Der Fernseher ist aus, Facebook & Co ausgeblendet! Es ist gesünder für mich am Tag nur noch selten die Nachrichten zu schauen. Nicht bei Facebook zu sehen, wie sich ein paar Ignoranten über die Abstandsregeln lustig machen, macht sicher auch Sinn. „Warum sollte ich Abstand halten? Mir passiert schon nichts“ Enttäuschend, das Verhalten unserer Mitmenschen. Persönliche Erfahrungen machen mich betroffen.

Zu viel Informationen – Zu wenig Abstand

Das Wetter ist genial, die Menschen möchten vor die Türe, und zwar alle Menschen. Die Abstandsregeln sind klar vorgegeben und alles wäre so einfach, wenn es das nicht so viele Unwissende oder Ignoranten gäbe. Die ersten Tage lief mein Fernseher sobald ich heim kam und immer waren es die Nachrichten. Etwas Neues gab es allenfalls einmal täglich und doch zog ich mir Tag für Tag die gleichen Bilder rein, ärgerte mich über Interviewpartner, die da von sich gaben: „Warum sollte ich Abstand halten? Mir passiert schon nichts“ Inzwischen bleibt der Fernseher aus und das ist ganz sicher vernünftig. Meine Abstandsregel lautet: Einmal am Tag Nachrichten hören reicht“

Wandern war ich unter der Woche, an den nun folgenden Feiertagen beschränke ich mich auf mein 10.000 Schritte Programm auf Leverkusens Straßen.

„Warum sollte ich Abstand halten?

Die Risikogruppe, gemeint sind alle Rentner, Menschen mit Lungen- und/oder Atemwegserkrankungen, jene mit Bluthochdruck und Raucher. Dazu gesellen sich Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs oder auch nur einer schlimmen Erkältung und vieles mehr. Sie sollen alle gefälligst zu Hause bleiben, so hört man es hier und dort. Das Schlimme ist, man sieht es ihnen (der Risikogruppe) nicht an. Diese Menschen können jung sein, oder alt. Sie können gesund aussehen oder krank. Sie können direkt neben Ihnen leben. Statista spricht von rd. 30 Millionen Betroffenen.

Angehörige der Risikogruppen

Auch die Angehörigen der Risikogruppen, Menschen die mit der Risikogruppe in einem Haushalt leben schleppen unter Umständen den Virus mit heim – Deshalb ist Abstand halten IMMER wichtig.

Alle die, die jetzt zur Wiedergenesung oder zur Gesunderhaltung auch frische Luft und Bewegung brauchen, sollen nach Meinung vieler Mitmenschen zu Hause bleiben? Räumen wir die aus Bequemlichkeit einfach mal zur Seite oder sind wir fähig alle MITEINANDER zu leben?

Wir haben die Abstandsregel, nach der wir bei Begegnungen 1,5 – 2 Meter Abstand halten sollen. Damit sind wir mit großer Wahrscheinlichkeit geschützt, alle. Ist es so schwer diese Regel einzuhalten und damit auch den Risikogruppen ein raus gehen zu ermöglichen? Klar müssen die nicht in die Geschäfte, aber da draußen ist doch Platz. Und doch sind ungefähr 50% der täglichen Begegnungen davon geprägt, dass einem die Menschen auf den Pelz rücken, Fußgänger wie Radfahrer gleichermaßen.

In der Krise zeigt sich der wahre Charakter des Menschen.

Komm wir machen einen Ausflug – Warum sollte ich Abstand halten?

Ich war an der Burg….., es war nichts los

Die Touristiker haben darum gebeten während der Osterferien, insbesondere rund um die Feiertage, im eigenen Bundesland zu bleiben und dort zu wandern. Sie haben auch darum gebeten den touristischen Hotspots fernzubleiben. Also auch hier werden wir gebeten Abstand zu halten.

Ich hatte nach dem ersten Wochenende mit Kontakteinschränkungen einen Beitrag zum Thema verfasst. Hier muss man sagen, die meisten halten sich daran. Doch die wenigen, die es nicht tun protzen herum mit Aussagen wie „Wir hatten den Wanderweg, den Burghof, den Ausblick auf den Rhein oder die Mosel für uns allein (oder fast allein). Klar, die anderen bleiben ja zu Hause. Dieser unglaubliche Egoismus geht mir nicht in den Kopf. Dächte jeder so, und glücklicherweise tun das nur wenige, wären diese Wege rappelvoll.

Lasst wir uns alle den Platz zum leben

Mir wird sicher auch mal etwas nicht so bewusst sein. Dankbar bin ich dann für jeden Hinweis. So lernen wir alle mit einer Situation umgehen, die uns noch sehr lange begleiten wird. Es ist leider nicht in ein paar Wochen vorbei. Ein Lächeln, das ich unterwegs einfangen kann, tut so gut. Lasst uns ganz viel lächeln…..

Bis dahin, bleibt gesund

Warum sollte ich Abstand halten?

9 Kommentare

  1. Aber echt, mir geht es genau so; ich habe ja neben belgische auch viele holländische Bloggerseiten abonniert. Ich lese sie nicht mehr und like nichts mehr. Sehe nur noch mit einem Auge diese Jubelberichte. Betreiber dieser Seiten ärgern sich über kritische Stimmen, drohen sogar sie zu sperren. Pfff. Bei uns in B gibt es jetzt täglich über 300 Corona-Tote, für ein kleines Land fühlt sich das an wie Terror. Der Vater meiner Nachbarin kämpft gerade um sein Leben (künstliches Koma). Wer hier Vater, Mutter, Opa, Oma im Altenheim oder im Pflegeheim hat, muss besonders bangen. Eine ganze Generation droht ausgelöscht zu werden. Dass man sich in diesen Zeiten bewegen muss, voll einverstanden, aber bitte in der Nähe und mit Beachtung der Abstandsregeln. Alles Gute, Guido

    1. Lieber Guido,

      genau der Gedanke schwebt auch immer wieder durch mein Gehirn, es wird eine ganze Generation ausgelöscht. Man mag es nicht sagen, aber das was als lebensverlängernd bisher getan wurde, wird nun ad absurdum geführt. Die Sterblichkeit wird wieder zurück geführt…beängstigend.

      Liebe Grüße und bleib gesund
      Elke

    2. Ich werde momentan von vielen Leuten angesprochen das wir ja jetzt Zeit hätten viel wandern zu gehen. Mittlerweile ärgert mich das total. Mein Chef hat uns Angestellte bestimmt nicht nach Hause geschickt um unserer Freizeitaktivitäten nach zu gehen sondern um uns nicht anzustecken oder andere anzustecken. Natürlich hängen wir nicht 24 Stunden zu Hause und gehen auch mal spazieren, aber zu Zeiten und an Orten wo wenig los ist (vor der Haustür). Ich möchte niemanden schlecht darstellen aber manchmal kann man nur mit dem Kopf schütteln. Ich bin froh das meine Oma das nicht mehr mitbekommt.
      LG Nina

      1. Ich kann das so gut verstehen. Ich fahre schon mal ein paar Kilometer weiter, um wirklich einsam zu wandern und dabei dann auch etwas für meine Seele zu tun. Ich kann mich in größeren Menschenmengen überhaupt nicht entspannen, weil ich wirklich Angst habe.

        Gleichzeitig ärgert es mich, dass wir zu einem großen Teil von den stärker frequentierten Wegen wegbleiben und sich dann diejenigen freuen, die dann trotzdem hinfahren und von der Rücksicht anderer leben. Durch diese Rücksichtslosigkeit wird auch eine Menge Zwietracht gesät.

        Für euch muss das ganze noch anstrengender sein. Es ist ja in der Tat ein ungewohnt großes Zeitfenster, dass sich geradezu für Freizeitgestaltung anbietet. aus diesem Grund habe ich gerade vor euch eine absolute Hochachtung, dass ihr so streng mit euch seid.
        Nach den Ferien lässt es sich sicherlich etwas entspannter unterwegs sein. Ich hoffe ihr werdet für eure Fairness vom Schicksal dann auf irgendeine Weise belohnt.
        Liebe Grüße Elke

        1. Hallo Elke,
          ich kann deine Angst nachvollziehen. Mir ist das ganze echt suspect. Wir wohnen direkt am Kölner Grüngürtel, du glaubst nicht was da los ist. Vor 14 Tagen sind wir Sonntags morgens um 07 Uhr um den Decksteiner Weiher gelaufen so gegen 08:30 Uhr kamen die Menschenmassen angerannt. Ich dachte schon das es irgendwo Klopapier umsonst gibt 😜. Eigentlich war das gar nicht mehr lustig.

          Mein Papa wohnt im Westerwald einen Steinwurf vom Grenzbachtal entfernt. Am Anfang war es noch relativ ruhig, mittlerweile weiß er gar nicht mehr wo er mit dem Hund ausgiebig spazieren gehen kann.

          Uns fällt echt die Decke auf den Kopf. Ich traue mich auch nicht in irgendeinen Zug zu steigen, und wenn ja dann weiß ich nicht wohin. Ich hoffe das man Ende der Osterferien das Kontaktverbot etwas locken kann und es langsam aber sicher besser wird.

          Bleib gesund, Ärger dich nicht und lass den Kopf nicht hängen. Es kommen bestimmt bessere Zeiten.
          LG Nina

        2. Kölner Grüngürtel ist die Hölle, das ist wirklich eine Herausforderung. Bei Deinem Paps wird es nach den Ostertagen sicher ruhiger, spätestens wenn die Ferien zu Ende sind. Was Zugfahrten angeht weiß man ja auch nie wie voll die sind und ob alle Züge fahren.

          Wir werden mit Corona leben müssen, das lernen wie es gehen kann, wird aber auch eine Zeit in Anspruch nehmen. So gut wie noch vor drei Monaten wird es uns so schnell nicht mehr gehen, bzw. auf eine andere Weise.

          Bleibt gesund und habt schöne Osterfeiertage, hoffentlich mit einem Zeitfenster zum spazieren.

          Liebe Grüße
          Elke

  2. Gleichgültige, Ignorannten und Besserwisser kann man nicht beeindrucken. Am Besten man geht ihnen aus dem Weg. Leben heißt Leben und leben lassen. Wer das nicht kapiert, ist falsch auf diesem Planeten. Schon viele haben mit ihrem Leben bezahlt und … es werden täglich mehr.

    1. Leider sterben immer die Schwachen…. es wird sich einiges ändern in den nächsten Jahren :(

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