Der heutige Tag beginnt mit der traurigen Tatsache, dass Conny heute früh schon zurück nach Hause muss. Leider hat sie sich keinen Urlaubstag nehmen können. Nach einem ausgiebigen Frühstück noch zu viert, begeben wir verbliebenen Drei uns auf den Wanderweg nach Lorch.

Aßmannshausen – Lorch

Der Weg führt uns zunächst an einem kleinen Geschäft vorbei, in dem wir uns mit Getränken versorgen. Offensichtlich auch eine Gelegenheit für vorbeiziehende Rheinsteiger zum duschen usw.

Aßmannshausen - Lorch
Wasser fassen

Immer diese ungewollten Duschen

Durch das Dorf hindurch führt uns der Zuweg zum Rheinsteig. Natürlich erst einmal bergauf, damit die Muskeln der müden Beinchen warm werden.

Die Weinberg- Besprüher sind unterwegs und vermiesen uns die ersten Minuten. Die Pestizide fliegen nur so durch die Lüfte.

Aber wir haben Glück und bald entschwindet der Heli in eine andere Region und wir nehmen etwas gemächlicher noch, als die vergangenen Tage, die Wanderung durch die Weinberge auf.

BLick auf Assmannshausen
Blick auf Aßmannshausen

Ein Blick hinunter gewährt uns die Aussicht auf die Dächer Aßmannshausens

Schon bald erreichen wir diesen schönen Pavillion, der für uns aber nur kurz die Gelegenheit zum Wasser fassen gibt.

Die ersten Jacken werden im Rucksack verstaut. Die Sonne meint es so gut mit uns!

Das Rheinsteigsymbol, wir sind richtig

Und rechts ist die moderne Fassung des „Sesam öffne dich“ aus der vorigen Etappe kurz vor Lorch zu sehen.

Während vor Lorch die kleinen Fläschchen einfach gegen ein Entgelt aus dem Schrank genommen werden konnten, muss sich hier der Wanderer per Personalausweis oder Führerschein als Trinkberechtigter (also über 18 Jahre alter) Bürger beweisen.  Dann öffnet sich, nach Entrichten des vorgeschriebenen Entgelts für eine der 0,75l großen Weinflasche, ein s.g. kleiner Keller. Fix wechselt eine Flasche ihren Platz im Keller hinüber in den Rcuksack- Sehr umsichtig die Bürger der umliegenden Orte, alle Achtung.

An dieser Stelle beginnt eine der schönsten Strecken auf dieser Route, etwas für Abenteuerer. Tanja stellt an solchen Stellen immer wieder fest, dass dies trotz teils steiler Abgründe, die schönsten Pfade sind.

Ab durch das Wildgatter

Aber vorher…..    muss Tanja durch dieses Tor.

Es dient dazu die Wildschweine aus den Weinbergen zu halten, habe ich irgendwo gelesen. Die räumen nämlich sonst sehr ab und das finden die Weinbauern, die sowieso ein anstrengendes Geschäft betreiben, gar nicht gut.

Tanja – immer Opfer für unsere Späße

Aber nun zurück zu Tanja, die das letzte Törchen fast dazu genutzt hat sich die Gräten zu brechen. Sie übersieht beinahe die Schwelle, die sich dort befindet. Da wir lästerliche Weiber sind, haben wir sie natürlich lautstark gewarnt.

Wer ist als erster da?

Und nun wird es mediteran und Tanja, mit Höhenangst, lässt sich wieder von der Begeisterung für die Gegend hinreißen doch ein wenig mehr zu wagen, und zu klettern. Während Iris, die sich durch schöne Aussichten nicht von der ihren Bedenken ablenken lässt, sich dann doch lieber vornehm zurück hält und das Ganze lieber aus sicherer Entfernung fotografiert.

An den Hängen des sagenumwobene Teufelskadrich bei Lorch wachsen verschiedene Wärme liebende Wälder. Ebenso wie in den benachbarten Naturschutzgebieten dominiert die auch hier die Traubeneiche.

Die während der Eiszeit aus dem verwitterten Fels entstandenen Blockschuttfelder sind so unwirtlich, dass sie die Natur bis heute nicht zurückgewinnen konnte. Der Sage nach wohnte der Teufel im Berg Kadrich. Erst der kriegs erprobte Ritter Rudhelm konnte ihn von dort vertreiben und die dort von ihm gefangen gehaltene Ritterstochter Garlinde befreien.

Da tun sich die Wurzeln zarter Pflanzen und Bäume natürlich schwer. Aber für jede Gegend gibt es eine passende Vegetation und sei sie noch so spärlich. Das macht dann den mediteranen Charakter aus, den ich besonders mag.

 

 

 

 

 

Fix weg von arbeitenden Menschen

Dort unten schuftet ein Weinbauer in seinem Weinberg. Das kann man ja nicht mit ansehen…schnell gehen wir weiter, nachdem wir aber einen Blick auf die kräftigen Armmuskulatur des Herrn geworfen hatten (die Zeit muss sein)

Am Gegenhang, auf der anderen Rheinseite, befindet sich die Burg Sooneck.  Links davon ist ein großer Quarzit-Steinbruch zu erkennen. Wenn die da sprengen wackelt die Burg und das was drin steht.

Dieser olle Mist-Käfer

Dieser Käfer dort unten, ist mir extrem zu groß, um ihn auf meinem Hemd zu übersehen. Bei meiner erschreckten Bewegung flogen sowohl Käfer als auch Brille aus den Boden und das freche Tier macht sich sofort über meine Brille her. Ob der die weg räumen wollte???
Fragen über Fragen

Diese kleine Hornisse blieb netterweise auch so lange sitzen, bis ich sie an visiert und abgeschossen hatte (fototechnisch meine ich)

Schlangen sind nicht jeder Frau Freund

Und dann hörten wir ein verdächtiges Geräusch im Gebüsch. Es war so anders, als das gewohnte rascheln einer schnell weg huschenden Maus. Es klang viel größer und bedrohlicher.

Eine Natter
Schlangenbewegung

Ich wollte ja nicht voreilig sein, aber es hörte sich nach einer Schlange an und so stellte sich Iris vor den vermuteten Aufenthaltsbereiches des Untiers und ich ein Stück weiter links. Dies tue ich in der klaren und absolut sicheren Überzeugung, dass das unbekannte Tier in meine Richtung ausweichen und mir damit die Gelegenheit zum fotografieren geben würde.

Glück gehabt, das Ungeheuer bewegt sich, nachdem Iris ein paar Mal nervig laut mit den Füßen im Laub gescharrt hatte, in meine Richtung. Was für eine Sorte Natter das ist, keine Ahnung… aber spannend war es.

Reichlich großes schlangenartiges Geschöpf

Tanja hatte sich inzwischen, nichts Gutes ahnend, weit von uns entfernt.
Ihre fast panische Angst vor Schlangen hat es ihr kaum ermöglicht die Fotos anzusehen und es erklang nur ein monotones „mmmh“ gut dass ich weiter gegangen bin :-)

 

 

 

 

Es wird Zeit für eine Rast

Und weiter geht´s. Wir erzählen einander die schönsten Schauermärchen rund um Kriech- und Fliechtiere und freuen uns auf eine Rast, die wir langsam als sehr notwendig erachten. Mein rechter Fuß  sendet ja schon seit gestern schmerzvolle Signale wegen einiger nicht gut verheilter Blasen und Druckstellen und heute sind manche Schritte, obwohl die Landschaft traumhaft ist, doch eine Qual.

Die Sonne sendet an manche Menschen Schlafhormone aus

Es sind nur noch wenige km bis Lorch und so lassen wir uns viel Zeit zum ausruhen, Futter fassen und trinken.

Die letzten Vollkornplätzchen werden vertilgt, der ein oder andere Leckerbissen wechselt den Besitzer und dann kommen schon die ersten Erinnerungen an Ereignisse der letzten Tage auf und auch die Wehmut über die viel zu schnell vergangene Zeit. Mein Diktiergerät nimmt auf, was an witzigen Begebenheiten noch mal erzählt wird, damit mir das Verfassen dieses Berichtes nicht so schwer fällt.

Aber irgendwann ist auch diese Rast vorbei und wir machen uns wieder auf den Weg, so langsam dem Ende unserer Wanderung entgegen.

Wird hier Eistee angebaut?

Diese Tetrapacks werden als Kälteschutz über die jungen Reben gestülpt. Man könnte natürlich auch annehmen, es würde hier Eistee angepflanzt, ich habe gehört, dass es hierüber, im Verlauf unserer Wanderung, Spekulationen gab.

Oder ist der auf der Packung abgebildete Pfirsich eher ein Hinweis auf den Anbau von Pfirsichreben? Tanja sorgt mit ihren spekulativen Äußerungen immer wieder für Aufmunterung.

Aßmannshausen - Lorch
Frühjahrstimmung

Und so erreichen wir Lorch und auch bald darauf den Bahnhof. Pünktlich 10 Minuten vor der Abfahrt, stehen wir am richtigen Gleis und sind innerhalb von 16 Minuten wieder in St. Goarshausen.

Kleine Weinprobe – Hicks

Auf dem Weg zum Auto sehen wir einen kleinen Weinhandel. Leider hatten wir ja in Lorch keine Gelegenheit mehr uns mit dem Wein der Region einzudecken und dieser Anblick war dann doch ermunternd, in dieser Hinsicht.

Die Dame des Hauses „Secthaus Delicat“ begrüßt uns freundlich und kredenzt uns, obwohl heute Ruhetag, ein paar Weinproben und führt uns durch die Keller ihrer Handlung, erklärt uns die Abläufe wie Sekt vor der Enthefung gelagert und gedreht wird.

Es gab die Tränen der Loreley und leckere Weine, die uns ein wenig den Kopf benebelten, sodass wir anschließend noch einen kräftigen Kaffee und ein Teilchen drauf legen mussten. Iris hatte sich der Weinprobe weitgehenst entsagt, da sie fahren musste.

Wir sind vollkommen hingerissen von diesem wahnsinns Abschluss unserer Mädelstour.

Tanja und Iris

Sehen ihr ihn, rechts außen im Foto? Das ist der Weingeist :-)

Fazit dieser Tour:

Es war klasse. Es wird weitere Mehrtagestouren geben und wir haben uns absolut toll miteinander amüsiert. Wir hatten mit allem, was wir vorfanden ein großes Glück, hatten die schönsten Tage erwischt, wenn man die Tage vor und nach unserer Wanderung betrachtet. Also wenn Engel reisen…. mehr gibt es dazu nicht zu sagen, oder?

Mädelstour Frühjahr 2012
1. Etappe: St. Goarshausen – Kaub
2. Etappe: Kaub – Lorch (anschließend per Schiff nach Aßmannshausen)
3. Etappe: Aßmannshausen – Lorch

Unser dritter und letzter Tag: Fotos hier

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6 Kommentare

  1. Hallo Elke, Klasse Bilder (also doch eine Spiegelreflex), Klasse beschrieben; hab eure Tour so richtig mitgenießen können. Wo ihr das schöne Wetter hergeholt habt, ist mir ein Rätsel ;-) Morgen geht’s auch für mich los, endlich!!! Meld mich später.

    1. Ja, ich habe eine Kompakte und eine Spiegelreflex und hier habe ich mir die Mühe gemacht die Große mitzunehmen.
      Wir haben sämtliche Sonnenstrahlen geordert, die unterwegs waren, alle zu uns und es hat geklappt :-)
      Ganz viel Spaß auf eurer Tour, wünsche ich.
      Ich bin ab morgen in der Gegend von Eisenach unterwegs.
      Freue mich von dir zu lesen.
      LG
      Elke

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