Ein Treffen mit den Wegepaten und sehen wer da die Wege in Schuss hält, auch hören auf welche Probleme sie stoßen. Wegepaten, sie sind aus meiner Sicht die Seele der Wanderwege, denn kaum jemand kennt den Wegeverlauf so gut wie sie. Fällt mal einer von ihnen aus, ist das sofort an der Qualität eines Wanderweges festzustellen. Zehn Jahre Eifelsteig! Das sind 10 Jahre Wegepatenschaften und das Modell funktioniert prächtig.

Als ich die Einladung zu dieser kleinen Feier anlässlich den zehnjährigen Bestehens des Eifelsteig und dem damit verbundenen Treffen mit den Wegepaten bekomme, sage ich blitzschnell zu.  In der Funktion der stellvertretende Hauptmedienwartin des Eifelverein macht das ja auch Sinn. Zudem und noch mehr, da ich den Eifelsteig in diesem Jahr (bis auf zwei Etappen) gewandert bin. Schlussendlich bin ich uneingeschränkter Fan der Eifel.

Nach einer Presseveranstaltung (die habe ich, schüchtern wie ich bin, geschlabbert) treffen sich die geladenen Gäste im Naturzentrum Nettersheim. Dort bin ich im Frühjahr schon vorbei gewandert. Heute wird hier das 10-jährige Bestehen des Eifelsteig  und die Nachzertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut gefeiert. Logisch, dass die Wegepaten hier einen besonderen Stellenwert erhalten. Zudem bilden sie eine deutliche Mehrheit der Gäste.

Treffen mit den Wegepaten in Nettersheim

Neben den rd. 40 Vertretern der 62 Wegepaten des Eifelsteig und seiner Partnerwege finden sich auch der Bürgermeister Winfried Pracht (Gemeinde Nettersheim), Mitstreiter aus dem Wegemanagement (Matthias Irle) und der Eifel Tourismus GmbH (Uschi Regh und Landrat Heinz-Peter Thiel, Klaus Schäfer und Wolfgang Reh) hier ein. Der Eifelverein ist ebenfalls vor Ort mit( Rolf Seel (Hauptvorsitzender des Eifelverein) und Manfred Rippinger (Hauptgeschäftsführer des Eifelverein). Das Deutsche Wanderinstitut wird durch den ersten Vorsitzenden Klaus Erber vertreten.

Es wird viel geredet

Nach Kaffee, Kuchen, Suppe und Brötchen sind die Zungen gelöst. Die Vortragenden nehmen nach und nach ihre Plätze vor dem lauschenden Publikum ein. Also lassen wir die Redespiele beginnen.

Die Eingangsrede hält Bürgermeister Winfried Pracht, der sich Sorgen um die Bäume der Region macht, wie wohl alle, die sich der Natur verbunden fühlen. Er berichtet, dass es selbst der Buche, der vorherrschenden Baumart der Region, schlecht geht. Die Trockenheit der vergangenen Jahre beschäftigt alle Vortragenden besonders. Deutlich erfreut ist er jedoch über den Erfolg des Eifelsteig. Begeisterung zeigt er über den Zusammenhalt der Menschen in der Region, die einen solchen Erfolg erst möglich machen.

Klaus Erber vom Deutschen Wanderinstitut übergibt symbolisch die Urkunde der Nachzertifizierung und lobt ausdrücklich den wachsenden Standard des Eifelsteig. Immerhin hat sich der Eifelsteig, beginnend mit dem Jahr 2010, von 50 Erlebnispunkten auf 61 Erlebnispunkte in 2019 hochgearbeitet.

Inwieweit Probleme mit den  Asphaltabschnitten mancher Etappen gelöst werden können und das Zusammenspiel zwischen Wanderern und Bikern auf schmalen Wegen verbessert werden kann, das wird die Zukunft zeigen. Hier können noch weitere Erlebnispunkte erworben werden. Es ist also noch Luft nach oben.

Matthias Irle, der Produktmanager des Eifelsteig und der Partnerwege, steuert auch noch einige Worte zu bevor die Wegepaten das Wort ergreifen dürfen.

Treffen mit den Wegepaten – Was berichten sie?

Wie ich eingangs schon erwähnte, die Wegepaten haben keinen leichten Stand. Sie fühlen sich ihrer Region verbunden und übernehmen aus diesem Grund mit Herz und Hand die Wegepatenschaften. Insgesamt 800 km Wanderwege werden durch Wegepaten zweimal jährlich begangen. Markierungsarbeiten, Schadenserfassung und Reparatur kleinerer Schäden fallen in ihren Aufgabenbereich.

Treffen mit den Wegepaten in Nettersheim
Treffen mit den Wegepaten in Nettersheim

Nicht immer sind Begegnungen mit den Wanderwegenutzern angenehm, vor allem wenn es um berechtigte Kritik am Verhalten von Wanderern und Radfahrern geht. Aus meiner ganz persönlichen Sicht hatten die Wegepaten zu wenig Raum für die Darstellung ihrer Belange. Ich bin da sehr parteiisch, gebe ich zu. Für mich sind die Wegepaten die wahren Helden.

Das Deutsche Wanderinstitut forscht

Der Wandermonitor, so Klaus Erber, fragt regelmäßig ab welche Neigungen die Wanderer entwickeln. Über diese Abfragen kann ermittelt werden in welche Richtung das Tourismusmarketing gesteuert werden muss.

So hat man früh erkennen können, dass sich heute auch junge Menschen, Familien mit Kindern, in die Natur begeben und wandern. Dem geschuldet wurden die Spazierwege mit Premiumcharakter ins Leben gerufen.  Stadtwanderwege heißen die urban/naturverbundenen Wege der neuen Zeit. Und Premiumregionen- und orte gibt es inzwischen auch. Stolz auf 601 Premiumwege zeigt sich Klaus Erber. Das ist eine beachtliche Leistung und bringt hoffentlich die Menschen noch mehr in die Natur.

Der Klimawandel ist aber auch hier Thema. Wanderwege müssen viel öfter, mindestens abschnittweise, gesperrt werden. Der Eichenprozessionsspinner, der Borkenkäfer und das Buchensterben kennen keine Premiumwege. Sie machen nicht Halt vor ihnen.

Nicht nur die Trockenheit, sondern auch sintflutartige Regen setzen der Natur zu. Hänge kommen ins Rutschen. Sie lassen Wanderwege an Abhängen so schmal werden, dass sie nicht mehr begangen werden können.

Auch normale Wege werden durch solche Regenperioden geflutet und können nicht mehr abtrocknen. Da setzen Wanderer, Reiter und Radfahrer den Wegen zusätzlich zu.  Es ist wichtig, dass die Böden frühzeitig geschützt werden, so Klaus Erber. Die Wegepaten werden deshalb gebeten stark durchnässte Böden frühzeitig zu melden. Auch wir können das tun. Informationen an wen ich mich wenden kann, finde ich hier.

Die Eifel Tourismus GmbH und ihre Visionen

Die Eifel ist ein beliebtes Ziel für Urlauber. Die unfassbar hohe Anzahl an Wanderwegen wird gut frequentiert. Damit das so bleibt muss auch die Tourismusbranche immer zeitgemäß handeln.

Heute setzen Regionen stark auf Emotionen. Die kommen im Alltag nur schwer zu ihrem Recht. Ein Urlaub und ganz besonders ein Wanderurlaub, ermöglicht dem Menschen wieder bei sich anzukommen. Zeitqualität zu empfinden kann ein Ziel sein. Den Alltag hinter sich lassen und genießen. Wie rege ich Menschen dazu an, anzuhalten und zu genießen? Ziel der Vermarktung eines Wanderweges ist es, den Gast und Eifelsteig Wanderer an dem Punkt abzuholen wo er steht. Hin und wieder bedeutet das auch „Ablenken, weg lenken, hin lenken“. Das geschieht zum Beispiel durch attraktive Rastplätze.

Die Vision diesen Rastplätzen Emotionalität zu verleihen finde ich sehr gelungen. Auch das Thema Gastronomie, die ja leider in der Eifel oft fehlt, wird ernst genommen. Und ganz besonders freue ich mich über die Idee den Eifelsteig auch in kleineren Etappen aufteilen zu wollen. Hierfür ist wieder eine Menge Einsatz in Richtung Infrastruktur nötig. Ich lasse mich überraschen und freue mich auf Neuigkeiten.

Adieu und bis zum nächsten Mal

Mit diesem Einblick in die Zukunft der Eifelsteigvermarktung verabschieden sich die Teilnehmer von einander. Ach ja, demnächst gibt es einen kleinen Imagefilm, in dem ich in einer kleinen Sequenz zu sehen sein werde. Den füge ich später hier mit ein.

Mögt ihr, unabhängig ob Premium oder nicht, noch mehr von der Eifel kennen lernen? Dann lest doch gerne hier im Blog die vielen unterschiedlichen Wanderungen. Immerhin findet ihr hier 178 Eifelwanderungen. Damit belegt die Eifel mit fast 20% Anteil den ersten Platz hier im Blog. Und was soll ich sagen, in wenigen Tagen bin ich wieder dort.

5 Kommentare

  1. Liebe Elke,
    dann wünsche ich dir eine gute Zeit in der Eifel. Die Sonne soll kommen und ich freu mich schon auf Berichte und Fotos. Bin schon gespannt wo es hin geht! Ich mag die Eifel ja auch sehr, war aber schon lange nicht mehr da. Da ich mir ein E-Bike zugelegt habe, wird die Eifel wohl mit dem Rad erfahren werden.
    Liebe Grüße aus dem südl. Sauerland wünscht dir Ulrike

    1. Hi hi, Eifel heißt bei mir in den letzten Jahren beinahe immer das Haus Am Raßberg, so auch in diesem Herbst. Von dort aus geht das dann aber auch mal in den Hunsrück und an die Mosel.
      Volker tourt auch mit EBike durch die Eifel, also das geht prima.
      Ganz viel gute Erholung im Sauerland, das ich auch sehr mag!
      Liebe Grüße
      Elke

  2. Kommentare die darauf abzielen aus der Anonymität heraus zu hetzen, werden von mir nicht freigegeben.

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