Ab Haustür auf den Wanderweg, ein Vorzug den meine Lieblingsferienunterkunft in der Eifel bietet. Heute nehme ich eine Kombination der lokalen Wanderwege unter die Füße. In unmittelbarer Nähe zu den Premiumwegen (Traumpfaden), wandere ich über besonders einsame Wanderwege in Arft.

Im Verlauf der letzten Jahre hat Volker mein Gastgeber, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Arft drei Wanderwege konzipiert. Sie sind mit farbigen Punkten markiert, rot, grün und blau und führen auf alten Pfaden durch die Region.  Während meiner Wanderung hatte ich tatsächlich kaum menschlichen Sichtkontakt. Dafür erklingt aber häufig knacken im Unterholz und davon springendes Rehwild.

Kommt mit auf einsame Wanderwege in Arft

Ein sanfter Einstieg mit dem roten Punkt

  • Start/ Ziel: Wanderparkplatz am Raßberg, 56729 Arft (Ich starte direkt an der Ferienwohnung)
  • Streckenlänge: 13 km
  • Höhenmeter: 300 m
  • GPS Track

Es ist noch früh, die Sonne steigt langsam höher und taucht die Waldwege in ein sanftes Licht. Die vierbeinige Rasselbande meines Gastgebers meldet lautstark meine Anwesenheit. Mit wachsender Entfernung verklingen die aufgeregten Laute der drei Hüter des Hauses und Stille umfängt mich.

Auf ruhigen Feldwegen dahin trödeln – wunderbar

An der Skihütte des Skiclub Mayen vorbei, folge ich dem „roten Punkt“  und lande auf dem Wanderweg unterhalb der Ferienwohnung. Etwas abweichend von dem mir zur Verfügung gestellten GPS Track wandere ich den parallel verlaufenden, etwas höher gelegenen Wiesenweg. Ein Blick über die linke Schulter, das Haus am Raßberg schaut vorwitzig zwischen den Bäumen hindurch.

Bisher habe ich ja nicht einmal wahrgenommen, das dort auf dem Dach Solarzellen wachsen. Wie oft war ich schon hier und jetzt fällt mir das auf? Tja Frau Bitzer…..

Blick auf Haus Am Raßberg

Zeit ist ein kostbares Geschenk

Nach einem sanften Aufstieg, lande ich an der L 10.  Ich blicke noch einmal zurück und erkenne in der Ferne den Schäferwagen. Er war erst gestern der Schauplatz eines großartigen Sonnenaufgangs. Sonnenaufgang am Schäferwagen

Blick auf den Schäferwagen – Rastplatz an der L10

Nach dem Wechsel auf die gegenüberliegende Straßenseite tauche ich unmittelbar in die typische Wiesenlandschaft dieser Region ein. Zur Ruhe kommen, tief einatmen und genießen. Das ist ein Reflex, der mich hier immer wieder ereilt. Egal bei welcher Witterung, es fühlt sich magisch an, vertraut und heimelig.

Die ersten Laubbäume sind schon kahl, diese hier zeigen sich noch in ihrem bunten Herbstkleid.

Herrlicher kleiner Aufstieg

In einem großzügigen Bogen lande ich erneut an der L10 und folge ihr auf einem der Straße parallel angelegten Grasweg.  Zu dem bereits bekannten roten Punkt gesellen sich inzwischen die grünen und blauen Symbole der anderen Wanderwege von Arft. Das gilt nur für eine kurze Zeit, dann trennen sich diese Wege wieder und gehen sozusagen ihren eigenen Wegen.

Nach dem Grasweg entlang der Straße ist Zivilisation Geschichte. Natur beherrrscht nun alle Sinne. Spike ist im Garten der Ferienwohnung super aufgehoben und so lasse ich mir alle Zeit der Welt. Diese herrliche Landschaft gilt es zu genießen, jeden Meter, jeden Baum und all die vielen schönen Eindrücke rings herum.

Ein Abstecher zum Wolfsberg

Inmitten des Wacholderschutzgebietes finden sich unzählige Fotomotive. Die urwüchsigen Formen der Nadelgehölze und Wacholder geben hierfür alle paar Sekunden Anlass. Ein paar Wacholderbeeren, die mir erstaunlich gut schmecken, landen in meiner Hosentasche. Vorsicht, die kleinen Beeren treiben bestimmte Tätigkeiten unserer Innereien an. ;-)

Biotop Kindgen

Hach diese Wiesenwege, mir wird es nicht leid sie zu durchstreifen, die wundersam gebogenen Stämme der Bäume zu betrachten. Selbst jetzt beim betrachten der Fotos schlägt mein Herz für diese Landschaft.

Das gemütliche Schlendern nimmt schon bald erneut ein Ende, als ich das Kindgen erreiche. Dieses am 14. Mai 2012 eingeweihte Biotop ist immer wieder ein attraktives Wanderziel für mich. Auch Spike war schon einige Male hier oben.  2012 haben Kinder aus Arft und Langenfeld Molche in den Heidetümpel gesetzt. Gesehen habe ich heute keine, hoffe aber dass sie sich seither fleißig vermehrt haben.

Von dem attraktiven Rastplatz habe ich eine schöne Aussicht auf Arft. Ob hier wohl auch ein so schöner  Sonnenauf- oder untergang erlebbar wäre? Ich denke ja!

Biotop Kindgen
Ein herrliche Platz sich den kühlen Wind um die Nase wehen zu lassen und dennoch die wärmenden Strahlen der Oktobersonne zu genießen

Von  nun an geht es bergab und durch den Herbstwald

Bergab geht nur der Weg, die Stimmung bleibt auf hohem, sehr freundlichem Niveau. Lichte Wälder darf ich durchwandern. Ein dicker, frischer und sehr bunter Laubteppich breitet sich zu meinen Füßen aus.

Feine Gräser gegen blau-weißem Himmel

Ich liebe es durch diese dicke Schicht zu schlurfen und damit die losen Blätter aufzuwirbeln. In diesem Jahr sind sie trocken und rascheln besonders schön. Während ich dies schreibe, höre ich es und versetze mich zurück in die Sonne, auf den Waldweg und in meinen Urlaub.

Das ist übrigens meine Motivation mich weiterhin mit soviel Hingabe der Fotografie und dem schreiben zu widmen. Ich erlebe alle Eindrücke und Erlebnisse mindestens zwei mal. Oft schaue ich mir meine Blogbeiträge an und erfreue mich an den bildlichen Eindrücken, staune ein über das andere Mal über die Vielfalt unserer Heimat.

Der Wind lebt inzwischen etwas auf und wirbelt die bunten Blätter zu Boden. Es ist schon lustig anzuschauen wie unterschiedlich sie sich verhalten. Die einen schaukeln gemächlich Richtung Waldboden, lassen sich mit dem Wind noch einmal hinauf tragen, bevor sie endlich zu Boden sinken. Andere wieder, rasen mehr oder weniger zu ihren Brüdern unter meinen Füßen. Nichts in dieser Welt scheint einem felsenfesten Gesetz zu folgen.

Der Menke- Park

Kurz vor Erreichen des Menke- Park küsst der Traumpfad Bergheidenweg meine Route. Auch die Traumpfadeplaner wissen was gut ist und führen durch dieses wunderschöne Heidegebiet. Schafköttel weisen darauf hin, dass auch hier die fleißigen Rasenmäher aktiv waren. Sie nehmen das Unnütze und schenken Dung.

Was soll ich groß schreiben? Die wunderschönen Wege können sich selber am besten per Bild beschreiben.

Der Raßberg

Mit 665 m ü. NHN gehört der Raßberg zu den höchsten Erhebungen der Eifel. Dr. Konrad Adenauer war es, der durch Geldspenden die Beweidung durch Schafe ermöglichte, um diese einzigartige Landschaftsform zu erhalten. Ihm zu Ehren steht am Parkplatz zwischen Raßberg und Menke Park der Konrad-Adenauer Stein.

Konrad-Adenauer Stein

Den nun folgenden Weg zu Füßen des Raßberg mit dem hohen Radio Turm habe ich schon lange in mein Herz geschlossen. Egal ob in Winterlandschaft oder Frühjahr, Sommer und Herbst, er ist einfach schön.

Turm auf dem Raßberg rechts oben

Außerdem steht unterhalb des Turms der wunderschöne Brokkoliebaum.  Jedes Mal muss ich lachen, weil diese Assoziation nicht alleine mir in den Sinn kommt.

Brokkoliebaum

Parkplatz am Raßberg – Start des Traumpfades

Nachdem ich diesen herrlichen Baum einige Mal umkreist und ca. 20 Fotos gemacht habe, ziehe ich endlich weiter und erreiche den Parkplatz am Raßberg. Hier stellen Wanderfreunde ihre Autos ab, wenn sie den Traumpfad Bergheidenweg starten. Auch meine heutige Wanderung lässt sich prima hier starten. Außerdem verlaufen hier die Loipen für die Wintersportfans und eine Rodelbahn gibt es auch.

Im Februar 2017 wanderten Tanja und ich in wunderschön verschneiter Landschaft hier. Bei dieser Gelegenheit habe ich natürlich auch Fotos gemacht. „Schneewanderung in Arft“

Eine kleine Rast in der Hütte am Rastplatz Raßberg

Letzte Station Heidbüchel

Ich muss wohl kaum erwähnen, dass die Qualität des weiteren Weges attraktiv bleibt. Bevor ich die Anhöhe zum Heidbüchel in den Blick bekomme, sehe ich die Schafherde. Welch ein Glück, ich hatte so darauf gehofft sie noch anzutreffen.

Ich muss sie immer wieder fotografieren
Da grasen sie, still und ohne Pause mampfend

Ein Stück folge ich dem Weg zum Heidbüchel, kehre dann aber wieder um, folge weiter meinem GPS Track. Es ist nun nicht mehr weit, mein Wandervormittag neigt sich schon dem Ende zu.

Haus Am Raßberg in Sicht- und Hörweite

Noch ein Stück durch dunklen Tannenwald, vorbei an gefallenen Äpfeln (die nicht mehr gut schmecken) erreiche ich meine Zielgerade.

Ich vermute, dass mich gleich die Hüter des Hauses mit ihren speziellen Begrüßungslauten empfangen werden und täusche mich nicht. Mit Erreichen der Grundstücksgrenze, am großen Trainingsplatz, ertönt schon die wütende Stimme der Hündin. Unmittelbar darauf ertönt die dunkle und schon eher furchteinflößende Stimme von Shaggy.

Foxi und Shaggy

Nur der alte Rüde hält die Goschen, dem ist das alles inzwischen zu anstrengend. Früher hat er den Job zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder „Indy“ erledigt. Ohne den, scheint ihm das alles aber nicht mehr so wichtig.  Ach Indy, ich vermisse Dich schon und Dein Herrchen erst.

Fazit

Diese Wegeführung hat meines Erachtens den Zusatz „Traumpfad“ verdient. Natürlich gewinnt er auch durch die Berührung des Traumpfades Bergheidenweg, aber auch die eigenen, nicht zu den Premiumwegen gehörenden Wege sind ein Traum. Vor allen Dingen sind sie einsam gelegen.

Wie man sehr gut sehen kann, ist der Waldanteil hoch. Wer das liebt, ist hier goldrichtig!

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