Eine recht stabile Inversionswetterlage hält Deutschland in großen Teilen im Griff. Inversionswetterlagen zeichnen sich durch eine höhere Temperatur in den oberen Luftschichten aus, darunter ist es kühl. Seit Tagen liegen wir Niederrheiner im unattraktiven Grau der unteren Schicht. Wer etwas höher wohnt, erfreut sich oft am schönsten blauen Himmel und genau darauf hoffe ich heute, da ich dem Eifelwinter auf den Pelz rücken möchte.

Eifelwinter bei Adenau

Das war wieder einmal so ein Tag der über Planung und Umplanung zum endgültigen Ergebnis führte. Das ganze Ausmaß meiner Entscheidungsfindung will ich hier nicht erläutern. Schlussendlich lande ich jedoch in Adenau, unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Wanderparkplatz. Ich starte hier den lokalen Wanderweg: Weitblick-Wanderweg in Herresbach, der eigentlich in der Ortsmitte von Herresbach startet. Meine Streckenführung weicht somit etwas von der im Originaltrack ab.

  • Start/ Ziel: Adenau, L10 Wanderparkplatz Hohe Acht
  • Streckenlänge: 14,8 km
  • Höhenmeter: 324 m
  • Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs keine, also Rucksackproviant einpacken
  • Nach Regenfällen sind die Wege teilweise mit tiefen Pfützen belastet.
  • Reichlich Wanderideen findet ihr hier im Blog in der Kategorie „Vordereifel“
  • Für den Winter geeignete Wanderungen findet ihr ebenfalls hier im Blog

Weitblick Wanderweg Herresbach – Die Hohe Acht

Auf der höchsten Erhebung der Eifel, der Hohen Acht auf 747 Metern, steht der im Jahr 1909 eingeweihte Kaiser-Wilhelm-Turm. Über 75 Stufen erklimmt der sportliche Besucher den 16,30 m hohen Turm und hat von dort oben einen grandiosen Rundumblick. Auf den bronzenen Täfelchen steht geschrieben, was ich in der Ferne ausmachen kann. Aber dazu etwas später, denn erst einmal steht mir der Aufstieg zur Kuppe der Hohen Acht bevor. Mal abgesehen von der Steigung macht es der gefrorene Untergrund schwer hinauf zu gelangen.

Informationstafel unterhalb der Hohen Acht
Informationstafel unterhalb der Hohen Acht

Auf dem Weg nach oben begegnen mir ein paar Fotografen, die mir ans Herz legen mich zu sputen. JETZT wäre der rechte Zeitpunkt für spektakuläre Bilder vom Kaiser Wilhelm Turm. Leicht gesagt ihr Lieben, ich schnaufe schon wie ein altes Dampfross. Das Pfeifen kommt aus meiner Lunge. Tapfer kämpfe ich mich über die glitzernden Eiskristalle auf dem Waldboden. Sie warten nur darauf, das mein Poppes mit ihnen auf Tuchfühlung geht, doch den Gefallen tue ich ihnen nicht.

Der Kaiser-Wilhelm-Turm

Zur Silberhochzeit des damaligen Kaisers Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria wurde der Turm 1908/1909 gebaut und dient außerdem als Gedenken an Kaiser Wilhelm I. Das alte Gemäuer ist imposant und ragt unverdrossen, nach einigen Sanierungsarbeiten, in die Eifellandschaft und ist dort auch nicht mehr wegzudenken.

Kaiser-Wilhelm-Turm
Kaiser-Wilhelm-Turm
Blick in die Ferne

Die Aussichten von dort oben, vor allem am heutigen Tag, sind unglaublich faszinierend, Eine dichte Nebeldecke breitet sich über der Landschaft aus. Lediglich hoch gelegene Punkte der Eifel schauen vorwitzig aus dem weißen Teppich hervor. Besonders die Nürburg hat hier die Nase vorn.

Nürburg im Nebel
Nürburg gewinnt
Windräder
Und an anderer Stelle gewinnt der Windpark mit seinen schlanken höhen Türmen

Der Wind pfeift durch die Maueröffnungen, ein etwas gruseliges Geräusch. Kühl ist es, aber nichts davon kann mich davon abhalten die Einsamkeit und Ruhe hier oben zu genießen. Nebel ziehen schnell über die unter mir liegende Landschaft. Hin und wieder sorgen die kräftigen Windböen für eine freie Sicht auf die bewaldeten Kuppen. Welch ein Schauspiel. Sogar die Sonne zeigt sich.

Eifelwinter - Weitblick Wanderweg Herresbach
Eifelblicke

Irgendwann reiße ich mich los, denn die heutige Wanderstrecke liegt ja noch komplett vor mir. Einen kurzen Blick hinter den Turm mit dem Gipfelstein gönne ich mir noch, dann ziehe ich endgültig los.

Kaiser-Wilhelm-Turm von hinten
Kaiser-Wilhelm-Turm von hinten

Es ist vernünftig sich bei der Witterung zeitig auf den Weg zu machen. Überall liegen die herunter gefallenen Eiszapfen, die sich von den Bäumen gelöst haben. Splitterteppiche liegen zu meinen Füßen, wie Kristalle schimmern sie. Dazwischen einfach nur gefrorenes Tauwasser. Gut, dass ich meine Stöcke mit dabei habe. Doch das Abenteuer lohnt sich, die Sonne und der Nebel geben alles, um meiner Kamera zu Arbeit zu verhelfen.

Sonnenlicht und Nebel
Sonnenlicht und Nebel
Sonnenlicht und Nebel
Die Rotbuche, wie schön dass sie die Blätter auch im Eifelwinter so lange hält

Baum fällt

Forstarbeiter sind dabei einen Baum zu fällen. In weiser Voraussicht suche ich den Blickkontakt mit einem der Mitarbeiter. Der nickt und bedeutet mir, ich könne weitergehen. Minuten später höre ich das typische hämmern, wenn ein Holzkeil in den Schnitt der Säge eingefügt, und mit einem Hammer hinein gezwungen wird. Wenige Augenblicke später höre ich das gewaltige krachen eines Baumes, der ins Unterholz fällt. Zu diesem Zeitpunkt bin ich schon weit genug vom Gefahrenherd weg.

Heute wird einmal anders fotografiert – Eifelwinter

Viele Bilder gibt es zum heutigen Weg nicht, denn eigentlich bieten sich mir so viele ähnliche Eindrücke, dass diese Häufung für einen Blogbeitrag zu langweilig wirken würde. Es ist das Licht, das mich heute zum fotografieren treibt, weniger der Weg. Viele verschiedene Lichtsituationen ergeben sich, sowohl beim Wechsel in eine andere Himmelsrichtung als auch in den Niederungen und auf den Höhen. Unfassbar bunt ist das Repertoire einer solchen Wanderung und die zeige ich heute.

Kontraste eines Eifelwinters
Kontraste eines Eifelwinters – Wie ein Gemälde zeigt sich dieser Blick im Eifelwinter

Bunte Palette des Eifelwinter

Und jetzt eine Galerie verschiedener Lichtspielereien. Den Wegeverlauf schildere ich mit den Unterschriften auf den Bildern. Für mich hat sich der relativ anstrengende Wandertag sehr gelohnt, eine erneute Begehung wird mich dann wohl dazu veranlassen auch mal die Wege mehr in Augenschein zu nehmen.

Hier mein GPS Track, wie ich gelaufen bin. Herresbach konnte ich umgehen, da er nicht als Start diente. Wiesenwege waren mir dann doch lieber. Mit einem der schönsten Bilder aus dem Tag verabschiede ich mich von euch, bis zur nächsten Tour.

Licht im Wald
Großartiges Licht

Eifelwinter

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