Der letzte Tag ist reserviert für eine Wanderung in meinem Urlaubsort Munster an der Örtze und die Örtze wird mich heute auch ausgiebig begleiten, dafür muss der Örtzeweg herhalten.
Munster Touristik hatte mir die Flyer für die lokalen Wanderwege Örtzeweg, Fischeweg, Zapfelweg und Kartoffelweg, wobei mir der Zapfenweg besonders ans Wanderherz gelegt wurde.
Hatte ich schon erwähnt wie freundlich und persönlich die Anschreiben verfasst sind, die der Prospektbesteller als Begleitschreiben erhalten? Ich wäre ja gerne bei euch vorbei gekommen, ihr hattet aber euren verdienten Jahresendurlaub und das ihr Lieben, gönne ich ja nicht nur mir ;-)
Örtzeweg

Also versorgt euch auf der o.a. Webseite mit den nötigen Beschreibungen und druckt euch ggf. eine Karte aus. Es ist aber im Grunde auch nicht so schlimm, wenn ihr mal abweicht, denn schön ist es da wirklich überall. Nur die wesentlichen Eckpunkte wie die St. Urbanikirche und natürlich die Dethlinger Heide sollte man mit rein nehmen.
- Mein Track hatte unerhebliche Höhenmeter und 12,2 km Länge (GPS Track)
- Ich bin am Mühlenteich in 29633 Munster Ortsmitte gestartet, dort stehen genügend Parkplätze zur Verfügung.
So, dann laufen wir mal los und ignorieren den Regen, der unter schlechtesten Umständen ein Omen für das Wanderwetterjahr 1016 werden könnte, denn heute ist der 1. Januar 2016.
Ich stelle mir gerade vor, wie es wäre wenn die Sonne……..
Das mit der Sonne müssen wir noch üben
In der Hoffnung dass der heutige Tag die versprochene Stunde Sonne vorbei schickt, machen wir uns auf den Weg. Ein riesige Mühlrad motiviert meine Kamera zu einen der ersten Klicks. Inzwischen wurde das Originalmühlrad durch eine metallene Ausführung ersetzt, weil haltbarer, nehme ich an.
Am Ollershof (erstmals 1526 urkundlich erwähnt)
und den Remisen, sowie einem Backhaus und Schweinhäusern vorbei wandern wir weiter Richtung St. Urbani Kirche. Der Ollershof ist ein beachtlich gut in Stand gehaltenes Ensemble, das im Eigentum der Stadt steht und aufgrund eines Erbvertrages eine öffentliche Zugänglichkeit garantieren muss. Mehr hierzu auf der Webseite Munster
St. Urbani Kirche
Die St. Urbani Kirche zählt zu einer der schönsten alten Heidekirchen. Im unteren Teil des Turmes sind noch Ursprungsmauern aus dem 13ten JH enthalten, sehr schön zu sehen wo das Alte aufhört. Mir haben, gerade aus dieser Sicht hier, die wunderschönen Einzelelemente gefallen. Das Türmchen mit der glatten Dachhaut, wunderschön und romantisch.
Da der Turm die schwere Glocke nicht mehr tragen konnte, wurde neben die Kirche ein hölzerner Glockenturm gebaut.
Einen Innenbesichtigung war mir leider nicht möglich, da hier Gottesdienste abgehalten wurden.
Ein etwas abgerissen wirkender älterer Herr grüßt freundlich und wünscht mir ein „gesundes Jahr 2016“, sitzt auf einer Bank und dreht sich ein Zigarettchen. Das Neue Jahr wird von jedem anders begrüßt.
Stille an der Örtze
Trotz des diesigen Wetters genieße ich den Blick auf die Örtze und die Stille, die den heutigen Morgen besonders stark begleitet. Für mich ist Sylvester nicht unbedingt ein feierlicher Tag, er wird es jedoch oft durch die schöne Stimmung bei vielen Menschen.
Das neue Jahr voller Pläne und guter Vorsätze wird bereits am 1. Januar begonnen.
Eine schöne Aussichtsplattform gibt uns erstmal wieder ein wenig Schutz vor dem fleißigen Regen, der nimmermüde zu sein scheint.
Wildpark und hungriges Volk
(Pech gehabt)
Lange ist es her, dass ich so herrliche Tieraufnahmen machen konnte, danke schön Herr Hirsch, habe mich sehr gefreut. Ach ja und danke an Petrus, der hat doch tatsächlich den Wasserhahn mal eben zugedreht.
Also musste ich erahnen, dass ich nicht vom Wege abkommen soll!
Die Örtze und diverse Wassertümpel erzeugen zusammen mit dem in der Luft hängenden Dunst eine gespenstische Stimmung. Gut das Spike mich begleitet und mich so gut behütet, allein hätte ich sicher Bammel.
Inzwischen laufen wir am Zaun des Truppenübungsgeländes entlang, warum hier nicht die weiter vom Zaun weg liegenden Naturwege genutzt werden ist mir ein Rätsel. Attraktiv finde ich die Wegeführung in diesem Bereich nun nicht gerade.
Vielleicht bin ich bekloppt, aber ich bin begeistert von der Atmosphäre.
Leider hat die Gastronomie einheitlich beschlossen dicht zu halten, somit war dann mein Abendbrot tatsächlich Brot, karg mit Käse und Tomaten, dazu ein Schlückchen Heidehonig.
Der Schäfer
Das war Pech, aber verhungern tue ich auch nach einer Woche fasten nicht, habe ja genügend Reserven. Bei der Suche nach Futter laufe ich durch den Ortskern und erlaube mir ein Schäferviertelstündchen, um eine geeignete Perspektive auf diese Figurengruppe auszutüfteln.