Die bange Frage „Wandern wir heute?“ ist das erste, das ich höre, als sie den großen Park am Schloss Sayn erblickt. Seit sie die Schule besucht ist das Bedürfnis nach vorgegebenen Bewegungsformen noch geringer geworden. Aus diesem Grund steht am heutigen Tag auch lediglich der Schmetterlingsgarten, eine kleine Runde durch den Schlosspark und der Spielplatz auf dem Programm.

Die Ferien in Rheinland Pfalz sind schon beinahe zu Ende und mein kleiner Schatz wird heute wieder bei den Eltern abgeliefert. Das finden wir beide nicht lustig, muss aber sein. Die sechs gemeinsamen Tage sind wie im Flug vergangen und dies hier wird unser vorläufiges Abschiedsunternehmen sein.

Schmetterlingsgarten

  • Start: Koblenz-Olper Straße, Bendorf
  • Besuchsmonate: März bis November

Attraktionen:

  • Schmetterlingsgarten
  • Schloss Sayn
  • Schlosspark Sayn
  • Lehrpfad rund um den Schmetterlingsgarten
  • Sayner Hütte In der Sayner Hütte, 56170 Bendorf (Kombikarten für Schmetterlingsgarten und Besichtigung der Hütten erhältlich)
  • Burg Sayn (erreichbar auch, über den Traumpfad und das Traumpfädchen)
  • Zoo Neuwied

Wanderwege:


Und los geht es in den Schmetterlingsgarten

Das quirlige Etwas an meiner Seite hüpft ziemlich ungeduldig Richtung Eingang. Nachdem der übliche Preis gezahlt ist, dürfen wir den warmen Innenraum des Schmetterlingsgarten betreten. So viele bunte Flieger hatte meine Enkelin wohl nicht erwartet, die jubelt geradezu dem lebendigen Geflatter zu.

Folge ihrer ungestümen Begrüßung ist der Rückzug der meisten Schmetterlinge in höhere Gefilde. Sie bemühen sich erst wieder zu uns, als die erste Aufregung verkünden ist. Nahezu jeder dieser Falter wird persönlich begrüßt und das ständige „Omma, guck mal….“ ertönt im Sekundentakt.

Seelenruhig sitzt der auf seinem Ansitz und lässt sich fotografieren
Futterplatz für die Bananenfalter & Co
Hübscher Kerl

Ich komme kaum dazu noch ein paar Aufnahmen zu machen. Ich war ja schon einige Male hier, sodass diese Tatsache nicht schmerzt. Irgendwann taucht eine kleine Lotte auf und innerhalb von Sekunden sind die beiden Hand in Hand unterwegs, um den Leguan zu besuchen.

Der hatte sich in luftiger Höhe in Sicherheit gebracht, sodass die beiden Damen keine Chance auf Berührungskontakt haben. Dafür finden die kleinen Wachteln und die herumfliegenden Kanarienvögel Bewunderung. Auch der löchrig wirkende Atlas-Spinner , der nur wenige Tage Lebenszeit genießen kann, ist ein Blickfang.

Saß leider auf einem hohen, für die Kids unerreichbaren Thron 😉
Herrlicher Kontrast, weiße Baumnymphe
Extrem schöne Form, Farben bedeckt

Frisch geschlüpfte Bananenfalter hängen zu Hauf im Kokonkasten. Schnell ist eine Stunde vergangen, an der Hose der kleinen, neuen Freundin und dem Rock meiner Enkelin lassen sich wenigstens für eine ganz kurze Zeit Schmetterlinge nieder. So zappelig, wie die beiden sich gebärden, währen diese Besuche allerdings nicht lange.

Eine Runde toben auf dem Spielplatz

Bevor die kleine Familie ihre geplanten Unternehmungen fortsetzt, haben meine Enkelin und die kleine L. noch Gelegenheit den Spielplatz zu erkunden. Gleich gegenüber dem Schmetterlingsgarten und einem angelgiederten Cafe´stehen Bänke für die Aufsichtspersonen. Karussell und Klettermöglichkeiten, Wippe und Rutsche für die Kids lassen sämtliche Besucher zufrieden aus der Wäsche gucken.

So viele Kinder, da darf ich nicht einfach fotografieren

Schlosspark mit Regenbogen in der Wasserfontäne

Viel zu schnell, nach Ansicht der Kinder, verabschieden sich die unternehmungslustigen Eltern mit Anhang. Wir zwei Zurückgelassenen schlendern nun eine Runde durch den Park. Der schöne hohe Wasserfontäne lässt unsere Schritte schneller werden. Voller Staunen betrachtet die Kleine den Regenbogen, der sich durch einen günstigen Lichteinfall im niederprasselnden Wasser bildet.

Bereitwillig umrundet sie mit mir den Teich, freut sich über die schön gestaltete Brücke über den Brexbach und versucht die Enten mit Eicheln anzulocken. Die fallen aber zu hunderten von den Bäumen ins Wasser, sodass die Wassertiere, sollten sie Appetit auf solche Früchte haben, gut ohne J. auskommen.

Selbst für die Enkelin ein romantischer Platz
Ich bin in dem Glauben, dass sie hier Eicheln sammelt
weit gefehlt. Sie präsentiert mir eine Sammlung an Glasscherben und den Kronkorken, entsorgt die Entdeckung anschließend im Abfallbehälter. Löblich mein großes Mädchen
Noch ein Blick und weiter geht es….

Ruine des Gartenhauses Sayn

Ein kleines Stück weiter schimmert die Ruine des alten Gartenhauses durch die Bäume. Für mich spannend, für meine Begleitung eher unheimlich, nähern wir uns. Ein großes Loch in der Mauer erlaubt mir einen Blick ins Innere des Gebäudes.

Was steht denn da so still und stumm?
Die Fenster und Türen der Ruine sind zugemauert
Blick ins Innere, durch das Loch in der Mauer
Spannend und wenn ich alleine wäre…..

Eigentlich hätte ich meine Enkelin gerne vor dem alten Gemäuer fotografiert. Diesen Wunsch erfüllt sie mir nicht. „Das kannst Du vergessen. Vor so alten Steinen lasse ich mich nicht fotografieren“ Tja, da machste nix!

Wir stromern noch eine Weile durch den Park, schauen die ein oder andere Brücke an, kraxeln herunter zum Brexbach, und fantasieren über „nackte Füße im Wasser“ Ich gebe zu, ich bin verliebt in dieses Wesen.

Im Anschluss an unsere kleine Entdeckertour gönne ich mir einen Kaffee, Madame bekommt ein Eis. Ziemlich schnell entdeckt sie die kleine Freundin auf dem Spielplatz und lässt mich alleine im
Cafe´sitzen. Noch eine Stunde bleiben wir, sie rennt, springt und klettert, ist glücklich und zufrieden.

Ein wenig wehmütig löst sie sich dann und wir fahren nach Linz zu ihren Eltern. Die gemeinsame Zeit ist für diesen Mal vorbei.

So, die nächsten Beiträge widmen sich wieder meinen Wanderungen. Bis dahin grüßt euch
Elke und aus dem Hundekorb auch Spike

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