Schon eine ganze Weile steht ganz oben auf meiner Kurzstrecken-To-Do-Liste Düsseldorf. Nicht das Düsseldorf zum shoppen, sondern eher zum „Stille genießen“ Gar nicht mal so leicht, wie ihr euch denken könnt. Meine Ziele sind das Schloss Kalkum und Kaiserpfalz. Ziemlich spontan bekomme ich die Chance diesen Punkt auf meiner Liste mit einem Häkchen zu versehen. Früh am Morgen steuern wir auf die A3 und landen schon um 8:20 Uhr am Schloss Kalkum. Frei nach dem Motto: „Der frühe Vogel fängt….die Stille ein“
Der Park des Schlosses wird so zeitig beinahe ausschließlich von HunderhalterInnen besucht. Eine Dame ohne Hund erklärt mir später, dass es ratsam ist, vor allem am Wochenende, nicht zu spät anzureisen. Es muss extrem voll, sein, wenn es auf Mittag zugeht. Also schon allein deshalb alles richtig gemacht. Kurze Info zum parken:
Schloss Kalkum und Kaiserpfalz in Düsseldorf
- Kaiserpfalz, ab 10 Uhr zugänglich: Ich habe in der Sankt- Göres-Straße geparkt, sehr kleiner Parkplatz aber dicht an Einkehrmöglichkeiten
- Schloss Kalkum: Kalkumer Schlossallee, kleiner Eingang zum Park, alternativ Oberdorfstraße
Schloss Kalkum – Parkanlage
Vorneweg sei gesagt, das Schloss selber kann nicht besichtigt werden. Das steht bei mir ohnehin selten auf dem Programm, da ich stets in Begleitung meiner Hündin unterwegs bin. Der Park ist jedoch, mit den unterschiedlichen Ansichten auf das Schloss und der idyllischen Atmosphäre des Parks, erlebenswert. Die kleine Pforte in der Sankt-Göres-Straße lädt geradezu ein einzutreten und die Stille des Parks zu genießen.

Im nördlichen Düsseldorf, knapp zwei Kilometer weg von der imposanten Ruine Kaiserpfalz im Stadtteil Kaiserswerth, steht das schöne Wasserschloss Kalkum. Das alte Gemäuer, vermutlich um 892 als Königshof entstanden, wuchs unter den verschiedenen Besitzern zum Rittersitz (ist abgebrannt) und später zur Burg und dann Schloss heran. „Wikipedia hat dazu reichlich Information“ Die Fotos werden zeigen, dass das Schloss Kalkum unterschiedliche Fassaden aufweist, einige mit dem typischen rosa Anstrich, andere im ursprünglichen Stein. Aber bevor die Last des Textes vom schauen abhält, hier ein paar bildliche Eindrücke.

Prominente im Rampenlicht

Wie erlangt man Berühmtheit? Richtig, durch Skandale, möglichst privater Natur. Dafür sorgte in den Jahren 1846 bis 1854 das Ehepaar Hatzfeld mit ihrem Scheidungsdesaster. Die Dame des Hauses ließ sich damals von einem 20 jährigen Anwalt, Ferdinand Lassalle vertreten. Zu Ehren und Gedenken dieses Jünglings steht im Schlosspark ein turmartiger Pavillon. Den habe ich fotografisch nicht so toll erwischt, müsst ihr also selber noch einmal schauen.
Ich habe natürlich reichlich Fotos gemacht. Eine kleine Auswahl zeige ich euch hier.


Damit ist der kleine Rundgang schon beendet. Wir fahren die wenigen Kilometer weiter zur Kaiserpfalz in Kaiserswerth. Ein Frühstück sollte dort auch erhältlich sein. Ich hätte es nicht gedacht, ich schaffe das Schloss Kalkum und Kaiserpfalz.
Kaiserpfalz in Kaiserswerth
Unmittelbar am Rhein gelegen hatte ich ursprünglich den Plan von dort aus auch ein Foto auf die Ruine zu machen. Mangels Mut den abschüssigen Hang runter zum kleinen Strand zu wagen, blieb mir das verwehrt. Mein neues Hüftgelenk soll mich die nächsten zwanzig Jahre möglichst unfallfrei lenken und tragen. Die gesammelten Eindrücke sind jedoch so schön, dass ich diese eine Perspektive auch nicht vermisse.
Kaiserswerther Markt
Wir starten am kleinen Parkplatz in der Sankt- Göres-Straße und laufen über den Kaiserswerther Markt Richtung Ruine. Immer schon ein Ort für Versammlungen und gemeinsamen Erlebens, dieser Markt ist eine Straße mit einer Insel. Wunderbar, denn nur wenige Fahrzeuge verschandeln den netten Eindruck.



Am Rhein angekommen blicken wir auf den Anlegestelle der Weißen Flotte. Von hier aus starten Schiffe ihre Linienfahrt nach Düsseldorf. Die Hin- und Rückfahrt kosten, inclusive Getränke, knapp 30 Euro. Bei der heutigen Witterung schon ein schönes Erlebnis und eine gute Gelegenheit diesen Ausflug mit einer Shoppingtour durch die Innenstadt zu verbinden.



Die Kaiserpfalz
Eine Pfalz (burgähnlicher Palst z.B.) diente Kaiser und Königen als Residenz. Die Kaiserpfalz in Kaiserswerth wurde um 1184 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa errichtet. Diese eigentlich als beinahe uneinnehmbare Festung wurde mehrfach traktiert, teilweise zerstört und wieder aufgebaut. Im Jahr 1702 wurde sie gesprengt und wie ganz viele Burgen/Festungen, als Steinbruch und zum Beispiel für den Bau neuer Gebäude genutzt. Im 20. JH wurde mit Sicherungsarbeiten begonnen und bis heute steuert der Förderverein Kaiserpfalz Kaiserswerth e.V. seinen Teil dazu bei, dass diese beeindruckende Ruine für uns erhalten bleibt.
Seit 1982 steht die Ruine unter Denkmalschutz. Seit 2002, nach umfangreichen Sicherungs- und Sanierungsarbeiten, darf die Öffentlichkeit schauen, anfassen und genießen. Regelmäßige Konzerte und Lesungen bieten Kulturbegeisterten Programm für Herz- und Seele.
Achtung Radraser
Wer hier entlang des Rheins spazieren möchte, dem möchte ich anraten die Augen hinten und vorne offen zu halten. Es ist tatsächlich nicht selten, dass heran rasende Radler Fußgänger regelrecht bedrängen und teilweise auf das übelste anpampen. Hunde und Kinder sollten an der kurzen Leine geführt werden. ;-)
Ab 10 Uhr ist Eintritt
Täglich ab 10 Uhr bis 18:00 Uhr dürfen Besucher eintreten und die alte Ruine aus der Nähe betrachten. Der Schließdienst wurde an dem Tag meines Besuches von großen irischen Wolfshunden begleitet. Welch ein herrlicher Anblick.

Das Tor ist nun offen und die ersten Besucher spazieren hinein. Für heute waren eigentlich Wolken angekündigt. Das hätte zum Gesamteindruck einer Ruine sicher sehr gut gepasst. Die Sonne hat aber den Vorteil, dass die Steine schon angeleuchtet werden. Also bin ich zufrieden.

Ich lasse euch nur durch die Galerie schauen. Für Kinder, aber auch Erwachsene, ein Abenteuerspielplatz, wenn man nur will. Für mich sind diese ersten nach der Hüft Tep möglichen Ausflüge herrlich und motivierend.

Am Ende des frühen Vormittags zieht es mich dann noch zum Marktplatz, zum Cafe´ Schuster. Ein kleines Frühstück und dann geht es wieder heimwärts.

In der Hoffnung, dass mir solche Tage weiter vergönnt sind und die Zeitspanne größer wird, grüßen wir euch.
Elke und Jana

Liebe Elke,
danke für deinen schönen Bericht, den ich am PC-Bildschirm mit vergrößerter Schrift sogar lesen konnte – denn ich bin nach Linsenimplantationen (für die Ferne) derzeit in der Heilungsphase, noch brillenlos und (fast) auf meinen Tastsinn angewiesen..
Liebe Grüße
Herbert.
Lieber Herbert, ich wünsche dir eine sehr sehr gute Heilungsphase. Hoffentlich kannst Du bald wieder ganz normal gucken. Ist ja schon ein wesentliches Organ, das Auge ❤️
Ganz liebe Grüße Elke
allo elke, immer wieder schön, von Dir zu lesen. Hast die Lust geweckt, diese netten Orte nach Jahren mal wieder zu besuchen.
Danke dafür! Gruß Bea