Die Zecke – Klitzeklein und sehr gemein

Die Zecke ist ein ziemlich unberechenbares und nahezu unkaputtbares Tierchen, zumindest was Umwelteinflüsse betrifft und sie schafft es auch 1-2 Jahre ohne ihr Nahrungsmittel auszukommen. Ich kenne nicht einen Menschen, der einer Zecke etwas Positives abgewinnen kann.

Kump_und_Heidberg (17)

Die Zecke fällt nicht, wie so häufig angenommen, vom Baum, sondern lauert auf Gräsern, um sich im richtigen Augenblick am vorbei laufenden Wirt festzusetzen, das kann eine Hose sein oder die haarigen Beine unserer Vierbeiner. Sie fliegt nicht und kann auch nicht springen.

Die Zecke mag feuchte Witterung

Wenn die Tage trocken sind, die Temperaturen hoch, dann ist die Wahrscheinlichkeit sich eine Zecke mit heim zu nehmen relativ gering. Hat es jedoch geregnet und die Gräser sind feucht, dann rappelt sie sich auf und wartet auf Grashalmen, Kräuterhalmen im Laub und Baumstümpfen auf einen passenden Blutspender.

Schatten und Feuchtigkeit sind also für Zecken ein ideales Antriebsmittel und da sie wahre Hungerkünstler sind, tun sie uns auch nicht den Gefallen an einer Hungersnot einzugehen. Lediglich starke Fröste (unter zehn Grad), möglichst ohne schützende Schneeschicht, machen den kleinen Tierchen zu schaffen.

Entwicklung der Zecke – Ei – Larve – Nymphe

So eine Zecke hat, das wusste ich auch nicht, etliche Entwicklungsstadien. Das Ei, ich denke das ist jedem klar, krabbelt noch nicht.

 

Die nächste Generation
(c) Thorben Wengert_pixelio.de

Die Larve……

….ist allerdings auf Wirtsuche, nutzt dafür ihre sechs Beinchen, um auf diesen zu krabbeln (igitt), saugt sich voll und plumpst anschließend wieder herunter um sich in geschützter Vegetation zur Nymphe zu entwickeln (Häutung). Häutet sie sich im späten Sommer, hat sie erst im darauf folgenden Sommer die nötigen Voraussetzungen sich weiter zu entwickeln.

Nymphe

Die hat bereits 8 Beinchen und belästigt, genauso wie die ausgewachsene Zecke,  ihre wirtliche Umwelt sobald die Außentemperaturen über 10 Grad erreichen. Sie sucht sich, bevorzugt bei feuchter Witterung, einen Wirt, saugt sich voll, häutet sich anschließend zur weiblichen oder männlichen, erwachsenen Zecke.

Zeckenmänner sind genügsam……

und saugen kein oder nur wenig Blut. Hungrig sind die Weibchen, die sich am Wirt andocken und dort 8-10 Tage bleiben bis sie so satt sind, dass sie sich zur Eiablage zurück ziehen können. Während des Saugvorgangs wechselt die Farbe des Hinterleibes von rötlich über rotbraun nach grau. Die männlichen Zecken, immer auf der Suche nach Weibern, können Wochen auf dem Wirt verbringen.

Kugelrund und satt
(c) Jarmila Zahradka pixelio.de

Vorbeugende Maßnahmen gegen Zeckenbisse

So wunderbar es ist, im Sommer mit kurzen Hosen und T-Shirts unterwegs zu sein, der perfekte Schutz ist und bleibt die Kleidung. Die Hose sollte gut abschließen, ggf. in die Socken stecken. Shirts möglichst in den Hosenbund verfrachten.

Auf hellen Kleidungsstücken fallen Zecken schneller auf und können schon unterwegs abgestreift werden.

Verschiedene Mittelchen zum Einreiben werden im Handel angeboten, ob sie helfen kann ich nicht sagen. Es wird empfohlen diese Mittel ggf. auch auf die Kleidung zu bringen. Zur Sicherheit immer gründlich die Anwendungsanweisung durchlesen.

Zeckenbiss – Was tun?

Zunächst Ruhe bewahre! Die Zecke schnellstmöglich entfernen oder entfernen lassen!

In jeden Wanderrucksack

gehört eine Zeckenkarte- oder zange sowie  Desinfektionsmittel und Pflaster. Ganz hilfreich ist ein Kugelschreiber, um die Bissstelle zu markieren.

Zeckenutensilien

Puhlen, drücken oder sonstige Panikreaktionen sind zu vermeiden. Wer sich nicht traut, geht besser sehr zeitnahe zum Arzt und lässt diesen das fiese Tierchen beseitigen. Bei meinem Hund bekomme ich die Plagegeister noch am ehesten mit etwas längeren Fingernägeln heraus gezogen. Das ist aber wirklich nicht jedermanns Sache, außerdem sollte der Kontakt mit dem Speichel vermieden werden.

Beim Entfernen des Tierchens die Zeckenkarte, bzw. die Zange immer so tief wie möglich ansetzen, um den Kopf gleich mit zu beseitigen. Ruhig aber nachdrücklich ziehen, bei sehr kleinen Tieren evtl. drehend heraus ziehen.

Nachsorge

Eine Zecke trägt meist in ihrem Darm Bakterien, die Borrelien. Diese verhalten sich ruhig, solange die Zecke kein Blut leckt. Sobald eine Mahlzeit begonnen wird, steigen die Borrelien auf in den Speichel der Zecke und werden mit diesem auf den Wirt übertragen.

Nach einem Zeckenbiss notiere ich das Datum, kennzeichne die Einstichstelle mit einem Kugelschreiber und kontrolliere mehrmals wöchentlich ob sich an der markierten Stelle eine Veränderung ergibt.  Da die Abwehrkräfte eines gesunden Menschen sehr stark sind, ist die Anzahl der Borrelien ziemlich gering, sie überleben aber unter Umständen Jahre.

Wanderröte

Ein deutliches Zeichen einer beginnende Lyme-Borreliose ist  die so genannte Wanderröte. Die Wanderröte ist eine ringförmige Rötung um die Bissstelle und bildet sich in den Tagen bzw. Wochen nach dem Zeckenbiss. Hier ist ein Arztbesuch unabdingbar, der dann Antibiotika verordnen wird.

Gelesen habe ich, dass der Körper erst verzögert nach Befall durch Borrelien Antikörper bildet.. Eine Blutuntersuchung auf Antikörper kann zu diesem Zeitpunkt ein verfälschtes Ergebnis zeigen. Es ist also sinnvoll sich selber sehr gut zu informieren, bzw. einen mit Borreliose vertrauten Arzt aufzusuchen.

Mehr Informationen auf „Zecken.de

FSME – Frühsommer-Meningoenzephalitis

FSME ist eine durch Viren verursachte Entzündung im Gehirn, Gehirnhaut oder Rückenmark. Auch hier sind die Zecken verantwortlich, wobei der Schwerpunkt der Verbreitung im Süden Deutschlands liegt. Natürlich tragen Zecken im Ausland diesen Virus mitunter auch mit sich herum.

Ein Impfung ist möglich und schützt lebenslang vor Infektion. Informationen zu FSME findet ihr hier: Impfen-Info

 

Zuletzt noch ein Tipp für Hunde- und Gartenbesitzer

Unsere Vierbeiner sollten noch bevor sie im heimischen Garten ein Ruhepäuschen einlegen, auf Zecken untersucht werden. Voll gesogene Zeckenweiber legen ihre Eier in den Garten, sind es zwei oder drei oder gar noch mehr, züchten wir in den Gärten eine Zeckenpopulation ohne Gleichen, den Wirt liefern wir den niedlichen Tierchen gleich mit.

 

 

 

 

 

10 Kommentare

  1. Liebe Elke, da bist Du mir zuvorgekommen. Ich war auch gerade dabei, einen Artikel über Zecken zusammenzustellen. Ich habe schon mehrfach ganze Zeckenschwärme von meinen Beinen abklauben dürfen. Einmal waren es 17 Stück. Aber ich bin immer verschont geblieben von möglichen Folgeerkrankungen. Zu dem Thema Zecken einschicken!J a, das kann teuer werden. Und selbst wenn die Zecke im Labor sich als Borrelienträger outet, heißt das noch lange nicht, dass man dann auch angesteckt ist. Denn Borrelien wandern in der Regel erst 24 nach dem Biss von der Zecke auf den Wirt. Das heißt: Unter Umständen macht man eine Antibiotika-Therapie, die gar nicht notwendig ist. Und wie sieht es dann eigentlich mit der Bezahlung aus? Das Labor bezahlt man selbst, das ist klar. Aber bezahlt die Krankenkasse die Therapie, selbst wenn man nur auf Verdacht behandelt wird?

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  2. Wir hatten diesen Sommer schon jeder eine. Vor etwa 13 Jahren hatte ich „wohl“ einen Biss aber da ich auch eine generelle Allergie gegen Insektenstiche habe, hat mich der rote Flatschen auf meinem Oberschenkel nicht so sehr irritiert, aber als er nach 3 Wochen nicht wegging, ging ich zum Arzt.Das war eine solche „Bilderbuchwanderröte“ das der Arzt sie für seine Unterlagen Dokumentiert hat und auch rasch seine Arzthelferinnen reinrief. Silke als Schauobjekt. Was folgte waren wochenlange Antibiotika und so richtig los wird man die Borrelien nie.Letzten Sommer hatte ich auch wieder eine aber diesmal war ich schneller beim Arzt.

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  3. Liebe Elke,
    ein Kollege von mir berichtete mal, dass er Zecken, die ihn gebissen haben und offensichtlich schon länger als 2 Stunden an ihm gesaugt haben, nach dem Entfernen auf einem Klebestreifen fixiert und sie zur Apotheke bringe, die dann untersuchen, ob diese Zecke Borrelien in sich trägt. Hast du davon schon mal gehört? Das sei wohl günstiger als die eigene Blutuntersuchung, die, wie du auch geschrieben hast, nicht sofort nach dem Biss etwas bringe. So könne man im Falle eines Falles früher mit der Behandlung beginnen.
    Gruß
    Aurora

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    • Ja, die Möglichkeit gibt es, kostet aber um die 30 Euro. Die Apotheke schickt die Zecke ins Labor und untersucht sie auf alles was man möchte. Dadurch ist aber nicht sicher fest gestellt, ob die Zecke auch Borrelien abgesondert und ins Blut übertragen hat.

      Jedes Mal 30 Euro, wäre für manche Menschen teure Sommer :D, bei Facebook schrieb eine Dame, sie sammelt in einem Sommer rd. 10 Zecken. Puh, da bin ich echt gut dran.

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