeeigenen Lösungen, wenn es denn welche gibt, nicht unbedingt besser.

        Und eine gemeindeeigene Mängelmelder-Lösung ist, rechtlich gesehen, keinerlei Ausrede, auf eine Müllmeldung per E-Mail an die zentrale Gemeinde-E-Mail-Adresse nicht zu reagieren. Denn das ist dem Gesetz letztlich völlig gleich und ändert an der Zuständigkeit der Gemeinde nichts.

        Upps, jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben und eigentlich wollte ich nur zur Aktualität der Daten sagen: ja, sie sind heute wirklich aktuell. 🙂

        Herzliche Grüße und herzlichen Dank für die positive Erwähnung in Deinem Beitrag!

        Thomas Lennartz
        https://muell-weg.de

        1. Lieber Thomas

          ganz lieben Dank für diesen ausführlichen Kommentar, den ich für meine Leser im Artikel eingefügt habe. Ich wäre ohne den Impuls von Jens nicht mal auf die Idee gekommen, dass sich jemand die Mühe macht so ein umfangreiches Datenvolumen zusammen zu tragen und in einer App zu vereinen.

          Das gehört wirklich verbreitet, denn nach meiner Erfahrung treffen wir Wandersleute extrem häufig auf wilden Müll. Künftig muss ich nicht mehr einen Wegpunkt in meinem Navigationsgerät erstellen und daneben Fotos und Vermerke ins Handy. Das geschieht nun in einem Schritt und das gefällt mir ausnehmend gut!
          Von Zeit zu Zeit werde ich meinen Beitrag teilen, um diese App noch mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu stellen.
          Ich wünsche Dir einen tollen Abend und weiter ganz viel Erfolg mit kooperativen Gemeinden
          Elke

  2. Gute Sache liebe Elke. Limburg ist scheinbar noch nicht dabei aber ich werde in nächster Zeit da mal genauer reinschauen!

    Liebe Grüße, Jörg

Kommentare sind geschlossen.