Die Ruine Kloster Schwarzenbroich springt mir mehrfach in den letzten Monaten aus dem Internet bildhaft ins Gedächtnis. Versteckt und von Dornen umgeben erinnert mich die Atmosphäre ein wenig an Dornröschen. Ein winzig kleiner Spaziergang auf breiten Forstwegen ist nötig, um mich an diesen verwunschenen Ort zu bringen. Darüber hinaus plane ich den Besuch des Schloss Merode und der Laufenburg. Wie es real aussah, das berichte ich euch im folgenden.
Im Vorfeld noch ein Hinweis der Gesundheit wegen. Stellenweise sind die Wege von reichlich Wasser begleitet. Wenn die Witterung so ist, wie im Spätfrühjahr 2024, dann sprüht euch reichlich mit Mückenspray ein. Die Viecher haben sich hier reichlich vermehrt und dürsten nach menschlichem Blut. Hab´s für euch getestet.
Um an die Klosterruine heran zu kommen müsst ihr Dornen überwinden, für Hundepfoten die Hölle. Jana sitzt vorbildlich ab und rührt sich nicht vom Fleck, während ich den schmalen Pfad zur Ruine zurück lege und fotografiere. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ist der Besuch der Ruine nicht unbedingt empfehlenswert. „Ebenfalls für euch getestet“
So nun aber los!
Ruine Kloster Schwarzenbroich und andere Gemäuer
- Start: Parkplatz Drei Eichen Hürtgenwald Westwall, 52379 Langerwehe an der L25
- GPS Track der gerade mal 4,1 km kurzen Strecke
- Anfahrt Schloss Merode: Kreuzherrenstraße 1, 52379 Langerwehe
- Anfahrt Burg Laufenburg, Schönthaler Hof Parkplatz, 52379 Langerwehe (Weg bis zur Laufenburg 1,9 km ab Parkplatz auf gegenüberliegender Straßenseite (GPS Track)) Möglich, aber anstrengender, ist ein anwandern vom Schloss Merode aus (GPS Track).
Der Fingerhut
Wir suchen aber erst einmal die Klosterruine und erfreuen uns an den farbenprächtigen, wenn auch sehr giftigen Fingerhutplantagen. Schon nach Orkan Kyrill hat der Fingerhut gezeigt was er kann. Überall wo reihenweise Bäume umgepustet wurden entstanden diese roten Felder. Sofern die Flächen so Licht geflutet bleiben, bleibt auch der Fingerhut. Wachsen Büsche und Bäume und beschatten den Boden, dann ist Schluss mit dem sonnenhungrigen Gewächs.
Forstwege mit viel Wasser links und rechts
Der große Parkplatz lässt keine Wünsche offen, was Schattenplätze angeht. Das ist schonmal sehr angenehm und kaum vorstellbar, dass es hier mal richtig voll werden könnte. Wir werden hier auch, bis auf einige wenige Radfahrer, niemanden treffen. Für einen sonnigen Sonntag tatsächlich einsam.

Diese erste schattige Passage ist für´s erste die Ausnahme. Denn es folgt, Sonne, Farbe in den Kahlflächen und Freude in meinem Herzen. Dieser Feldweg ist angenehm zu gehen und im Angesicht der Umgebung schäumt gerade eine Welle Glücksgefühl durch mich hindurch. Lange waren wir nicht mehr in der Eifel unterwegs, viel zu lange.

Nach dem Feldweg kommt Schotter, nicht angenehm, aber mit Blick auf mein Ziel leider unumgänglich. Die auf der Karte eingezeichneten Wege links abbiegend, sind teilweise nicht mehr vorhanden. Deshalb würde ich sie trotz der Trostlosigkeit von Schotterpisten nicht noch einmal gehen wollen. Uninteressant sind sie aber nicht, wie die folgenden Bilder zeigen werden.
Durch Dornen zur Ruine Kloster Schwarzenbroich
und dann geht es ab in die Botanik, um nahe an die Ruine heran zu gelangen. Dornen ranken unbekümmert über die schmalen Pfade, legen sich teilweise auch einfach auf den selbigen ab. Also heißt das Kommando „Jana, sitz und bleib“, was die treue Seele auch tut.

Das tapfere Frauchen kämpft sich derweil über den dicken Baumstamm (das dauert so seine Zeit und erfordert auch keine Zuschauer), gelangt aber schlussendlich an der begehrten Ruine Kloster Schwarzenbroich.
Viel ist nicht mehr zu sehen, immerhin muss dieses Kloster beträchtliche Größe gehabt haben. Die Kreuzherren des Ordens vom Heiligen Kreuz lebten in dem um 1340 erbauten Kloster. Nach der Säkularisierung nutzte man das Gemäuer als Alaun- und Vitriolfabrik bis es 1835 abbrannte. Dem Verfall preisgegeben steht sie nun da, wird hin und wieder von kleinen Menschengruppen besucht, die durch den Förderverein der Klosterruine Schwarzenbroich im Meroder Wald e.V. initiiert werden. Es wäre schön, wenn der Verein ein wenig zum Erhalt der Reste beitragen könnte.
Viel Wasser in der Region
Egal wohin man schaut, vor allem nahe der Wege fließt oder dümpelt Wasser. Stellenweise sind Böden und Gewässer rot gefärbt. Im Internet gefunden habe ich dazu für die Region nichts, vermute aber dass hier Metalle im Boden verantwortlich sind.

Ein Schlückchen trinken und dann biegen wir rechts ab, landen wieder auf breiten Wegen. Früher hätte ich sie verflucht, heute sind sie mir beinahe lieber.
Schloss Merode
Das Schloss Merode kann nur während der regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen besucht werden. Mir bleib nur der Blick durch die Gitter der Tore. Ein sauberer, stattlicher Bau, sehr imposant. Als eines der schönsten Wasserschlösser des Rheinlands im Renaissance-Stil wird das wohl im 12. JH erbaute Ensemble bezeichnet.


Meine kleine Vierbeinerin könnte sicher noch Stunden laufen. Ich hingegen, inzwischen schmerzgeplagt, trete die Rückreise an und verschiebe den Besuch der Laufenburg auf einen weiteren Besuch. In der Hoffnung, dass das in nächster Zeit geschieht verabschiede ich mich für heute und es grüßen
Elke und Jana
Sehr nett beschrieben, danke Dir – das werd‘ ich mir auch mal anschauen