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Manchmal werde ich von außen mit der Nase auf Entdeckungen gestoßen. So geschehen, als Rouven Meidlinger Vertreter der planlauf GmbH, mir eine Zusammenarbeit anbietet.  Mit der Hike & Seek App für Entdecker unterwegs im Aachener Wald, erinnert mich das Erleben an „Ich sehe was, was Du nicht siehst…“

Hike & Seek App für Entdecker

Was macht die Hike & Seek App?

Die Hike & Seek App (bislang nur für iOS verfügbar)  bedient sich eines 3 D Geländemodells aus dem Bäume und Gebäude herausgerechnet sind, Bodenstrukturen jedoch erhalten bleiben. Auf diese Weise können interessierte Wanderer/innen mit ein wenig Übung einige Geheimnisse lüften, die den Vorbeiwandernden gewöhnlich verborgen bleiben.

Wie das funktioniert erfahre ich im Verlaufe unserer kleinen Wanderung auf der Grenzroute 5 – Unterwegs im Öcher Bösch.

Wer ist Rouven Meidlinger?

Rouven habe ich im Teutoburger Wald kennen gelernt. Während ich ziemlich blind für menschliche Wesen durch die Gegend wandere und jede Brombeere wahrnehme, ist Rouven aufmerksamer und identifiziert mich als diejenige die ich bin. Allerdings ahne ich hiervor nichts, so unterhalten wir uns am Abgrund des alten Steinbruches auf dem Tecklenburger Bergpfad. Erst nach meiner Heimkehr erfahre ich von unserem Zusammentreffen. Ist schon ein komisches Gefühl ahnungslos erkannt zu sein. :)

Rouven hat in jahrelanger Arbeit und mit Hilfe einiger fleißigen Unterstützer die App entwickelt, um die es in diesem Beitrag geht. Insbesondere seine Homezone in Aachen hat er hierfür oft mehrfach täglich erwandert, um die Ergebnisse der Darstellung in der App stetig zu verbessern. Ein Projekt das offensichtlich mit sehr viel Herzblut verfolgt wird.

Und los geht´s mit der Hike & Seek App für Entdecker

Screenshot iPhone – Hike & Seek App

Monate später treffen wir uns nun erneut, dieses Mal in seiner Heimatstadt Aachen. Nach der herzlichen Begrüßung bekomme ich ein iPhone in die Hand gedrückt und eine kleine Einweisung in die Hike & Seek App. Ein schmaler Kreis, wie mit Bleistift gezogen, zeigt den Streckenverlauf auf dem Display. So kenne ich es von meiner Art zu navigieren, also nicht neu.

Oberhalb der Geländedarstellung kann das Höhenprofil eingeblendet werden. Auf diese Weise können wir vor und während eines Anstieges die Sauerstoffzufuhr rechtzeitig steigern und schon mal ausatmen, wenn es bergab geht. Auch wenn ich die Funktion eher selten nutzen würde, ist sie für viele Wanderer ganz sicher ein nützliches Instrument, so auch für Rouven.

Während der gesamten Wandertour habe ich alle relevanten Daten ständig im Blick. Die GPS Daten sind sehr genau und auch der Routenverlauf in der App akribisch genau dargestellt.

Verschiedene Nutzermodi

Drei verschiedene Modi stehen dem Nutzer zur Verfügung: Explore, Navigate und Follow. Individuelle Bedürfnisse lassen sich damit leicht befriedigen. Zoomen, die Ansicht drehen oder einfach navigieren, alles geht und alles wird auf der Webseite: http://hikeandseek.de/Funktionen/ erklärt und mit Videos selbst für Dummies wie mich leicht verständlich.

Nichts zu sehen, aber die App zeigt etwas an
Screenshot iPhone – Hike & Seek App
Bunkerreste, die ich niemals entdeckt hätte, wäre die Erhebung nicht deutlich in der 3 D App sichtbar gewesen

Faszinierend, aber heute hätte ich ohne den Hinweis von Rouven wohl nicht gesucht, was es hier zu finden gibt. Genau das ist aber der Vorteil dieser App. Sie zeigt Dinge, die dem normalen Wanderer verborgen bleiben.

Der Aachener Wald – Aachener Reich

Aachener Reich (12. – 14. Jahrhundert), das klingt irgendwie makaber, ist es aber nicht. Das Aachener Reich umfasste früher das Herrschaftsgebiet um die „Freie Reichsstadt Aachen“ Die 70 km lange Grenze wurde damals mit Adlersteinen markiert, die heute teilweise noch stehen.

Adlerstein

Huch, Rouven hat mir so viel erzählt, das fließt nun irgendwie hier ein. Ich hatte nicht nur Freude an der App, sondern auch ganz besonders an der informativen Auskunftsfreude meiner Begleitung. Es geht hier aber um die App.

Sichtungen entlang der Grenzroute No 5

Die hier eingerichteten Grenzrouten verlaufen entlang der niederländisch-deutschen und belgisch-deutschen Grenze.  Jede der sechs Touren beschäftigen sich mit einem Thema. So treffen wir heute, deutlich sichtbar auch ohne App, auf den Westwall. Ich möchte mich hier nicht weiter mit geschichtlichem befassen, obwohl höchst interessant, inklusive der auch hier erfolgten Aufklärung durch Rouven.

Westwall
Höckerlinie des 630 km langen Westwalls

Der Landgraben

Deutlich auf dem Display des iPhone zu sehen ist der Verlauf des Landgrabens. Dieser markierte die Außengrenze des Aachener Reichs. Ein Wall, von beiden Seiten mit Gräben versehen, war mit Buchenhecken bepflanzt. Leider haben wir beide gepennt und davon keinen Screenshot gefertigt.

Durch den regelmäßigen Schnitt auf etwas Mannshöhe, wuchsen die Bäume zu skurrilen Hecken heran. Heute sind kaum noch Bestandteile vorhanden.

Bestandteil einer der schützenden Buchenhecken
Nachbildung eines Stück Landgraben
Teilweise sind die Gräben heute zugeschüttet
Ein weißer Strick auf den Grenzstein kennzeichnet bis heute die belgisch-deutsche Grenze

Hügelgräber – Oft vergeblich gesucht

In sehr vielen Wanderbeschreibungen ist von Hügelgräbern die Rede. Ich habe sie jedoch bisher nur sehr selten wahrgenommen. Zu unterscheiden zwischen einem Hügelgrab und einer Bodenerhebung, das ist nicht immer einfach. Heute weiß ich, dass es sogar relativ leicht erkennbar ist, wenn Hügelgräber leer geräumt wurden.

Doch zunächst mal die Hügelgräber auf die wir gewöhnlich treffen. Längliche Hügel, die meist mehrere Grabkammern beherbergen. Sehr häufig treffen wir mehrere Hügelgräber auf kleinem Raum. Wir weichen etwas von der Route ab, um einige dieser in der App deutliche erkennbaren Hügelgräber aufzusuchen.

Screenshot iPhone – Hike & Seek App
Unscheinbare, und doch der archäologischer Fund eines Hügelgrabes
Hier unten im Video wird noch einmal die Annäherung an die Hügelgräber gezeigt.

Stellungsgräben und Fuhrwege

Auch hier bin ich froh um die Begleitung durch Rouven, der mir so vieles erzählt, dass nur ein kleiner Teil hängen bleiben konnte. Künftig wird es mir jedoch leichter fallen Hügelgräber zu erkennen und auch diejenigen als anders wahrzunehmen, die geöffnet wurden.

Das Sönnchen gesellt sich zu uns, eine Erscheinung mit der wir heute nicht unbedingt gerechnet hatten.

Guten Tag Sonne

Neben weiteren Hügelgräbern treffen wir auch immer wieder auf Stellungsgräben und platt gemachte Bunkeranlagen, die stets in der Nähe der Gräben zu finden sind.

Screenshot iPhone – Hike & Seek App

Eine weitere Besonderheit sind die alten Fuhrwege, die auf der Hike & Seek App als mehr oder weniger dicke Linien in der Landschaft zu sehen sind. Oft verlaufen einige parallel zueinander. Wenn ein Fuhrweg zu tief eingefahren war, wurde gleich daneben ein neuer gezogen.

Diese alten Fuhrwege, heute kaum noch erkennbar, sind häufig restlos zugewachsen.

 

 

 

Einige alte Bunker sind noch verblieben

Nur wenige Schritte vom Weg weg finden wir dies hier. Heute Fledermausquatier, früher besetzt mit bewaffneten Soldaten.

Bunker – Heute Fledermausquatier
Gut Entenpfuhl

Wachtürme an der Grenze des Aachener Reich

Es gab ehemals acht Wachtürme. Sie waren alle so angeordnet, dass sie sich gegenseitig per Rauch- oder Lichtsignale verständigen konnten. Der Lange Turm im Stadtinneren von Aachen wurde so frühzeitig vor Gefahren gewarnt. An der Pionierquelle rasten wir eine kurze Weile.

Stellungsgräben

Auch diese hätte ich als solche wohl kaum erkannt. Auf dem Display der Hike & Seek App jedoch, sind sie deutlich erkennbar und durch ihren zickzack Verlauf auch deutlich von Fuhrwegen zu unterscheiden.

Stellungsgraben
Fuhrweg

Das war es zu dieser Wanderung. Nun folgt noch ein wenig Theorie und Informelles zur Hike & Seek App. 

Auf 200 Routen Geheimnisse entdecken

Die  Hike & Seek App ist derzeit nur für iPhone erhältlich. Der Download der App ist kostenfrei und beinhaltet 20 kostenfreie Wanderrouten.  Weitere Wanderrouten sind dann kostenpflichtig.

In der Entwicklung steckt eine Menge Zeit und Geld. Die Weiterentwicklung ggf. auf Android, erfordert noch einmal einen ordentlichen Aufwand.  Zum Ausprobieren gibt es übrigens erst einmal kostenfreie Downloads.

Ich kann nur empfehlen sich einmal gründlich durch die Webseite zu lesen. Für mich eine Offenbarung, weil es doch viel mehr auf und neben unseren Wanderwegen gibt, als ich es vermutet hatte. Darüber hinaus gibt es einige sehr nützliche Tipps im Umgang mit der App. Die sollte der Nutzer ebenfalls gelesen haben.

Eine bunte Mischung an reizvollen Wanderwegen

Quer durch NRW stehen zweihundert Wanderwege zur Verfügung. Mich würden hier besonders diejenigen interessieren, die tatsächlich einen relativ hohen Anteil archäologisch interessanter Vorkommen bietet. Da würde mir auf Anhieb natürlich die Pulverroute im Eifgenbachtal einfallen, aber auch bei Herrenstrunden in Bergisch Gladbach finden sich einige interessante Pulvermühlenreste, evtl. auch auf dem Pulvermühlenweg in der Region Sieg.

Die Wälle am Pulvermühlenweg (Screenshot iPhone – Hike & Seek App)

Der Aachener Raum ist für mich insgesamt interessant.  Leider nutze ich derzeit ein Android Gerät, es wird wohl etwas dauern, bis Hike & Seek für Android umgesetzt ist.

Für gewöhnliche Wanderungen, bei denen ich mich mit Natur und Fotografie beschäftige, würde ich persönlich die App nicht nutzen. Habe ich aber vor archäologische Geheimnisse zu erkunden, verborgene Plätze auszukundschaften, dann ist diese App eine echt tolle Sache.


Dieser Blogbeitrag entsteht aus einer Kooperation zwischen der planlauf GmbH, Steinbachstraße 25, D-52074 Aachen, Deutschland und mir.  Im Verlauf der Wanderung mit Rouven Meidlinger konnte ich die Hike & Seek App ausgiebig testen. Aus diesem Test heraus ist mein oben geschilderter Eindruck entstanden. Hier im Blog finden Leser einige Beiträge zu Plätzen wie Pulvermühlen und anderen „verlassenen“ Orten. Diese App ist eine prima Ergänzung zu meiner Vorliebe. Es war leicht sich hierfür zu begeistern.

Outdoor Blogger Codex
Outdoor Blogger Codex

Darüber hinaus habe ich mich mit dem  Outdoor Blogger Codex dazu verpflichtet ehrlich und möglichst objektiv über getestete und gesponserte Produkte zu berichten

 

 

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