So oft habe ich das Lampertstal schon durchschritten und nie wurde es mir langweilig. Heute sollte ich erneut dort landen und dieses Mal in Begleitung von Conny und Tanja. Nach langer Zeit endlich wieder einmal eine gemeinsame Wanderung. Hier der heutige GPS Track, der mit etwas über 18 km und knapp 400 Höhenmetern eine eher moderate Runde darstellt.

Sommer im Lampertstal (2)Die heutige Runde aus dem reichhaltigen Fundus des Natur Aktiv Erleben Teams nennt sich auf deren Seite „Frühlingswanderung im Lampertstal“ und startet an der Antoniuskapelle (Feldkapelle) bei Dollendorf Schloßtal.

Die Feldkapelle wurde 1701 von Maximilian Philipp, Graf zu Manderscheid und Blankenheim gebaut. Früher wurden hier Dienstag und Freitag die heilige Messe abgehalten und nach dieser Tradition ziehen auch heute noch an den Dienstagen der Fastenzeit in einer Fußprozession zur Kapelle um Andacht zu Ehren des Heiligen Antonius von Padua zu halten.
Es lohnt sich einzutreten und den stimmungsvollen Innenraum zu besichtigen und zu erfühlen.

Ruine-Dollendorf2013 wanderte ich diese Tour erstmalig und besuchte zum Abschluss noch die Burgruine Dollendorf, die wir heute auslassen. Schaut hier: Durch das wilde Lampertstal zum Kalvarienberg und Burgruine Dollendorf


 

Das Lampertstal

Heute soll es Richtung Süden längere Zeit sonnig bleiben, deshalb wählte ich diese Runde, denn im Verlauf des Nachmittags soll es eintrüben und Regen ist auch nicht ausgeschlossen. Zweite Entscheidungshilfe war die Vollsperrung der A3 in unserer Region.

Sommer im Lampertstal (3)So ziehen wir bei herrlich blauem Himmel und noch recht niedrigen Temperaturen los, zunächst auf einem Teerweg, der aber bald auf einen Wiesenweg abzweigt.

Wir steuern eigentlich geradewegs auf die Burgruine Dollendorf zu und ich Vollschussel vergesse dieses nette Detail, das auch nur wenig mehr Wanderstrecke zur Folge hätte. Da ich jedoch schon einmal hier unterwegs war, kann ich auf alte Bilder zurück greifen.

Burgruine DOllendorf
Burgruine DOllendorf

Also liebe Leser, vorher auf die Karte schauen und den kleinen Abstecher wagen. Ich finde es lohnt sich.

Sommer im Lampertstal (8)
So weit die Augen schauen können

Und jetzt folgt das Lampertstal

Wir wenden uns dem Lampertstal zu, der Lampertsbach wird uns nun eine lange Weile  mehr oder weniger nah ständig begleiten. Die weiten Wiesen, die zwischen unserem Weg und dem Bach liegen sind gemäht oder von den Schafherden kahl gefressen, die hier immer wieder durch getrieben werden.

 

Fast auf der Höhe wo der Wierstaler Bach dem Lampertsbach zufließt, wechselt unser Weg auf die andere Bachseite.

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Wacholder und Wacholder
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Das hier ist typisch Lampertstal
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Sommer oder Winter – Immer schön
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Conny ganz energisch

Aber hin und wieder finden wir doch noch etwas von der bunten Pracht, vermutlich an Standorten wo keine Orchideen wachsen. Denn Orchideen lieben magere Böden und dabei hilft das kurz halten und Vorbeugen gegen Verbuschung.

Wunder Natur – Das Lampertstal

Immer wieder flattern uns die bunten Schmetterlinge um die Nase. Da Spike jedoch regelmäßig vor meiner Kamera herumwuselt, erwische ich nur wenige, wie diese hier.

Sommer im Lampertstal (36)Einige haben ein wildes Leben hinter sich und mussten Federn lassen. Arg zerfranste Exemplare konnten wir entdecken, deren Weiterflug unmöglich schien, und doch hoben sie sich immer wieder in die Lüfte. –

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Spike freut sich über die viele weibliche Gesellschaft

Für diese Region typisch ist der weite Blick, der geboten wird. Nur wenige und flache Steigungen lassen das Wandervergnügen sehr entspannt sein. Das tut meinem mit einem Fersensporn beschenkten, rechten Fuß gut.

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Sommerfeeling
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Der Milan kreist

Über uns kreisen die zum Lampertstal schon zugehörigen Milane mit lauten Rufen.

Ich liebe diese zuverlässigen Flieger, die sich so oft zu uns herab begeben, um sie uns in voller Pracht zu zeigen.

Bei dem Anblick, siehe unten, kann einem schon mal der Atem stocken, finde ich. Diese Weite, die reifen Kornfelder, deren Ähren sich im Wind wiegen, ein herrlicher Anblick. Wir vermissen allerdings die vielen bunten Tupfer in den Feldern, wie oft mischte sich in den vergangenen Jahren der Mohn zwischen das Getreide oder begrenzte die Felder mit ihren dunkelroten Blüten. In diesem Jahr ist davon kaum etwas zu sehen.

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Hoch stehen die Ähren
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Das Getreide steht hoch

Über uns sieht es so schön aus

Die Wolken geben der Landschaft einen besonders attraktives Beiwerk. Rein blauer Himmel ist für mich im Vergleich zu diesem, scheinbar mit Wattebüscheln verzierten Landschaftsdecke richtig langweilig.

Heute bekommt ihr reichlich großformatige Bilder, und sie können trotzdem die Weite nicht wiedergeben, die ich empfand und nur annähernd auf meinem großen Monitor nachempfinden kann.

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Dieser Blick ist jede Mühe wert
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Landschaft hat Strukturen, ich liebe es
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Ein wenig Schatten tut jetzt gut

Sommer im Lampertstal (62)Wir nähern uns Alendorf und damit dem Kalvarienberg, den wir selbstverständlich auf die Pelle rücken werden. Im Mai des vergangenen Jahres habe ich dort oben eine große Anzahl Maikäfer gesehen, Orchideen gedeihen dort oben auch sehr gut.

Bläulinge, die winzigen Flieger flattern nervös umher. Sie zu fotografieren ist recht schwierig, aber hin und wieder nehmen auch sie Platz auf einer Blüte.

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Das Wolkenjagen hat schon lange begonnen

Alendorf und der Kalvarienberg

Die Kapelle St. Agathe von Alendorf ruht friedlich auf dem Hügel. Einen Abstecher sparen wir uns, da die Glocken bimmeln und sich sicherlich Menschen in andächtiger Stimmung dort oben befinden. Wir folgen jedoch der Empfehlung des Wegepaten Burkhardt Jäger, das neue Beckers Cafe Stübchen in Alendorf zu besuchen und dieser Tipp erwies sich als ausgesprochen gut.

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Kaffeeeeeee

Ein ausgesprochen angenehmes Ambiente auf der Außenterrasse, sehr moderate Preise und die Windbeutel konnten sich sehen lassen. Trotzdem bleiben wir nicht all zu lange, denn der größte Teil unserer schönen Wanderung liegt noch vor uns.

Das Lampertstal zieht auch Künstler an

Einige Damen haben sich mit Staffel, Pinsel und Farbe in der Wiese niedergelassen und bringen die tolle Stimmung auf ihr Zeichenmaterial.

Die Wacholderbüsche auf den Hügeln der Landschaft sehen wunderbar aus. Ich mag diesen Anblick und während wir hinauf ziehen, auf den Kalvarienberg, erinnern Conny und ich uns daran, wie wir mühselig versuchten die Beeren aus den sperrigen Büschen zu klauben.

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Die Malerin an der Kapelle
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Riesige Wacholderflächen
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Auf zum Kalvarienberg

Gut besucht der Kalvarienberg

Oben auf dem Berg ist der Bär los. Alles was in dieser Region wandert, scheint sich hier verabredet zu haben. Niederländer, Deutsche, ein bunter Mix an Sprachen ertönt. Die Milane haben sich anscheinend diskret zurück gezogen, sie sind nun nicht zu sehen.

Im folgenden einen Mix an weiteren Bildern, die unseren Abstieg vom Kalvarienberg und die erneute Überquerung des Lampertsbach über die neu gebaute Brücke zeigen. Für eine ganze Weile befand sich hier eine Baustelle, die ist nun einer schönen Querungshilfe gewichen.

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Wir lieben dieses Tal
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Das arme Tier

Unten am Bach mühen sich zwei „Reiterinnen“ ab ihren Reituntersatz über den kleinen Graben zu ziehen. Wirkt ziemlich holperig das Ganze.

Eine ganze Weile später stellen wir beim Blick zurück fest, an der Situation hat sich nichts geändert. Mir tut das Pferd irgendwie leid.

Wir bekommen einen ersten Blick auf Mirbach, wo wir am Ende unserer Runde im
Em Backes einkehren werden. Tanja und ich haben dieses wunderbare Restaurant im Winter auf unserer schönen Schneewanderung kennen gelernt.

Eine Einkehr muss sein

Unser Ziel ist Dollendorf, es wird nicht mehr lange dauern, bis wir über Wiesen- und Feldwegen an unserem Parkplatz ankommen. Den kleinen Abstecherzur Feldkapelle gönnen wir uns noch. Dann fahren wir die wenigen Kilometer nach Mirbach zum Flammkuchen essen.

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Sommerstimmung
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Langsam freuen wir uns auf die Schlusseinkehr
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Der Blick in die Landschaft tut gut
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Bitte freundlich lächeln
Sommer im Lampertstal (122)
Unbeschreiblich und einmalig, dieser Blick

 

Feldkapelle
Einmal andächtig sein

Em Backes

An der Wanderhütte Em Backes halten sich einige Wanderer auf, sodass ich nur bedingt fotografieren kann. Der Innenraum ist leer, das nutze ich natürlich.
Sommer im Lampertstal (134)

Ich kann den Flammkuchen aber auch die süßen Kuchen nur empfehlen. Die Dame des Hauses bietet Backwaren aus eigener Küche. Dafür steht sie an den Tagen vor dem Wochenende bis spät abends in der Küche und bereitet sich so auf den Ansturm der wenigen Öffnungstage – Freitag bis Sonntag vor.

Die Toiletten sind dann das berühmte Tüpfelchen auf dem „i“
Solch eine gute Versorgung mit allerlei Hygieneartikeln habe ich selten gesehen und ein Schild fordert auf, sich bei Wünschen beim Gastgeber zu melden. Beide Daumen hoch!

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Im Em Backes
Sommer im Lampertstal (140)
Genüsslich Kuchen speisen

Fazit zu unserem heutigen Wandertag im Lampertstal

Fantastisch, mehr gibt es nicht zu sagen. Die Häufigkeit, die mich in diese Region treibt, spricht schon für sich. Es werden ganz sicher weitere folgen. Habt es gut ihr Lieben und bis bald im Wald und zwischen Feldern und Wiesen.

7 Kommentare

  1. Hallo Elke

    Ein ganz toller Wanderbericht und die Fotos sind einfach traumhaft :-) Wenn ich mir vorstelle, das man auf Fotos nur einen „Lidschlag des Augenblicks“ wiedergeben kann, lädt diese Gegend geradezu zum Träumen ein :-)

    Liebe Grüße, Klaus

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