Gestern habe ich mir endlich mal den Traumpfad Vulkanpfad gegönnt, bzw. den Weg aus dem Rother Wanderführer – Eifel, Wanderung Nr. 38, mit ein paar km mehr. Die Kletterwand, Ettringer Lay habe ich natürlich auch mitgenommen. Übrigens wer den Traumpfad nach GPS Daten laufen möchte, wird sich in der Nähe der Siewe Stuwe wundern. Die GPS Tracks stimmen nicht mehr. Aufgrund eines Erdabbruches an der Kraterkante wurde die Wegeführung geändert. Eine sehr vorteilhafte Änderung, wie ich finde.
Traumpfad Vulkanpfad – Ettringer Lay und Kottenheimer Winfeld
Das Wetter versprach nicht, was es dann hinterher geliefert hat. Schon deshalb bin ich froh, dass ich bei äußerst dunklen Wolken am Himmel doch losgefahren bin. Kein einziges Tröpfchen hat mich erwischt. Nur der Wind war teilweise beängstigend, vor allem auf höher gelegenen Aussichtspunkten. Einige dieser Böen hatten die Kraft einen erwachsenen Menschen ein Stück zur Seite zu bugsieren, also war dort Vorsicht angesagt, wo die Wege schmal waren und der Abhang tief.
Ein Objektiv verabschiedet sich auf immer
Aber viel schrecklicher als der Wind ist die Tatsache, dass mir mein „Immerdabei Objektiv“ herunter gefallen ist und der Autofokus nun kaputt ist. Mit einem 70-300ter Tele konnte ich zwar einiges nahe heran holen, auch Makros geht, aber Weitwinkel konnte ich knickten und von meiner kleinen Knipse war der Akku fast leer. Übelst, das war eine Tour mit Tricks, fototechnisch gesehen.
Ok, genug gejammert! Der Tag ist super schön geworden, trotz der anfänglichen Mißerfolge. Ich starte am Parkplatz nahe den Gruben und der Ettringer Lay, wo sich gerade ein PKW mit lauter jungen Leuten entleert, die ganz offensichtlich an die Kletterwände wollen. Der Kasten Bier für die Anschlußfeier wird vorsorglich aus dem warmen Auto in die kühlen Brennnesseln gestellt. Ideen muss man haben, da geht so schnell niemand ran!

Ich hätte zuviel Schiss für solche Hangeleien und später sehe ich einen, der vollkommen ohne Sicherung da oben herum turnt. Sowas finde ich wirklich lebensmüde.
Durch die drei Lavaströme des Bellerberg-Vulkans entstanden drei bedeutende Basaltabbaugebiete: Das Mayener Grubenfeld, die Ettringer Lay und das Kottenheimer Winfeld. Ettringer Lay und Kottenheimer Winfeld kann man auf dieser Wanderung aus der Nähe ansehen.
Junker Konrad Schilling von Lahnstein schenkte den Kottenheimer Bürgern seinen Waldbesitz. Der Basaltfindling stellt die Schenkung des Waldes dar. Der Ort Kottenheim hat seine Grabplatte von 1539 in die Wand der Pfarrkirche St. Nikolaus eingelassen.
Auf felsigen Wegen geht es nun zum nächsten Kletterparadis, dem
Kottenheimer Winfeld.
Auch hier finden sich etliche Hinweistafeln zur vulkanischen Geschichte und natürlich die Menschen, die an der Wand kleben.
Ich möchte aber nicht wissen, wieviele da schon herunter gestürzt sind. Ein Albtraum. Übrigens erfordern die Wege hier auch eine gewisse Trittsicherheit. Über dicke Steine geht es weiter Richtung „Sieben Stuben“
Ich habe es nicht getestet, aber vor mir hier gewesene berichten, das Wasser schmecke stark eisenhaltig. Auch Herr Andrack hat sich darüber ausgelassen. Ein netter Bericht von ihm hier
Auf jeden Fall bekommt man rote Finger, wenn man die steinernen Flächen anrührt.
Nun aber weiter auf dem Weg:
Immer wieder treffe ich auf solche verletzten Bäume und ich frage mich, ob des Wanderers Glück solche Hinterlassenschaften rechtfertigt? Ist es wirklich nötig alte Wegezeichen aus den Bäumen zu schneiden?
Hier zu wandern ist traumhaft, wenn auch anstrengend.
Tagsüber haben hier überwiegend Frauen und Kinder Schutz gesucht.
Der Weg dort hin und während dessen ist auch wieder mit zahlreichen Hinweistafeln versehen. Ich muss sagen, für einigermaßen sportliche Kids ist die gesamte Tour sicherlich eine spannende Entdeckungsreise durch die Vulkangeschichte und vor allem, was der Mensch aus dieser „Naturkatastrophe“ dann an Nutzen gezogen hat.
Der versteckte Bunker
Ein Lob an die vielen Menschen, die sich hier darum kümmern, dass unsere Geschichte nicht verloren geht.
Und wer noch mehr von der gesamten Tour sehen möchte, schaue sich diese Diashow an.
Zu dieser Tour kann ich nur sagen, mein Kopf war voller Eindrücke. Die von mir gelaufene Strecke waren nur 12 km, aber sie waren auf gewisse Weise anstrengend, nicht nur wegen des Auf- und Ab im Gelände, sondern wegen der zahlreichen Informationen und dem Wissen, dass ich bei weitem noch nicht alles gesehen und geistig aufgenommen habe.
Ihr werdet mich dort mit Sicherheit nochmal antreffen.
Wer sich vorab zur den Traumpfaden Informationen erlesen möchte, kann dies gut in den kleinen Wanderführers des idee media Verlages tun. Unter dem Thema „Schöneres Wandern“ gibt es die beiden Bücher zu den 26 + 1 Traumpfaden. Inzwischen gibt es ein aktualisiertes Buch, siehe Abbildung links, darin sind alle Traumpfade vereint.
Ach, wunderbar, mit dir da noch mal zu gehen. Wir sind anders herum gewandert, was keine Absicht war, aber für uns besser. An den ’schlimmen‘ Stellen ging es rauf und nicht runter. Schöne Fotos hast du gemacht, herrlich. Ich denke, das war mit eine der schönsten Wanderungen, die ich je gemacht habe.
LG, Franka
Ja dieser Weg hat mir auch unglaublich gut gefallen. Bei schönem Wetter und guter Laune, mit vielen Informationen und viel für meine Augen :-)
Stimmt, das ist eine der schönsten Touren :-)
LG Elke
Hallo Elke. Ich war jetzt (endlich!) auch mal wieder auf dem Vulkanpfad unterwegs. Wenn auch nicht bei so schönem Wetter wie Du …
Der Pfad ist tatsächlich so abwechslungsreich, dass man ihn mühelos mehrmals gehen kann und du hast ihn fast vor der Tür :-)
Klasse Fotos, hast du da präsentiert.
Die Bus- und Bahnverbindungen auf Streckenwanderungen sind ein Problem, vorallem in der Woche werden manche Gegenden garnicht angefahren und am Wochenende eben nur alle 2 Stunden und der letzte Bus fährt am Nachmittag. Das kann Stress machen. Deshalb wandere ich am liebsten rund! :-)
Hallo Elke,
ein schöner Bericht. Ich habe den Vulkanpfad im letzten Jahr bewandert. Es gibt sicher noch einiges dort drumherum, was man sich einmal wandertechnisch merken sollte. :-)
Gruss
Michael
Ja, Michael da möchte ich auch noch einmal hin, schon allein wegen dem Vulkangewölbe in Mendig. An einem passenden Tag wird das nachgeholt. Selbst den Pfad selber, würde ich nochmal laufen.
Beeindruckend, Elke, und trotz ‚fototechnischer‘ Probleme wiederum tolle Bilder!! Du, die Fahrt dorthin muss doch auch für Dich ne ziemlich lange Strecke gewesen sein?! Ich schau direkt mal nach, wo Belberg oder Kottenheim liegen. Auf jeden Fall eine märchenhaft schöne Tour sozusehen.
Ja Guido, das waren knapp 100 km zu fahren, ist noch gerade so erträglich, diese Entfernung. Am liebsten kombiniere ich das allerdings mit einem Aufenthalt bei meinem Sohn in Linz, dann kann ich am nächsten Tag nochmal irgendwo da in der Gegend los.
Das alles liegt in der Nähe von Mayen.
100 km Autofahrt finde ich noch ok. Ich habe Blogs abonniert von Leuten, die prinzipiell alles mit Öffis machen wollen und so 3 Stunden und mehr unterwegs sind (eine Fahrt). Respekt und alle Achtung, aber für eine Eintagestour wäre mir das zuviel. Ich meine, gestern war ich auch mit der Bahn unterwegs, aber die Rückfahrt war ne knappe Stunde, ökologisch völlig vertretbar, würde ich sagen. Zumal ich anschließend noch ein gutes Stück radeln musste. Allerdings: hätte ich den einen Zug verpasst, hätte ich 2 Stunden auf den nächsten warten müssen, weil Wochenenddienst war!!! Das gibt unterwegs auch einen gewissen Stress, den man als Wanderer nicht gerade braucht. Hat aber alles gut geklappt, sodass auch meine nächste Wanderung auf dem GR 5 mit der Bahn stattfinden wird.