Dank Facebook konnte ich für meinen Aufenthalt im Hunsrück Vorschläge für Sightseeing und regionaler Besonderheiten empfangen. Es ist super spannend eine Region, die ich bisher eher wandernd durchstreifte, mal auf diese Weise kennen zu lernen. Einer dieser Orte ist das winzige Dorf Sommerau. Dort befindet sich die Wagner Mühle. Dem Tipp von Margot aus Osburg folgend besuche ich diese Mühle und kaufe ziemlich viel Mehl ein und schaue auf dem Berg nach der Burgruine Sommerau.
Auch der heutige Tag startet trocken, so fahre ich schon gegen 8:30 Uhr los und lande rd. 15 km später an der Mühle in 54317 Sommerau, Dorfstraße 15. Mit einem seit dem gestrigen Tag aufgekommenen grippalen Infektes wird es nötig, alles Geplante bis mittags geschafft zu haben.
Sommerau ist klitzeklein
Die Wagner Mühle
Sommerau ist der kleinste Ort der Verbandsgemeinde Ruwer, so die Tourist Information Ruwer. Das ist aber kein Grund einfach an diesem idyllisch gelegenen Örtchen vorbei zu fahren. Wie oben beschrieben wird im Mühlenlädchen der Wagner Mühle Mehl verkauft, das immerhin seit 1330 dort gemahlen wird. Die Mühle gehört zu den vielen regionalen Anbietern zur Initiative Ebbes von Hei. Dazu gibt es später einen separaten Blogbeitrag. Diese Initiative ist eine, die Besucher durch eine ganze Region führen kann.

Die Auswahl in der Wagner Mühle ist toll. Nie hörte ich vorher vom Mirabelle Mehl, das sich sowohl für die Herstellung von Baguettes als auch für Gebäck eignet und ein Besonderheit aus Frankreich darstellt. Den Champagnerroggen hatte ich bereits, ein Roggen der vereinzelt noch in der Champagne angebaut wird und vom Geschmack her etwas milder ist als der deutsche Roggen.
Meine Fragen werden freundlich beantwortet, Rezepte für die unterschiedlichen Mehle bekomme ich an die Hand, wie auch eine Backmischung mit Hafermehl. Das habe ich inzwischen gebacken und bin begeistert. Es eignet sich für Menschen, die Schwierigkeiten haben Gluten reiches Brot zu konsumieren.


Die Plätzchen gönne ich mir auch noch. Wie das so mit verfressenen Damen ist, im Auto werden die ersten mit Schocki verzierten Spritzgebäck vertilgt. Ich erwähne jetzt nicht, wann diese Tüte leer war. Nein das verrate ich euch nicht. Nun gut, bevor ich wieder ins Auto steige und vor allem, bevor der Regen mich restlos unter Wasser setzt, spazieren wir noch hoch zur Burg.
Burg Sommerau
Im Vergleich zum früheren Umfang der gesamten Anlage, steht von der Burg Sommerau aus dem 13. JH nur noch ein kümmerlicher Rest. Das Rittergeschlecht „Von der Brücke“ erbaute einst das Gemäuer um es später dem luxemburgischen Rittergeschlecht „Von der Fels“ zu übertragen. Die Namen….herrlisch! Die Burg, die zwischenzeitlich auch „Schloss“ genannt wurde, erlebt so einiges, unter anderem Plünderei und Vandalismus, aber auch den 30 jährigen Krieg. So bleibt dem heutigen Eigentümer nur die Instandhaltung der Ruine.
Böse Stimmen behaupten die unterhalb der Burg stehende Kapelle sei aus Reue gebaut worden. Immerhin haben die Einwohner von Sommerau über Jahrhunderte die Steine der Burgruine für ihre neuen Häuser geklaut.

Hoch zur Ruine ist es nicht weit. Für Veranstaltungen werden Getränke dort hoch gefahren, hierfür hat man entsprechende Vorrichtung gebaut.



Wie bemerkt der liebe Rainer zum Anblick der Ruine? „Man erkennt deutlich den bei vielen öffentlichen Gebäuden bestehenden Sanierungsstau.“ Immer für skurrile Scherze gut.
Den Rest gibt es in einer Galerie. Scheinbar wird hier oben hin und wieder gefeiert, selbst eine überdachte Fläche fehlt nicht.
Wandern kann man hier natürlich auch, unter anderem den Wanderweg RuT6. Schaut doch hier auf die Seite und lasst euch verführen diesen schnuckeligen Ort aufzusuchen. Mir ist nach einer Wiederholung und Intensivierung, denn es gibt noch mehr zum schauen. Bei Sonnenschein kehre ich zurück und berichte dann später darüber. Für heute kehre ich dem verregneten Ort den Rücken und fahre ins Nachbarland Luxemburg.
Abstecher nach Wasserbillig
Wenn ich schonmal so nahe an der Grenze bin, denke ich mir, dann fahre ich doch tanken und kaufe Kaffee. Was mir nicht so bewusst war, auch wochentags ist der Verkehr hier die Hölle für Großstadtverweigerer. So bin ich nach diesem Abstecher überzeugt: „Für dieses Leben reicht mir diese Erfahrung“
Besuch in Osburg auf dem Rückweg
Die liebe Margot, mit der ich über Facebook immer mal Kontakt hatte, die mir auch Tipps für meine Mehleinkäufe gab, gilt es heute noch zu treffen. Es regnet, meine Schniefnase lädt nicht zum Kontakt in geschlossenen Räumen ein und so treffen wir uns auf einem Parkplatz (Margot hat Gelbweizenmehr in der Osburger Mühle für mich eingekauft) Gelbweizenmehl, daraus macht man z.B. Gelbweizen Mais Schnecken. Inzwischen ist ein Großteil des Mehles schon in Brote gestaubt, lecker sage ich euch….sooo lecker.

Gemäß des Gesetzes „Wenn du krank bist erledige alles am Vormittag“ sause ich zurück zur Ferienanlage und ruhe für den Rest des Tages. Glaubt aber nicht, dass ich hier schon fertig bin, mit meiner Berichterstattung aus dem Hunsrück. Es kommt noch mehr und bis dahin grüße ich euch.

Hallo Elke,
nach Sommerau habe ich auch schon mal einen Abstecher mit dem Fahrrad gemacht. Der Ruwer-Hochwald-Radweg führt direkt am Ort vorbei. Auf dem Morscheider Grenzpfad hat man auch einen schönen Blick von oben auf Sommerau. Dieser ist jedoch zur Zeit gesperrt wegen den Regenfällen in letzter Zeit.
Noch schöne Tage in Kell.
Gruß Wilfried
Guten Abend Wilfried,
Inzwischen bin ich ja wieder zu Hause angekommen. Es war sehr schön im Hunsrück und glücklicherweise habe ich die Zeit vor den extremen Regenfällen erwischt. Ich bin immer wieder begeistert, was eine Region außerhalb des eigenen Heimatradius so aufzuweisen hat. Toll, dass du dich an diesem kleinen Wort erinnerst. ♥️
Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und ein tolles Wochenende
Elke