Wege aus dem Winterblues könnte ein Dauerbrenner-Thema für die Wintermonate sein. Dem Winterblues mit kleinen Oasen und Naturerlebnissen trotzen. Wie schaffen wir das? Wenn Gefühle von Trägheit ebenso wie die lästigen Pfunde an uns kleben und scheinbar keinen Weg aus dem Kreislauf „Ich habe keine Kraft“ lassen. Da hilft auch nicht die Aussage: „Wandern tut gut“ oder der Antriebssatz „Ich geh wandern“ und darauf hoffen, die Füße laufen von alleine los.
Habt ihr eure eigenen Wege aus dem Winterblues?

Und es war Sommer – Wege aus dem Winterblues

Das Jahr 2018 hat uns einen Jahrhundertsommer beschert und so dem Schwermut den Marsch geblasen. Unglaublich belebend waren diese Monate mit den unzähligen, lichtdurchfluteten Tagen. Die Keule schwingt dann, nach einem erfreulich warmen und noch recht sonnigen Herbst, der Monat Dezember. Bis dahin gab es regelmäßig Ausflüge in die Natur und die heilende Kraft der grünen, sonnigen Umgebung konnte ihre Arbeit tun.

Stopp am Murscher Eselsche - Natur und Heilen
Unfassbar schönes Herbstwetter im November 2018 – Beitrag Wege aus dem Winterblues

Niederlage und noch keine Idee für Wege aus dem Winterblues

Nach 3-4 Wanderungen und wenigen Spaziergängen bricht die Lust auf Bewegung und draußen sein endgültig ein. Nicht einmal sonniges Wetter lockt mich vor die Tür. Das fühlt sich gar nicht gut an. Ich gebe zu, in den letzten Wochen hatten Fernseher, PC und Handy Hochsaison, ebenso wie der Kühlschrank. Da kommt der Tipp von Axel leckere Energy Balls zu backen doch gerade richtig. Energie, Energie ist genau das was ich brauche, oder?

Vorbei ist es mit der Disziplin den Kohlehydraten weitgehend zu entsagen, um den überflüssigen Pfunden den Kampf anzusagen. Einige der verlustig gegangenen Speckröllekes haben sich wieder liebevoll um meine Hüften geschwungen. Die haben sich eingenistet, ohne vorher zu fragen, ob sie willkommen sind. Dort fühlen sie sich, mangels ausreichender Bewegung der Gastgeberin, auch pudelwohl.

Ich kann nicht einmal jemandem die Schuld geben, oder doch? Spike ist schuld. Der treibt die Faulheit auf die Spitze, indem er nach 100 bis 200 m unterwegs sein, wieder den Rückwärtsgang einlegt. Also auf ihn kann ich nicht zählen.  Dazu kommt eine gewisse Angst in den Wintermonaten draußen alleine unterwegs zu sein. Blöd für mich, Tanja ist genauso träge.

Frage an euch: Kennt ihr dieses Gefühl? Erwischt euch in der dunklen Jahreszeit auch der Winterblues? Wie äußerst sich das bei euch? Schafft ihr es die heilsamen Kräfte der Natur eine Chance zu geben?

Der Frust kriegt jetzt die rote Karte – Wege aus dem Winterblues

Ich habe die Nase voll, von Selbstmitleid, vom in der Bude hocken, dem ewigen Geplapper des Fernsehers. Der Plan wieder in das „lebendige“ Leben zurück zu kehren zieht wieder in meine Wintergedanken ein.

Technische Unterstützung

Erster Schritt ist eine Schrittzähler- App auf mein Handy zu installieren, eines das nicht übermäßig nach außen schwätzt. Größe, Gewicht und Alter werden eingegeben und das kluge Programm schlägt mir ein tägliches Ziel von 6.000 Schritten vor.

Übermäßigen Ehrgeiz bremsen

Aus eigenen, oft leidvollen Erfahrungen weiß ich, übertriebener Ehrgeiz führt oft zum vorzeitigen Aufgeben eines Plans. Die 6.000 Schritte bleiben zunächst mein Ziel, 10.000 wären besser aber ich entscheide mich für Ruhe und Kontinuität.

Kohlehydrate reduzieren, bzw. klüger einsetzen – Wege aus dem Winterblues

Zum Frühstück Brot: Brot ist meine große Schwäche, aber ich werde nicht satt davon. Auch Roggenbrot verschafft mir nicht das Sättigungsgefühl, dass ich brauche, zudem landen Käse und wurst zusätzlich darauf.

Also Restbrot eingefroren und wieder auf Haferflocken, Dinkelflocken, Quinoa und Amarant gesetzt. Dazu  Sonnenblumenkerne und Leinsamen und das Frühstück macht richtig satt. Die Flockensammlung wird mit heißen Wasser übergossen, quellen lassen und nach einer Weile mit Naturjogurt, Quark oder einfach Milch angereichert. Flosamen binden das Ganze.

Süße verpasst dem selbst gemachten Müsli ein Teelöffel Kokosblütenzucker. Ggf. gibt es vor dem Frühstück einen Apfel.

Der Vorteil dieser Nahrungsmittel ist, dass sie zwar Kohlehydrate beinhalten, sie aber stark sättigen und  der Glucose Spiegel steigt und sinkt langsam. Die Folge ist ein erheblich längeres Sättigungsgefühl und Heißhungerattacken bleiben aus.

Am Abend das gleiche Programm: Auch abends gibt es eine Mischung aus diesem Sortiment, als Snack immer wieder Möhren, Kohlrabi und andere Gemüsesorten (Obst nur sehr wenig) Auch hier der Vorteil, ich bin lange satt. Es ist jetzt 9:50 Uhr und mein Magen meldet noch kein Hungergefühl. Das mag wenig abwechslungsreich erscheinen, immerhin ist die Lebensmittelauswahl überschaubar. Wer abends war essen möchte, könnte ja eine Mahlzeit aus Fleisch und Gemüse einplanen. Das tue ich z.B. wenn ich wandern gehe.

Das Mittagessen: Meine Mittagsmahlzeiten bestehen aus sehr viel Gemüse und eine kleinen Menge Fleisch vom Bauern (Veganer und Vegetarier bitte Zurückhaltung üben, ich kommentiere eure Lebensart auch nicht) Es gibt unzählige Zubereitungsvarianten und so habe ich immer eine diebische Freude an dieser Art Mahlzeit.

Was macht diese Art Ernährung mit mir?

Als meine Ärztin mir diese Umstellung empfahl war ich zunächst skeptisch. Verschiedene Beschwerden drängten aber nach einer effektiven Behandlungsstrategie. Die Erfolge haben mich mehr als überrascht.

Diese Ernährungsform lässt langsam aber recht zuverlässig die Pfunde purzeln. Bei mir persönlich hat die Ernährungsumstellung im Winter 2017 langfristig eine deutliche Verbesserung in meinem Gesamtbefinden ausgelöst. Spürbar in besserer Laune, bessere Blutwerte eine fröhliche Grundstimmung ( bei depressiven Erkrankungen ein richtig dicker Pluspunkt)

Es gibt immer ein „ABER“

Gehe ich wandern, nehme ich Nüsse, Äpfel und/oder Bananen mit, also Kohlehydrate. Sonst schmiert nämlich in nullkommanix meine Energie in den Keller und die Beine werden schwer. Wer körperliche Leistung erbringt muss schauen, was der Körper benötigt. Immer wichtig bleibt dabei, Kohlehydrate die in diese Ernährungsform „LOW CARB“ passen, gehören für mich auf den Speiseplan. Ernährungsberatung ist aber nicht meins, also beschränke ich mich auf meine eigenen Erfahrungen.

Das zweite „ABER“ ist die Rückfallgefahr. Ein dreiviertel Jahr hatte ich keine Probleme auf Schokolade und Co zu verzichten und dann kam Julia mit Kuchen. Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, erwischt mich ein regelrechter Heißhunger auf das süße Gebäck. Ich habe den Rest der Leckerei sehr genossen. Langsam aber sicher gönne ich mir immer mehr der alten Nahrungsmittel und schwupps war ich wieder mitten drin im Futterrausch (bin halt ein Schleckermäulchen)

Nun, ich bin nun wieder auf dem Weg zurück und hoffe bald wieder über mehr Energie zu verfügen. Die Tage werden länger und damit auch sonnenreicher. Es kann ja nur aufwärts gehen.

Ein weiterer Weg aus dem Winterblues

Wir wissen es, als Wanderinnen und Wanderer, die Natur ist der beste Heiler. Auch ein kleiner Spaziergang durch den Stadtpark, ja selbst durch die heimischen Straßen (fernab von Berufsverkehr natürlich) verschaffen erstaunliches Wohlgefühl. Eine 30 minütige Mittagspause draußen verbracht, verschafft Kraft für den Rest des Arbeitstages.

Kleinere Einkäufe sind doch gut zu Fuß zu bewältigen. Rucksack auf und Einkauf rein, hilft enorm beim glücklich sein. Natürlich nicht zu vergessen, auch am Wochenende eine kleine, ruhig eine klitzekleine Wanderung einplanen. Für 5 km brauchen wir außer einem Schirm nichts.  Die Natur und die Bewegung tun Gutes für unser Befinden.

Wanderblog Höhenfelder See - Zwischen Wildschweinen und Seenlandschaft
Heute mal nicht für den Wanderblog unterwegs- Wege aus dem Winterblues

Es gibt also immer wieder Chancen dieser dämlichen Stimmung zu entkommen. Ein wenig in Schwung bleiben, um in der Wandersaison nicht mit Schwäche in den Beinen zu punkten, das ist mein Ziel.

Was tut ihr gegen den Winterblues, wie sehen eure Wege und Methoden aus?

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8 Kommentare

  1. Liebe Elke,

    es mag vielleicht etwas seltsam sein, aber im Gegensatz zu Dir bin ich ja keine allzu große Freundin vom Sommer. Kein blühender Raps, kein Ginster, keine Obstblüten. Stattdessen Hitze, Zecken, Staub mit Hantavirus, Zecken, tagsüber schlechtes Fotolicht, Zecken, alles und jedes immer nur grün, Zecken, im Laubwald sieht man nix auf dem Panoramaweg, Zecken, Gefahr von Sonnenbrand und obendrein noch nicht mal ’ne Klimaanlage im Auto ;-)

    Im letzten „Winter“ allerdings, als wir in zwei Monaten insgesamt vielleicht 30 Sonnenstunden hatten, da dachte ich, ich hätte auch den Winterblues. Im nachhinein glaube ich aber, daß es bei mir eher eine Art frustrierte Empörung war über das Tag für Tag für Tag gleiche trübe nasskühle Grau. Eigentlich ist mir ja wurscht, wie es draußen aussieht, wichtig ist nur, daß alle drei Tage „neues“ Wetter kommt! Da stehe ich aber, angesichts des Klimawandels und der damit verbundenen zunehmenden stehenden Wetter, wohl auf ziemlich verlorenem Posten….

    Dabei liebe ich den Winter, zumindest den richtigen. Ich hätte so gerne Schnee, aber nicht mal an der Hohen Acht liegt welcher. Ich habe meine Ansprüche auch schon auf Rauhreif runtergeschraubt, aber dafür wird es hier erst recht nicht kalt genug. Ohne Schnee oder wenigstens Sonne lohnt es sich für mich nicht, an die Ahr oder weiter in die Eifel zu fahren, also gehe ich von Zuhause 5 Minuten zu Fuß, dann bin ich im Grünen. Das ist zwar praktisch, aber es ist halt immer die gleiche Runde, zum 287. Mal um Ließem oder Heiderhof (Du warst ja auch mal dort) ist dann nicht mehr ganz so prickelnd, und DAFÜR muß ich mich echt mit dem Stemmeisen vom Sofa holen. Nachher bin ich dann besonders froh, mich überwunden zu haben.

    Im Moment freue ich mich noch (zaghaft) auf morgen, denn dann soll laut Wetteronline (bin Lokalpatriot) am Rhein die Sonne scheinen. Ich möchte bei Bad Breisig auf dem „Hahn“ in der Panoramaschaukel liegen und auf einen sonnenbeglänzten Rhein blicken! Das hatte ich in den letzten Wochen schon mehrfach vor, immer war es dann trübe. Also, das mit der Sonne glaube ich erst, wenn sie mir morgen ins Zimmer scheint ;-)

    Liebe Grüße aus Godesberg

    Claudia

    1. Liebe Claudia,

      erstmal Respekt, der Text hat ja fast den Umfang eines BLogartikels und ist dabei noch so amüsant verfasst, dass ich zwischendurch glucksend lachen musste.
      Ich als bekennende Sonnenanbeterin (nur laufend, nicht liegend oder sitzend) kann das tatsächlich kaum nachvollziehen, dass es Menschen gibt, die auf Sommer verzichten könnten. Du stehst nicht alleine damit, ich kenne noch zwei weitere Frauen, die dem nicht so viel abgewinnen können.
      Schnee, Schnee ist gut und damit wäre der Winter für mich auch erträglicher. Knackig kalt und Sonne ist auch OK, aber das Schmuddelwetter der letzten Wochen ist bäh ;-)
      Morgen fahren wir ins Hohe Venn in den Schnee, da liegen tatsächlich um die 15 cm.

      Schade, dass Du keinen Blog schreibst, es gäbe reichlich zu lachen, schätze ich.

      Ganz liebe Grüße und einen herrlichen Wandertag für morgen, die Sonne soll scheinen, also der Panoramaschaukel steht nichts im Wege, solange Du die einzige bist, die sie zu besetzen beabsichtigt. ;-)

      Elke

      1. Wir waren im Hohen Venn, im Schnee und es war göttlich!
        Jetzt bin ich aber auch echt platt. ;-)

        1. Liebe Elke, liebe Aurora,

          danke der Nachfrage – ja es hat diesmal geklappt mit dem Wetter, und ich hatte die Schaukel mitsamt dem ganzen Hahn vollkommen für mich alleine. Dann hinab nach Oberbreisig und gleich wieder giftig hinauf zum Friedenskreuz. Herrlich!

          Aber was ist dieses harmlose Tourchen (Türchen?) gegen das Hohe Venn? Vermutlich werde ich in wenigen Tagen mit neidgrüner Nase vor Deinem Bericht sitzen, Elke, die herrlichen Fotos bewundern und mir zum x-tem Male vornehmen, selbst mal dorthin zu fahren – um das Projekt dann wie Zahnarztbesuch oder Steuererklärung vor mir her zu schieben, denn mein Popanz (werde ich unterwegs stürzen…Schlüssel verlieren…..hungern-dürsten-frieren….mich verlaufen….Wolf und Wildsau treffen…. wird das Auto liegenbleiben etc.) wächst zuverlässig proportional zur Entfernung. Alles Gedanken, die ich im Ahrtal gar nicht habe, dabei kann man DA tatsächlich abstürzen. Außerdem würde ich hin und zurück fast 4 Stunden im Auto sitzen, und das schreckt mich dann wirklich ab.

          Naja, vielleicht melde ich mich ja mal bei outdooractive an. Aber das mit dem eigenen Blog wird bei mir wohl nichts werden, obwohl ich das bisweilen selbst bedauere. Zum einen gibt ja schon genug, auch schöne Blogs hier aus der Gegend, zum anderen bin ich eine digitale Null, habe kein Smartphone, kein GPS-Gerät und keine Neigung, derlei anzuschaffen und mich damit auseinanderzusetzen, ich verlaufe mich also noch hübsch analog mit Wanderkarte. Aber ich denke, letztlich wirklich entscheidend ist, daß mir der Wunsch, meine Wanderungen und Erlebnisse via Internet zu teilen, so völlig abgeht….warum auch immer.

          Jedenfalls ich bin froh und dankbar, daß Du und auch Aurora da anders seid 😉

          In diesem Sinne bis auf weiteres und liebe Grüße

          Claudia

        2. Oh je Claudia

          irgendwie sehe ich mich in Deinen Beschreibungen. Wie oft habe ich Unternehmungen nicht gestartet, weil genau solche Gedanken mir eine Bremse verpasst haben. Jetzt zum Beispiel im Schnee, ich würde gerne aber alleine irgendwo in der Eifel, momentan für mich nicht gut vorstellbar. Wobei diese Angst sich mehr auf parken auf vereisten Flächen beschränkt. Kein Smartphone, das ist allerdings schon eher selten :O

          Also wir bleiben Dir sicher noch eine Weile als Blog und Kommentarfläche erhalten und ich freue mich auf jeden Fall immer wieder einmal von Dir zu lesen.
          Bis dahin ganz liebe Grüße
          Elke

  2. Ich habe keinen Winterblues, aber wenn die Tage kurz sind, genieße ich das gemütliche Drinnensein. Und ich füttere auch mehr als sonst.

    1. Mir steht mein Kopf im Weg, ich meine immer ich müsste raus. Wobei die Bewegung der letzten Tage positive Wirkung zeigt.

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