Dahlem, ein Ort mit vielen Wanderwegen. Einen davon habe ich mir erwählt, um vor allem das Moorgebiet Wasserdell noch einmal zu queren und die Finsterley mit Gipfelkreuz kennen zu lernen. Die EifelSchleife Naturwanderpfad ist typisch Eifel, von Weitblicken geprägt und den Besonderheiten für die die Gemeinden regelmäßig sorgen.

EifelSchleife Naturwanderpfad

Heute ist mal wieder so ein Tag. Statt Bahnstraße gebe ich meinem Navi die Bahnhofstraße und wundere mich vor Ort, dass es dort keinen Parkplatz gibt. Der Fehler ist schnell korrigiert und so lande ich mit einigen wenigen Minuten Verspätung am Start. Fix ist der Rucksack geschultert und die Kamera fixiert. Wenig später erkenne ich, die vorgeschlagene Gehrichtung habe ich mal wieder nicht eingeschlagen. Zu Coronazeiten echt blöd, doch die Wege sind breit also mache ich mir erst einmal keine Gedanken und wandere weiter.

EifelSchleife Naturwanderpfad
Die Bauweise der Kirche ist vielen anderen Kirchen in der Eifel sehr ähnlich
  • Start/Ziel: Bahnstraße 10, 53949 Dahlem
  • Streckenlänge: 10 km
  • Höhenmeter: 175 m
  • Immer aktuelle Informationen und GPS Track
  • Einkehrmöglichkeiten: In Dahlem gibt es eine Reihe unterschiedlicher Angebote, die ich jedoch selber nicht getestet habe.

Eine kleine Weile trödele ich durch den hübschen Ort. Immer wieder fällt mein Blick auf attraktive Häuschen. Bald schon zeigt sich, die EifelSchleife Naturwanderpfad ist nicht die einzige Wanderroute in Dahlem. Die folgenden EifelSchleifen und EifelSpuren stehen hier zur Auswahl.

Es gibt noch reichlich Wanderwege hier

  • EifelSchleifen: Moorpfad (8,9 km); Dahlemer Weitblicke (6,7 km); Heidenkopf (8,7 km)
  • EifelSpuren: Dahlemer Quellenpfad (21,5 km) und Wildnispfad (17,2 km)
Kreuz in Dahlem
1783 verunfallte hier ein Mann und verstarb kurze Zeit später

Das Angebot ist geradezu eine Einladung zum Urlaub in der Region.  Eine Vielzahl weiterer Wanderungen können in der Nähe erlebt werden. Während ich versuche diese Tatsache für den Blogbeitrag in meinem Gedächtnis zu verankern, wandere ich weiter.

Gedenkstätten hat man hier und da installiert, immer sind es Verstorbene der Gemeinde, derer hier gedacht wird.

Unter meinen Füßen Teerwege an der Bahnlinie entlang. Links und rechts immer etwas zum schauen und wenn es nur die leise daher kommende rote Eisenbahn ist. Das macht das Übel des harten Untergrundes erträglich. Schmetterlingsflieder haben hungrige Gäste. Unzählige Sperlinge sausen durch die frische Eifelluft, lassen sich in den Büschen nieder und fliegen bei Störungen in Gruppen wieder hinaus.  Es soll heiß werden und die beginnende Erwärmung ist schon deutlich zu spüren. So lange währt das sommerliche Wetter schon, zu lange hat es nicht geregnet.

EifelSchleife
Der Schmetterlingsflieder gibt hungrigen Fliegern Nahrung

Auf dem Mühlenpfad ins Glaadtbachtal

Irgendwann biegt der Weg ab auf schmale Wege und leitet mich in das von Tümpeln durchzogenen Glaadtbachtal.  Ein wenig Unbehagen schleicht sich ein, denn der schmale Pfad wimmelt von Mücken. Das Wissen, dass die fiese Kriebelmücke mit ihren Bissen heftige Reaktionen auslösen kann, lässt mich diesen Abschnitt an diesem schwülwarmen Tag schnell zurück legen. Achtsamkeit ist dabei gefragt, denn streckenweise liegen die dicken Wurzeln der Bäume obenauf. Stolperfallen, die ich liebe.

Am Ende des Mühlenpfad werden die Wege breiter, aber nicht minder schön. Wald und Wiesen wechseln.

Mein Blick fällt auf eine große Wiese und auf den dort scheinbar schlafenden Fuchs. Der scheint ein Sonnenbad zu genießen. Irgendwann nimmt er mich wahr, er rennt im Fuchsgalopp davon.

Fuchs auf Wiese
Er braucht eine Weile bevor er realisiert wer da kommt.

Ein kleines Frühstück muss sein

Am Eifelblick Heideskopf lasse ich mich zu meiner kurzen Rast nieder. Unter tiefblauem Himmel kreist gelassen ein Bussard. In der Ferne höre ich das Rufen eines Tieres, das ich nicht kenne.

Weg zum Heidkopf
Weg zum Heidkopf

Ein idyllischer Platz ist das hier, doch unter den schattigen Bäumen ist es überraschend kühl. Der Wind hat inzwischen merklich aufgefrischt. Also mache ich mich sehr bald wieder auf die Wandersocken um einen von der Sonne beschienen Rastplatz zu suchen.

Eifelblick am Heidkopf
Am Eifelblick

Der Mais steht schon hoch und unter den Böen des Sommerwind neigen sich die hohen Pflanzen, so dass die großen Blätter aneinander rascheln. Die Beeren der Eberesche sorgen an den Waldrändern immer wieder für kräftige Farbtupfer. Während ich das alles wahrnehme werfe ich einen Blick auf mein Navigationsgerät und stelle fest, hier bin ich falsch. Also wenn ihr ein Maisfeld seht wisst ihr, diese Wanderrichtung ist falsch.  Von Eifelblick geht es nämlich zurück auf den Weg und dann links.

Rastplatz in der Sonne
Mal schauen was es hier noch zum wandern gibt – Parkplatz am Heidenkopf
Frühstückstisch im Freien
Endlich Frühstück, um 13:22 Uhr

Die  EifelSchleife Naturwanderpfad

Stur geradeaus

Eigentlich mag ich stur geradeaus führende Wege ja nicht so. Doch hinter der Schutzhütte am Parkplatz Heidenkopf der Weg kommt für mich reizvoll daher. Auf der linken Seite beginnt die Heide zu blühen ein paar kräftige Pflanzen leuchten schon in aller schönsten Farben. Langsam und genüsslich schlendert es sich auf dem nach dem Aufstieg folgenden flach verlaufenden Feldweg. Heute ist das nicht so sehr die Achillessehne die mich langsam gehen lässt, sondern der pure Genuss dieser Landschaft. Eifel, so wie ich sie am liebsten mag.

Der Sommer auf der EifelSchleife Naturwanderpfad

Das Wildblumen Szenario begleitet mich eine ganze Weile und dann ist da der Waldweg. Ein warmer harzige Geruch von Nadelbäumen steigt mir in die Nase, Heidelbeerbüsche säumen den Weg gemeinsam mit hohen Gräsern. Noch immer säuselt ein sanfter Wind durch die Baumkronen, erreicht mich aber kaum noch. Welch ein Glück in dieser Zeit auf die Ressourcen der Natur zurückgreifen zu können. Welch ein Glück dass dieser Sommer so abwechslungsreich ist, dass er kaum Langeweile aufkommen lässt.

Moorgebiet Wasserdell

Links biegt der Moorpfad ins Wasserdell ab. Ab hier wird klar, es macht Sinn der vorgegebenen Wanderrrichtung im Uhrzeigersinn zu folgen. Die schmalen Stege lassen Abstand zum entgegen kommenden Verkehr nicht zu und an warmen Tagen ist hier auch einiges los. Bei Outdooractive fand ich folgenden Text zum Moor:

Das Moorgebiet „Wasserdell“ besteht aus einem wertvollen Biotopkomplex mit Heidemoorflächen, Torfmoosbeständen und Faulbaumgebüschen. Durch eine Anstauung des Moorbaches entwickelte sich südlich des Moores „Wasserdell“ eine Wasserfläche, die als Waldlöschteich dient. Der gesamte Komplex bietet einen einzigartigen Lebensraum für Flora und Fauna, den Sie auf einem Bohlensteg erkunden können.

Das Finale hoch zur Finsterley

Ein mir endlos erscheinender Abschnitt führt jetzt durch die Straßen von Dahlem. Beinahe bin ich geneigt dem ein Ende zu machen, indem ich eine Abkürzung nehme. Ich hätte mich eines der schönsten Wegabschnitte beraubt. Gut, dass ich durchgehalten habe, denn unverhofft stehe ich an einem aufwärts führenden Wiesenweg.

Noch einmal heißt es durchschnaufen, denn die EifelSchleife Naturwanderpfad führt über die Heidenköpfe hinauf zum Felsengebilde Finsterley. Informationstafeln des Vogellehrpfad erzählen interessante Details zu den hier vorkommenden Vogelarten.

EifelSchleife Naturwanderpfad
Weg hinauf zur Finsterley
Finsterley
Da ist sie, die Finsterley

Noch einmal staunen und genießen, den Blick auf das Gipfelkreuz, die Ruhe und gleichzeitigen Gesang der Vögel. Mit dem Wissen, dass ich gleich an meinem Auto landen werden, lasse ich mir extrem viel Zeit.

EifelSchleife Naturwanderpfad
Gipfelkreuz an der Finsterley
Eifelschleife Naturpfad
Auf wilden Wegen hinunter nach Dahlem

Noch eine kleine Weile muss ich nun durch die Innenstadt, aber bald erreiche ich wieder mein Auto.

EifelSchleife
In Dahlem angekommen, Ende der Wanderung, leider

Eine Wanderung mit einigen Geduldsstrecken, aber auch mit einem erheblichen Anteil aller schönster Naturerlebnisse geht zu Ende. Es hat sich sehr gelohnt und irgendwann nehme ich auch einen oder mehrere der anderen Wanderwege unter die Wanderschuhe.

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