Hahn und Henne im SchwarzwaldHahn und Henne im Schwarzwald. Damit sind nicht die lebenden Flattermänner gemeint, die so häufig auf unseren Tellern landen, sondern die Teller  selber. Die Zeller Keramik gibt es seit über 100 Jahren, den Genießerweg „Hahn und Henne“ bei Unterharmersbach erst seit 2015.

Zur Einweihung des Genießerpfades Hahn und Henne fand ich einen Artikel bei „baden-online“. Die Idee diesen Wanderweg so zu gestalten entstand im November 2014 und bereits im September 2015 wurde er eingeweiht. Logisch ist, dass hier ein unglaublicher Einsatz aller Beteiligten nötig war. Die Begehung des Sachverständigen vom Deutschen Wanderinstitut brachte diesem Weg dann auch auf Anhieb 76 Punkte ein. Ein sehr hohes Ergebnis für eine Erstbegehung.

Hahn und Henne im Schwarzwald

  • Start/ Ziel:  Spielplatz Adler, nähe Gasthaus Schwarzer Adler (Hauptstraße 205) 77736 Zell – Unterharmersbach (kostenlos) oder Parkplatz Sportplatz Unterharmersbach
  • Streckenlänge: 15,6 km
  • Höhenmeter: 610 m
  • GPS Track
  • Einkehrmöglichkeiten: Mehrere auf dem Weg, mir hat der Bergbauernhof sehr sehr gut gefallen

Eine kleine Weile laufe ich durch die Baustellen verzierte Ortslandschaft, schlendere an einem definitiv von menschlichen Ferkeln heimgesuchten Spielplatz (Da hilft auch eine MüllWegApp leider nicht) vorbei und lande alsbald in einem kleinen Waldstück. Tief grün und schattig zieht sich der kleine Weg dahin.

Verliebt in eine Region und in mein Heimatland

Sehr schnell eröffnen sich mir Möglichkeiten in die wunderschöne Schwarzwaldlandschaft zu spähen. Stille herrscht hier und in der Folge auch in mir.  Mehr als jede Bank und jede Installation, genieße ich diese wunderbare Landschaft. Ausgesprochen still ist es hier, kein Motorenlärm klingt an mein Ohr, nur das Summen und Brummen der Insekten und das fröhliche Singen der geflügelten Welt.

Hinterhambach

Mein Aufenthalt im Schwarzwald liegt nun schon einen Monat zurück, aber an das Gefühl bei dieser Wanderung erinnere ich mich noch sehr genau. Unbeschreiblich ist aber ohnehin dieses Gefühl so gerne in meinem Heimatland unterwegs zu sein. Wie dankbar sollten wir sein, in einer so schönen und abwechslungsreichen Natur unterwegs sein zu können, ohne eine Landesgrenze zu überschreiten.

Ein Ausblick zum weg träumen
Zeichen, denen ich folge rechts am Baum

Wasserräder und Transmissionen

Das Wasserräder genutzt wurden, um Energie zu übertragen, das war mir bekannt. Die Wasserkraft aber mittels einem komplizierten Leitungs- Räder und- Riemensystem in entfernter liegende Höfe zu lenken, das erscheint mir schwierig. Wer sich das erdacht hat war ein schlauer Kopf und von denen gibt es immer welche, die den Fortschritt dann sichern.

Hahn und Henne zum Sitzen

Die nächste Station bietet zunächst mal ein höchst einladendes Wassertretbecken und wunderschönes Mobiliar am Rastplatz. Alle Elemente lehnen sich an die Motive der Zeller Keramik an. Auch der Rast – Pavillon ist wunderschön.

Wenn Wald- und Wiesenwege wechseln

fühle ich mich besonders wohl. Gerade im Sommer ist der Erholungswert nach größerer Wärmeeinstrahlung auf Freiflächen i

Ein Anblick zum tiiiiiif einatmen
Fingerhüte hier und da + eine weitere Hahn und Henne Bank

Ein paar Waldeindrücke

Selbst dieser breitere Wanderweg versetzt mich in Entzücken, aufgrund seiner Lichtspiele
Birkenwäldchen dieser Art sind von sich aus schon wunderschön
Sanfte Farben

Ich bin voll auf der Höhe

Ganz nahe am Bauernhof Höllhaken haben die kreativen Wegegestalter und deren Helfer/innen dem Wandervolk einen geradezu himmlischen Rastplatz angelegt. Natürlich bestimmt auch hier das Thema des Wanderweges „Hahn und Henne“, die Motiv- und Gestaltungswahl.

In dem bärtigen Gesellen, aus einem Baumstumpf gestaltet, finde ich zwei Flaschen Schnaps und Gläser. Gegen einen Unkostenbeitrag können sich trinkfestere Gäste als ich es bin, bedienen.

Bei diesem Kaiserwetter hier so mutterseelenalleine sitzen zu dürfen ist ein Geschenk des Lebens. Die Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen und sitze hier eine recht lange Weile und lausche den Naturgeräuschen rings herum, denn anderes gibt es hier nicht.

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Das Fenster am Waldrand

Jede Rast hat irgendwann ihr Ende erreicht. Stunden kann man hier verweilen, einfach so dasitzen, aber ein Wanderweg ist ja nicht einfach irgendwo zu Ende, der will gänzlich erkundet werden. Also Popo hoch und weiter ziehen, um dann am Ende des Wiesenpfades schon wieder staunend stehen zu bleiben.

Sanft von der Sonne beschienen steht sie da, die Vorderseite einer Hütte, mit einer Bank davor. Das Symbol dieses besonderen Wanderweges in Tellerform seht ihr links oben an der Wand.

Holzfenster-Fassade am Waldrand

Vesperstube Bergbauernhof

Hahn und Henne, das Thema des heutigen Tages

Ein Höhepunkt jagt den nächsten, denn nun erreiche ich den so attraktiv gelegenen Bergbauernhof. Alles ist ruhig dort und sieht noch geschlossen aus. Ein freundliches Winken des Hausherrn lässt mich näher treten und meinen Wunsch nach einem Kaffee äußern.

Ziemlich flott steht das von mir so bevorzugte, schwarze Getränk auf dem Tisch. Bei angeregter Unterhaltung verfliegt die Zeit wie im Fluge und die Tasse leert sich.

Auch hier wäre ich gerne noch viel länger geblieben, doch ein Tag hat nur begrenzte Stunden und Spike wartet wie immer.

Bergbauernhof

Ihr könnt euch sicher sein, der Blick zurück hatte etwas verliebtes. So schön und still gelegen, so anmutig die Komposition und so natürlich. Ganz nach meinem Geschmack.

Ein wenig schlapp in den Beinen und im Geiste

Langsam ziehe ich weiter, die zahlreichen Pausen ermüden ein wenig und sicher auch die Vielzahl der Highlights. Es dürstet mich nach einfachem Wandern, einfach so dahin, durch Wald und Flur. Aus diesem Grund fotografiere ich zwar noch, schlendere aber an allem was mir so positiv auffällt vorbei.

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Der ruhige und himmlisch grüne Wald und über den Schottenhöfen

Aus dem hellen Sonnenlicht wechselt mein Weg wieder in ein sehr schönes Waldstückchen. Dicke Baumstümpfe, mit Moos bewachsen, dazwischen grobes Gestein. Nadelgehölz und Laubbäume wechseln sich ab.

Auf einer Tafel wird mir die Bedeutung der Schottenhöfen erklärt, und ja der Name ist tatsächlich von den Schotten abgeleitet, die hier angesiedelt waren.

Am Haldeneck

Etwas runter gekühlt, äußerlich und innerlich, taucht auch schon wieder der freie Blick in die Schwarzwaldlandschaft auf. Ein breiter, ausgesprochen attraktiver Weg führt mich zum Haldeneck (ebenfalls ausgesprochen attraktiv)

Auf der Tafel neben den Wegeschildern steht eine kleine rührige Geschichte geschrieben und ein Liedtext.

Auf dem Haldeneck
Im Gedenken an die sechs deutschen Gefallenen im April 1945

Mit hinreißenden Blicken in die Tiefe der ländlichen Umgebung wandere ich zügig an Rastplatz und den beiden in ein Vesper vertieftes Paar vorbei.

Von nun an bin ich etwas flotter unterwegs, wundere mich unterwegs jedoch immer wieder über die wechselvollen Wege. Die Natur in dieser Region, die Art und Weise wie die Hofschaften in den Kuhlen der Landschaft liegen bieten schon in sich einen sehr reizvollen Anblick.

Selbst solche eigentlich einfachen Wege, finden durch ihren geschwungenen Wegeverlauf meine Zustimmung.

Auf dem Mühlstein

Hier geht es erheblich lebendiger zu. Gäste ziehen Richtung Gasthaus Vogt auf Mühlstein und ja, es ist wunderschön hier. Trotzdem ziehe ich ohne eine weitere Rast weiter. Mir ist nach Ruhe und Einsamkeit, sie tut mir heute gut.

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Wegegleich verläuft hier der Obstbrennerweg mit seinen schön gestalteten und sehr informativen Tafeln.

Noch einmal werde ich aus einem relativ gedankenlosen wandern wach gerüttelt. Informationen verarbeiten, über die Obstverwertung in der Region, die sehr stark auf alkoholhaltige Getränke gewichtet ist.

Und dann noch die munteren Junghengste, die einem Fotografen zeigen sollen wie temperamentvoll sie sind. Es macht Spaß eine Weile hier oben zu stehen und auf die Jagden zu schauen. Mein Kamera-Tele ist leider nicht weitreichend genug, um hier wirklich schöne Aufnahmen hinzu bekommen. So kann ich meine Erinnerungen nur eingeschränkt teilen.

Das gefleckte Knabenkraut hingegen, hat sich in erreichbare Nähe gestellt.

Mostbänkle

Nein, ich ziehe weiter, auch wenn es sich gut anfühlen würde jetzt im Schatten der dichten Baumkrone dahin zu träumen.

Was sich an Wolken über mir versammelt ist wunderschön. Bauschig und als skurrile Gebilde ziehen sie am Himmel.

Hahn und Henne im Schwarzwald
Wolkenspiele

An der Heugrabeneck Hütte vorbei werde ich auf den Unterharmersbach Panoramaweg geführt, der kurz nach seinem Beginn schon wieder eine Überraschung bereit hält.

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Hölzerne Gesellen und ein weiterer Rastplatz

Wunderschön geschnitzte Holzfiguren wurden am Wegrand platziert. Die Gesichter detailliert und sie fühlen sich gut an. Anfassen ist in diesem Wald nämlich erlaubt, ebenso wie das konsumieren des geistigen Getränkes am nun bald auftauchenden Rastplatz.

Hinunter und zurück nach Unterharmersbach

Den Schlussakkord bildet der Abstieg nach Unterharmersbach und an einem großen Hof vorbei. Nicht zum ersten Mal erklingen die Stimmen der Rinder, aber erstmals auf dieser Runde erklingt auch Hahnengeschrei.

Der Verdacht steigt in mir auf, dass ein tierischer Wächter hier oben platziert ist, der unten das Vieh warnt „Wanderer im Anmarsch, gebt was ihr könnt“

Es bleibt also wirklich schön, bis zum letzten Meter, naja den Spielplatz mal ausgenommen, der jetzt von Kindern und Eltern bevölkert, aber noch immer von Unrat übersät ist.

Für mich bleibt das Fazit:

unglaublich abwechslungsreich mit vielen kleinen und großen, fantasievoll gestalteten Details. Die Weg sind auch drei Jahre nach Eröffnung noch sehr gepflegt. Dieser Genießerpfad ist natürlich, wie alle anderen seiner Art, sehr gut beschildert, sodann ein Verlaufen sehr unwahrscheinlich ist.

Eine Zusammenfassung aller meiner Touren während meines Urlaubes wird es hier geben. „Urlaub 2018  im Nordschwarzwald“

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