Ginsterblüte in der Vulkaneifel – Landesblick – Wolfsschlucht – Windsbornkrater

Erneut nehme ich die weite Anfahrt hin zur Vulkaneifel in Kauf, um noch einmal in dieser wunderbaren Gegend unterwegs zu sein. Die Strecke habe ich auf den Seiten der Natur-Aktiv-Erleben gefunden. Mit 22km und 750 Höhenmetern eine mittelschwere bis schwere Tour, je nach Kondition.

Ich parke auf einem Parkplatz am Ortseingang von Meerfeld, Koordinaten: Breitengrad (NORD): 50.092324°; Längengrad (OST): 6.753328°

Hier mein GPS Track

Sonniges Wetter, herrliche Landschaft und ein Versprechen des NAE Teams, dass ich auf reichlich Pfaden und unbefestigten Wegen unterwegs sein werde, haben schon eine große Vorfreude in mir geweckt. Auch Spike ist gut drauf und läuft trotz der langen Wanderungen in den letzten Tagen, ganz locker und beschwingt.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0311Kaum auf dem Weg erblicke ich die ersten Orchideen auf den Wiesen.

Das werden heute nicht die letzten sein.

Das erhaben platzierte Gotteshaus der  Pfarrei St. Johannes hat am heutigen frühen Donnerstag/Vatertag noch keinen Besuch. Überhaupt wirken die Straßen wie ausgestorben. Es ist acht Uhr morgens, der halbe Ort schläft wohl noch.
Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0313Ein wenig müssen wir schon hinauf, bevor wir in hellem Wald wandern dürfen. Sofort schmale Pfade unter den Füßen, wir freuen uns!Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0316Aus dem Wäldchen heraus treten wir wieder in die Sonne und fühlen weiches Gras unter den Füßen. Der Ginster blüht bereits so üppig, dass es eine Wonne ist diese Kontraste mit den Augen zu erfassen.
Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0333Wir wandern hier oberhalb des Meerfelder Maars, das ich eigentlich auch von unten einmal ansehen wollte, muss ich also leider leider noch einmal hier hin 😀

Das Meerfelder Maar ist 1500x1200m groß und hat eine Trichtertiefe von fast 200 Metern. Dieses Maar ist der größte Maarkessel der Eifel. Einst war es größer, auch hier hatte man, wie bei einigen Maaren, den Wasserspiegel gesenkt um landwirtschaftliche Nutzfläche zu gewinnen.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0325
Blick auf das Meerfelder Maar

Bevor wir das Plateau ansteuern auf dem der Aussichtsturm Landesblick steht, dürfen wir noch ein Weilchen auf herrlich grünen Wiesenwegen wandern. Oben vom Turm habe ich, aufgrund der klaren Witterung, wunderbare Aussichten auf das Meerfelder Maar und die Eifellandschaft. Der Turm steht auf Höhenpunkt 516,6 Meter über NN

Das Frühjahr läutet eine einzigartige Zeit ein, die für diese Landschaftsform nach der Getreideernte, meiner Meinung nach, schnell dem Ende entgegen geht. Die abgeernteten Felder wirken danach oft etwas trostlos, deshalb verlege ich die Wanderungen in der Kornkammer Eifel gerne in die Zeit Frühjahr bis Spätsommer.

Hin und wieder dürfen wir im Schatten der Bäume wandern, eine kleine Hechelpause für meinen vierbeinigen Freund.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0384

Den kleinen Schlenker, rechts ab vom Weg, zum Gästehaus Kunterbunt erlaube ich mir. Ich habe den Link hier hinein gesetzt, da ich vermute, dass die Landschaft nicht nur mich in den Bann zieht. Hier Urlaub machen stelle ich mir genial vor und ich hoffe in meinem Leben noch reichlich Gelegenheit zu haben, möglichst viel unserer deutschen Landschaften kennen zu lernen.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0400Das nächste Etappenziel ist die Bleckhausener Mühle.  1717 als Getreidemühle gebaut, nachdem das Mahlwerk beim Hochwasser 1959 zerstört wurde, hat der Eigner die Mühle still gelegt. Wir wandern nun ein Stück oberhalb der kleinen Kyll, die wir an der Mühle überquert haben.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0407Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0416Rinderherden mümmeln gelassen das frische Grün, die Kälber dürfen bei ihren Müttern aufwachsen.

Ein kleiner Bulle läuft hoch erhobenen Hauptes in meine Richtung, wird aber rigeros von einer älteren Kuh gestoppt.

Immer wieder toll zu sehen, dass die Altkühe eine Art lebendige Mauer zwischen dem unbekannten „Eindringling“ und ihren Kälbern bilden.

Wieder in einem Waldstück stehen wir vor einem großen, grünen Problem. Der letzte Sturm hat wieder ein Baumopfer gefunden. Es war schon recht mühselig hier hindurch zu krabbeln. Rucksack abgenommen und vor mich her geschoben und nach einer Weile und sicher mit einigen Zecken mehr bestückt, lande ich auf der anderen Seite.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0420
Ist das ein feudaler Hochsitz, hier würde ich ohne Kummer eine Nacht verbringen 🙂

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0448Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0457Diese Hütte ist ebenfalls groß und feudal, allerdings ist der Zugang irgendwie problematisch, der Hang scheint teilweise abgerutscht zu sein.

In diesem Stil habe ich hier in der Region schon einige Schutz/Rasthütten gesehen, auf dem Lieserpfad steht die bekannte Schmidthütte, ein lohnender Wanderweg.

Ich biege um eine Ecke und sehe dieses Ensemble. Hier gab es kein Halten mehr. Rucksack runter, Spike sein Wasser in die Schüssel gegeben und eine ausgiebige Pause gemacht. Sollte an solch idyllischen Plätzen ja schon fast Pflicht sein 🙂

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0464Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0477Jede Pause hat ein Ende und so treibe ich mich nach rd. 15 Minuten an weiter zu wandern. Wieder himmlische Wiesenwege, daran könnte ich mich gewöhnen.

Leider erreichen wir dann einen Abschnitt, der mich wirklich gestresst hat, aber unvermeidbar war.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0483An dieser Landstraße hieß es irgendwie heil den nächsten Abzweig zu erreichen und das war mit Blick auf die rasenden Autofahrer eine Glanzleistung.

Solche Passagen sind mit Hund eine wirkliche Herausforderung.


Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0495Spike kühlt sich ausgiebig die Füße in der kleinen Kyll und schmecken tuts ihm ebenfalls 🙂

Wir nähern uns der Heidsmühle, die heute hoffnungslos überfüllt ist. Klar, heute ist Vatertag. Also verzichte ich auf ein Foto der schönen Terrasse.
Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0504Zügig laufen wir weiter, es ist schon arg lebendig dort 🙂
Eine gute Weile verbringen wir jetzt auf Waldwegen, die mal breiter und mal schmaler sind.

Hinweisschilder informieren darüber, dass die Brücke am Wasserfall nicht mehr existiert. Ein fallender Baum hat sie erschlagen. Nun, heute befindet sich der schöne Wasserfall nicht auf meiner Wanderroute.

Bald erreichen wir die Wolfsschlucht, eine urige Umgebung. Kaum erkennbar ist der Weg, den wir durch die dicken Steine zu gehen haben.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0536Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0538Ein kleiner steiler Pfad führt auf einen breiten Weg. Dort stehen passenderweise wieder Bänke für uns. Noch einen Schluck Wasser für Spike und ein Brot für mich, so gestärkt ziehen wir weiter und erreichen bald wieder die schönen Wiesen und Felder.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0552Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0561 Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0567Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0574Am Mosenberg klettern wir die steile Leiter zum Aussichtsturm hinauf. Spike läuft locker hinauf und wieder hinunter. Oben teilt er sein Wasser brüderlich mit einem anderen Rüden, der sich gierig über das kühle Nass stürzt.
Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0581 Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0582

Auf den Felsen am Mosenberg haben wir einen tollen Blick auf den Windsbornkrater. Der Windsbornkrater ist einer der wenigen echten Kraterseen.

Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0591Landesblick_Wolfsschlucht_Krater_0599Hinter dem Kratersee haben wir nur noch eine kurze Strecke bis zu unserem Parkplatz zurückzulegen. Wir nähern uns wieder über Feld- und Wiesenwege Meerfeld. Bettenfeld, einen sehr alten Stadtteil dieses Ortes durchstreifen wir. Es ist irgendwie schön, die alten Bauernhöfe anzuschauen.

Highlandrinder liegen widerkäuend auf den Wiesen, rühren sich nicht einen Hauch, als wir nahe an der Weide entlang schlendern.

Auch der heutige Tag in der Vulkaneifel hat mir sehr gut gefallen, war wechselhaft von der Landschaft her und bot eine Menge Naturwege. Das kurze Stück Landstraße war nicht schön, aber in Hinblick auf die gewanderten 22 km wirklich zu verschmerzen.

14 Kommentare

  1. Wunderschön Elke. deine Bilder bringen mich zum träumen und Erinnerungen an wunderschöne große und kleine Wanderungen in dem Gebiet. Eine Sache fällt mir sofort ein. Am Aussichtsturm Landesblick habe ich mal ein Lamm gefunden, das jämmerlich blöckte. Die Suche nach dem Schäfer hat mich fast zwei Stunden und etliche Zusatz Kilometer gekostet. Ich grüße dich und wünsche frohe Pfingsttage.

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Rüdiger,

      an deinen Wandervorschlägen für diese und andere Regionen, werde ich noch lange zu wandern haben.

      Das Lamm wird sich nicht erinnern, der Schäfer aber sicher, dass du es wieder heim gebracht hast, Diese Kilometer sind dir wohl ewig in schöner Erinnerung.
      Ganz liebe Pfingstgrüße
      Elke

      Gefällt mir

  2. Eifel pur war das 🙂 Du musst ja in aller Früh aufgestanden sein, um die Wanderung schon um 8 Uhr anzufangen. Meistens bin ich um die Zeit noch bei der Vorbereitung zu Hause 😉 Auf dem SHS war es wieder öfter 11 Uhr oder halb elf. Ich weiß: „the early bird catches the worm“ – aber es haut nicht hin. Dadurch entgehen mir auch Begegnungen mit Wild, vermute ich mal. Den Bildern nach zu urteilen, seid ihr beide immer noch in Top-Kondition 🙂 LG

    Gefällt 1 Person

    • Mich treibt es hier immer gegen 6 Uhr raus, dafür liege ich aber abends auch um 21 Uhr in der Koje 🙂
      Spike erstaunt mich immer wieder, für mich ist es sehr locker zu laufen. 🙂 Aber das Wild ist weg, bevor ich es sehe, weil Spike dabei ist 🙂

      Gefällt 1 Person

  3. Was für ein schöner Bericht, untermalt von tollen Bildern, die wunderbare Eindrücke der Natur vermitteln. Er macht richtig Lust darauf, das Maar zu besuchen, ein Überbleibsel alter Zeiten. =)

    Ich glaube aber, ich werde erstmal eine kürzere Route wählen, 22km ist doch ganz schön happig, von den 750 Höhenmetern ganz zu schweigen. ^^

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Alex
      Ja die Strecke ist schon etwas anspruchsvoller, aber mit einem ganzen Tag Zeit gut zu schaffen. Allerdings leben wir ja hier auch in ziemlich welligem Gelände, sodass es schon Gewohnheit ist ein paar Höhenmeterchen zu haben. 🙂
      Es gibt aber unter dem Link beim Pulvermaar ein paar Vorschläge für kürzere Touren und deutlich weniger Höhenmetern
      LG Elke

      Gefällt mir

  4. Hallo Elke,

    leider kommen wir auch nicht immer ganz ohne Landstraße aus.
    So schöne Pausenplätze muss man nutzen und wir haben auch immer Proviant dabei.
    Wirklich schöne Bilder von deiner Vatertagswanderung, sie sind wie Balsam für die Seele.
    Besonders „landesblick_wolfsschlucht_krater_0536.jpg“, bei dem dich Spike ansieht, als ob er sagen wolle: Nun komme schon, weiter gehts. 😉
    Viele Grüße
    Claudia

    Gefällt 1 Person

  5. Moin Elke !!!

    Danke fürs mitnehmen auf Deine Wanderung und die tollen Bilder dazu. Das Lesen macht immer hungrig auf das Draussen, das neu entdecken von bekannten Wegen und weckt die Vorfreude auf die, die man noch nicht kennt.

    Grüsse aus der Nicht-wirklich-Wanderregion Berlin,
    D.F.

    Gefällt 1 Person

    • Berlin stelle ich mir tatsächlich wandertechnisch schwierig vor. Allerdings muss ich, um wirklich Platz für die Seele und die Augen zu haben, etwas weiter raus fahren.
      Ich wünsche dir eine gute Woche
      LG Elke

      Gefällt mir

  6. Hallo Elke

    Über deine Berichte freue ich mich doch immer wieder 🙂 Danke für´s mitnehmen und die tollen Fotos, die Vulkaneifel ist ganz sicher immer eine Reise wert. Bald komme ich ja auch wieder zum Wandern und dann werde ich mir sicher noch die Fingerchen wund schreiben 😀

    Liebe Grüße, Klaus

    Gefällt 1 Person

    • Danke lieber Klaus,
      ich hoffe doch, dass du noch vor Einbruch des Winters fertig wirst 😀

      Bald reise ich in den Harz, auf diese Gegend bin ich auch gespannt und hoffe sehr auf gutes Wetter.

      Dir einen schönen Abend und dass du ganz bald wieder berichten kannst, wo du dich mit Hundewurm herum getrieben hast
      Liebe Grüße
      Elke

      Gefällt 1 Person

      • Na dafür läuft doch der Timer auf meinem Blog 😀 Ich bin auf jeden Fall fertig, bevor der auf Null ist und dann geht´s gleich looooooos 😉 Das Unwort „Winter“ wird dann hoffentlich für immer ein Fremdwort für mich sein 😉

        Auf deine Wanderberichte aus dem Harz freue ich mich jetzt schon, die Gegend steht bei mir auch noch auf dem „möchte mal hin“ Zettel 😀

        Liebe Grüße, Klaus

        Gefällt mir

Ich liebe Schwätzchen mit euch, drum kommentiert gerne ;-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s