Weiter geht´s mit meinen Westwallerkundungen. Heute fahren wir nach Simmerath, in die Eifel. Teilweise auf dem Bunkerweg unterwegs, suchen wir oft versteckt und halb unterirdisch liegenden Gemäuer. Heute krabbelt mir erstmals seit langem, eine Gänsehaut über die Arme. Die düstere Vergangenheit Deutschlands holt mich gefühlsmäßig ein. Die Bunkeranlagen in Simmerath sind nicht immer sofort zu sehen. Nicht nur die Natur gibt sich alle Mühe Gras darüber wachsen zu lassen.

Mich haben Plätze unserer Geschichte schon immer interessiert. In diesem Jahr stehen ein paar Pläne in dieser Richtung auf meinem Zettel. Nicht alle habe ich geschafft. Die Bunkeranlagen besuchte ich bereits Mitte Juli 2026.

Bunkeranlagen in Simmerath
Aufklärung per Hinweisetafel

Bunkeranlagen in Simmerath

Die Bunker im Buhlert sind einigermaßen vollständig erhalten und gehören zu den im Jahr 1938 gebauten Westwallbunkern. Am 5. Februar 1945 wurden sie von amerikanischen Soldaten eingenommen.

Erinnerungen

Ich erinnere mich noch an meinen Klassenlehrer, der uns Schülern die wenig ruhmreiche Vergangenheit meines Geburts- und Heimatlandes nahe brachte. Ich erinnere mich an Erzählungen meines Vaters, meiner Großmütter und jüngst von einer meiner Tanten. Und während ich das hier schreibe wird mir bewusst, es sind die Frauen, die mehr und emotionaler über dieses Thema sprechen.

Es gibt noch reichlich mehr Erinnerungen, z.b an einen Besuch am Grenzzaun in Bad Harzburg. Meine Oma (mütterlicherseits)  hat mich dorthin verfrachtet, als junges Mädchen und ohne jegliche Vorstellung davon, wie diese Grenze aussieht. Sie erzählte mir, dass Menschen die diesen Zaun zu überwinden versuchen, erschossen werden. Das war für mich unvorstellbar, das Deutsche von Deutschen getrennt sind.

Viele Jahre später, am 03.10 1989, sitzen wir im Wohnzimmer und starren gebannt auf den Fernseher. Mein jüngster Sohn war damals acht Jahre alt, kurz vor der Vollendung seines neunten Lebensjahres. Seine Hände hatten sich um ein Kreuz gekrampft. Er war dieser eine von drei Söhnen, der sich emotional extrem mit dieser Situation beschäftigten. Dieses Bild, werde ich wohl immer in meinem Kopf und meinem Herzen tragen. Dieser Sohn lebt heute in Leipzig ein anderer in Halle/Saale. An seinem neunten Geburtstag fiel die Mauer.

Es ist für mich doppelt schmerzhaft, was derzeit vor allen Dingen im Osten unseres Landes geschieht. Mein Großvater mütterlicherseits geriet in russische, bzw. sowjetische Gefangenschaft, im Rahmen der Kapitulation 1945. Wir haben nie mehr etwas von ihm gehört oder gelesen.

Bunkeranlagen in Simmerath
Nichts deutet darauf hin, was sich am Wegrand befindet. Solche Wege gibt es so viele in unserem Land und auch in der Eifel

Informationen – Bunkeranlagen in Simmerath

Bevor ich die ersten Entdeckungen mit euch teile, hier ein paar Informationen,

Es dauert nicht so sehr lange und wir stehen vor einem Wasserbunker. Die dienten zu Kriegszeiten als Trinkwasserreservoir. Heute beherbergen sie Fledermäuse und dürfen nur außerhalb der Ruhe- und Schutzzeiten betreten werden.

Wasserbunker im Buhlert
Wasserbunker im Buhlert
Wasserbunker im Buhlert
Leider finden sich im Inneren die typischen Anzeichen von asozialem Verhalten

Die Natur hat ihr grünes Kleid an

Im folgenden zeige ich innerhalb einer Galerie die friedlich anmutende Stimmung. Es ist die Stimmung, die ich stets in mir trage, wenn ich durch Wälder streife.

Doch mir ist heute, da ich das Bewusstsein der Kriegsjahre so deutlich wahrnehme, etwas gruselig zumute.

Es herrscht für mich gerade eine auffällige Stille. Selbst die Vögel sind selten zu hören. Bilde ich mir das nur ein? Knackt es im Wald nur wegen der Mäuse und anderen kleinen Waldbewohner oder streift jemand durchs Unterholz? Fantasie kann schon belastend sein.

Bank im Eifelwald
Selbst diese hübsche Bank mag ich nicht besetzen

Während ich hier schreibe kommt das Gefühl ein Stück zurück, aber mein Verstand schimpft mit mir, lacht mich aus.

Zwei weitere Bunker

Ich habe sie nicht alle gefunden, jedoch wohl den Westwall-Bunker 135, der als Maschinengewehr-Schartenstand für fünf Soldaten Raum bot.

Maschinengewehr-Schartenstand Bunker 135
Maschinengewehr-Schartenstand

Dieses umrunden des alten Bunkers kostet Nerven. Selbst Jana schaut sich ständig um.

Am Bunker 135 Maschinengewehr-Schartenstand
Jana sichert die Umgebung ;-)
Relaxbank im Eifel Wald
Erstmal eine Runde entspannen

Wenig später taucht ein Wanderer auf, der durch seine helle und freundliche Kleidung und Ausstrahlung beruhigend wirkt. Auf geht es, zum nächsten Abenteuer Spielplatz.

Bunker 139/40

Ein weiterer Bunker ist nicht einmal so leicht vollumfänglich zu entdecken. Dafür muss man tatsächlich näher ran und rund herum.

Doppelgruppenunterstand des ehemaligen Westwalls
Versteckt, der Bunker 139/40
Bunker 139/40
Ich bleibe ein wenig auf Abstand
Bunker 139/40-Bunkeranlagen in Simmerath
Wer da wohl alles drin wohnt?
Bunker 139/40-Bunkeranlagen in Simmerath
Sicherheitshalber doch weg hier

Auch der junge Mann im hellen T-Shirt gibt zu, in den Bunker hinein ist für ihn keine Option. Zu gruselig, das Ganze.

Entspannend weiter, nach den Bunkeranlagen in Simmerath

Der Rest des Weges ist überwiegend hell und freundlich. Das Gefühl von Grusel fällt von mir ab. Es gibt auch nicht mehr viel zu erzählen, denn Entspannung ist wortlos, finde ich.

Und wie so oft, am Ende der Runde wird Jana plötzlich schnell.

Rennschnecke Jana - Bunkeranlagen in Simmerath
Rennschnecke Jana

Wie ihr lesen könnt, meine Beiträge sind kunterbunt, vor allem zeitlich. Ob ich je in der Gegenwart lande und meiner Erlebnisse zeitnah teile? Ach was, ich lebe die wohlverdiente Rente mit all ihren Vorteilen.

Also grüße ich euch, versehen mit einem Schnarcher von meinem Lieblingshund.

Bis bald im Wald

Elke und Jana

Ich freue mich über ein paar nette Worte....

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