Ein weiterer Premiumwanderweg aus der Schwarzwälder Wandersinfonie trägt den verheißungsvollen Namen Himmelssteig. Der Genießerpfad Himmelssteig treibt mich an einem sonnigen Urlaubstag im Juni gnadenlos bergauf und bergab. Flachland traben ist nun wirklich keine Option im Schwarzwald, stramme Wadern werden hier garantiert.

Genießerpfad Himmelssteig

  • Start/ Ziel: Freibad Bad Peterstal (oberer Parkplatz), Schwimmbadstraße
  • Streckenlänge: 12 km
  • Höhenmeter: 485 m
  • GPS Track
  • Einkehrmöglichkeiten: In Bad Peterstal
  • Im Anschluss an eine Sommerwanderung bietet sich der Besuch des Freibades an

Gleich am Parkplatz startet meine heutige Wanderung über einen leicht ansteigenden Pfad auf eine Art Balkonweg. Wie so oft, ich gehe entgegen der vorgeschlagenen Gehrichtung.

Der Renchtalsteig verläuft ebenfalls auf diesen Pfaden. In unregelmäßigen Abständen sind Informationstafeln aufgestellt, die uns Wanderer/innen über Besonderheiten der Landwirtschaft aufklärt. Ich hoffe es wird oft gelesen, denn einige dieser Informationen sind wichtig, um ein Verständnis für gewisse Abläufe zu bekommen.

Es gibt so herrliche Naturfenster

Offenhaltung

Ganz offensichtlich sind auch wir naturverbundenen Wanderer/innen kaum darüber informiert wie die natürliche Landschaftsform der von uns bewanderten Region beschaffen ist. Hier z.B., waren die Flächen früher bewaldet, bevor die Landwirtschaft für offene Flächen sorgte.

Diese wunderschönen Wiesen, auf die wir so gerne schauen, sind das Ergebnis harter Arbeit. Ohne diesen Einsatz von Mensch und Tier (Weidehaltung) wären die Flächen schnell wieder verholzt. Zurück gehende Viehhaltung lassen zunehmend problematische Zustände entstehen.

Erläuterungen zur Rindermast – Blick auf Freiersbach

Der Flüssigkeitspegel muss stimmen

Getränkebrunnen am Obstgarten Freiersbach

Schon stehe ich am ersten Getränkebrunnen. Mit ständig fließendem kühlen Wasser bleiben die darin stehenden Flaschen und deren Inhalt immer angenehm temperiert.  Ich bin noch wohl versorgt, deshalb verzichte ich auf den Zugriff.

Hier hat der Getränkebrunnen zusätzlich die Aufgabe einen Obstgarten zu finanzieren.

Noch einmal diesen unbeschreiblichen Blick auf Freiersbach genießen

Ich gebe zu, diese Passage hätte erheblich länger andauern können. Dieser freie Blick auf die Hofanlagen. Aus einem der Schornsteine steigt Rauch auf und nebelt phasenweise das Tal ein. Ich bin schon froh, dass die Wanderungen hier nicht so furchtbar lang sind. So habe ich genug Zeit jeden Wegabschnitt zu genießen und trotzdem zeitig bei meinem alten Seniorhund zu sein.

Waldpfade und duftende Kiefern

 

Ein heller Waldpfad

Unterbrochen wird dieser Waldabschnitt von kleinen Wiesenabschnitten. Die Bank hat eine grüne Auflage bekommen, da die Gräser bereits sehr hoch stehen.

Die grüne Bank im Grünen

Oberhalb der Bundesstraße führt ein schmaler Pfad durch den Wald

Lichte hohe Waldabschnitte darf ich durchwandern

Es hallt durch Wald und Flur

Ein idyllisches Plätzchen tut sich vor meinen Augen auf. Hier rasten wäre eine wunderbare Idee, wenn nicht scheinbar herannahende, ziemlich laute Stimmen, in mir einen Fluchtimpuls auslösen würden.

Ein Blick zurück zeigt, wie herrlich dieser kleine Rastplatz gelegen ist. Natürlich zwingt mich der Wanderweg mal wieder bergan. Die feuchte Luft am heutigen Tage, treibt schon früh um 9 Uhr die Schweißperlen auf die Stirn.

Ein Wegabschnitt, der mir nicht so sehr behagt, da relativ dunkel gelegen und der Untergrund sehr hart
Hier ändert sich das Licht und der Weg wieder deutlich in Richtung „wunderschön“

Noch immer erklingt lautes Gelächter einiger Frauen durch den Wald. Ich gebe zu, so am frühen Morgen und in dieser Lautstärke und Ausdauer, fühle ich mich leicht genervt.

Palmspring

Als ich den Wald verlasse wird klar aus welcher Quelle die stimmlichen Laute stammen. Das Gruppen- und Seminarhaus Palmspring hat Gäste und die sind am frühen morgen schon sehr rege. Das Haus wirbt mit der ruhigen Lage. Ganz klar, die Lage des Hauses in diesem Seitental ist sehr ruhig und himmlisch abgelegen……

Idylle im ruhigen Wald

Es dauert nicht lange und zwischen mir und der Quelle meiner Quengeleien liegt genügend Abstand und Höhe, dass himmlische Stille einzieht und der Schwerpunkt aller Geräuschwahrnehmungen wieder in der Natur liegen können. Über mir ruft ein Mäusbussard und Eichelhäher meckern keck in den Baumwipfeln.

Wer hat den Wald gefegt?

Wer den Berg hoch läuft, darf auch wieder hinunter

Über einen wunderschönen Pfad geht es jetzt ziemlich gut bergab. Das Licht sucht sich den Weg durch die Baumwipfel und zeichnet wunderschöne Schattenbilder auf den Waldboden und zwischen die dicken Felsbrocken.

Zauberwald

Nur wenig unterhalb dieses Weges befindet sich ein weiterer, sehr schöner Rastplatz. Hier bleibe ich eine Weile, trinke, vertilge meinen Apfel und genieße einfach die Stille, die mich umgibt.

Holchen Wasserfall und das Schnäpslebar Paradies

Nachdem ich den Felsen mit der Gipfelfahne erklommen (war nicht hoch) und das Gipfelfoto auf dem Kamerachip ist, wandere ich weiter Richtung Holchen Wasserfall. Die Tatsache, dass da eine Schnäpslebar steht, habe ich irgendwie überlesen.

Holchenwasserfall mit sehr wenig Wasser. Die Fotos im Netz ließen mich auf mehr Wasserfall hoffen. Das hier ist doch sehr spärlich.

Alkohol ist nichts für mich

Ich musste ja unbedingt testen, wie Blutwurzlikör schmeckt. Mal von der Tatsache abgesehen, dass er nicht meine Geschmacksnerven verwöhnt, sondern eher gefordert hat, hinterließ er Gummibeine.

Das winzige Becherchen habe ich gerade mal am Boden bedeckt und davon auch nur einen winzigen Schluck probiert und trotzdem „WOMM“ haut mir das Zeug in die Birne.

Schnäpslebar Paradies
Die Spende bekommt der Schnapsbrenner natürlich

Selten habe ich einen Anstieg als so beschwerlich empfunden, wie den nun folgenden. Es sind nur hundert Höhenmeter zu überwinden. Die fühlen sich jedoch an, als müsste ich den Belchen hoch. Meine Fähigkeit Alkohol zu verarbeiten ist tatsächlich unterirdisch, in der Beziehung habe ich die Säuglingsstation nicht verlassen. ;-)

Holchenbächle

Schon wieder einen Gipfel erklimmen – Paradiesfelsen

In dem etwas angeschlagenen Zustand ist die Kletterei auf den Felsen echt anspruchsvoll. Auf eigene Gefahr kraxele ich hinauf.

Oben angekommen, brauche ich eine ausgiebige Pause.

Da hinauf, oh jeeeee

Auf dem Paradies Steig geht es weiter

Auf sehr wechselvollen Wegen geht es weiter. Weitere Attraktionen von Menschenhand gestaltet, warten noch auf mich. Inzwischen ist der Alkohol aus meinem Blut gewichen und der Kopf wieder frei. Auch die Beine wollen wieder kraftvoll ausschreiten.

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Parallel zu einer ruhigen Ortsstraße hat man einen schnuckeligen Waldpfad angelegt. So bleibt einem das Traben auf Asphalt erspart.

Die Straße wird im moderaten Tempo befahren, trotzdem ist die Nähe nicht so angenehm. Ausgerechnet zu der Minute mussten auch alle Fahrzeuge der kleinen Häusergruppe anfahren.

Ein typischer Himmelssteig

Die Himmelsbar – Ein Platz für Genießer

Die Hauptattraktion des Genießerpfad Himmelssteig ist dieser Platz hier auf dem Berg, mit Blick auf Überskopf.

Sehr schöne und fantasievolle Details haben sich die Kreativen des Ortes ausgedacht und alles liebevoll umgesetzt und platziert.

Eine kleine Weile bleibe ich an diesem schön gestalteten Ort, bevor ich den kleinen Rest meiner heutigen Wanderung in Angriff nehme.

Bad Peterstal im Blick
Die Himmelsbank ist satte 22,5 m lang
Dafür müsste ich jetzt zurück zur Himmelsbar, denn ich bin den Weg anders herum gelaufen

Der Rest ist Wald, überwiegend sehr schöne Waldwege bringen mich wieder zu meinem Parkplatz. Weniger schöne Plätze, wie den Rastplatz auf der Brache, lasse ich hier mal weg. Mag sein, dass ich schief liege, aber viele der von mir bewanderten Genießerpfade haben für mich einen gleich hohen Erlebniswert und sind, wenn auch anders gestaltet, unglaublich schön.

Wenn, dann hätten sie allesamt die hier vom Deutschen Wanderinstitut vergebenen 94 Punkte verdient.

Das frische Grün kann ich mir gerade jetzt im Juli 2018, nach wochenlanger Trockenheit, kaum noch vorstellen. Gut, dass es Fotos gibt
Genießerpfad Himmelssteig
So langsam bin ich am Ende meiner Wanderung angekommen

Fazit ist aber

Ich hatte wieder einmal einen wunderbaren Wandertag. Der Schwarzwald, da werde ich nicht müde es zu betonen, bietet ungeheuer viel. Was die Region mit ihren vielen freiwilligen Helfern und Akteuren auf die Beine stellt ist großartig und kann nicht hoch genug geschätzt werden.

Dafür möchte ich mich, auch im Namen derer, die das ebenso sehen und nicht bloggen, bedanken.

Abschluss in der Renchtalhütte

Leckereien in der Renchtalhütte

Am Ende dieser Wanderung schaue ich noch in der Renchtalhütte vorbei und schnabbuliere einen Leberkäs mit Spiegelei. Sehr sehr lecker.

Spike hat am Nachmittag das volle Wohlfühlprogramm, wie man im Video sehen kann.

 

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2 Kommentare

  1. Liebe Elke,
    vielen Dank für diesen tollen Beitrag und den Augenschmaus, den du uns allen hier servierst.

    Ich bin mit dir begeistert über die Liebe und die Gedanken, die sich andere über vorbeiziehende Wanderer machen. Phantastisch, daß es solche Menschen gibt! Auch von mir ein dickes DANKE.

    Vor allem die Himmelsbar hat es mir angetan.
    Schade, daß der Schwarzwald so weit weg ist. Ich könnte sonst schon wieder den Rucksack packen.

    Herzliche Grüße,
    Kerstin

    1. Die Himmelsbar ist tatsächlich ein beinahe magischer Ort. Da steckt ausgesprochen viel Detailliebe in allen Installationen. Das war mein erster Schwarzwaldurlaub und ganz sicher nicht der letzte.
      Vielen Dank für Deinen Kommentar, auch die Schwarzwälder werden sich darüber ganz sicher sehr freuen.
      Liebe Grüße
      Elke

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