Eine abwechslungsreiche Wanderung durch das Wurmtal führte uns in den Aachener Raum. Schmale Pfade bestimmen den Wegeverlauf, mit einigem Auf und Ab. Am Ende finden wir riesige Vogeleier, oder waren es doch die eines Dinosauriers?

Wandern im Wurmtal

  • Start/Ziel: Würselen, Teuterhof 1
  • Streckenlänge: 13 km
  • Höhenmeter: 285 m
  • GPS Track
  • Einkehr: Teuterhof unmittelbar an Start und Ziel (aus unserer Sicht sehr empfehlenswert)
  • Für diese Wanderung empfiehlt sich die Mitnahme des GPS Track und/oder Karte
  • Eine Seite mir reichlich Wandervorschlägen in dieser Region ist die Outdoorseite mit Axel

Immer auf der Suche nach besonderen Wanderungen, bleibe ich mal wieder bei Mr. Pfade hängen. Er hat uns  bereits mehrfach zu wunderbaren Wandererlebnissen verholfen. Insbesondere die Tour in den Wupperhängen bleibt lebhaft in unseren Erinnerungen, schon weil die Sonne an diesem Tag neckische Spiele trieb.

Heute werden wir nicht so von Sonne verwöhnt, trübe kommt der Herbst daher. Wir hoffen auf Versöhnung mit den scheusslichen Wetterbedingungen. indem wir auf schmalen Pfaden wandeln.

Tanja bringt Farbe ins Wurmtal

Statt der für dieses Jahr so typischen Farbe am Himmel, hat Tanja heute ihre quietsche bunte Jacke mitgebracht. Welch ein Glück, denn anders wären die Fotos samt und sonders grau-braun-grün. Etwas neidvoll ob der bunten Farbenpracht, lichte ich sie heute besonders gerne ab.

Tanja im Wurmtal
Tanja in bunt

Wehre den Anfängen des Herbstblues

Schon auf dem ersten Kilometer wird klar, Herbst, grauer Himmel, niedrige Temperaturen und scharfer Wind sind keine Stimmungsaufheller. Die hätten wir jedoch beide sehr nötig, der Herbstblues hat uns einigermaßen fest im Griff. Kein Wunder, nach monatelanger Sommerstimmung.

Der Winter klopft an die Jahreszeitentür

Gewillt uns so viel Gutes in die Seele zu holen, wie rein passt, stiefeln wir los. Meine Kamera hat wenig zu tun und hängt meistens friedlich am Gurt.  Die Natur hat sich in den vergangenen Wochen der restlichen bunten Blätter entledigt. Die Laubteppiche zu unseren Füßen haben ebenfalls die Farbe abgegeben. Es kehrt Ruhe ein, eine Ruhe die nötig ist, damit im Frühjahr wieder genug Kraft für neues Leben vorhanden sein wird.

Ich für meinen Teil, komme nur schlecht mit dieser Ruhe klar. Alles spricht für diese Ruhe. Die Lebendigkeit, die vom Frühjahr an mein Wesen durchströmte, ist einer ziemlich nervigen Erschöpfung gewichen. Diese heutige Wanderung, nach vierwöchiger Abstinenz, soll wieder etwas von dieser Lebendigkeit zurück bringen.

Die bunte Tanja im Wurmtal
Tanja voraus

Ältere Modelle

So dauert es auch nicht so lange, bis lästerliche Gedanken auftauchen, die ersten Witzeleien den Weg in unsere Gehirne finden. Nein, wir lassen uns nicht unterkriegen. Ahnungslos platziert sich Tanja neben die Bank und wartet geduldig, bis die Aufnahme das zeigt, was ich zeigen will, nämlich zwei ältere Modelle (Bank und Tanja)

Alte Bank, mittelalte Tanja
Zwei ältere Modelle

Besonderheiten des Winters

Während der Sommer mit Blüten- und Blätterpracht prahlt, sucht mein Blick im Winter nach den Besonderheiten, die übrig geblieben sind. Es ist nie NUR trist in unseren Wäldern, es finden sich immer Dinge, die in der prächtigen Vielfalt des Sommers eher untergehen.

Im Winter braucht es den Blick für Details

Ist es im Sommer normal, dass es zu unseren Füßen grünt, dann stellen wir im Dezember fest, es gibt auch immergrüne Pflanzen, wie hier der kreuzblättrige Wolfsmilch.

Kreuzblättrige Wolfsmilch im Wurmtal
Kreuzblättrige Wolfsmilch

Eine Schlucht und der Meisbach

Bald biegen wir an den Meisbach ab, der sich durch eine tief eingefräste Schlucht bewegt. Hohe, scheinbar lehmige Hänge ragen an dem kleinen Bach empor.  Wir wandern derweil auf einem parallel zum Meisbach verlaufenden Pfad.

Schmaler Pfad oberhalb des Meisbach

Plötzlich deutet Tanja nach unten und verzieht etwas angeekelt das Gesicht. Da unten im Meisbach ist eine fette Öllache zu sehen, in allen Farben schimmert es. Wer tut so etwas. Leben jeglicher Art dürfte damit aus dem Gewässer verschwunden sein.

Öllache im Bachbett
Eine Öllache im Bachbett
Steinbrockenbachbett ;-)

Die Ents sind los

Bevor ich mich dem weiteren Wegeverlauf widme gibt es jetzt die zwei auffälligsten Ents dieser Strecken, die wir gefunden haben. Bei dem Anblick fühle ich mich gleich in „Herr der Ringe versetzt)

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Baumstumpf mit Wucherung
Ich liebe sie, diese lädierten Gesellen

Gut Kaisersruh

Wir nähern uns einer stilvollen kleinen Brücke mit auf Reichtum deutenden Verzierungen, in Form der Initialen Ludwig von Fisennes. Erstmals auf Karten im Jahr 1846 erfasst wurde das Gebäude immer weiter gereicht, an- und umgebaut und teilweise als Bauernhof errichtet und genutzt. Zwischen 1870 und 1973 hatte das Gut eine eigene Eisenbahnanbindung.

Zwischen 1971 und 2016 verfiel das Anwesen zusehend.  Im Jahr 2016 begann man ziemlich überraschend dann doch mit der Restauration des zur Ruine verfallenen Gebäudekomplexes, das längst nicht mehr in der Gänze vorhanden war. In diesem Jahr (2018) sind die Arbeiten abgeschlossen und wie sehen das prunkvolle Ergebnis. Wikipedia sei Dank konnte ich diese Informationen zusammen tragen.

Restaurant „Lua Pauline und Paulinenwäldchen

Die wiederkäuenden Rinder auf der Weide erscheinen, trotz der Kälte, sehr zufrieden. Keine rührt sich besonders, die Köpfe scheinen zu schwer, um sie lange hoch zu halten. Die Augen fallen den dicken roten Weidetieren immer wieder zu. Ein Bild, dass wir mit Freude eine Weile anschauen.

An der Paulinensäule und dem Restaurant Lua Pauline vorbei erreichen wir

Alles fließt in die Wurm

Durch einen wunderbar grünen Ilex-Wald wandernd, verlieren wir für einen kurzen Moment das Gefühl im Winter zu sein. Hoch hinauf wachsen die wintergrünen Büsche mit den roten Beeren.

Ilex Wald im Wurmtal
Ilex Wald

Der folgende Pfad ist wunderschön, allerdings nicht ohne Hindernisse. Der merkwürdig geformte Bach erscheint künstlich angelegt und fließt der Wurm zu, die dem „Wurmtal“ den Namen gibt.

Bach im Paulinenwäldchen
Auf einem schmalen Pfad an einem ziemlich gerade verlaufenden Bach entlang

Ein reichlich sperriger Baum hat sich frech vor unsere Füße gelegt. Er tut alles mit seinen sperrigen Ästen, um unser Durchdringen zu verhindern, aber auch außen herum würde es wenig Freude bringen.

So kämpfen wir uns kletternd und krabbelnd durch das Geäst, wählen dann an der nächst möglichen Gelegenheit einem breiteren Waldweg zu folgen.

Adamsmühle
In der Ferne die Adamsmühle
Baum mit Pilzen
Und wieder so ein Riese, der mich hoch schauen lässt

Wir haben keine große Lust mehr

So wirklich überzeugen tut uns der Weg nicht, wir resümieren, dass wir im Grunde überall hätten wandern können, und dass die weite Anfahrt nicht zwingend nötig gewesen wäre. Eine wirklich dankbare Einstellung fehlt mir heute völlig.

Nähe dem Teuterhof kommen erstmals Gedanken an den Abbruch der Wanderung auf, aber mit blick auf den blauer werdenden Himmel beschließen wir weiter zu gehen. Wir gehen den zweiten Teil der „Acht“ an und stiefeln die unendlichen Stufen hinauf, um vielleicht noch die übergroßen Eier zu finden.

Nicht genormte Stufen hinauf steigen

Ein Viadukt und das Flöz Senteweck

Was dort oben zu sehen ist, unter unseren Füßen, das hätte ich jetzt nicht erwartet. Zunächst wandern wir auf einem breiten, aber doch netten Weg, der dann plötzlich mit einem Viadukt aufwartet. Welch ein Unterschied es im Wohlbefinden auslöst, wenn die Sonne scheint, das ist uns beiden deutlich anzusehen.

Breiter Waldweg
Breiter Waldweg
Ein altes Viadukt Würselen
Ein altes Viadukt, reichlich ramponiert
Viaduktausschnitt
Angeschlagen, das Gemäuer

Schwarzer Weg

Unsere Füße bekommen einen merkwürdigen Untergrund zu spüren. Schwarz, etwas schimmernd liegt Kohle auf dem Weg. Wir bewegen uns auf einem Kohleflöz. Eine kleine Weile genießen wir den Gang unter dem sonnigen Himmel, wohl wissend dass wir in so ziemlich der einzigen Region Nordrhein Westfalens wandern, die heute überhaupt ein wenig Sonne abbekommt. Auch Rheinland Pfalz versinkt im Wolkengrau, erfahren wir später.

Die Dinos sind los?

Unverhofft und nicht mehr erwartet, tauchen diese merkwürdig großen Eier in unserem Gesichtsfeld auf. Natürlich regen die Dinger zu Späßen an und sie schenken uns die Abwechslung, die wir heute unbedingt noch nötig hatten. Es liegen 18 Granateier mit einem ungefähren Gewicht von 2 Tonnen pro Ei in diesem Gebiet.

Große Dino-Steineier
Frisch aus dem Ei geschlüpft
Überall liegen die überdimensionierten Eier

Das Gebiet der Halde Gouley und der Kalkhalde steht unter dem Thema „Schwarz und Weiß“ ganz so wie die beiden unterschiedlich farbenen Abbaustoffe Kalk und Kohle. Auch die beiden Aussichtskanzeln zeigen sich in je schwarz und weiß.

Weiße Aussichtskanzel an der Halde Gouley - Wandern im Wurmtal
Weiße Aussichtskanzel an der Halde Gouley

Der Blick hinunter gewährt einen etwas surreal wirkenden Eindruck.  Wie Krater wirken diese merkwürdigen Pfützen dort unten.

 

 

 

Kalkhalde Teuterhof

Eigenartige Steilwände ragen hinter den Zäunen hoch. Es ist kein Abbaugebiet, das wir hier betrachten können. Es sind Kalkrückstände einer ehemaligen Sodafabrik, die 1929 ihren Betrieb einstellte

Kalkhalde Teuterhof
Kalkhalde Teuterhof

Das war dann doch noch ein spannender Teil am heutigen Tage. Zusammen mit der Sonne war das klasse. Dieser letzte kleine Weganteil hat uns so richtig Spaß gemacht.

Teuterhof – Ein passender Abschluss

Wir sind zurück, endlich auch zufrieden und runden diese Wanderstunden mit einer Einkehr im Teuterhof ab. Freundliche Bedienung und ausgesprochen schmackhaftes Essen geben dem Tag das Tüpfelchen auf dem „i“.  Belohnt werden wir on top, noch mit einer staufreien Rückfahrt, was am dritten  Samstag in den Adventswochen nicht zu erwarten war.

 

9 Kommentare

    1. Guten Morgen Axel,
      im Jahr 2018 habe ich mich, zwar nicht ganz so nah, aber recht oft in der Ecke herum getrieben und einige wunderschöne Wege entdeckt. Das wird sich in 2019 wohl fortsetzen.

  1. Hallo Elke,
    schön das ihr mal wieder was von mir gelaufen seid. Schade das es euch diesmal nicht ganz so gut gefallen hat. Liegt wahrscheinlich an vielen Faktoren…Wenn ich das triste Wetter sowie die unschöne Jahreszeit mal ausblende, bleibt noch der Fakt , dass es sich hierbei um die erste selbst entwickelte Tour von mir handelt (ohne Erfahrung gezeichnet). Die Gegebenheiten vor Ort lassen leider nicht mehr zu, sodass man schließlich lediglich von einer netten Halbtagestour sprechen kann. Ich hoffe das Erlebte hat euch nicht völlig verschreckt ☺️ Es kommen auch wieder bessere Tage…

    Grüße Mr. Pfade

    1. Hallo Mr. Pfade, schlussendlich haben wir ja doch Dinge gesehen, die wir ohne diese Wanderung anzugehen, nicht entdeckt hätten. Im Grunde wusste ich ja, dass die Autobahn nahe ist und diese Jahreszeit ist für mich eher suboptimal, was die Stimmung angeht.
      Auf meinem Wanderplan stehen noch einige Deiner Touren, u.a. auch in Belgien und die bei Dieblich evtl. auch die Koblenzer. Ich bin ganz sicher, das war nicht die letzte Tour.
      Verschrecken lassen wir uns nicht so leicht ;-)

      Liebe Dank für Deinen Kommentar und ganz herzliche Grüße
      Elke (und vertretend für Tanja)

      1. Dann bin ich ja beruhigt 🙂
        Highlights in meiner Datenbank die ihr euch vormerken solltet: Abenteuertour Maastricht 1 (erst wieder im Sommer), Gulpen entlang der Geul , Mechelen entlang der Geul , Entlang der Inde bei Raeren , Dieblich , Abenteuertour Monschau (kennt ihr wahrscheinlich schon fast alles) , bergige Pfade an der Lenne , Caudfontaine ( im Sommer/Frühling wundervolle Passagen)
        Abenteuertour Koblenz könnte euch gerade im letzten Drittel eventuell etwas zu abenteuerlich sein ( anspruchsvolle Wegfindung und führung sowie anstrengenste Passagen am Schluss)
        Nehmt das mal so mit und lasst uns gemeinsam wieder auf schönes Wetter und das Frühjahr warten🙋🏻‍♂️ Frohe Feiertage

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