Neben Wanderwegen in der Eifel gibt es natürlich auch andere Regionen, die großartige Wanderwege bereit halten. Dazu gehört der Westerwald. Zur Vervollständigung meiner gewanderten Sammlung Wällertouren nehme ich mir heute die Wäller Tour Buchfinkenland  unter die Schuhe. Im Anschluss besuche ich den Wild- und Freizeitpark Westerwald in Gackenbach. Als einer der prämierten Rundwege folge ich der narrensicher ausgeschilderten Strecke von rd. 15 km Länge. Das Ergebnis ist, das sage ich gleich, eine Menge fotografisch schöner Waldeindrücke für die Wanderbloggerin.

Wer sich auf den Weg macht, um die Wäller Tour Buchfinkenland zu erwandern muss sich im Klaren darüber sein, dass dies eine sehr Wald-lastige Rundwanderung ist. Sie führt zudem häufig über gut ausgebaute Wanderwege. Trotzdem ist, besonders gegen Ende der Strecke, eine gute Trittsicherheit gefragt.

Wäller Tour Buchfinkenland

  • Start/ Ziel: Kleiner Wanderparkplatz in der Kirchstraße, 56412 Gackenbach vor der Pfarrkirche
  • Streckenlänge: 15,5 km
  • Höhenmeter: 420 m
  • Track zur Wällertour
  • Ausflug zum Wild- und Freizeitpark Westerwald, Abzweig an der Kirchstraße in Gackenbach
Waellertour Buchfinkenland
Waeller Tour Buchfinkenland

Ganz ehrlich, ich habe gepennt auf dieser heutigen Wanderung. Das was mich wirklich reizt, nämlich die Ruine der Schmelzhütte und auch die Wüstung Willgenhausen habe ich nicht gesichtet und das macht mich einigermaßen fassungslos. Ob ich wohl tüddelig werde?

Nun ja, das passiert und ich kann es nicht ändern. Gibt es hier jemanden, der/die diese Wäller Tour bereits gewandert ist? Ich würde mich über ein Feedback freuen., evtl. auch über ein Foto der Ruine.

Wäller Tour Buchfinkenland
Einstieg in die Wäller Tour Buchfinkenland

Ins Land schauen

Nach kurzem Weg durch Gackenbach wandere ich Richtung Horbach. An der hübschen Marienkapelle, die auf der Anhöhe thront und ihre Schäfchen stets im Blick hat, halte ich kurz an. Natürlich werfe ich auch ein Auge in den Innenraum.

Marienkapelle Gackenbach - Wäller Tour Buchfinkenland
Marienkapelle Gackenbach

Ab hier oben werden mir für eine Weile einige Weitblicke gegönnt. Genussvoll lasse ich meinen Blick über die weite Westerwaldlandschaft schweifen. Die ersten Kilometer genieße ich diese Aussichten, lasse mir den herben Westerwaldwind um die Nase wehen. Ein paar Fotos sollen hierüber einen kleinen Eindruck vermitteln. Im Solardorf Horbach gibt es einige schicke Solardächer zum schauen, ganz schön bunt zuweilen und extravagant.

Durch den Wald zur  Wüstung Willgenhausen

Nicht wirklich wahrgenommen, aber doch gestreift, die Wüstung Willgenhausen. Nun gut, Wüstungen haben es so an sich, dass man sie nicht sieht, da sie meist nur in der Erinnerung existieren. Nur selten sind noch Gebäuderuinen in solchen aufgegebenen Siedlungen zu sehen. Ebenso wenig ist von der Altweibereiche zu sehen, die ist nämlich nur noch als Stummel vorhanden und vom Weg aus nicht zu sehen.

Das Schild unten verweist auf die Wüstung Willgenhausen, die schon im 17. Jahrhundert aufgegeben wurde. Kein Wunder, dass man nichts mehr sehen kann, außer den mümmelnden Kühen. Grund für die Aufgabe war, dass das Dorf im dreißigjährigen Krieg abgebrannt wurde.

Wüstung Willgenhausen - entdeckt auf einer Wäller Tour
Es ist nichts mehr da, von der Wüstung.

Auch hier auf der Weide die trägen Rindviecher. Eine Herde die mit Kälbern im Verbund leben, einfach ein tierisch schöner Anblick. Mit Blick auf enge Stallhaltung geradezu ein paradiesischer Anblick.

Rinderherde mit Kälbchen
Rinderherde mit Kälbchen

Es wächst und blüht am Wegesrand

So langsam schießen die Wegrandblumen in die Höhe. Bald wird es wieder bunt sein und eine reiche Vielfalt an unterschiedlichen Gewächsen wird die Insekten anziehen. Meine Vorfreude ist riesig.

Schafgarbe am Wegrand - Wäller Tour Buchfinkenland
Es wächst langsam heran, das Krautige am Wegesrand

Es hat auch hier gestürmt. Einiges an Windbruch, sicherlich auch ein Teil Forstwirtschaft, haben Teile des Waldes dahin gerafft. Unspektakulär aber naturnah geht es weiter. Mehr Spannung gibt es über mir, am blauen Himmel. Die Wolken ziehen tief und recht schnell über mich hinweg und zaubern immer neue Figuren.

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Dicke Bäume mit dicken Füßen auf der Wäller Tour Buchfinkenland

Ich mag sie, die Bäume die trutzig auf ihren dicken Schuhe stehen, schon lange mit Moosschichten bedeckt sind, die wie wärmende Socken wirken. Diese dicken Bäume sind auch selten jene, die als geschälte Baumstämme am Wegrand enden.

Moos zu Füßen der Bäume
Ohne Moos nix los im Wald

Die zu hohen Wänden aufgestapelten Holzvorräte flößen mir jedes Mal Respekt ein. Kunstvoll sind sie aufgeschichtet, offensichtlich einem bestimmten statischen Gesetz folgend. Bisher ist in meiner Anwesenheit noch keiner ins Rutschen gekommen.

Gestapelte Baumstämme
Wie halten die bloß. Mit Respekt wandere ich an solchen Stapeln vorbei
Dicker Baumfuß mit Moossocke
Noch so ein Veteran

Der Seelbach, mein Begleiter

In einer Spitzkehre gelange ich an den Seelbach. Der fließt so breit, dass ich einen schmalen Pfad in den Hang wandern muss und der ist nicht ohne. Nach starken Regen ist hier besondere Vorsicht geboten. Schon ist diese Umgebung aber allemal.

Weg am Seelbach - Wäller Tour Buchfinkenland
Dicht am Seelbach entlang führt die Wäller Tour Buchfinkenland

Die vielen Teiche

Noch immer in Gesellschaft des Seelbaches wandere ich nun an vielen Fischteichen vorbei. Sie sind von dem Hangweg aus kaum auszumachen, nur selten habe ich einen einigermaßen ungehinderten Blick auf das Wasser. Überall stehen Hütten, hier und da sind Überläufe installiert. Woher kommt diese große Menge an Wasser. Für mich ist eine Verbindung zum Seelbach nicht auszumachen.

Einige hundert Meter weiter sehe ich die nächsten Teiche, einige sind mit Absperrbändern, vermutlich gegen diebische Reiher gesichert. Ich denke die fischen solche Teiche recht schnell ratzeputz leer.

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Schmale Pfade – Trittsicher solltest Du sein auf der Wäller Tour Buchfinkenland

Überwiegend schmale Pfade bekomme ich nun unter die Füße. Im Quellbereich des Seebaches knickt der Weg rechts ab und nähere mich dem kleinen Ort Dies. Rauchwolken steigen auf, wenig später sehe ich einen großen Haufen Gartenabfälle, die in Brand gesetzt, diese hellen Wolken verursachen.

Nachdem die wenig befahrene Hüppinger Straße überquert ist wird es tatsächlich mal spannend auf der Wäller Tour Buchfinkenland. Ein schmaler, felsiger und mit Wurzeln durchzogener Pfad zwingt mich hinauf auf die Höhen. Es ist ganz schön anstrengend, nach so vielen Kilometern gemütlichen schlenderns jetzt so in die Pflicht genommen zu werden. Mein Knie ist unerwartet freundlich zu mir und zwickt heute kaum, deshalb schone ich es auch weiterhin, außerdem bekommt es regelmäßig Salben.

Schmale Pfade berauf
Süße Wege

Grüne FleecejackeMal wieder ein-zwei Selfies. Leider bin ich nicht natur begabt bei solchen Gelegenheiten. Dabei möchte ich doch so gerne die Fleecejacke zeigen, die ich kürzlich von Fifty Five bekam.

Meine Enkelin hat mit ihrem Kommentar „Du bist jetzt noch kuscheliger“ eine klare Aussage zum Tragekomfort gemacht.

 

 

Jetzt bin ich oben angekommen

Herrliche Wege habe ich nun unter den Füßen, ich genieße das gemütliche Dahintraben und möchte dass es noch lange währt. Aber weit bin ich von Gackenbach nicht entfernt. Bald erreiche ich den Ortsrand und muss hinnehmen, dass die Wäller Tour Buchfinkenland bald ihr Ende findet.

Zurück nach Gackenbach – Wäller Tour Buchfinkenland

Der Ortseingang von Gackenbach liegt vor mir. Auch hier hängen die Wolken tief über der Landschaft. Wieder am Parkplatz angekommen überlege ich kurz und entscheide (zu meinem Glück) die Distanz zum Wild- und Freizeitpark Westerwald mit dem Auto zurück zu legen.

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Fazit: Wäller Tour Buchfinkenland

Eine recht unspannende Runde mit hohem Anteil Wald und gerade deshalb ausgesprochen reizvoll. Wer Einsamkeit sucht und gerne im Wald badet, der ist hier genau richtig. Die Wälder sind imposant, hell und freundlich und voller kleiner Besonderheiten. Diese Naturnähe ist etwas für Erholungssuchende.

Wild- und Freizeitpark Westerwald

Glücklicherweise, weil der Park doch eine Ecke weit weg liegt. Meinem Knie zuliebe will ich heute nicht übertreiben. Die Parkplätze am Wildpark bieten genügend Raum für Besucher und ich habe das Glück einigermaßen nahe am Eingang eine Parkbucht zu finden.

Eine Weile muss ich warten, bis alle Besucherströme mal gerade außer Sichtweite sind, sodass ich ein Foto von dem eindrucksvollen Eingangsbereich machen kann.

Eingang Wild- und Freizeitpark Westerwald
Eingang des Wild- und Freizeitpark Westerwald

Informationen zum Wild- und Freizeitpark Westerwald in Gackenbach findet ihr auf deren Webseite. Im Winter hat der Park angepasste Öffnungszeiten.

Das Gelände ist nix für Weicheier, denn es fordert auch ein wenig die Muskelkraft. Die Westerwälder haben hier das bergige Gelände genutzt, um den Tieren einen so natürlichen Lebensraum wie irgend möglich zu verschaffen. So haben die Mufflons auch Gelegenheit die Flucht zu ergreifen, als ein Paar mit einem großen Schnauzer (angeleint) sich nähert.

Mufflons auf der Flucht
Da schwinden sie im Gleichschritt dahin
Anstrengender Aufstieg für Ungeübte
Anstrengender Aufstieg für Ungeübte

Ein kleiner Querschnitt der folgenden Wegstrecke sei euch gegönnt. Es ist einfach himmlisch hier.

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Auf zu den Bären, dem Dammwild und den Wisenten

Zwei Bären beherbergt der Wild- und Freizeitpark Westerwald. Die möchte ich natürlich sehen. Das Dammwild äst vollkommen gelassen, ohne jede Angst auf dem Hang dort oben. Es ist eine herrliche Umgebung, die eine sehr schöne Ruhe ausstrahlt

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Die Bären

Die beiden Braunbären könnten unterschiedlicher nicht sein. Sally und Purzel, so heißen sie, leben in einem großen Freigehege und dürfen nach Herzenslust im Wasser plantschen, auf Bäume klettern, sich einfach nur wohl fühlen. Das Mädchen Sally wurde 1994 geboren, Purzel das Männlein im Jahr 1998.

Bärig
Bäriges Gähnen

 

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Nahrungsaufnahme ist stressig

Auf dem Weg zum Kiosk wird klar, hier tobt erstmal richtig der Bär. Viele Kinder haben extrem Spaß auf den Spielplätzen. Eine Sommerrodelbahn perfektioniert das Angebot und am Kiosk stehen lange Schlangen, um ein Käffchen oder ein paar essbare Kleinigkeiten zu erwerben.

Fotos, Fehlanzeige, denn die Bänke vor dem Kiosk sind gut besetzt. Ich ergattere trotzdem ein Plätzchen, um meine Stulle und den Apfel zu verzehren. Dann mache ich mich gemütlich auf den Heimweg, tatsächlich auch ohne Stau, trotz der sehr gut besuchten Autobahn.

Ganz sicher ist, dieser Wild- und Freizeitpark Westerwald in Gackenbach macht Spaß für jung und alt. Für Familie mit Kindern ist das hier ein Platz für einen Tagesausflug.

 

 

2 Kommentare

  1. Liebe Elke,
    Es kann sein, dass ich diese Wällertour für mein neues Westerwaldprojekt auch laufe, dann werde ich auf die verpasste Wüstung etc. achten.
    Gruß
    Aurora

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