Der Erlebnisweg Sieg_Moorwaldweg, ein Rundweg für alle Jahreszeiten. Eine gelbe Pracht zur Ginsterblüte, lila zur Heideblüte, so verspricht es die Werbung zum Wanderweg. Im Jahr 2026 ist aber alles etwas anders, die Dürreperioden haben Spuren hinterlassen. Mir hat er trotzdem gefallen. Warum ich das so empfinde, das erzähle ich euch im Beitrag.
Vorab sei gesagt, diese kleine Runde ist reich an Waldabschnitten. Während eines solchen Hitzesommers, wie wir ihn derzeit erleben, ist dieser Erlebnisweg Erholung pur. Vor allem für unsere Vierbeiner, auch wenn sie an der Leine zu führen sind, ist das kühle Grün, mit all den reichen Duftspuren, ein Erlebnis. Und nun erst einmal Informationen zum
Erlebnisweg Sieg_Moorwaldweg
- Start/ Ziel: Burg Wissem, Burgallee 1, 53840 Troisdorf (begrenzte Parkzeit) oder wie ich: Troisdorf, Mauspfad (in der Nähe der AnnonisQuelle
- Streckenlänge: 9 km mit 71 Höhenmetern, GPS Track
- Einkehrmöglichkeit: Nahe der Strecke: Heidekönig: Mauspfad 3, 53842 Troisdorf
- Weitere Wege hier im Blog zur Wahner Heide

Nur wenige 100 Meter von meinem Parkplatz entfernt befindet sich der Abzweig zur Waldwirtschaft Heidekönig. Dort gibt es reichlich Parkmöglichkeiten, ein kleiner Zuweg zum „Erlebnisweg Sieg_Moorwaldweg“ ist schnell überwunden. Nur so als kleiner Tipp (Öffnungszeiten des Heidekönig beachten)
Nun schlendern wir aber mal los. Unmittelbar an unserem Parkplatz führt ein Waldweg direkt auf die Strecke. Wir haben Freizeit, während im Gebüsch fleißige Müllmänner die unfassbar große Menge Unrat aus dem Grün fischen.

Kühler Wald und stille Singvögel
Nach einer kurzen Weile des Ärgerns wende ich mich dann doch lieber meiner Lieblingshündin und der vor uns liegenden Wanderrunde zu. Wie zu dieser Jahreszeit üblich, ist der Vogelgesang eher überschaubar. Mal ist das heisere Krächzen eines Rabenvogels zu hören und hin und wieder der lachende Klang eines Grünspechts. Die zahlreichen Singvögel suchen eher die schattigen Bereiche der Büsche auf und sammeln still die Insekten auf.

Ein wenig wunderlich und auch ein unwohles Gefühl auslösend war der Anblick eines bärtigen Mannes in der Hütte. Seine Siebensachen hatte er in der Hütte verteilt, schlief scheinbar tief und fest. Irgendwie bin ich froh nicht übermäßig ängstlich zu sein und bisher hatte ich keine ernsthaft unguten Begegnungen.

Burg Wissem
Nur wenig weiter nähern wir uns der Burg Wissem, die ich zusammen mit Julia einst besuchte. Wie froh bin ich, dass wir jetzt ein paar Jahre weiter und entspannter leben dürfen. Hier ein paar Eindrücke und ein Bild der Burg aus Vorjahren. Übrigens kann man an der Burg auch einkehren. Die eingehende Besichtigung des Parkgeländes, inklusive Wildgehege, lohnt sich auf jeden Fall.

Weiter auf dem Erlebnisweg Sieg_Moorwaldweg
Der nun folgende Abschnitt führt eine Weile am Mauspfad entlang. Auch wenn der Name MausPFAD suggeriert es sei eine ruhige Ortsstraße, die ist laut und nervig. Der Abschnitt dort entlang ist zwar auf angenehm natürlichen Wegen, stellenweise mit Pfadcharakter, aber definitiv eine Durststrecke dieser kleinen Runde. Später lese ich “ Der tausend Jahre alte „Mauspfad“, eine historische Verkehrsverbindung in Richtung Düsseldorf. Hui, das ist spannend.

Endlich dürfen wir aber die Straße queren und dann tauchen wir erneut in Wald ein und entfernen uns vom Straßenlärm.
Eremitage und Ravensberg
1670 wurde auf dem Ravensberg eine zweigeschossige Kapelle mit Wohnhaus, in der fortan mehrere Brüder wohnten, errichtet. Diese lebten vom Betteln, teilweise gar nicht schlecht. Und manchen von ihnen wird bis heute nachgesagt, dass sie wussten, wie man Feste feiert. 1833 ließ der Kölner Erzbischof die Eremitage abreißen, um dem wilden Treiben ein Ende zu machen.
Der Ringelstein – eine etwa 15 Millionen Jahre alte natürliche Quarzitplatte – , die auf dem Gelände heute noch zu sehen ist, diente Teilen der Kapelle als Fundament. Außerdem erinnern noch ein Fußfall, ein Gedenkstein und ein Grenzgraben an diese Zeit.
Auf dem Ravensberg fand man die ältesten Nachweise von Menschen im Heidegebiet. Bereits in der Älteren Altsteinzeit (die Funde stammen aus dem Zeitraum zwischen 200 000 und 180 000 v. Chr.) hatten Jäger und Sammler hier ihren Werkstattplatz. Auch während der folgenden Mittel- und Jungsteinzeit kamen Menschen hierher, um den Quarzit zu schlagen und zu Faustkeilen, Klingen und Kratzern zu verarbeiten. Im Mittelalter verbaute man die Steine als „Ravensberger Brocken“, wie z.B. in der Remise der Burg Wissem in Troisdorf.
2001 wurden nicht nur ein Fußfall und ein Gedenkstein auf dem Gelände renoviert und neu postiert, seit dem steht dort auch eine neue Infotafel, und der Pfad zum Mauspfad wurde wieder hergestellt. Quelle



Ab in die Heide – fast
Wie schon am Anfang des Beitrages beschrieben, werden wir Heide ganz nah, nicht erleben. Aber bunt ist es, nicht zuletzt weil der Farn inzwischen zu einem großen Teil herbstliche Töne angenommen hat. Auf dem jetzt folgenden Teil finden wir aber auch Menschen, viel mehr als auf dem ersten Teil des Rundweges.

Tja, und da es nicht mehr viel zu erzählen gibt, zeige ich euch ganz viele Bilder.






Durch die gesperrten Gebiete heizen Militärfahrzeuge, offenbar beim Fahrtraining in schwierigem Gelände. Posten überwachen die Wege, damit keine Unbefugten dort rum laufen. Polizei fährt Streife.




Und das war es für heute. Im Anschluss dieser kleinen Runde habe ich meine Teenager Enkelin abgeholt, die den Rest der Ferien bei mir verbrachte. Keine Wanderungen, sondern nur kleine Runden und ein Besuch des Vogel- und Affenpark in Eckenhagen standen auf dem Programm. Kochen kann sie übrigens richtig gut und backen ebenfalls. Sie ist eine richtig gute Fee.
So, nun grüße ich euch und wünsche euch eine schöne Woche
Liebe Grüße
Elke und Jana