Kürzlich traf ich eine junge Frau, die sich sehr mit der Geschichte des Bergischen Landes beschäftigt. Ihre bevorzugte Methode uns diese Geschichte nahe zu bringen sind Videos unter dem Namen „Lost Local History“. Wir kamen ins schwätzen und so erinnerte sie mich an den Standtort der Burg Berge. Daheim musste ich mir natürlich eine Runde dazu aus dem Netz suchen und voila…

Ich kann mich offen gestanden nicht erinnern jemals hier gewesen zu sein. Schon merkwürdig, hab ich doch einen großen Teil der Umgebung rund um den Altenberger Dom erkundet. Dann finde ich in meinem GPS Planungsprogramm gleich drei Spaziertage, an denen ich an Burg Berge vorbei wanderte. Nun, 2017 liegt lange zurück und ich habe damals auf solche geschichtlichen Wegeteile leider selten geschaut.

Aus meiner Rundwanderung wird nichts, weil durch das Wildgehege mit Hund, das ist nicht ratsam. Das hatte ich nicht bedacht. Also laufe ich die Strecke bis zur Männrad-Brücke hin und zurück. Der Neubau der Brücke wurde nach der zerstörerischen Flut im Juli 2021 notwendig und konnte erst in diesem Sommer fertig gestellt und eröffnet werden.

Besuch der Burg Berge

Das heutige Bodendenkmal, von dem nur noch Reste erahnbar sind, wurde um 1060 vom Vater des  Adolf von Berg errichtet. Zu Gunsten des späteren Klosterbaus an der Dhünn hat man die still gelegte Burg Berge wahrhaft geplündert. Stein um Stein haben die Bauherrn sie abgetragen und im Klostergebäude verbaut. Nachhaltigkeit wurde schon vor Jahrhunderten gelebt.

Wir starten unsere heutige Tour am Altenberger Dom. Mit den Erkundungen an der Burg Berge kommen wir auf rd. 5 km mit gerade mal 60 Höhenmetern. GPX Track mit Querung des Wildparks. Es gibt aber noch eine ausgesprochen attraktive, wenn auch im Winter mit Vorsicht zu genießende, Alternative. Schaut mal rein, in meinen winterlichen Blogbeitrag aus 2017 (musste echt lachen) oder eine herbstliche Runde auf gleichen Wegen.

Altenberger Dom Garten - Weg zur Burg Berge
Vorne links der Etappenstein des Bergischen Weg
Altenberger Dom

Überall Spuren aus den Anfängen eines Klosters

Nur ein kurzes Stück laufen wir über das parkähnliche Gelände des Altenberger Doms. An einem Summstein biegen wir links ab auf eine kleine Brücke über den Pfengstbach. Ein schmaler Pfad führt hinauf zur Altenberger-Dom-Straße, die wir, gut nach den rasenden Autos schauend, überqueren. (Alle Satzzeichen richtig gesetzt?)  Kaum auf der gegenüber liegenden Seite angekommen erblicke ich schon ein Relikt aus den Anfängen der Klostergeschichte. Kloster, durch Mauern abgeschirmt, damit sie den „Gefahren“ der weltlichen Einflüsse nicht unnötig ausgesetzt waren. Solch eine, damals 1.600 m lange Klostermauer umgab auch das Altenberger Kloster.

So sahen damals die Klostermauern aus

Im Jahr 1598 hat man auch hier die Steine der ehemaligen Burg Berge genutzt, und die 400 Jahre zuvor gebaute Klostermauer zu erneuern. Auch die Klostermauer ist ein Bodendenkmal und ist damit geschützt.

Wo die Bänke stehen finde ich Burg Berge

Die Sonne scheint ein letztes Mal für die nächsten Tage. So hat es der Wettergott bestimmt. Besonders fit fühle ich mich nicht und doch muss ich, meinem Seelenheil zuliebe, raus. Welch ein Glück, dass auf dieser kleinen Runde Bänke stehen, die mir Pausen gestatten. Hoffentlich bleiben diese altehrwürdigen Bänke und Tische noch recht lange hier stehen. Für mich ein sehr schöner Anblick.

Die halten noch ein paar Jahre

Nach einer kleinen Pause stiefeln wir ins Gelände der fast unsichtbaren Burg Berge. Die Sonne hat am Mittag ihren herbstlichen Höchststand erreicht und beleuchtet den Wald auf wunderschöne Weise.

Es ist tatsächlich nicht viel zu sehen, reichlich Laub bedeckt den steinernen Untergrund. So wenden wir uns bald wieder unserer Strecke zu. Der Bülsberger Bach und weitere kleine Fließgewässer fließen der Dhünn zu. Ihren Ursprung haben weiter oben, unweit des Wanderweges und nahe Bülsberg.

Das Drüsige Springkraut leuchtet noch immer in seinen unterschiedlichen Farben
Damit hier kein Wild durchrutscht, ist der Zulauf von einem der Zuflüsse der Dhünn abgesperrt
Mit Hund also besser nicht
Ein Blick über den Zaun

Wir wandern also außen herum weiter immer

An der Dhünn entlang

Mir gefällt es hier sehr gut. Vogelstimmen, die ich nicht zuordnen kann, erreichen meine Ohren. Es ist auffällig viel Totholz hier, das Vogel und Insektenwelt eine Menge Unterschlupf bieten.

Das tote Holz darf liegen bleiben
Auch in der Dhünn liegt noch so einiges
Die Brücke über den Hortenbach, es gibt sie immer noch
Friedlich ist es hier, und trotz Naturgeräuschen, sehr still.
Das sieht nach künstlich gestautem Flusslauf aus
Blick in die Ferne, dort oben müsste man auch laufen können. Wird demnächst getestet
Die Männrad Brücke

Über die Männrad Brücke und dann links, die Altenberger Dom Straße queren und auf der anderen Seite wieder zum Dom. Die Möglichkeit ist attraktiv und bietet eine Möglichkeit der Einkehr.

Und zurück auf gleichem Weg
Zurück am Altenberger Dom
Die alte Orangerie, 18. Jahrhunderts erbaut. Die Mönche nutzten dieses Haus als Gärtnerei, insbesondere für Zitrusgewächse
Blick auf die Markuskapelle und rechts daneben ein Reiher

Damit ist die kleine Runde beendet. Der Rest des Tages ist ruhen, solche Tage gibt es, meist unvermutet und nicht planbar, immer wieder. Wie gut, dass ich Rentnerin bin. Da kann Frau sich solche Auszeiten gönnen.

Bis zur nächsten Runde grüßen euch

Elke und Jana

 

 

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6 Kommentare

  1. Hallo,
    tolle kleine Wanderung, leider werden bei mir auf versch. Browsern die Bilder nicht angezeigt und der GPS Track ist als privat markiert.

    schöne Grüße

    1. Hallo Markus
      ich habe einen meiner anderen GPS Tracks verlinkt, sollte jetzt funktionieren. Komoot muss man leider ein Abo abschließen. Das ist total blöd, ich weiß.
      Das Problem mit den Bildern verstehe ich nicht, das sind alles jpg und bei den meisten gängigen Browsern habe ich bisher keine Probleme gehabt.
      Liebe Grüße
      ELke

  2. Hallo,
    schöner Artikel wir werden das bei Gelegeneheit mal „nachwandern“.
    Leider werden bei mir in verschiedenen Browsern die Bilder nicht angezeigt.

  3. Hallo Elke, wie man es von dir gewohnt ist, wie immer, ein sehr informativer Bericht mit wunderschönen Fotos. Liebe Grüße aus der Südeifel

    1. Lieber Werner, so langsam komme ich wieder ein bisschen in Fahrt, was die Schreiberei betrifft. Das tut mir so gut, macht mir so viel Spaß. 😘
      Ganz liebe Grüße und vielen Dank für deinen lieben Kommentar.

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