Gefunden habe ich nicht nur Moore und Heide im Galgenvenn, sondern auch einige nette Tierchen. Auf feinen Waldwegen unterschiedlicher Breite bewege ich mich schon zum dritten Mal auf diesem Premiumweg der WasserWanderWelt. 

Moore und Heide im Galgenvenn

  • Start/Ziel: In der Nähe des Gasthaus Galgenvenn: Knorrstr. 77, 41334 Nettetal
  • Streckenlänge: 11,6 km
  • Höhenmeter: 100 m
  • GPS Track
  • Einkehr Mittwoch – Sonntag im Waldgasthaus Galgenvenn

Moor und Heide im Galgenvenn

Heute laufe ich mal in meinen Halbschuhen los, immerhin ist die Strecke eben und fordert auch sonst nicht viel vom Wanderer. Die Böden sind so trocken, dass auch ausrutschen ausgeschlossen ist. Am Ende bin ich froh, meinen Fußgelenken mal wieder mehr Bewegung verschafft zu haben.

Wasserblick 12

Eine natürliche Hecke bietet Kleintieren idealen Schutz und überall die Tannenzapfen, herrlich

Am ersten Aussichtspunkt angekommen erhebt sich ein Graureiher in die Lüfte und lässt sich, nicht weit von seinem Ausgangspunkt, wieder nieder. Auch die im Tümpel lebenden Frösche verabschieden sich mit einem „Plitsch, platsch“, verschwinden damit ins Unsichtbare.

Wasser staut sich hier aufgrund undurchlässiger Böden und lässt Hochmoore entstehen

Wasserblick 12

Nun heißt es Geduld haben, bis sich die ersten der grünen Teichfrösche wieder an die Oberfläche wagen. Ein paar Minuten später habe ich Glück und erwische die ersten Mutigen mit der Kamera.

In dem Brackwasser taucht dann doch wieder einer auf

Bäume könnten sicher Geschichten erzählen

Hier und da tauchen Bäume in meinem Gesichtsfeld auf, die wieder einmal etwas in mir anrühren. Mal sind es hohe Douglasien, dann eine krumme Birke und ziemlich viele Eichen stehen hier auch herum. Hervorstechend ist aber der alles übertönende, harzige Duft der Kiefern, so intensiv,  wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Die langen Kiefernnadeln erinnern mich an meine Zeit in Belgien, dort haben wir die ab Spätsommer bis ins Frühjahr in Säcken vom Grundstück gefegt.

Viele dieser Veteranen stehen schon so lange hier, dass sie Geschichten erzählen könnten, von Menschen und vom Wandel der Landschaften.

Das weiße „W“ auf blauem Untergrund führt zuverlässig über den Premiumweg „Galgenvenn“

Deutsch-niederländische Steppe

Auch wenn dieser Sommer für die Natur verheerende Auswirkungen zeigt, ganz subjektiv genieße ich die Wärme. Trotzdem, wir brauchen dringend Regen, nicht nur für Ernten, auch für flach wurzelnde Bäume und Pflanzen.

Galgenvenn (27)
Auch hier wirkt die Fläche wie eine Steppenlandschaft
Mag ich, mag ich sehr!
Cafe Maalbeekerhöhe

Am Cafe Maalbeekerhöhe schlendere ich zügig vorbei. Als Einladung empfinde ich das Haus nicht, es sieht geschlossen aus. Der Hauptteil meiner heutigen Wanderung liegt ja auch noch vor mir, sodass eine Einkehr zu diesem Zeitpunkt wenig Sinn macht.

 

 

Spuren der Vergangenheit

Kies wurde hier abgebaut und durch Flachsanbau entstandene Kuhlen füllten sich ebenso wie die Kieslöcher, später mit Niederschlagswasser. Sie bieten heute für zahlreiche Amphibien eine prima Unterkunft

Galgenvenn (39)
Bei meinem Erscheinen platscht es wieder verdächtig. Alle grünen Teichbewohner haben sich in die Unsichtbarkeit gerettet.

Der Wald hat ob der Trockenheit, alle Frische eingebüßt. So früh schon sind die Blätter so trocken, dass die Sonne ungehindert in die sonst eher schattige Umgebung fallen kann. Nur wenig hinter dem kleinen Tümpel treffe ich auf Informationen zu s.g. Kleiputten. Tonablagerungen der früher hier fließenden Maas haben sich für bauliche Zwecke, insbesondere Ziegelherstellung als geeignet heraus gestellt.

In den Gruben steht nun Wasser und auch hier entwickelte sich eine besondere Fauna.

Grenze Maaskante

Eine erste und relativ ausgiebige Rast verbringe ich an diesem herrlichen Aussichtspunkt an der Maaskante. Ein schöner Rastplatz lädt dazu ein, es sich hier gut gehen zu lassen.

Aussichtspunkt Maaskante

Der Farn steht hier ja noch richtig hoch und hat offensichtlich auch noch feuchte Füße, sodass ihm die Farbe noch nicht ausgeht.

Der Blick in die Tiefe zeigt allerdings wieder Steppe, umrahmt von noch einigermaßen üppigem Grün

Dann laufe ich nur wenige hundert Meter weiter und das Bild ändert sich in herbstliches Bunt.

Der Farn steht trocken

EIn Läufer, dessen Alter ich auf min. 50 Jahre schätze, rennt an mir vorbei, hüpft über Baumwurzeln und Hindernisse wie ein junger Kerl. Eine Stunde später kommt er mir wieder entgegen und wirkt noch genauso frisch. Himmel, so eine Fitness ist bewundernswert!

Gedanken tauchen auf, die sich mit den flach wurzelnden Kiefern befassen. Sie erreichen wohl kaum das Grundwasser. Wie lange halten sie solch eine Dürre aus, ohne ernsthaft Schaden zu nehmen. Im Radio wird gemeldet, dass die Tannenschonungen für die Weihnachtsbaumzucht schon große Verluste zu verzeichnen haben.

Es gibt zwei Varianten zu erwandern, ich entscheide mich die Variante, die mich als nächstes in die offene Heidelandschaft „Hühnerkamp“ führt. Die Entscheidung war schon goldrichtig.

Hühnerkamp

Heide blüht hier bisher kaum, aber es zeigt sich mir eine beinahe Landschaft, die mich an Dünen erinnert. Gräser sind nur stellenweise grün, aber die sandigen Hänge geben einigen Kiefern und Birken gerade noch Halt.

Seltsam, dass hier auch nur ein Baum Halt findet

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Wechselvoll  – Jetzt wieder sattes Grün

Ich kann nicht anders, Text braucht es nicht viel, da es aus meiner Sicht kaum etwas zu erzählen gibt, aber schauen, schauen kann ich hier viel.

Hier wieder grüner Farn
…und auch die Gräser erstrahlen in frischem grün
Farne beschatten die Füße der Kiefern

Moore im Venn

Die typische Vennlandschaft breitet sich wieder vor mir aus und Wasser gibt es glücklicherweise auch noch.  Auch hier schwirrt, kaum dass ich nahe komme, ein Reiher hinweg, landet aber nicht weit von mir wieder. Dem ist es ganz offensichtlich zu warm zur weiteren Flucht.

Hinweg fliegt der Reiher
Fauler Geselle, schon steht er wieder und guckt in die Gegend

Ravensheide

Kurz vor meinem Ziel streife ich noch die Ravensheide und dort finde ich auch einige blühende Exemplare. Die Möglichkeit einer Rast schlage ich aus, in der Hoffnung im Waldgasthaus Galgenvenn einkehren zu können.

Rastplatz Ravensheide
Die Heide beginnt mit der Blüte

Die letzten Meter sind herrlich bunt

Diese überraschend grünen Gräser, die herrlich orangen Beeren an den Büschen, ein Genuss sondergleichen. Der Schlussakkord ist ein kleiner Traum

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Leider hat das Waldgasthaus geschlossen. So unterdrücke ich das maßlose Verlangen nach einem Kaffee und fahre heim. Es hat mal wieder gut getan auf diesem Weg unterwegs zu sein. Der wird mich noch häufiger sehen. Durch die immergrünen Kiefern ist er auch in den Wintermonaten gut bekömmlich.

4 Kommentare

  1. Hallo Elke,
    wieder einmal ein Blogbericht von Dir, der neben tollen Fotos auch wieder eine einmalige Stimmung dieser Landschaft vortrefflich wiedergibt. Und Deine Begegnungen, wie auch deine Beobachtungen sind ziemlich identisch mit dem was ich dort im März 2018 erleben durfte. Und doch zeigt sich auch hier wieder wie individuell wir den gleichen Weg wahrnehmen. Wenn Du magst schau gern mal rein hier mein Direktlink für Dich: https://www.reiseblog-nrw.de/2018/03/19/das-galgenvenn/
    In NRW ist es schon schön! Ganz herzliche Grüße sendet Dir Matthias

    1. Ehrlich gesagt, ich erinnere mich nicht an diese Plattform, sie erschien mir relativ neu. Total schön angelegt, das ist sie auf jeden Fall!!!

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