Allmählich wird die Liste alter Wanderwünsche kleiner. Eine weitere, schon lange geplante Wanderung, führt mich auf Wanderwege zwischen Rodder Maar und Königssee. Wieder einmal greife ich hierfür auf die attraktive Wanderwegeliste von Natur Aktiv Erleben zurück.

Die Polizei hat keine Zeit für Verkehrssünder

Die Tatsache, dass Staatsbesuch aus fremden Landen im Anflug ist, zeigt die Überschwemmung der Autobahn mit Polizeifahrzeugen aller Couleur. Aus allen Richtungen strömen sie herbei, bilden Kolonnen und fahren in Kölle ab.   Egal was die „Helden“ der Straße heute anstellen, polizeilich verfolgt werden deren Untaten heute sicher nicht.

Es wird mir auch jetzt erst bewusst, dass meine Heimfahrt problematisch sein könnte, und damit liege ich leider goldrichtig. Statt einer Stunde brauche ich am frühen Nachmittag für die Heimfahrt gute drei Stunden. Sei es drum, der Wandertag sollte sich perfekt entwickeln und der Rest ist „Schicksal“

Zwischen Rodder Maar und Königssee

  • Start/Ziel: Neuer Maarhof, Niederdürenbach
  • Streckenlänge: 15 km
  • Höhenmeter: 304 m
  • GPS Track
  • Super schöne Einkehr direkt am Start „Neuer Maarhof“
  • Wanderung in der Nähe: Sommer 2013 rund um Burg Olbrück Ich war schon einmal hier: RodderMaar und Königssee oder lieber 13 km auf dem Geopfad?
  • Achtung: Auf der Seite der NAE steht geschrieben, dass Wanderer sich gerne auf dem beschriebenen Pfad zum Königssee begeben dürfen. Verboten ist der Zutritt lediglich für Bade- und Angelbesucher. Daher auch das Schild vor dem Pfad.
Parkplatz am Neuen Maarhof
Ein leerer Parkplatz

Der Parkplatz unmittelbar vor dem Kiesweg zum Restaurant ist leer.  Misstrauisch schaue ich nach einem „Parken verboten Schild“. Darf ich hier parken? Offensichtlich ist es gestattet, also rücke ich mitsamt meinem Equipment auf meine Route.

Wie ihr gut sehen könnt, die Sonne scheint, der Spätsommer- oder Frühherbsttag verspricht ein geniales Wanderwetter.

Ein Blick in die hügelige Eifellandschaft schenkt mir gleich mal die Aussicht auf Burg Olbrück. Sie thront da hoch oben und ist, das weiß ich aus der Vergangenheit, mindestens einen Besuch wert. Allerdings müsst ihr hierfür eure Hunde daheim oder im Auto lassen. Sie haben keinen Zutritt.

Am Neuen Maarhof vorbei laufe ich den leicht ansteigenden Teerweg und muss mich andauernd umsehen, weil ich diesen imposanten Blick auf das schöne Ambiente des Maarhof und der in der Ferne auf dem Berg stehenden Burgruine so mag.

Neuer Maarhof und Burg Olbrück

Besondere Geologie der Region

Rastplatz

Durch die offene Landschaft mit Rundumblick in die Eifel erreiche ich den ersten Rastplatz. Es liegt Papier neben der Mülltonne, ganz offensichtlich nicht von Menschenhand dort hin befördert, sondern von hungrigen und sehr vorwitzigen Tieren. Ein paar Handgriffe und der Platz ist wieder sauber.

Eine Pause ist jetzt natürlich noch nicht geplant und so ziehe ich, nachdem ich die Infotafel gelesen habe, weiter.

Hier erfahre ich, dass die Entstehungsgeschichte des nahe gelegenen Roddermaar noch nicht eindeutig geklärt ist und dass es schon 1800 vom Menschen genutzt wurde. Mal als Gewässer genutzt, um Blutegel und Fische zu züchten, dann wieder trocken gelegt als eine Art Nutzfläche für Landwirtschaft. Die Region ist durch die Tätigkeit der Vulkane sehr geprägt.

Einsame Wege und ein verdächtiges Schmatzen

Bisher bin ich niemandem unmittelbar begegnet. Nur selten sind in größerer Entfernung Menschen zu sehen, meist mit Hunden im Schlepptau oder Walker mit ihren Stöcken. Es ist so ruhig hier, dass ich durch das merkwürdig schmatzende Geräusch rechts neben mir aufgeschreckt werde.

Himmel das kann doch nicht wahr sein, vielleicht fünf Meter von mir entfernt, hinter der Hecke, steht schmatzend ein Wildschwein. Doch ja, ganz sicher, ich sehe deutlich das borstige Tier.

Ist es so taub, wie mein alter Spike oder einfach nur hungrig? Es weicht nicht einen Millimeter, nimmt mich scheinbar nicht wahr.

Mir fehlt der Mut die Kamera zu zücken und den Dicken zu fotografieren, wer weiß ob er damit einverstanden wäre (DSGVO lässt grüßen) Ich mache mich im wahrsten Sinn des Wortes vom Acker. Mein Herzklopfen hätte er mindestens hören müssen, aber nix. Kein Verfolger stürmt hinter mir her, keine erkennbare Regung. Puh Schweißabwisch

Feines Rodder Maar

Eine ganze Weile wandere ich nun um das Rodder Maar. Es ist still auf dem Wasser. Einige Kormorane sitzen auf ihren Aussichtsplätzen, wenige Enten lassen sich im Wasser treiben. Aktivität ist nur bei der einsamen Wanderin festzustellen, die mit der Kamera, die gerade einem Wildschwein entkommen ist.

Enten im Ruhemodus

Das wissen die Kormorane aber nicht und bleiben hocken, gucken etwas dumpf in die Morgensonne.

Kormoran bist du echt?
Blick auf das Rodder Maar

Natürlich muss ich die tiefstehende Sonne für eine Gegenlichtaufnahme nutzen, bevor der Weg wieder vom Rodder Maar weg driftet.

Rodder Maar im Gegenlicht
Rodder Maar im Gegenlicht
Die Eifelleiter, Streckenwanderung zwischen Bad Breisig und Adenau, verläuft auf diesen Wegen hier

Herbstliche Buntheit

Die Bäume beginnen schon ihre Vielfalt an buntem Laub zu entwickeln, jedes Jahr ein Schauspiel. Nebel wabbern in der Ferne über die Gewässer reichen Landstriche. Es ist ohne jeden Zweifel Herbst.

Manchmal halte ich mich mit Kleinigkeiten auf, wie dem fotografieren der Eicheln am Baum. Während ich in meine Tätigkeit vertieft bin, tauchen zwei Reiter auf, na eigentlich sind es 1  1/2 .

Die kleinen Beinchen müssen sich ar auseinanderspreizen, um auf dem dicken Pferderücken zu sitzen. Aber der oder die Kleine ist schon sattelfest.

Nicht nur Walnüsse hängen in großen Mengen auf den Bäumen, auch die Apfelbäume tragen üppige Lasten. Die Äste biegen sich schwer nach unten und hunderte Früchte tummeln sich im Gras.

Da es noch früh am Tag ist und mein Rucksack mit einer großen Portion Äpfel zu schwer würde, nehme ich nur einige wenige mit. Sie sind allesamt köstlich und ganz reif. Mir tut es immer leid wie viele von ihnen auf den Wiesen vergammeln.

 

Die Saison ist eröffnet

Schmutzfink

mein erster Bodenkontakt ist gelungen, hat doch glatt jemand Wasser auf den Boden gekippt und wusch, lag ich schon attraktiv, dekorativ auf dem Waldboden.

Nachdem die alten Knochen sortiert sind, stelle ich fest, es ist noch alles dran und auch die Kamera ist unversehrt.

Sehr schnell bin ich mit dem fallsüchtigen Schicksal ausgesöhnt, als ein Walnussbaum in mein Blickfeld gerät. Die wenigen erreichbaren Gefallenen werden aufgesammelt. Eichhörnchen, Spike und ich danken der Natur artig für die Spende.

 

 

Die reiche Vielfalt an Feld- und Wiesenwegen setzt sich fort und auch die Streuobstwiesen begleiten mich weiter. Es ist eine Wonne, am Rande von Königsfeld dahin zu schlendern, die Kirche und Häuser im Blick. Nicht einmal muss ich hierfür in den Ort hinein.

Kunst am Feld

Keramiken stehen an einem Rastplatz, den ich nun dankend nutze. Wer einmal dem Geopfad  Keramikroute folgen möchte, kann das hier mit dem Wanderzeichen „K“ tun.

Wunderschönes Plätzchen oberhalb Königsfeld

Tierische Begegnungen in der wunderschönen Eifel

Viel Vieh steht momentan nicht auf den Weiden, vereinzelt Kühe, mehr Pferde und ein kleines Wildgehege beherbergt eine kleine Gruppe Rehwild.

Die Felder sind natürlich längst abgeerntet. Aufgrund der langen Trockenperiode sind sie nicht, wie sonst in den Monaten nach der Maat, braun und sabberig vom Regen. Sie sind hell und bieten attraktive Fotomotive, vor allem dort, wo sich die Landschaft in Hügeln bewegt.

Leider habe ich den Hinweis auf der Seite von Natur Aktiv Erleben nicht gelesen, der mir erlaubt hätte den Königssee trotz Verbotsschildern, aufzusuchen. Wanderer, die einfach nur einen Blick auf den See werfen möchten, sind willkommen. Jene, die dort angeln oder baden wollen, ist der Besuch verboten. Sei es drum, die Welt geht davon nicht unter und so nähere ich mich bald wieder dem Neuen Maarhof.

Panoramaschaukel mit Blick auf den Maarhof und das Rodder Maar

Ich hätte oben an der Schaukel vorbei wandern sollen. Mir kommt diese Wegeführung attraktiver vor. Ich folge aber dem Track und erreiche schnell wieder tiefere Lagen und damit den Maarhof.

Der Rotmilan kreist auf der Suche nach Futter über mir
Burg Olbrück wieder im Blick
Herrliche Farben und es tummeln sich unzählige Kleinvögel in den Sträuchern

Einkehr im Neuen Maarhof

Einen Kaffee und eine Portion gebratene Blutwurst mit Salat landen auf meinem Tisch. Beides mundet mir extrem gut. Die Bedienung ist sehr freundlich, der Blick in die Landschaft ein Traum. Wer mag, kann auf dem angebundenen Golfplatz Bälle schlagen.

Herrlicher Weg zum Restaurant und großem Kinderspielplatz
Hier hinauf zum Kaffee
Attraktiver Außenbereich

Fazit

Wieder einmal eine entspannende Wanderung mit kleinen Höhepunkten. Bei strahlendem Sonnenschein ohnehin ein Vergnügen. Ein Weg, der sich mit Varianten, immer wieder gehen lässt.

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